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Event Journalismus

Ressort21, Folge 7: Uli Hagemeier

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In der neuesten Folge von Ressort21 spreche ich mit dem Leiter Live-Journalismus und Events der Nordwest Mediengruppe, Uli Hagemeier, darüber, wie die NWZ mit Live Events dem Digitalisierungsdruck begegnet.

Erwähnt in der Folge

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Natürlich auch wir hier wissen, dass das Mediennutzungsverhalten sich genau dahin geändert hat und wahrscheinlich auch stärker verändern wird. Aber wenn wir Menschen erreichen wollen, dann müssen wir sie einbinden. Oder noch präziser, wenn wir Menschen binden wollen, dann müssen wir sie auch einbinden. Und wir müssen das auf verschiedenen Wegen tun. Und aus unserer Sicht ist eben Live-Journalismus einer dieser Wege dazu.

Untertitelung des ZDF für funk, 2017 Heute zu Gast der Leiter Live-Journalismus und Events der Nordwest-Mediengruppe Uli Hagemeier. Mein Name ist Nils Koepchen und herzlich willkommen bei Ressort21, dem Podcast über Innovationen in der Verlags- und Medienwelt. In der heutigen Folge spreche ich mit Uli Hagemeier darüber, wie die NWZ mit Live-Events dem Digitalisierungsdruck begegnet. Genug erzählt, viel Spaß bei der Folge. Moin Uli, wie geht's dir?

Moin, mir geht's gut. Dir hoffentlich auch. Sehr gut, Dankeschön. Wetter ist gut in Kiel, da kann man sich nicht beschweren. Dann schick Sonne rüber.

Hier in Oldenburg ist es nicht so gut. Ja, machen wir. Warst du schon mal in einem Podcast zu Gast? Ja, ich war schon mal in einem Podcast zu Gast, habe auch selber schon welche gemacht. Sehr cool.

Du bist ja ein Profi und wir können gleich rein starten. Du bist ja jetzt schon seit 20 Jahren in der Verlagsbranche unterwegs. Wie kam es dazu und gibt es etwas, was du an der Branche besonders findest? Bevor ich als Journalist gearbeitet habe, war ich unter anderem Bestatter und ich hatte irgendwann Lust, mit lebenden Menschen zu arbeiten und nicht nur mit Toten. Das war einer von vielen Gründen, warum ich Journalist geworden bin.

Was mag ich in dieser Branche? Das, was mich am meisten fasziniert, ist, dass ich jeden Tag neue Menschen kennenlerne und dass ich jeden Tag Fragen stellen darf und etwas Neues lerne. Ja, das ist das Allergrößte für mich, dass wir Journalisten Fragen stellen dürfen und niemand ist uns graben, niemand ist böse auf uns. Das macht mir Spaß. Auch nach 20 Jahren noch.

Ja, glaube ich. Und ich meine, du hast ja genau die richtige Abteilung eigentlich gewählt, um genau das eigentlich den ganzen Tag machen zu können, ne? Ja, ich mache jetzt nicht jeden Tag Live-Formate, mache neben den Live-Formaten natürlich auch Recherchen und schreibe noch das eine oder andere Stück. Aber ich lerne jeden Tag tatsächlich Menschen kennen und ich lerne jeden Tag Neues. Wer darf das?

Ja, ganz gut. Ja, ist auf jeden Fall ein schönes Privileg. Heute soll es ja vor allem um Events und Live-Journalismus gehen. Was ist das eigentlich genau im Kontext von Regionalverlagen? Also von was für Formaten sprechen wir eigentlich?

Wir sprechen von Formaten, die Regionalverlage schon vor Jahrzehnten gemacht haben, beispielsweise vor Wahlen, wenn man die Kandidaten vorstellt, egal ob Oberbürgermeisterwahlen oder Landratswahlen oder auch Bundestagswahlen. Das haben die allermeisten Redaktionen schon immer gemacht. Wir machen es jetzt strukturiert und nicht nur anlassbezogen bei Wahlen oder ähnlichen Anlässen, sondern wir versuchen Anlässe dafür zu schaffen. Das ist die Form von Live-Journalismus und Event, die wir vorhaben und die wir hier etablieren wollen. Und die Anlässe sind von euch gewählt oder orientiert ihr euch da an Anlässen aus der Gesellschaft?

Das ist beides. Wir machen zum Beispiel in diesem Jahr eine kleine Reihe, Zum Thema Demokratie. Wir feiern 75 Jahre Grundgesetz und dann fahren wir durch die Gegend und sprechen mit klugen Menschen über das Thema Demokratie und wie man die Menschen weiter für Demokratie begeistern kann beispielsweise. Das ist ein Format, was wir machen. Wir gehen aber auch raus.

Wir gehen in Kneipen, machen da Formate. Wir machen die klassischen Dinge auch weiter. Wir werden in diesem Jahr auch ein für unsere Verhältnisse sehr großes Format machen. Das ist ein Zukunftsfestival Grow Morrow, wo wir in drei Festivaltagen im August hoffentlich mehrere tausend Leute für unser Format begeistern werden. Okay.

Und die Events, also jetzt bei dem großen Event ist schon klar, das ist ja eigentlich so ein Format für sich. Und bei den kleineren Sachen, also wenn ihr zum Beispiel in eine Kneipe geht oder zu Menschen vor Ort, Dann werden daraus dann immer Video-Content-Pieces oder Artikel oder wie wird das weiterverwendet, wenn ihr dann vor Ort zum Beispiel mit den Menschen ins Gespräch kommt? Wir wollen immer eine Mehrfachverwertung haben. Es muss aber nicht immer ein Video dabei rauskommen. Wir werden Formate anbieten, die so exklusiv sind, dass wir kein Video machen.

Wenn wir zum Beispiel ganz hochrangige Speaker haben, dann nehmen wir auch Eintritt für so eine Veranstaltung und dann ist die Exklusivität dadurch gewährleistet, dass es eben kein Video gibt. Die Inhalte und die Möglichkeit, mit interessanten Menschen ins Gespräch zu kommen, haben dann eben nur diejenigen, die an der Veranstaltung teilnehmen. Ah, okay, verstanden. Bei der Vorbereitung auf dem Podcast habe ich ein Zitat von dir gefunden. Da hast du gesagt, wir sind davon überzeugt, dass die Zukunft des Journalismus digital ist.

Gerade deshalb müssen und werden wir unsere wichtige Arbeit transparent und erlebbar machen. Das geht am besten inmitten von Menschen, für die wir Journalismus machen. Warum ist das so? Journalismus hat ein immer größer werdendes Glaubwürdigkeitsproblem. Das war schon vor Corona so, das hat sich in der Corona-Krise leider verfestigt.

Und das liegt unter anderem daran, dass viele Menschen gar nicht verstehen, wie Journalismus funktioniert. Ähm Wir können es den Menschen am besten erklären, indem wir sie teilhaben lassen, an unserer Art Journalismus zu machen. Und wenn ich einen Politiker oder eine Unternehmerin interviewe und das im Publikum mache, also vor Publikum mache, mit dem Publikum mache, dann sehen die, wie wir arbeiten und was wir tun. Diese Transparenz ist für mich ein wichtiger Schritt, um Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen. Ja, okay, verstanden.

Gerade jetzt ist ja eigentlich auch wieder so eine kleine, ich würde immer sagen, auch aus vergangenen Folgen, ist ja fast so eine Renaissance der Bedeutung von Journalismus, einfach dadurch, dass wir konfrontierter mehr denn je sind mit Fake News etc. Und auch da ist ja gerade genau der Punkt, den du ansprichst, also wieder Glaubwürdigkeit zu bringen und die Menschen teilhaben zu lassen, ja wichtiger denn je. Genau, Journalismus hat nie an Bedeutung verloren, war immer wichtig. Ich will auch gar nicht sagen, dass er 2024 oder 2027 wichtiger ist, als er vor zehn Jahren war. Aber man besinnt sich jetzt, auch wir Journalisten besinnen uns jetzt wieder drauf, unsere Arbeit handwerklich gut zu machen.

Und wir besinnen uns drauf, dass wir werben müssen. Das haben wir im Digitalen irgendwann gelernt. gute SEO zu machen, gute Überschriften zu texten und so weiter. Aber wir müssen auch grundsätzlich für unsere Arbeit werben. Das war offenbar über lange Zeit nicht nötig.

Deswegen haben wir das nicht vermocht und nicht getan. Okay, verstanden. Jetzt haben wir so ein bisschen eingegrenzt, glaube ich, schon, was eigentlich Live-Journalismus ist und was wir damit meinen und auch, warum es wichtig ist. Lass uns so ein bisschen an die Anfänge gehen. Du hast ja deine Karriere bei der Hessischen Allgemeinen begonnen.

Dann warst du in verschiedenen Positionen und Medienunternehmen tätig, unter anderem als Journalist. Chief Digital Editor mit dem Schwerpunkt Digitalentwicklung bei der Allgäuer Zeitung. Wo waren da... Das war ich nicht. Ich war Chefredakteur bei der Allgäuer Zeitung.

Chefredakteur bei der Allgäuer Zeitung, genau. Wo waren da auf dem Weg deine ersten Berührungspunkte mit Events und Live-Journalismus und was hat dich dann während der Zeit da neben den anderen journalistischen Tätigkeiten eigentlich gerade an diesem Format so begeistert? Du hast ja eben schon ein bisschen angerissen, aber wo kam das auf in deiner Berufsaufbahn? Jetzt erzählt Opa vom Krieg. Die erste Veranstaltung, die ich moderieren musste, das ist fast 20 Jahre her, das war eine Diskussion in einem Einkaufszentrum in Kassel.

Da ging es um die Frage, ob die Straßenbahn in Kassel weiter durch die Fußgängerzone fahren soll oder nicht. Ein sehr emotionales Thema in der Stadt. Und der Chefredakteur der HNA hat mich genötigt, diese Podiumsdiskussion zu machen und hat gesagt, ich mache sowas schon seit vielen Jahren. Ich mache das mit dir gemeinsam. Das war für mich tatsächlich das erste Mal.

Ich hatte sowas nie getan. Ich hatte offengestanden ein bisschen Schiss davor. Und der Kollege Chefredakteur meldete sich so nur so zwei Stunden vor der Veranstaltung krank und hat gesagt, tut mir leid, ich kann nicht, du bist jetzt alleine. Ich habe mich durch den Abend gequält, es war fürchterlich. Und dann habe ich gedacht, eigentlich ist das Format cool, weil die Leute so emotional reagiert haben, weil sie dabei waren und weil so viele Menschen...

dort waren und mir gesagt haben, warum dieses Thema sie so sehr berührt und warum das wichtig für sie ist. Für mich war das, trotz dieses krassen Misserfolges, den ich persönlich hatte, war das so eine Initialzündung. Ich habe auch die nächsten zehn Veranstaltungen nicht gerne gemacht, habe aber erkannt, dass ich sie machen muss. Nicht alles, was man macht, muss ja auch Spaß machen. Zumindest dann, wenn es wichtig ist.

Und irgendwann habe ich Gefallen daran gefunden. Und so ist es gekommen, dass ich mich jetzt hauptsächlich darum kümmere. Okay, also mit der Zeit wird man gut da drin. Und wenn man gut in etwas ist, dann macht es einem natürlich noch mal mehr Spaß. Ich will nicht behaupten, dass ich gut bin, aber es macht mir zumindest Spaß.

Okay, okay. Wie hat sich die redaktionelle Arbeit in diesem Bereich über die letzten Jahrzehnte geändert? Du hast ja vorhin schon gesagt, dass man das vor Jahren ja auch schon gemacht hat, aber gibt es trotzdem Dinge, die sich geändert haben bei der Durchsetzung von solchen Formaten? Ich kann jetzt nur für die Verlage sprechen, in denen ich gearbeitet habe, beziehungsweise arbeite. Ich sehe durchaus eine Professionalisierung.

Wir gestalten die Räume, in denen wir dann arbeiten, besser. Die Technik ist besser als vor zehn Jahren. Das ist grundsätzlich besser. Natürlich aber, wir gehen diese Entwicklung mit, sind bei den Formaten, die wir machen, sind mehr Unterhaltungselemente drin als zum Beispiel vor zehn Jahren, sodass die Leute da auch gerne 90 oder 120 Minuten einer Diskussion folgen beziehungsweise sich selbst einbringen. Ja, da sehe ich schon eine Veränderung und vor allen Dingen eine Professionalisierung.

Okay, und wahrscheinlich auch gerade bei der Weiterverarbeitung dann von solchen Formaten. Ganz genau. Das ist ja auch stark genug. Genau, früher hattest du einen Kanal, das war Print oder E-Paper, was ja eigentlich nichts anderes ist und mittlerweile wird dann für jede Plattform das richtige Videoformat gewählt. Ja, okay.

Und ein krasser Einschnitt in den letzten Jahren war ja wahrscheinlich die Corona-Pandemie, weil man einfach wahrscheinlich vor Ort Formate so gar nicht mehr durchführen konnte. Wie hat sich das seitdem geändert und welchen Einfluss siehst du da? Zu Corona-Pandemie habe ich noch nicht den jetzigen Job gemacht und habe damals einfach noch ein relativ großes Team geleitet im Allgäu. Wir haben ganz normal Zeitung gemacht. Das war eine extrem spannende Phase.

Ja, an Live-Formate haben wir nicht gedacht. Wir haben schon auch Hybrid-Formate gemacht, also offene Formate. Das ist ehrlich gesagt nicht so mein Ding. Ich mag es viel lieber, wenn Menschen im Raum sind. Ich brauche zumindest ein paar um mich herum, um zu sehen, wie sie auf mich reagieren oder auf die Veranstaltung reagieren.

Ich muss eine Atmosphäre im Raum spüren. Deswegen bin ich heilfroh, dass dieser Pandemie-Quatsch vorbei ist und dass wir uns wieder treffen können. Und in meiner Wahrnehmung geht es vielen Menschen so, dass sie wieder gerne zu Veranstaltungen kommen, sofern ihnen da auch was geboten wird. Ja, ich beobachte viel, dass seitdem zwar die Veranstaltungen wieder Zulauf bekommen und voll sind, aber dass jetzt bei fast allen Veranstaltungen halt eben beispielsweise auch ein Livestream nebenbei angeboten wird oder dass man das sozusagen auch da noch einer anderen Zielgruppe wieder zugänglich macht. Ist sowas bei euch auch vorhanden?

Ja, sowas machen wir auch bei bestimmten Veranstaltungen. Wir schauen aber immer genau drauf, was ist die Zielgruppe, wen wollen wir erreichen mit einer Veranstaltung, welches Ziel wollen wir erreichen mit einer Veranstaltung und wie kriegen wir die bestmögliche Wertschöpfung hin auf unterschiedlichen Kanälen. deswegen sagen wir nicht es gibt zu jeder veranstaltung auf jeden fall ein live stream also es kann auch wenn wir dann auch gar nicht immer betreiben das machen wir da wo es sich lohnt ja verständlich okay okay du hast ja eben schon ein bisschen angerissen bei der eiger zeitung während corona zeit noch was anderes gemacht als heute seit januar 20 24 beschäftigt beschäftigst du dich ja als Leiter Live-Journalismus und Events, jetzt Vollzeit mit dem Thema bei der Nordwest-Mediengruppe. Was sind da deine Aufgaben und Schwerpunkte? Also klar, es geht um den Bereich, aber wie sieht so dein Alltag aus?

Was sind so die Herausforderungen, mit denen du konfrontiert bist? Wie sieht mein Alltag aus? Wir sind jetzt in einem Team dabei, dieses große Event Grimoro für August zu planen. Erzählt kurz, worum es geht. Wir haben uns die Frage gestellt, was muss die Region hier im Nordwesten Deutschlands heute und morgen tun, um übermorgen noch erfolgreich sein zu können.

Mit übermorgen meinen wir so den Zeitraum 10 bis 15 Jahre. Da liegen gigantische technologische Umbrüche vor uns. Und wir wollen einfach Menschen dafür interessieren, sensibilisieren. Umbrüche nicht nur bei Energieerzeugung oder Mobilität, sondern für uns ganz wichtig auch beim Thema Ernährung. Wir werden in diesem Zeitraum sehr viele alternative Proteine in Supermärkten finden.

Also kommen Lebensmittel, die heute aus dem Stall kommen, künftig aus einem Bioreaktor und das macht was mit einer extrem landwirtschaftlich geprägten Region wie der unseren hier. So etwas will vorbereitet sein. Wir wollen Festivaltage machen auf einem hohen fachlichen Niveau, aber auch natürlich Menschen dafür interessieren. Das werden wir auch redaktionell schon ab April begleiten. Das sind nicht nur diese Festivaltage im August und das alles zu Konzept.

Konzeptieren. Heißt das konzeptieren? Ich glaube, konzeptionalisieren, oder? Ja, genau. Also das zu planen.

Ja. Oder ist eine meiner Aufgaben. Daneben gibt es noch eine ganze Reihe kleinerer Formate, die einige der journalistischen habe ich eben schon mal kurz genannt. Wir machen aber auch etwas sehr, sehr serviceorientiertes. Wir haben Im vergangenen Jahr schon angefangen, KI-Experience-Days zu machen und Data-Experience-Days zu machen.

So haben wir uns ja auch damals kennengelernt und das werden wir in diesem Jahr fortsetzen. Auch das gehört zu meinen Aufgaben. Das ist jetzt nicht der klassische Journalismus, den ich mal gelernt habe, aber es ist eine Weiterentwicklung, weil es auch eher ein Format ist, wo man Menschen sehr serviceorientiert informiert. Okay, verstanden. Und was sind so Zielgruppen, die ihr versucht mit dem Format anzusprechen?

Sind es eher Bestandskunden, die irgendwie schon ein Abo haben bei der Nordwest-Zeitung oder Mediengruppe oder sind es eher neue Leute, die ihr versucht dafür zu begeistern oder ist es egal und es sind einfach Menschen aus der Region? Auch abhängig vom Format jeweils, wir haben unterschiedliche Zielgruppen. Bei dem letzten, was ich gesagt habe, KI Experience, da geht es um kleinere und mittlere Unternehmen in der Region und um Verantwortliche eben aus diesen Firmen, die bislang wenig verantwortlich waren. mit KI gearbeitet haben und denen wollen wir einfach Tools zeigen, wie sie ihren beruflichen Alltag effizienter gestalten können. Bei dem Zukunftsfestival wollen wir Menschen ansprechen, die sich für diese Region interessieren und erkannt haben, dass sie was tun müssen.

ähm um die Region weiterzuentwickeln, weil der Wandel sowieso kommt. Sie profitieren nur, wenn sie ihn mitgestalten. Und bei den klassisch-journalistischen Live-Formaten sprechen wir sowohl unsere Bestandskunden an als auch neue Kunden. Und für alles gilt... Auch auf der B2B-Seite sprechen wir Bestandskunden an, wenn es um die Vermarktung geht und auch neue Kunden, weil wir sehen, dass man durchaus neue Kunden gewinnen kann, wenn man mit neuen Formaten auf sie zugeht.

Ja, okay. Ja, verstanden. Und ich habe das ja vorhin schon so ein bisschen angerissen und du hast ja schon gesagt, warum dieses Format so wichtig ist. Bei der Vorbereitung habe ich mir gedacht, es ist ja irgendwie kontraintuitiv in Zeiten von Digitalisierung auf analoge Events zu setzen. Jetzt hast du ja schon so ein bisschen vorhin angerissen, warum...

diese Events wichtig sind, aber was verbirgt sich da noch dahinter? Welches Ziel verfolgt ihr? Also ist es wirklich nur das Ziel, oder nur das Ziel, das klingt jetzt klein, aber es ist vor allem das Ziel, Journalismus einfach die Glaubwürdigkeit zurückzugeben oder steckt da noch mehr dahinter in Bezug auf zum Beispiel Lesergewinnung oder die Beziehung zwischen den Leserenden zu stärken? Wenn wir das Ziel erreichen, dass wir oder das Journalismus insgesamt wieder glaubwürdiger wird, dann unterschreibe ich sofort und dann ist das das Beste, was wir haben schaffen können und was wir anstreben. Ich würde aber ein bisschen darüber hinausgehen.

Ich glaube, dass Journalismus... Leserinnen und Leser sehr interaktiv ansprechen muss, multimedial und vielfältig. Und da reicht es einfach nicht mehr, auf die digitalen Kanäle zu verweisen, obwohl wir natürlich auch wir hier wissen, dass das Mediennutzungsverhalten sich genau dahin geändert hat und wahrscheinlich auch stärker verändern wird. Aber wenn wir Menschen erreichen wollen, dann müssen wir sie vermitteln. einbinden oder noch präziser, wenn wir Menschen binden wollen, dann müssen wir sie auch einbinden.

Und wir müssen das auf verschiedenen Wegen tun und aus unserer Sicht ist eben Live-Journalismus einer dieser Wege dazu. Okay. Und gibt es da bestimmte Formate, wo du sagen würdest, das ist besonders spannend? Also sind es eher die Groß-Events oder die kleinen oder ist es wirklich die Mischung, die es ausmacht und die relevant ist auch? Für mich ist es die Mischung, wie bei einer guten Informationssendung im Fernsehen oder wie bei einer guten Zeitung.

Bleiben wir ruhig bei dem Beispiel. Das ist die Mischung aus Dingen, die ich schon kenne. also wo ich das Thema schon kenne und etwas über eine neue Entwicklung erfahre und vollkommen neuen Dingen, von denen ich gar nicht wusste, dass ich mich dafür interessiere, aber trotzdem in den Text reinlese, weil mich irgendwas dazu gereizt hat. Und dann ist es auch die Mischung aus kleinen Texten, kurzen Texten und langen Texten, die das Ganze interessant macht. Nur Meldungen liest keiner, Hört auch keiner zu.

Wenn du einen Nachrichtensender im Fernsehen, im Radio eingestellt hast oder sowas, oder auch wenn du einen Podcast hörst, dann ist es, das was spannend macht, ist die Mischung aus kurzen Antworten und langen Antworten. Und genau das wollen wir mit den Formaten auch bieten. Da wird es kleine Dinge geben in einem tollen Rahmen, so Kaminabend oder so etwas. was ganz Kuscheliges, was ganz Exklusives und Schönes. Und ich finde es aber auch geil, vor einer Halle mit 1500 Leuten zu sitzen und diese gespannte Stimmung zu hören, 30 Sekunden bevor es losgeht und die Leute schön leise werden.

Ja. All das macht mich aus. Ja, das glaube ich. Und wahrscheinlich ist es auch super spannend, weil es ein ganz anderer Feedback-Kanal auch für euch ist als... die klassischen Formate eigentlich oder man ist ja face-to-face dann mit dem Leser oder mit dem Kunden auch und da erfährt man wahrscheinlich auch ganz andere Sachen, als man erfahren würde, wenn man einfach so eine Umfrage zum Beispiel versucht, sich Feedback einzuholen.

Na klar, ganz genau. Wir sprechen im Anschluss auch direkt mit den Leuten und wir... Wir entwickeln neue Formate dann auch auf Basis solcher Gespräche, einfach um die Wünsche der Leute zu befriedigen. Okay, ja. Und wie ist es so, wenn du jetzt vielleicht einen Blick in die nächsten fünf Jahre werfen müsstest, du hast ja jetzt gerade erst in der Position eigentlich zu diesem Jahr angefangen, aber wenn du jetzt einen Idealweg zeichnen müsstest, wie sich das Ganze entwickeln sollte, wie würde das dann aussehen?

Boah, das ist eine gute Frage. Ein bisschen unvorbereitete Frage, aber ich glaube, es ist einfach super spannend, das zu erfahren, so ein bisschen, wie du darauf blickst. Also ich möchte am liebsten jede Woche irgendeine Veranstaltung machen, die richtig funzt und wo Leute Lust haben, hinzukommen. Ich möchte... Ja, dass es Wartelisten gibt, weil die Leute gerne zu unseren Formaten kommen und das hier in der ganzen Region machen.

Darauf habe ich Lust. Ich möchte, dass wir bei diesen Veranstaltungen richtig guten, relevanten Content produzieren, dass wir Themen produzieren, dass wir Themen entdecken und dass wir Menschen entdecken, die wir ohne diese Formate nicht entdeckt werden und dass all unsere anderen Kanäle dadurch noch relevanter werden. Ja, so ein bisschen, finde ich super spannend, weil es ist so ein bisschen, mich erinnert das Ganze so ein bisschen an diese TEDx Talks, was ja auch immer so ein Event ist und das ist ja auch zu so einer Marke geworden, die dann über multimediale Kanäle immer relevanter wurde und auch so eine Regelmäßigkeit drin war. Und das auf einer regionalen Ebene, finde ich super spannend. Ja, also wenn wir das schaffen, dann ist alles gut und dann noch die Glaubwürdigkeit wiederhergestellt.

Ich bin zufrieden. Ja, das glaube ich. Drücke ich auf jeden Fall die Daumen. Wonach sucht ihr aktuell bei der NWZ oder du, um vielleicht auch wirklich dann eigentlich da hinzukommen und wie kann man euch helfen? Wie kann man sich bei dir melden, bei euch melden?

Also, wie kann man sich melden? Man findet mich auf LinkedIn und auf Facebook und natürlich findet man NWZ online auch überall mit den entsprechenden Kanälen. Und ja, darüber findet man auch mich. Was suchen wir? Wir suchen jemanden für die Wirtschaftsredaktion jetzt, aber wenn Leute zuhören, die genauso...

bescheuert sind wie ich und Lust haben, so etwas mitzumachen, dann sollen sie sich melden. Wer Bock hat auf Live-Journalismus, ist bei uns richtig. Wir bauen hier ein tolles Team auf und wir machen coole Sachen. Und da ist mir vollkommen egal, ob jemand bislang Marketing gemacht hat oder eine Sprecherausbildung oder gute Redakteurin ist, meldet euch einfach. Ja, Motivation muss stimmen und dann kann es losgehen.

Ganz genau, man muss Spaß daran haben. Ja, cool. Und Bock haben, was Verrücktes auf die Beine zu stellen. Ja, sehr cool. Ich glaube, vielleicht wagen wir noch so einen kleinen Ausblick in die Zukunft der Medienbranche.

Ich habe ja jetzt schon so deine Perspektive darauf gesehen, sehr, sehr spannend. Wenn du jetzt so in die Zukunft gucken müsstest, fünf bis zehn Jahre vielleicht auch ein bisschen losgelöst jetzt von nur Live-Journalismus und Events als Thema, was wäre so dein Wunsch oder vielleicht auch deine Hoffnung für die Medienbranche insgesamt, also vor allem jetzt auch mit Blick auf Regionalverlage? Meine Hoffnung ist, dass wir es als Gesellschaft gemeinsam geschafft haben, Medienkompetenz zu erhöhen und darüber Menschen erkennen, welch elementarer Baustein für eine funktionierende Demokratie die freie Meinungsäußerung und die freie Presse sind, egal auf welchem Weg beides transportiert wird. Das ist mein größter Wunsch. Ja, ich glaube, das ist ein schönes Schlusswort.

Vielen, vielen Dank für deine Perspektive und deine Zeit, Uli. Hat mir sehr viel Spaß gemacht. Bis zum nächsten Mal dann vielleicht. Bis bald. Genau, danke dir.

Viele Grüße nach Kiel und bis bald. Ciao.

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