Innovationsprozesse erfolgreich gestalten
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In der neuesten Folge von Ressort21, spreche ich mit dem Medien- und Innovationsexperten Prof. Dr. Okke Schlüter, darüber, wie Innovationsprozesse gestaltet werden sollten, um neue Ideen erfolgreich in das bestehende Produktportfolio zu integrieren.
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Wo man anfangen muss, ist natürlich erstmal in der Datensammlung und Datenhaltung im Verlag. Denn diese statistischen Verfahren, mit denen Daten ausgewertet werden, was wir dann als künftliche Intelligenz bezeichnen, die funktionieren ja überhaupt nur, wenn da strukturierte Daten vorhanden sind. Heute zu Gast der HDM-Hochschulprofessor Dr. Okke Schlüter. Mein Name ist Nils Koepchen und herzlich willkommen bei Ressort21, dem Podcast über die Zukunft in der Verlagsbranche.
In der heutigen Folge spreche ich mit Medien- und Innovationsexperte Dr. Okke Schlüter darüber, wie Innovationsprozesse gestaltet werden müssen, um erfolgreich neue Ideen in das bestehende Produktportfolio zu integrieren. Genug erzählt, viel Spaß bei der Folge. Moin, Okke, wie geht's dir? Moin, geht gut, ist aber Schietwetter.
Ja, in Kiel geht's tatsächlich. Ja, aber schön, dass du da bist, wir freuen uns. Warst du schon mal in einem Podcast zu Gast oder ist das dein erstes Mal? Nein, war ich schon häufiger, mache ich sehr gerne. Immer wieder mal, aber ja, schon bei sehr verschiedenen Podcasts.
zu Gast. Ja, sehr cool. Ja, dann bist du ja ein Profi. Heute soll es ein bisschen darum gehen, wie Innovationsprozesse vor allem in der Medienbranche gestaltet werden müssen, um eigentlich erfolgreich neue Produkte zu etablieren, auch in einem bestehenden Produktportfolio. Und ich habe für die Vorbereitung für den Podcast mal ein Zitat von dir gefunden.
Da hast du gesagt, Innovation ist in Zeiten von Digitalisierung und Disruption nicht weniger als die Zukunftssicherung der Verlagsbranche. Warum ist das so? Weil andere die Innovation sowieso machen. Das sind die Tech-Unternehmen, die neue Technologien einbringen, große Player im Markt. Die warten gar nicht, ob Publisher und Verlage innovativ werden.
Die machen das einfach. Die gucken zum Teil noch nicht mal auf die rechtlichen Rahmenbedingungen, aber darum soll es ja heute nicht gehen. Also in einem Satz gesagt, Innovation passiert ohnehin. Und jetzt können sich die großen Medienunternehmen und auch die kleinen, können sich überlegen, ob sie da weiter mitspielen wollen oder nicht. Und deswegen ist Innovation für Verlage die Sicherung ihrer eigenen Zukunft.
Ja, und die Zeit drückt eigentlich mehr als jemals, jetzt auch mit den neuen Entwicklungen mit KI etc. Man liest da ja von der New York Times zum Beispiel, da gibt es jetzt große Verfahren und Sachen, also da kommt einfach immer mehr Geschwindigkeit drauf, oder? Ja, wobei man sich die ganz hohe Geschwindigkeit, da muss man auch vorsichtig sein, dass man sich nicht verrennt, denn nicht alle Konzepte oder Technologien bleiben auf Dauer. Und wenn man jetzt nur ein begrenztes Innovationsbudget hat, man stürzt sich mit aller Macht auf eine Plattform oder eine Technologie, von der dann nicht ganz klar ist, ob sie sich durchsetzt, dann kann das auch passieren. sozusagen eine Investitionsruine werden.
Also da ist schon auch so ein gewisses Augenmaß gefragt. Aber ja, man sollte lieber auf der Höhe des Balls sein, gucken, wo die Tore geschossen werden. Und gerade dafür sind ja wahrscheinlich Innovationsprozesse einfach relevant und die gut auszuarbeiten. Darum soll es ja heute ein bisschen gehen. Aber vielleicht davor einmal noch ein bisschen was zu dir.
Du bist ja seit 2008 Hochschulprofessor an der Hochschule der Medien in Stuttgart. Du unterrichtest Medienkonvergenz, digitale Geschäftsmodelle, Innovationsmanagement und crossmediales Produktmanagement. Ich habe aber auch gesehen, dass du davor lange in der freien Wirtschaft unterwegs warst. Du warst bei McKinsey und dann vor allem lange bei der Ernst Klett AG unterwegs. Was hast du da genau gemacht?
Was waren so deine Schwerpunkte? Ja, chronologisch war ich ja, wie du schon gesagt hast, zuerst drei Monate bei McKinsey und dann drei bei Boston Consulting Group. Und bei diesen strategischen Unternehmensberatungen, da habe ich, glaube ich, sehr viel so Strukturierungsvermögen, Logik erforscht. analytische Fähigkeiten gelernt, mehr als in meinem BWL-Studium, wenn ich ehrlich bin. Und davon habe ich sehr profitiert in dem Trainee-Programm, was ich dann bei Klett gemacht habe.
Also ich bin wirklich eigentlich als Ahnungsloser in die Verlagsbranche nach dem Studium während der Promotion eingestiegen. Und habe dann da alles so ein bisschen im Schnellverfahren gelernt, bin durch verschiedene Geschäftseinheiten getingelt und da hat mir eben dieses Unternehmensberater-Know-how von McKinsey und BCG sehr geholfen. Und dann habe ich nach Ende des Turnierprogramms eine Begründung. sozusagen Projektaufgabe übernommen, aus der dann schnell ein Profitcenter geworden ist. Und bin dann im Laufe der zehn Jahre bei Klett durch drei verschiedene strategische Geschäftseinheiten gewandert, jeweils mit Führungspositionen und fühlte mich danach dann eben fit, das jungen Menschen, die sich für die Branche interessieren, weiterzugeben.
Und deswegen habe ich mich dann eben 2008 an der HDM beworben und bin nach wie vor sehr, sehr, sehr glücklich, dass das geklappt hat und ich jetzt hier arbeiten kann. Ja, war das für dich immer schon so klar, dass du in die akademische Branche noch gehen willst? Also ich meine, Klett macht ja vor allem so Schul- und Lehrmaterialien, dafür sind sie ja bekannt. Und war das dann der Einstieg, dass du gesagt hast, okay, ich gehe in die akademische Welt oder kam das einfach woanders her? Nee, also könnte man rückblickend so deuten, war aber gar nicht so.
Also es hat rückblickend sehr gut gepasst, dass ich von einem Educational Publisher, von einem Lehrmittelverlag in eine lehrende Funktion gewechselt bin. Aber ehrlich gesagt hat sich das so ergeben. Das war nie mein Plan. Meine Eltern sind beide Lehrer und ich habe immer gesagt, niemals Lehrer werden. Und so kommt es dann eben manchmal.
Und ja, schon, natürlich hat die Zeit bei Klett mich super vorbereitet auf das, was ich an der HDM jetzt mache. Aber es war nie ein Plan, das wäre... schlichtweg gelogen. Das hat sich einfach so ergeben und damit ermuntere ich auch immer junge Menschen eben nicht den großen Generalstabsplan für ihren beruflichen Werdegang zu haben, sondern auch ein bisschen gucken, was es so ergibt und wenn man sich selber treu bleibt, dann wird da irgendwann eine Story draus sozusagen. Ja, das stimmt.
Und du bist ja jetzt schon lange dabei, vor allem bei der HDM und würdest du sagen, da hat sich viel verändert jetzt in den letzten 14, 16 Jahren eigentlich so, vor allem auch wie die Studenten da rangehen und in die Medienwelt eingehen, muss man offener sein? Was ist da so dein Eindruck? Also ja, es hat sich massiv was verändert. Das ist einmal die Branche, nur mal um Meilensteine zu nennen. Als sie 2008 an die HDM kam, da kamen quasi so die ersten E-Book-Reader vom Sony um die Ecke.
Und die Zeitungsverlage haben zum ersten Mal so E-Paper ausprobiert. So lange ist das schon her. Und es hat sich in der Branche wahnsinnig viel getan. Es hat sich auch gesellschaftlich viel getan. spüren wir indirekt natürlich auch an unseren Studierenden, was die mitbringen, was die erwarten.
Das ist ein ständiger Austausch. Man könnte auch sagen, eine freundliche Verhandlung, wie man miteinander kommunizieren will, wie man Wissen vermittelt, wie man zusammenarbeitet, ist aber sehr, sehr inspirierend und sehr, wie soll ich sagen, das hält wach und in Bewegung und ich genieße das sehr. Ja, spannend. Ja, da tut sich halt einfach viel. Du hast, um so ein bisschen den Bogen nochmal zu schlagen, 2017 dein erstes Buch veröffentlicht.
Ich meine, das war dein erstes. Das war Design Agility und da ging es vor allem darum, wie Medienunternehmen eigentlich neue Produkte in kleinen Teams agil entwickeln können. Wie kam es zu dem Buch? Warum hast du das Buch geschrieben? Und warum ist gerade diese Form der Entwicklung in der Medienbranche so wichtig?
Ja, da hole ich mal zwei Sätze aus, weil das, glaube ich, mein Credo sehr gut illustriert, wie das passiert ist. Ich saß 2012 auf der Buchmesse in einer Veranstaltung zu Augmented Reality und während der Diskussion haben eine andere Frau und ich, quasi ganz ähnliche Fragen gestellt. Und dann haben wir hinterher miteinander geredet. Sie war damals bei Cornelsen, also auch ein Schulbuchverlag. Und ich war schon an der HDM und dann haben wir ein Projekt zusammen gemacht und haben ein bis dahin ungelöstes Problem aus der Cornelsen-Gruppe uns mit Studierenden vorgenommen.
Und dann haben wir überlegt, was passt denn da als Methode? Und du ahnst schon die Pointe. Wir haben dann gesagt, Mensch, wir probieren das mal mit Design Thinking. Und dann sind irgendwann zum Ausprobieren des Prototypen, das gehört ja bei Design Thinking immer dazu, sind die Studierenden zu Stuttgarter Verlagen gegangen, um denen zu zeigen, was wir da gemacht haben. Das waren dann natürlich nicht die Cornelsen-Sachen, die waren ja vertraulich, aber andere Prototypen.
Und einer dieser Verlage war Schäffer Pöschel. Die sitzen ja auch in Stuttgart, Fachverlag für Recht, Wirtschaft, Steuer. Und dann haben die gesagt: "Mensch, das ist ja klasse. Schreib doch mal ein Buch drüber." Und so ist, ganz ohne Witz, so ist aus einem Projektthema eine Methode geworden, die sozusagen eigentlich im Hörsaal entwickelt worden war, Dann sozusagen zufällig zu einem Verlag vorgedrungen ist, der dann gesagt hat, da machen wir jetzt ein Buch drauf. Und dann habe ich ihn, der Stefanie Quade, das ist die Besagte, in der ich ja heute noch ganz toll zusammenarbeite.
Wir haben das 2016 geschrieben, 2017 ist da die erste Auflage erschienen und jetzt kommt nächstes Jahr, nee dieses Jahr, wir sind ja schon im 24, kommt der Nachfolgeband. Ja, da gehen wir später nochmal drauf ein. Das heißt also, schön aus der Forschung in die freie Wirtschaft eigentlich getragen. Und was würdest du sagen, warum diese Methode jetzt gerade in der Medienbranche eine besondere Relevanz hat? Oder würdest du überhaupt sagen, dass sie einen hat?
Ich denke schon. Das sieht man einfach an den Zahlen, an den Unternehmen, die Design Thinking einsetzen. Da gibt es offenbar eine Passung, da gibt es einen Fit, also es passt zusammen. Einmal wegen der eingangs genannten Notwendigkeit von Innovationen. Und dann haben wir, Stefanie Quader und ich, als wir die Design Agility entwickelt haben, haben wir mit unserem Medien-Background eben diese Innovationsmethode ganz speziell auf Medieninnovationen zugeschnitten.
Denn es ist ja was anderes, ob du, ich argumentiere jetzt mal mit dem Stuttgarter Beispiel, wir haben ja hier Mercedes, Bosch, Porsche, ob du in so einem Industrieunternehmen innovativ bist. oder ob du in der Medienbranche bist. Da sind einfach bestimmte Spezifika zu berücksichtigen und deswegen dieses erste Buch gezielt für die Medienbranche. Kannst du da ein Beispiel geben für so bestimmte Spezifika? Also was genau meinst du damit?
Also zwei Dinge überragen eigentlich alles. Wenn wir in der Medienbranche von Digitalisierung sprechen, dann wird eigentlich... oft das gesamte Produkt digital. Also ich lese vorher ein gedrucktes Buch, das ist dann ein E-Book. Ich bin vorher auf einem physischen Seminar, das findet dann im virtuellen Raum statt.
Wenn, ich bleibe wieder bei der Industrie, wenn ein Industrieunternehmen von Digitalisierung spricht, dann werden manchmal die Produktinformationen digital, aber das Produkt digital. Ob das ein Auto ist oder eine Zahnbürste oder ein Snowboard, das Produkt ist ja weiterhin physisch. Das heißt, wir haben es in der Medienbranche mit einer sozusagen 100% Digitalisierung oft zu tun. In anderen Industriebranchen nur mit einer Teil-Digitalisierung. Das ist der erste Grund.
Der zweite Grund ist, wir können... Prototypen in der Medienbranche mit ganz wenig Aufwand machen. Wohingegen, mach mal ein Prototyp von einem Auto. Da müssen wir beide jetzt keine Ingenieure sein, um uns klar zu machen, dass das sehr, sehr, sehr aufwendig ist. Aber ein Prototyp von einer neuen App, das können wir beide an einem Nachmittag machen, so dass wir einem potenziellen User einen Eindruck davon vermitteln, wie das wäre.
Das heißt zusammengefasst, der Wandel, vor allem im Digitalen, ist einfach noch grundlegender als in anderen Branchen und trotzdem haben wir eigentlich den Vorteil in der Medienbranche, dass wir die Möglichkeiten haben, schnell und mit relativ wenig Ressourcen neue Sachen zu probieren und gerade dafür sind ja wahrscheinlich dann Innovationsprozesse einfach relevant. Und so ein bisschen den Bogen jetzt auf die Prozessebene zu bringen, da geht es ja auch so ein bisschen in dem Buch dann. Würdest du denn sagen, es gibt einen idealen Innovationsprozess für gerade die Etablierung neuer Produkte in der Medienbranche und wenn ja, wie sieht der aus? Ich glaube, es gibt sowas wie einen idealen Prozess, aber der ist immer relativ zu dem Unternehmen oder der Organisation, die das einsetzt. Also ich nehme jetzt mal Greenpeace als eine Non-Profit-Organisation.
Wenn Greenpeace sozusagen eine Innovation einführt, dann ist der Prozess sicherlich ganz anders, als das in einem Buchverlag oder einem Zeitungsverlag der Fall ist. Von daher ideal schon, aber ideal immer in Bezug auf ein Sozialsystem, auf ein Unternehmen oder eine Organisation. Ja, was sind da so Patterns, die du sagen würdest, die eigentlich immer erfüllt sein müssen in einem Innovationsprozess, der funktionieren kann? Also er sollte eine Struktur haben, die von einer definierten Aufgabenstellung über die Einbeziehung der Zielgruppe, hin zu einem Brainstorming, Selektion der besten Ideen und Evaluierung durch einen Prototypen führt. Das sind eigentlich so die Ecksteine.
Und die kannst du dann anpassen, je nach Thema, je nach Zielgruppe, auch wie man an die Zielgruppe rankommt. Das sind dann so Stellschrauben. Aber diese Schritte braucht man unbedingt, einfach um sicher sein zu können, dass die Leute, die hinterher dafür bezahlen sollen, dass die das auch anwenden werden und bereit sein werden, dafür zu bezahlen. Also auch auf jeden Fall ein enger Austausch mit den Endkunden, die dann das neue Produkt auch nutzen sollen. Unbedingt.
Wir nennen das nutzerzentrierte Innovation. Und wir machen sozusagen nichts ohne die Zielgruppe. So wie manche sagen, ich sage nichts ohne meinen Anwalt, sagen wir, wir sagen nichts ohne unsere Zielgruppe. Ja, okay. Das heißt nah am Kunden arbeiten, strukturiert und dann eben über einen Prototypen möglichst schnell eigentlich den Kunden auch was in die Hand geben, womit sie dann rumspielen können und dann basierend auf dem Feedback eigentlich wieder iterieren, bis man dann irgendwann zu einer gewissen Produktreife kommt.
Genau. Und das, was du gerade beschreibst, könnte man in der Quizshow ja auch als... sozusagen Ratesatz für agiles Projektmanagement hernehmen. Und das erklärt auch, warum wir Design Thinking mit agilem Projektmanagement so fusioniert haben in dem Buch. Und deshalb heißt es ja auch Design Agility, weil dieses im agilen Projektmanagement versuchst du ja auch früh eine, ein verwendbares Zwischenprodukt, ein Stück "Shipable Software", wie man da sagt, an den Kunden auszuliefern, an die Kundinnen auszuliefern, um das dort testen zu lassen.
Und das hat Design Agility damit gemeinsam. Ja, ja, logisch. Für alle übrigens, die zuhören: Das Buch findet ihr dann auch nochmal in den Shownotes, wenn ihr euch das mal genau angucken wollt. Und was würdest du sagen, welche Rolle spielt dabei das Team, das diesen Innovationsprozess durchführen soll? Also eine ganz entscheidende, weil das Team ist ja sozusagen das Kollektivbrain.
Also zusammen ist das Team die Ressource, die die Zielgruppe versteht, die Ideen generiert und sie mittels Prototypen evaluiert. Nun habe ich, und da kommen wir vielleicht später noch darauf zu sprechen, in meinem Forschungssemester ja auch rausgekriegt, wie solche Innovationsteams besonders gut arbeiten. Häufig brauchen die auch eine Moderation, aber das Team ist die entscheidende Ressource. Wichtiger als alles andere, natürlich spielt die Unternehmenskultur eine Rolle, aber das Innovationsteam ist die Ressource schlechthin, um da erfolgreich zu sein. Ja, du hast es ja eben schon ein bisschen angerissen, also vielleicht nochmal für alle Zuhörer.
Ich meine, das war das letzte Sommersemester. Da hattet ihr eine spannende und groß angelegte Studie, wo ihr über die Bedeutung von gemischten Innovationsteams geforscht habt. Und darauf basierend, du hast ja schon so ein bisschen erklärt, aber wie sollte so ein Team aufgebaut sein? Welche Rollen sollten in so einem Team gesetzt werden? Denn ja, einfach da sein, welche soziodemografischen Ausprägungen sollte das Team am besten mitbringen und welche Rahmenbedingungen muss ich eigentlich als Unternehmen einem solchen Team geben, damit es dann auch erfolgreich operieren kann?
Ja, das sind genau die entscheidenden Fragen. Wir sind reingegangen mit der Annahme, es werden ja wahrscheinlich fachlich gemischte Teams sein. erfolgreicher sein als welche, die nur aus einer Abteilung bestehen. Das hat sich bewahrheitet. Das war aber keine große Überraschung.
Zusätzlich haben wir herausgekriegt, dass wir noch in anderer Allerlei Hinsicht das Team möglichst gemischt sein sollte, nämlich Alter und Erfahrung. Die jungen Leute bringen häufig wildere Ideen, unverfrorenere Ideen rein. Und die erfahreneren Leute, die dann häufig auch im Lebensalter ein bisschen fortgeschritten sind, die sind sehr umsetzungsstark. Die haben das nämlich schon x-mal gemacht und die wissen dann, wie man diese sehr guten Ideen erfolgreich umsetzt. Also sollte man die mischen.
Dann brauchen wir auch verschiedene Persönlichkeiten. Wir brauchen Leute, die sehr kommunikativ sind. Wir brauchen Leute, die vorwärts drängen. Aber wir brauchen auch Leute, die etwas kritisch hinterfragen und dann mal sagen: Moment, das macht doch gerade gar keinen Sinn. Ja, natürlich in dem Maße, wie eine Zielgruppe divers ist, und das ist sie in allen Industrieländern, macht es Sinn, auch verschiedene kulturelle Hintergründe was auch immer für weltanschauliche Konzepte in dem Innovationsteam wiederzuspiegeln, damit sie eben so denken können wie die Gesamtheit der Zielgruppe.
Also man könnte mal sagen, ich habe kürzlich hier einen Vortrag gehalten an der HDM zu einem Forschungssemester, den habe ich übertitelt mit Mix-It-Baby. Also mische es einfach in verschiedener Hinsicht, aber, und das ist jetzt sozusagen die Einschränkung, Je diverser dein Innovationsteam ist, desto besser muss die Moderation sein, weil Verschiedenheit, wenn wir ehrlich sind, immer auch zu Reibungsflächen führen kann. Und dann brauche ich eine gute Moderation, das wird nämlich häufig vernachlässigt, damit das auch wirklich produktiv wirken kann und sich nicht gegenseitig hakt oder bremst. Und wie würdest du sagen, gelingt so eine gute Moderation? Brauche ich da einfach eine erfahrene Führungskraft, die das Team so ein bisschen übersteuert und dann am Ende sozusagen sagt, hey, wir haben jetzt hier die Streitpunkte oder die Konfliktpunkte, lasst uns versuchen hier nochmal zu gucken, wo wir da einen Kompromiss finden können oder das ist jetzt der richtige Weg, das setze ich jetzt einfach so einmal durch oder was würdest du einfach sagen, sind da so die wichtigen Punkte, die so eine Moderationsfigur oder ein Moderator in so einem Prozess dann überhaupt einnehmen muss?
Ja, Erfahrung ist ganz wichtig, hast du selbst schon gesagt. Jemand, der da schon ein paar Mal solche Prozesse mit durchlaufen hat, muss keine Führungskraft sein. Viele Unternehmen holen da sogar jemanden von extern, weil die Person dann komplett unabhängig ist. Also ich habe das in manchen Fällen auch schon für Verlage gemacht, die dann gesagt haben: Wir wollen jemanden, der komplett von außerhalb der Organisation kommt. Und dann muss man sich der kulturellen Werte bewusst sein, die da eingehalten werden sollen.
Und dann eben die Extrovertierten und die Introvertierten alle auf ihre Art und Weise zu Wort kommen zu lassen, damit keine Ideen verloren gehen. Ja, das heißt... Um so ein bisschen vielleicht da nochmal tiefer reinzugehen. Du hast ja eben gesagt, das kann man auf einen externen Moderator holen. Es gibt ja auch viele externe Entwicklungsunternehmen in der Medienbranche, die dann eben Lösungen für verschiedene Verlage beispielsweise bauen.
Und wenn die jetzt sagen, hey, wir haben eine coole Idee, wir gehen rein, wir machen zum Beispiel bei euch eine Machbarkeitsstudie, dann kann man ja auch so ein Innovationsteam drumherum bauen. Würdest du sagen, das ist auch ein Weg, um vielleicht gar nicht alles intern selber die Innovation zu bringen, sondern auch eben von externen Quellen Nutzen zu nehmen? Ja, das ist eine interessante Frage. Das ist eigentlich die alte Make-or-Buy, also selber machen oder einkaufen Frage aus der BWL. Das kann Geschwindigkeit bringen, wenn nämlich deine Leute aus dem Innovationsteam, die haben ja alle nebenbei noch ein Tagesgeschäft, die werden ja dafür nicht komplett freigestellt.
Wenn die zu sehr unter Wasser sind, dann kann dir das viel Geschwindigkeit bringen, wenn du Leute von außen nimmst. Aber... Man muss darauf achten, dass die, ich sage jetzt mal der Verlag, bei uns geht es ja vor allem um Verlage, dass der Verlag selber auch mitlernt in dem Prozess. Und wenn du ein Innovationsprojekt komplett outsourcest, dann ist die Lernkurve auch außerhalb des Unternehmens. Deshalb finde ich das keine so ganz...
Nachhaltige Lösung, ein gemischtes Team vielleicht, aber da sollten immer auch Leute vom Verlag dabei sein, damit dieses Know-how sozusagen im Verlag wächst und gedeiht und da in Zukunft Früchte trägt. Ja, das heißt, wenn dann sowas wie eher eine Richtung Machbarkeitsstudie, dass man so nah an dem Kunden sozusagen dran ist, aber nehme ich mit, also das ist natürlich immer eine gewisse Gratwanderung, die man da vollzieht. Absolut. Ja, dann viele Unternehmen richten ja speziell auch so Innovations-Spaces ein. Ich hatte letzte Woche in der letzten Folge den Dr.
David Reuter von den Kieler Nachrichten zu Gast, die haben einen eigenen Innovations-Hub in Kiel etabliert, wo viele Ideen rauskommen. Wie wichtig sind solche auch räumlichen Rahmenbedingungen für Innovation und Was würdest du sagen, ist da besonders relevant, um dann eben auch erfolgreiche Innovationsarbeit für eben auch solche Teams in Prozessen dann einfach gewährleisten zu können? Ja, das ist eine spannende Frage, weil ja viele da sich gerade so neu einrichten. Ich glaube, aus meiner persönlichen Erfahrung heraus, dass Räume... ein bisschen überschätzt werden, was jetzt Mobiliar betrifft.
Also es gibt irgendwelche Design-Thinking-Möbel, ganz ehrlich, da bin ich nicht so sicher, ob das wirklich, ob die Möbel dann sozusagen der Erfolgsfaktor sind oder ob das nicht auch von einem günstigen Möbelhaus sein könnte, was wir überall haben. Aber Raum, wenn man Raum jetzt mal im übertragenen Sinne versteht, Raum außerhalb des Alltags. Freiraum, ja, im Sinne von ich denke nicht dran, welche E-Mail ich noch heute schreiben muss, ja, und ich gucke nicht auf die Uhr, weil ich unbedingt um 16.30 Uhr gehen muss. Dieser Freiraum, ja, der ist ganz wichtig, weil Kreativität natürlich da entsteht, wenn auch das Gehirn und der ganze Organismus ein bisschen entspannt. Insofern, Freiraum würde ich sagen, ist essentiell.
Mobiliar würde ich also eher runterstufen in der Bedeutung. Natürlich braucht man Medien, wo man Ideen festhält und wo man auch eine Bewertung von Ideen vornehmen kann. Ich habe in Toronto jetzt im Juli so einen Innovationsworkshop mit Studierenden gemacht. Da konnte man auf die Tische schreiben und das fanden die Studierenden ganz toll. Das waren so abwischbare Sachen, wo man mit Whiteboard-Marker dann draufschreiben konnte.
Das war gut, weil es denen Spaß gemacht hat. Aber ich würde niemals das umkehren und sagen, nur mit diesen Tischen und Stiften wird das was. Also da wird das Material ein bisschen überschätzt. Es ist halt am Ende dann doch der Mensch und der Prozess. Ja, das ist ein spannender Punkt, den du ansprichst.
Das heißt, was zum Beispiel eine relevante Maßnahme sein könnte, ist einfach die, eine räumliche Trennung von Tagesgeschäft und Innovationsarbeit. Das heißt, hey, Jetzt hast du dein Tagesgeschäft, du sitzt in deinem ganz normalen Arbeitsplatz, aber wenn es wirklich in einen Innovationsprozess reingeht und man weiß, man arbeitet jetzt daran, dann macht es vielleicht Sinn, einfach mal den Raum zu wechseln mit dem Team und sich auch räumlich von dieser Arbeit eigentlich zu trennen, oder? Total. Und das kennen wir ja aus Unternehmen auch schon, wenn so eine sogenannte Außentagung durchgeführt wird. Das sind ja meistens so Strategiethemen.
Dann fährt man nicht irgendwie weit weg, es sei denn, die Firma hat so richtig Geld zu verprassen. Oft fährt man einfach vor die Tore der Stadt. und geht in irgendein lauschiges Seminarhotel oder so und ist dann aber raus aus dem Gebäude. Da kommt dann niemand zur Tür rein und sagt, kannst du mal gerade? Sondern man hat sich so ein bisschen ausgeklingt, das reicht völlig.
Also geht es nicht um die Entfernung und den Raum an sich, aber um die Distanz zum Alltag. Ja, logisch, das nehmen wir mit, das ist auf jeden Fall spannend. Ja, ich würde sagen, jetzt schlagen wir mal den Bogen so ein bisschen in die aktuellen Themen. Und zwar, also das ist ja alles aktuell, aber das ganz aktuelle Thema ist natürlich KI. Und ich habe gesehen, du hast im Februar, veröffentlichst du ja ein neues Buch, das hast du vorhin schon kurz angerissen.
unter dem Titel KI als Zukunftsmotor für Verlage. Wo siehst du da konkret die größten Potenziale für die Branche und was sollte man deiner Meinung nach vor allem beachten, wenn man über die Anwendung von KI in der Medienbranche spricht? Also in einem Satz gesagt, das klingt jetzt erstmal ein bisschen theoretisch, kann man künstliche Intelligenz oder das, was wir darunter verstehen, kann man eigentlich in jedem Prozessschritt in einem Verlag einsetzen. Sowohl in Redaktion und Lektorat, wie auch beim Art Director oder in der Herstellung, wie man im Buchverlag sagen würde, wie auch im Marketing, Vertrieb, Lizenzen, wo nicht überall. Man muss eben...
An den einzelnen Stufen der Wertschöpfungskette, so nennen wir das ja in der BWL, muss man gucken, was macht Sinn. Es gibt Verlage, die analysieren Manuskripte auf Wortschatz oder auch Spannungsbogen, um rauszugucken, ob das eingesandte Manuskript in eine bestimmte Reihe passt. Es gibt Verlage, die errechnen die optimale Druckauflage für Nachdruck, damit sie hinterher davon nichts makulieren müssen, also nichts wegschmeißen müssen. Und es gibt Verlage, die erstellen mit generativer KI Marketingposts für Instagram und TikTok, einfach weil die KI ganz genau weiß, welche Texte und Bildformate da erfolgreich sind. sind.
Also das sind alles Einsatzszenarien, die wir in dem Buch diskutieren, aber natürlich auch in Gesprächsformaten im wirklichen Leben. Das Buch steht also nicht alleine, sondern ist eingebettet in den Austausch der Branche, den wir moderieren. Und um auf deine ganz konkrete Frage zu antworten: Daten, Daten, Daten. Also wo man anfangen muss, ist natürlich erstmal in der Datensammlung und Datenhaltung im Verlag. Denn diese statistischen Verfahren, mit denen Daten ausgewertet werden, was wir dann als künstliche Intelligenz bezeichnen, die funktionieren ja überhaupt nur, wenn da strukturierte Daten vorhanden sind.
Deshalb ist, wenn man morgen damit anfangen will, würde ich sagen, Daten, Daten, Daten. Und der Rest... entwickelt sich dann drumherum. Ja, also funktionale Daten, Schnittstellen aufzubauen und bereit zu haben für neue Lösungen, würdest du sagen, ist auf jeden Fall das, eins der relevanten Themen aktuell. Und wenn wir so ein bisschen auf jetzt das neue Jahr 2024 gucken, gibt es da einen Bereich, wo du besonders gespannt bist in der Medienbranche, wie KI Dinge verändern wird oder eine Sache, wo du sagen wirst, okay, da wird bestimmt viel passieren, jetzt vielleicht auch schon dieses Jahr.
Boah, da gibt es so viel. Also Sprachsynthese entwickelt sich gerade ganz toll mit Anbietern wie Eleven Labs, dass du sehr zielgruppengerecht Texte mit Sprachsynthese quasi vertonen kannst. Das geht ganz toll. Die ganze Bot-Geschichte, also man kann ja auch Custom-Bots, also quasi maßgeschneiderte Bots, mit dem Framework von OpenAI machen, sodass du sowas wie ChatGPT für dein eigenes Unternehmen hast. Und dann mit deinen Prompts nicht die Engine von OpenAI in den USA trainierst, sondern sozusagen die Prompts, die ja auch schon Wissen enthalten, sozusagen an eine Maschine gegeben werden, die aber im Haus steht und insofern diese ganzen Sachen, die Daten bei sich behält.
Das ist, glaube ich, wichtig. Ein sehr wichtiges Potenzial und ich bin mir sicher, wir haben jetzt Januar, dass wir bis zum Frühjahr oder Frühsommer kommen noch neue Möglichkeiten dazu, die wir jetzt noch gar nicht erahnen oder jedenfalls ich noch nicht. Ja, auf jeden Fall. Das wird sehr spannend sein, das weiter zu verfolgen. Und was würdest du sagen, inwiefern macht es vielleicht auch Sinn, gerade im Hinblick auf KI, auch wieder auf externe Dienstleister zuzugreifen und nicht alles selber zu entwickeln?
Und wo würdest du sagen, muss man die Entscheidung machen, das muss wirklich in-house gemacht werden? Ich denke mal jetzt vor allem, was das Thema Daten angeht. Aber was sind da so deine Einschätzungen? Ich habe ja vorhin schon gesagt, mit externen kann man Geschwindigkeit erhöhen und Geschwindigkeit erhöhen ist ganz wichtig bei KI, weil das Thema gerade so eine irre Dynamik hat. Auch wieder bei Unternehmen, die eigentlich gar keine Publisher sind, die aber mit KI Content generieren können und dann plötzlich zu Publishern werden.
Da entsteht eine ganz neue Art von Konkurrenz. Deswegen würde ich unbedingt mit externen zusammenarbeiten, egal ob das Dienstleister sind, ob das Berater sind oder ob vielleicht auch mit der Konkurrenz in diesem Verfahren der sogenannten Co-Operation, wo man quasi mit dem Wettbewerb kooperiert, um vielleicht Grundlagen gemeinsam zu entwickeln, die dann jeder mit seinen Inhalten füllt und vermarktet. Also ja, Zusammenarbeit macht total Sinn, aber auch hier... Die Belegschaft, die Organisation, die Menschen müssen verstehen, was mit KI geht. Sonst wird es keine Innovation im Unternehmen geben.
Deshalb die Lernkurve muss sehr, sehr steil sein. Gilt auch für uns als Hochschule. Wir machen ja auch nicht morgens mit dem Wissen auf, sondern wir müssen genauso steil dazulernen wie die Medienunternehmen. Also wie bei allen Transformationenprozessen ist das einfach eine Grundvoraussetzung. Und vielleicht daran anschließend, würdest du sagen, gerade jetzt diese Geschwindigkeit und das Innovationspotenzial, was ja eigentlich mit Gen-AI und KI jetzt gerade relevant wird, ist das vielleicht auch eine Riesenchance für die Medienbranche einfach aufzuholen, was man vielleicht vor Jahren, wo man vielleicht etwas langsamer war in der digitalen Transformation?
Ich weiß nicht, ob ich das Wort aufholen so unterschreiben würde, aber es ist eine Riesenchance, weit voranzukommen, Boden gut zu machen in irgendeiner Form, sich zu behaupten, die Medienmarken sozusagen mit Nutzen aufzuladen und anzureichern. Da ist es auf jeden Fall eine Riesenchance. Und da wird was Neues entstehen, dessen Akzeptanz wir so im Vorfeld noch gar nicht abschätzen können, denn es nützt ja die tollste Innovation nicht, wenn die Rezipienten, also Leserinnen, Leser, Hörerinnen, Hörer, wenn die das nicht haben wollen. Insofern, ja, das müssen wir auch noch gucken, was davon überhaupt gewünscht ist. Aber ja, es ist ein Riesenpotenzial für Verlage und deswegen sozusagen auch dieses Buch, was da ein bisschen ermutigen soll und mit Fallbeispielen, Orientierung geben soll und deswegen auch die Austauschformate wie Konferenzen, wie so abendliche Erfahrungsaustauschrunden, damit man im Gespräch bleibt und nicht in so einer Schrebergärtnerei versucht, alleine alles zu lösen, sondern man muss das gemeinsam tun, um Ressourcen zu schonen.
Ja, nee, das macht super Sinn. Genau, ich glaube, das war erstmal super spannend zu wissen. Danke dir, Okke. Jetzt vielleicht so ein bisschen zum Ende. Zwei Fragen, die wir immer allen nochmal stellen.
Wonach suchst du oder ihr aktuell mit der HDM vor allem? Wie kann man euch helfen, vielleicht auch als Medienunternehmen? Und wie kann man sich dann auch bei dir melden? Also wir suchen immer ungelöste Probleme, weil wir wissen, dass Verlage keine Forschungs- und Entwicklungsabteilungen haben, so wie die großen Industrieunternehmen. Und da wir eine mit Steuergeldern finanzierte Hochschule sind, sehen wir uns durchaus auch in der Rolle, so ein bisschen Forschungs- und Entwicklungsabteilung für Verlage zu sein.
Also meine Kolleginnen und Kollegen aus anderen Studiengängen tun das für die anderen Medienbranchen und ich bin nun mal... gewachsener Verlagsmenschen, deshalb fühle ich mich da Verlagen besonders verbunden. Also, wer ein Problem hat, besonders so ein innovationsbehaftetes Problem und noch überlegt, wie er da rangeht oder was die Zielgruppe vielleicht genau möchte, gerne melden. Wir machen jedes Semester ein Innovationsprojekt mit einer Gruppe von fortgeschrittenen Studierenden und einem Verlag, bei dem wir sozusagen ein authentisches Problem knacken und dem Verlag eine Lösung präsentieren. Ja, das ist ein sehr spannendes Angebot für die Branche.
Wie meldet man sich da am besten bei euch? Wie kommt man da am besten zu euch in Kontakt? Also meine E-Mail-Adresse ist, glaube ich, leicht zu finden. Ansonsten bin ich auf LinkedIn, Xing, wo man eben so ist. Einfach schreiben?
Ja, mit. Dem nicht ganz so häufigen Vornamen ist das nicht so schwierig mich zu finden. Das hilft an dieser Stelle sehr. Und ja, gerne einfach melden. In der Buchbranche bin ich auch auf den einschlägigen Konferenten und so.
Aber wer jetzt nicht so direkt Buchbranche ist, findet mich einfach online. Und freue ich mich, neue Menschen kennenzulernen und neue Probleme kennenzulernen, um denen auf den Leib zu rücken. Ja, cool. Dann vielleicht die letzte Frage, die wir immer allen Gästen stellen. Wie sieht deiner Meinung nach die deutsche Medienbranche in fünf bis zehn Jahren aus?
Was wird sich verändern, wenn du sie abgeben kannst zu deiner Prediction? Das ist natürlich extrem schwer, obwohl ich in einer Pflichtveranstaltung sowas wie narrative Szenariotechnik lehre, also wie man Zukunft modellieren kann, möchte ich auf die Frage lieber mit einer... Wunschvorstellungen antworten. Ich hoffe und wünsche mir, dass wir in fünf bis zehn Jahren Geschäftsmodelle gefunden haben, wie immer noch Verlage mit Urhebern, mit menschlichen Urhebern Inhalte erstellen lassen, sowohl Zeitungen, Zeitschriften, Buchverlage, dass da Menschen die Inhalte erstellen. Text und Bildmaterial, das von starken Medienmarken angeboten wird, zu erschwinglichen Bedingungen.
Viele Leute das rezipieren, darüber in den Austausch treten und die Medienwirtschaft, die in Deutschland ja ganz toll entwickelt ist, damit weiter gedeiht. Und nicht zum Selbstzweck, sondern dass wir darin eben schöne Geschichten lesen, hören und vor allem auch über gesellschaftliche Themen diskutieren. Denn wir haben so viele Fragen auf der Straße in Deutschland, dass wir, glaube ich, die Verlagsbranche gut brauchen können als Moderator gesellschaftlicher Diskurse. Und da wünsche ich sie mir, dass wir sozusagen das Streiten nicht verlernen, das kultivierte Streiten wiederentdecken, dass wir im Austausch bleiben und Talaga können uns ganz viel Informationen liefern, sozusagen als Brennstoff für diese gesellschaftlichen Diskussionen. Das wünsche ich mir.
Ich glaube, das ist ein schönes Schlusswort, das du da gefunden hast. In diesem Sinne, vielen Dank, Okke, für deine Zeit. Hat mir sehr viel Spaß gemacht. Und vielleicht ja mal in einem Jahr wieder als Update. Wir freuen uns.
Auf jeden Fall. Super, danke dir. Alles Gute. Tschüss. Ciao.