Abonnenten Retention und Churn Prevention
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In dieser Folge spreche ich mit dem ehemaligen Product Manager für Paid Content bei ZEIT ONLINE und Chief of Staff von RTL+, Philipp Rapp, darüber, wie man effektive Retentions- und Wachstumsstrategien umsetzt und welche Rolle Daten und Metriken dabei spielen.
Erwähnt in der Folge
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Das, was ich auch immer wieder erlebt habe, ist so dieses klassische Denken von so Win-Back-Aktionen eigentlich. Also jemand hat eigentlich gedanklich schon gekündigt und dann versuchst du irgendwie die Leute durch etwas zurückzuholen und verramscht im Zweifel sogar dein Produkt. Moin aus Kiel zur neuen Folge von Ressort21, dem Podcast über Innovation und Digitalisierung in der Verlags- und Medienwelt. Ich bin Tim Großmann und spreche heute mit Philipp Rapp, dem Ex-Product Manager für Paid Content von Zeit Online und aktuellem Chief of Staff von RTL Plus. Wir sprechen über effektive Retention- und Wachstumsstrategien, welche Rolle Daten und Metriken in diesem Prozess haben und über den oftmals falsch gesetzten Fokus im Abonnentenverlauf.
Genug erzählt, viel Spaß bei der Folge. Moin Philipp, wie geht's dir? Moin Tim, wie geht's gut? Wie geht's dir? Auch gut.
War ein bisschen krank die letzte Zeit, jetzt wird's besser. Wetter in Kiel ist dementsprechend auch nicht so das Beste für die Gesundheit, aber wir sehen Licht am Horizont. Okay, ja dann weiterhin noch gute Besserung, dass du bald komplett fit bist dann. Danke dafür auf jeden Fall. Genau, warst du denn schon mal zuvor in dem Podcast als Gast?
Ja. Nee, bisher dachte ich eigentlich immer, es gibt genug andere kluge Leute, die schon im Podcast unterwegs sind. Und ich glaube, das Thema, was wir heute auch besprechen werden, da gibt es schon sehr, sehr viele kluge Menschen, die dazu was gesagt haben. Aber als wir dann so in den Vorgesprächen waren oder als ich dich auch kennengelernt habe, fand ich es total spannend, mit dir sich auszutauschen. Von daher ist es, glaube ich, okay, wenn dann nebenher ein bisschen aufgezeichnet wird jetzt mal und dann ist es halt danach auch verfügbar.
Aber genau, ich war bisher noch in keinem Podcast und freue mich aber. Sehr cool. Ja, das Interessante ist tatsächlich, dass Philipp mir über einen Kollegen von mir zugespielt wurde, der meinte, connecte dich auf jeden Fall mit ihm. Der hat richtig, richtig was drauf im Bereich, ja, Abonnementmanagement bzw. Subscription, Paid Content und dem Ganzen.
Von dem her bin ich super gespannt, was bei Zeit Online da in deiner damaligen Zeit passiert ist. Inzwischen bist du ja bei einem anderen Unternehmen tätig, aber wir springen nochmal ein Stück an den Anfang. Wie hat es sich in die Medienbranche verschlagen? Das kann man bei dir ja sehr schön so breit gefasst sagen. Wie entstand da das Interesse daran und was war so deine Pipeline, dein CV?
Ja, es ist eigentlich ganz witzig, weil es gibt so einen Ursprung und eine ganz witzige Anekdote, wie das damals angefangen hat. Ich war im Abi und bin da noch BMX gefahren, also diese kleinen Fahrräder, wo man da so Sprünge macht und Co. Das passt sehr gut. Und dann wurden ein Kumpel und ich gefragt... ob wir nicht mal im Hintergrund bei einer Samstagabendshow im Hintergrund BMX fahren wollen, weil das war so eine Live-Show und dann wurde da gesungen und dann sollte im Hintergrund was passieren.
Und dann dachten wir so, ja, okay, warum nicht? Ist irgendwie witzig so. Wir haben gerade Zeit neben dem Abi. Und genau, dann waren wir da und das fand ich total spannend, weil das natürlich, wenn du im Abi bist, so du bist in der Schule und dann kommst du auch immer in so eine Medienproduktion, das ist total spannend. beeindruckend, so shiny floor und so viele Leute und dann geht's live und so und dann dachte ich, okay, krass, das hatte ich gar nicht auf dem Schirm, so die Medienbranche.
Vielleicht sollte ich da mal in die Richtung gehen und dann habe ich mich da auch auf Praktika beworben, war dann im Praktikum in einer Produktionsfirma und bin dann ins Medienmanagementstudium und dann bin ich da so durchgelaufen und muss aber sagen, dass ich immer wieder so eine Hassliebe auch oder ambivalentes Verhältnis hatte zu der ganzen Medienwelt in Deutschland. Vor allem, wie ich es so kennengelernt habe, weil, also im Studium habe ich es sehr geliebt. Da war ich dann auch bei einem TV-Sender nochmal und habe nebenher auch im Produktionsfilm gearbeitet. Also sehr stark bewegt, Bildfokus quasi damals. Und dann kam aber so diese Zeit von Netflix auf und Co., wo dann auf einmal so Disruptoren in den Markt kamen.
Ich kann mich erinnern, dass damals dann alle so meinten, okay, schauen wir, was das wird. Aber wir sind immer noch die Nummer eins. Wir müssen uns da jetzt keine Sorgen machen und sowas. Und das stimmt ja auch. Also ich meine, die Fernsehsender und Co., das ist das Gleiche wie in der Verlagsbranche, sind immer noch starke Player.
Aber was mich dann so ein bisschen nervös gemacht hat, wo ich dachte so, Okay, irgendwie merken die nicht, dass da was Neues passiert und dass da irgendwie sich was verändern könnte. Und da habe ich dann so ein ambivalentes Failure entwickelt, wo ich so dachte, okay, ich will jetzt nochmal ein bisschen mehr so in diese Tech-Startup-Welt reingehen und habe dann auch nochmal so einen Ausflug gemacht, bin dann mehr so in Startups reingegangen, war in so einer Digitalberatung und Co. und habe dann so ein bisschen wieder den Fokus geswitcht. und da ein bisschen Erfahrung gesammelt. Und dann bin ich nachher wieder, sprechen wir gleich wahrscheinlich noch drüber, dann wieder so ein bisschen mehr in die Medienbranche reingerutscht.
Durch Zufälle eigentlich eher. Ist immer verrückt zu sehen. Also ich habe auch einige Freunde, die tatsächlich auch mal so einen Abstecher gemacht haben in so eine Beratung. Das muss man ja gefühlt mitnehmen, einmal in seinem Leben mal irgendwo in der Beratung zu sein, sei es jetzt einer von den Großen oder halt auch einfach eine, spezifische Nischenberatung, aber irgendwie ist das immer ein Teil vom beruflichen Leben. Aber interessant, dann hast du, wie kam der Switch dann zur Zeit, also zur Zeit online?
Das ist ja nochmal ganz anders als jetzt zum Beispiel ProSieben, was wir auch in einem CV als zum Beispiel Praktikum in dem Fall hattest. Das ist ja, Bewegtbild hast du gesagt, aber der Sprung zu, ich nenne es jetzt mal eine Zeitung, also eine Online-Zeitung, Online-Berichterstattung, ist das schon ein großer dann in dem Fall, ne? Ja. Ja, also für mich war der Schritt auf jeden Fall groß, das auf jeden Fall. Also bei mir war es dann so, als ich aus dem Bachelor damals noch rausgegangen bin, so zwischen Bachelor und Master, habe ich dann so gemerkt, okay, ich will dann so mehr in dieser ganzen Startup-Szene unterwegs und habe auch die ganzen digitalen Geschäftsmodelle mehr kennengelernt.
Da habe ich mir dann nochmal so Programmieren beigebracht und wollte dann auch tiefer ins Produkt reingehen und dann Verständnis aufbauen und, Bin dann aber nochmal in eine andere Beratung reingegangen und dann habe ich so gemerkt, okay, Beratung ist total spannend und das, was du ja gerade auch schon gesagt hast, so viele durchlaufen dieses ganze Beratungsthema und das ist auch eine total lehrreiche Zeit, glaube ich, weil du relativ schnell Kontexte verstehen musst, du musst relativ schnell in Probleme reinkommen und dann irgendwie Lösungen entwickeln. Und wir waren auch sehr viel mit der Umsetzung dann beschäftigt. Das ist ja immer so, wir machen nicht alle Beratung. Und dann habe ich aber irgendwann gemerkt, auch mit der Vorgeschichte, so mit dem Programmieren und Co., mir fehlt so ein bisschen das Produkt, wo ich dran arbeite, wo ich auch längerfristige Effekte sehe und Co., Und dann dachte ich, okay, dann gehe ich jetzt irgendwo ins Produktmanagement, weil ich finde immer noch, Produktmanagement ist so einer der spannendsten Jobs, die man überhaupt machen kann, weil man da super viele Sachen verbindet, sich auf den User konzentriert, auf das Business konzentriert, irgendwie ein schönes Produkt bauen will. Und das bringt so ganz viel zusammen und dann wollte ich unbedingt ins Produktmanagement.
Und das war jetzt gar nicht daran orientiert, dass ich gesagt habe, okay, ich will irgendwie ein Medienunternehmen. Ja. die auf mich immer so ein bisschen träge wirkten, auch weil das Medium ja ein relativ altes ist. Es gibt schon relativ lange so die gedruckte Zeitung in dem Sinne. Und klar, das Geschäftsmodell, das digitale Geschäftsmodell wurde dann noch draufgesetzt und ist jetzt nicht so alt.
Aber deshalb hatte ich so ein bisschen Vorbehalte, aber dachte, okay... wenn ich diese Vorbehalte habe und glaube, es könnte alles irgendwie besser sein, dann soll ich mir das jetzt mal anschauen und mal gucken, ob ich wirklich was besser machen kann. Und so kam das dann, dass ich mich bei der Z beworben habe und dass das dann auch gut funktioniert hat. Und ich muss sagen, so retrospektiv auch, obwohl ich immer dieses ambivalente Verhältnis zu der ganzen Medienbranche hatte und irgendwie auch ein bisschen zur Verlagsbranche, muss ich sagen, dass ich total überrascht war, wie cool das war und wie spannend diese Zeit war und wie sehr die mich geprägt hat. Und ich habe total viel dazu gelernt.
Und ich glaube auch, dass Zeit online und die Zeit, wenn man sich so den deutschen Markt anschaut und fast sogar europäischen und internationalen Markt anschaut, sind die super weit. Also das ist schon ein sehr, sehr hohes Niveau, auf dem da gearbeitet wird. Und Von daher, genau, kam es dann durch Zufall und es war eine super spannende Zeit. Ja, hattest du davor schon, die spannende Zeit bei der Zeit, hattest du davor schon irgendwelche, also in der Beratung in dem Fall, hattest du da schon irgendwelche Kontaktpunkte mit diesem ganzen Subscriber-Thema oder Digital, also Analyse von Daten? Du hattest ja gesagt, du hast ja selber Programmieren beigebracht.
Das ist wahrscheinlich dann so ein Data-Science-Thema auch schon irgendwie ganz interessant, weil wenn sich da dann die Bereiche schlagen hat, ist wahrscheinlich das ja der Fokus auch ein bisschen gewesen, oder? Ja. In den Beratungen gar nicht so sehr, aber ich war schon immer sehr dateninteressiert oder habe auch im Studium sehr viel mit Datenanalysen und Co. zu tun gehabt. Also in meinem Bachelorstudium vor allem haben wir damals noch super klassisch mit SPSS und so Regressionsanalysen gemacht und Co.
Und das war auch ein Grund, warum ich mir dann Programmieren beigebracht habe, auf der einen Seite, um Produkte umzusetzen, aber tatsächlich mit den initialen Gedanken, irgendwann mal dieses ganze Thema mit R und Python und sowas selber Datenanalysen zu machen. Und das dann so ein bisschen abgedriftet in Web Development mehr, weil ich dann die Sachen umsetzen wollte. Aber deshalb war da auf jeden Fall immer schon eine starke Datenaffinität da und auch mit Daten zu arbeiten. Und das war jetzt in der Beratung gar nicht so stark, die wir damals gemacht haben. Da ging es sehr viel so um Strukturierung, Organisationsberatung und sowas, die wir gemacht haben.
Aber ich hatte in der Beratung, während ich in der Beratung war, zum Beispiel ein Projekt, wo wir auch mit dem VDZ zusammengearbeitet haben. Und da haben wir auch mit vielen Leuten gearbeitet. ... aus Verlagen Jugendtalent zusammengearbeitet. Und das fand ich total spannend.
Ich glaube, ja, wahrscheinlich ist das irgendwie so...... beides so ein bisschen, was dann zusammengekommen ist. Und was so die Vorgeschichte war, auch...... die Wirkungspunkte mit den ganzen Verlagsthemen. Aber gerade in Bezug auf Product Management,......
dieses ganze Produktmanagement, was du ja gesagt hattest... Das ist auch bei mir tatsächlich so der Weg so ein bisschen gewesen. Also ich kam von der Entwicklung dann her und habe auch gemerkt, okay, Sachen zu programmieren ist cool oder zu bauen ist cool, aber im Endeffekt brauchst du dann nachher Leute, die das auch benutzen. Weil dann macht es erst richtig Spaß, wenn du das Feedback hast und wenn du quasi für die Leute, also für die Nutzer in dem Fall, Nutzerinnen, dann was bauen kannst, was die richtig cool finden, wo die dann sagen, hey, das und das möchte ich noch mit drin haben und dann diesen Switch zu machen von ich entwickle einfach was für mich oder des Entwicklens willen, hingehen zu gehen von denen, ich höre mal rein, was sie haben möchten und entwickle das für die, das ist ein riesen Switch, das ist so ein, da kann man direkt so Purpose, warum man das Ganze dann in dem Fall macht und das in der Arbeit dann mit aufzunehmen in so einer Produktmanagerrolle, ja, sehr, sehr cool. Genau, wir sprechen gleich nochmal ein bisschen über deine Zeit online-Sache.
Okay, okay, ja. Ja, erzähl. Ich wollte nur sagen noch, genau, also das sehe ich auch so, ich glaube die Kunst und die Kühligkeit da drin, dann am Ende nicht nur Sachen für einen selber zu bauen, so wie du das gerade beschrieben hast, das ist immer am schönsten oder das ist immer am einfachsten, würde ich einfach sagen. Du hast eine Idee, baust einfach was und es muss auch nicht irgendwie groß skalierbar sein oder sowas, es muss nicht vielen Leuten gefallen, es Ist irgendwie nett, macht irgendwie, kannst du mal ein Wochenendprojekt draus machen. Aber die Kür und die Kunst liegt dann wirklich da drin, auch Produkte zu bauen, die von Leuten genutzt werden.
Und die auch vielleicht nicht immer so dem eigenen ästhetischen Empfinden oder was auch immer entsprechen. Da kommen wir vielleicht nachher auch nochmal zu. So dieses pragmatische Denken, pragmatische Produktentwicklung und Produktmanagement auch auf den Effekt zu gucken. So was will ich eigentlich erreichen damit und dann gute Produkte zu bauen am Ende. Genau das, genau das.
Und wie du sagst, die müssen nicht so aussehen, wie ich das will, sondern die müssen so aussehen, wie sie nachher dann auch funktionieren. Und das ist super interessant, aber da kannst du ja gleich noch mehr zu erzählen. Wir machen noch einen kleinen Sprung kurz zu dem, was du jetzt aktuell machst. Du bist ja nämlich nicht mehr bei Zeit Online und du hast eine neue Stelle als Chief of Staff. Als ich das gelesen hatte, habe ich ganz kurz gedacht, oh okay, hat gewechselt in den HR-Bereich, Human Resources, aber… Erklär uns auf, was genau macht ein Chief of Staff bei, in dem Fall RTL Plus?
Ja, genau. Also im Prinzip ist es eine Stabsstelle. Also ich glaube, man könnte auch Executive Assistant sagen oder Referent der Geschäftsführung. Also es ist quasi eigentlich eine Stabsstelle, die sich im Management, die im Management aufgehangen ist. Und ich...
arbeite in dem Fall sehr eng zusammen oder unterstütze unseren Chief Streaming Officer bei RTL Plus. Henning, ein ganz toller Mensch und macht viel Spaß, mit ihm zusammenzuarbeiten und genau, das ist so ein bisschen die Rolle, quasi in sehr viele unterschiedliche Themenbereiche reinzugehen und im Prinzip ist es so, dass ich meinen Chef dabei unterstütze bei den ganzen Themen, die Mein Kalender ist von morgens bis abends gefüllt mit tausend Themen, irgendwie das zu ordnen und irgendwie vorzubereiten, Entscheidungsgrundlagen zu entwickeln und die Übersicht mitzubehalten und gleichzeitig aber auch eigene Themen voranzutreiben und das ist halt immer wichtig. Auf einem anderen Level als jetzt zum Beispiel bei Zeit Online, auch die Flughöhe, also vorher war ich deutlich operativer, jetzt bin ich halt viel mehr auf so strategischen, größeren Themen, da muss ich mich auch erstmal dran gewöhnen, da sind auch teilweise andere Zahlen, mit denen man so unterwegs ist und... was man da macht und dann ist es auch eine Rolle, die nicht direkt im Team integriert ist. Also mein Team ist eigentlich das Management-Team, aber die haben natürlich ihre eigenen Teams noch.
Das heißt, eigentlich meine engste Bezugsperson ist tatsächlich mein direkter Chef und ansonsten ist es eine Rolle, die sehr für sich arbeitet quasi und nicht mehr so stark eingebettet in einem Team ist. Ja, wir machen ja auch was mit Streaming und Videos. Von dem her fand ich das sehr, sehr cool, dass du da jetzt gerade in dem RTL Plus Streaming-Bereich bist und hast mir, als wir letztes Mal gesprochen haben, das ist ja nicht unser erstes Treffen, auch ein bisschen erzählt, welche eine Funktionalität unbedingt haben wollte, dieses Airplay-Sharing. Meintest ja dann auch, dass... dass das Ganze schon verfügbar ist tatsächlich.
Und das hat mich richtig gekickt. Also das habe ich dann gleich ausprobiert und hat funktioniert. Und dann dachte ich so, okay, das wäre wirklich ein Feature gewesen. Also wenn man sowas im Verlagswesen, im vielleicht Regionalsverlagswesen auch findet, wie diesen Airplay-Button bei Apple, dass man vom Handy direkt auf den Bildschirm streamen kann. Allein dieses Feature hatte ich dir ja auch schon da gesagt.
wäre mir 4,99 im Monat wert gewesen, da hätte alles andere nicht funktionieren können. Hätte ich das gehabt und nicht jedes Mal den Laptop einstecken müssen, wenn ich da irgendwas gucken will. Das ist so ein riesen Value-Driver für mich gewesen. Aber also sehr, sehr cool auf jeden Fall, genau. Genau, heute soll es aber vor allem um Zeit online gehen, deine Stelle dort und das Thema Retention, Churn und auch Subscriber-Distributoren.
Management beziehungsweise Growth in dem Fall. Du hast dich ja bei Zeit Online in deiner Produktmanagerrolle damals vor allem auch um das Thema gekümmert, auch was ihr bei Zeit Online oder wie ihr das Ganze bei Zeit Online verbessert, wie ihr das angeht. Also, wie habt ihr das gemacht? Also, was habt ihr so für Strategien gefahren? Wie kam das Thema auf?
Was waren so die größten Herausforderungen? Führen Sie das vielleicht so ein bisschen durch? Ja, total gerne. Also, wie gesagt, ich bin jetzt aktiv nicht mehr bei der Zeit oder bei Zeit Online tätig. Also, da gibt es jetzt andere sehr kluge Leute, die sich über die ganzen Sachen Gedanken machen.
und kann jetzt nur erzählen, genau was ich damals erlebt habe. Und was, glaube ich, generell für alle Subscription-Businesses immer total interessant ist, ist so der Punkt, wo du lange auf Wachs zugesetzt hast, um vorne quasi Inflow oder neue Abos zu generieren. Und irgendwann merkst du, dass dein Bestand immer größer wird. Und wenn dein Bestand groß ist und du einen gewissen Churn hast, dann merkst du, dass vorne die Leute, die reinkommen, hinten wieder rausfallen. Das heißt, du hast so eine natürliche Wachstumsgrenze erreicht.
Mein ehemaliger Chef Sascha Bossen hat auch einen wunderbaren Newsletter, Sub-Growth. Da hat er das einmal so ganz schön beschrieben eigentlich, kann ich sehr empfehlen. Und deshalb war damals im Produktmanagement dann der Gedanke, okay, wir müssen neben dem Inflo oder den neuen Abos, die wir abschließen, auch darauf schauen, wie halten wir eigentlich die Leute im Abo. Weil wenn unser Churn hochgeht, die Kündigungskurve hochgeht, Dann kriegen wir das irgendwann nicht mehr im Griff, dann können wir nicht mehr weiter wachsen. Und deshalb war so ein Fokuspunkt damals zu sagen, und darauf habe ich mich dann mehr und mehr fokussiert, mit einer Kollegin, mit einer ganz tollen Kollegin, Marielle, einer Data Scientistin, sich anzuschauen, okay, was sind denn Faktoren, die das bedingen und was können wir dagegen tun, um den Churn zu reduzieren.
Das war dann so der Hauptfokus. Das haben wir halt sehr, sehr datenbasiert gemacht damals, genau. Ja, was waren da so eure Kernmetriken, die ihr so erhoben habt? Also wahrscheinlich Churn, wahrscheinlich die Click-Through-Rate auf die Paywall oder halt auch dann auch die Aborate von der Paywall. Hattet ihr so intern irgendwie so einen Engagement-Score für eure Nutzer auch?
Also wie aktiv die Nutzer sind, ob kategorisierend in verschiedene Gruppen? Kannst du da ein bisschen noch was sagen oder ist das geheim? Nee, also nicht geheim, aber ich glaube so generell kann man sagen, genau, ich glaube am sinnvollsten ist immer sich den Churn anzuschauen, gerade wenn man schon länger ein Subscription-Modell aufgebaut hat. Ich glaube am Anfang, wenn du ganz neu ein Subscription-Geschäftsmodell aufbaust, ist erstmal Wachstum relevant. Erstmal Leute reinbekommen, du brauchst erstmal ein gutes Fundament auch, wo du verstehst, okay, wer subscribt eigentlich zu meinem Service und dann kannst du irgendwann, da ist natürlich so die ganzen Metriken, die du vorne im Acquisition hast, schnell relevant in der Conversion Rate und Co.
Und später dann hinten raus ist vor allem Churn total interessant. Und Churn, das kann man ja immer so unterteilen, in welchen User Journey Steps du dir das anschaust, was so diese ganze Early Engagement Phase, wo du ja vielleicht, wenn du eine Probephase hast, auch ein Trial Churn hast, also nach den ersten 30 Tagen, 7 Tagen oder was auch immer, was man da hat. Das ist ja häufig so, da ergibt es dann total Sinn natürlich, sich für diese Phase, weil auch das ist Churn, würde ich sagen, sich diesen Trial Churn anzuschauen und sonst hinten raus, in dem Zimmer oder in dem Zimmer Page Churn, dann quasi Leute, die schon länger drin sind, wie groß ist da eigentlich der Churn und das ist total sinnvoll und so die Tür, was zum Beispiel auch Spotify und Co. sich irgendwann mal auf die Fahne geschrieben haben, dass sie gesagt haben, okay, wir gucken jetzt nur noch Customer Lifetime Value an, weil wir messen alles am Customer Lifetime Value. Da können wir am besten dran entscheiden, wie wertvoll sind eigentlich Kunden und Kundinnen.
Das ist dann, würde ich sagen, so die Kür. Aber bis man zum CLV kommt, ist, glaube ich, das ist super komplex. Und allein die Berechnung, Vorhersage und Co., Es ist dann teilweise einfacher, glaube ich, auf den Churn zu gehen und das war auch so die zentrale Metrik, die wir uns da angeschaut haben. Und dann ist, glaube ich, relevant, was guckt man sich noch an Metriken an? Ist Engagement auf jeden Fall immer eine gute Metrik, um, also, Wo man sagen kann, okay, das hat eine gewisse Kausalität und Korrelation.
Das muss man sich aber immer ganz genau anschauen, weil meine Erfahrung oder das, was wir so oder was ich so beobachtet habe, ist es, dass es auch nicht immer so ist. Wir hatten auch Leute, die hatten relativ niedriges Engagement und oder es gab Kundengruppen, die haben niedriges Engagement gehabt, hatten aber trotzdem einen geringen Churn. Das heißt, du kannst es nicht immer automatisch verändern. sagen, dass es eine starke Korrelation hat, aber sonst auf jeden Fall Engagement-KPI sind total sinnvoll und ich glaube, da ist es immer total sinnvoll, sich auf eine gewisse Metrik zu fokussieren oder quasi die zusammenzurechnen, weil wenn du dir ganz viele unterschiedliche Engagement-Metriken anschaust, dann wird es irgendwann nur komplex und das kann man dann in der Time Spend ausdrücken, das kann man aber auch irgendwie deviceübergreifend irgendwie durch unterschiedliche Sachen gewichten und sagen, okay, ich will auch noch eine Frequenz irgendwie mit reinberechnen oder ich will was weiß ich, irgendwelche anderen Impressions mit reinnehmen oder irgendwelche Sachen, wo Features geklickt wurden oder sowas, die für mich eine besondere Bedeutung haben, weil jemand kommentiert hat oder sowas. Genau, da kann man sich so ein Metric anschauen, aber ich glaube, die Kernmetrik, die man sich immer anschauen sollte und die Relevanzchurn Okay.
Das ist ein interessanter Punkt. Ich war letztens auf einer Tagung, natürlich eine Verlagstagung sozusagen. Da ging es tatsächlich auch darum, dass einer der Titel, die dort anwesend waren, gerade ein bisschen daran arbeitet, so eine Churn Prediction im Endeffekt zu erzeugen. integrieren, würde ich fast sagen, in den ganzen Prozess. Einfach, dass sie schon vorab, bevor die Leute kündigen, sehen können, okay, die könnten wegen dem und dem Grund innerhalb der nächsten x Tage oder Wochen vielleicht kündigen.
Wir geben denen vielleicht mal einen Rabatt oder einen Bonus, einen Gutschein dazu oder ein kleines Gimmick, das eigentlich nicht alle kriegen, sondern nur diese einzelnen Personen. Hattet ihr so eine Art von KI oder irgendwelche Prediction Models da auch schon dahinter oder war das alles erstmal händisch noch? Nee, händisch war es auf keinen Fall. Ich glaube, damals war es jetzt, KI war auch schon ein Thema, aber ich glaube, jetzt nicht so präsent, wie es heute ist durch OpenAI und ChatGPT und Co., die LLMs. und Co., die da unterwegs sind.
Aber klar, wir haben auch so maschinelle Lernalgorithmen genutzt und so, also ich jetzt nicht, sondern das hat dann meine Kollegin gemacht und hat dann Modelle gerechnet, wo wir dann gesehen haben, okay, was korreliert eigentlich zu welchem Grad mit einem höheren Churn Score. Und ich glaube, das, was du gerade angesprochen hast, ist eigentlich ein ganz spannendes Thema, weil wo greift man eigentlich an, wenn man Shurn minimieren will? Und du kannst es halt reaktiv machen, wenn du davon ausgehst, okay, jemand shurnt bald und dann gehe ich quasi mit Angeboten rein und versuche quasi über Offers, das dann irgendwie zu lösen oder ich sage, okay, ich versuche eigentlich gewisse Kundengruppen schon vorab zu identifizieren und versuche da quasi bestimmte Metriken zu optimieren, zum Beispiel Engagement, weil ich weiß, die Korrelation ist groß und dann würde ich sagen, okay, ich habe hier eine Kundengruppe, die hat wo ich weiß, sie hat später einen höheren Churn. Ich muss vorne in der User Journey im Customer Lifetime Zyklus eigentlich schon erkennen oder auf die eingehen. Wie kriege ich die in mehr Engagement oder wie kriege ich die besser in eine bestimmte Nutzung rein, eine Routine oder was auch immer.
Das kann man dann ja analysieren, was man braucht, um die besser zu halten oder macht dann Tests. Und ich glaube, das ist total relevant, weil das, was ich auch immer wieder erlebt habe, ist so dieses klassische Denken von so Win-Back-Aktionen eigentlich. Also jemand hat eigentlich gedanklich schon gekündigt und dann versuchst du irgendwie die Leute durch etwas zurückzuholen und verramscht im Zweifel sogar dein Produkt, was halt irgendwie nicht gut ist. Also je nachdem, was du für einen Preispunkt hast. Aber dann irgendwie 50 Prozent nochmal oben drauf zu hauen, muss man sich dann auch fragen, ob man das machen will, weil irgendwann kann das halt auch zum gelernten Verhalten werden bei den Kunden und Kundinnen, dass die dann quasi immer darauf warten, dass sie irgendwie nochmal einen Rabatt bekommen und Co.
Und dann ist, glaube ich, sinnvoller, irgendwie inkrementelle Möglichkeiten zu finden, wie man bestimmte Kundengruppen besser bindet, längerfristig. Ja, das ist ja auch generell so ein Thema. Bei allem, was irgendwie Subscription ist, ist es besser, wenn man einmal das Abo kurz macht für einen Monat zum Beispiel, dann erstmal kündigt und dann kommen die nach zwei, drei Tagen um die Ecke und schicken dir eine E-Mail von wegen, hey, hol dir doch mal drei Monate zum Beispiel für 50% Rabatt. Also kann man dann auch ein bisschen ausnutzen sozusagen. Aber genau.
Das ist ein guter Punkt auf jeden Fall, dass man da auch gucken muss, okay, was ist das Produkt eigentlich wert? Führt das nachhaltig dazu, dass die Person zum normalen Preis dieses Produkt irgendwann wieder kauft oder ist es einfach, wie du sagst, einfach erstmal nur ein Verramschen, hauptsächlich kriegt irgendwie die Nutzerzahl oben gehalten und dass da Leute daraus droppen, die vielleicht für mich gar nicht mehr relevant sind, ne? Das ist ein guter Punkt. ein News-Produkt, dann habe ich wahrscheinlich auch viele Leute, die auf einer täglichen Basis kommen, habe ich ein magazinigeres Produkt, dann sind das Leute, die kommen in einem größeren Abstand immer wieder und diese Routinen zu erkennen und dann nicht nur darauf zu schauen, okay, wer geht denn raus, sondern auch auf die Nutzergruppe zu schauen, wer bleibt denn drin, was ist eigentlich deren Verhalten, kann ich andere Nutzungsgruppen, die ein höheres Churn-Verhalten haben, zu diesem Verhalten hin bewegen, dass ich sage, okay, Ich sehe Leute, die lesen morgens immer und die haben irgendwie eine gute Routine. Gibt es andere Leute oder andere Nutzergruppen, die denen ähnlich sind, wo ich eine ähnliche Routine irgendwie einbauen kann und dann darauf Test zu fahren und zu validieren, okay, hat das Einfluss auf Churn?
Churn ist immer schwierig zu messen, weil das immer so längerfristige, du musst immer längerfristige Zeiträume dir anschauen, weil außer du weißt, wann die Leute wahrscheinlich churn werden, aber dann eher auf Engagement KPIs zu gucken oder so oder die KPIs, die du optimieren willst, zu schauen. Ja, habt ihr auch bei Zeit Online so ein Personalisierungsding mit drin gehabt, dass die, ja fast schon die Leute, die dann irgendwie ein Abo hatten, dass sie spezifische Sachen angezeigt bekommen haben oder nicht angezeigt bekommen haben, einfach um das ganze Produkt interessanter für die zu machen? Also speziell für diese einzelnen Personen in dem Fall natürlich. Ich glaube, also dieses ganze Thema Personalisierung ist, glaube ich, in Journalismus echt ein schwieriges Thema. Da muss man sehr drauf schauen, wie nutzt man das eigentlich.
Und ich habe auch viele Nutzerinterviews geführt und mit Leuten gesprochen. die das ganze Thema sehr kritisch sehen, aus nachvollziehbaren Gründen. Ich glaube, gerade was man ja auch so merkt mit TikTok und wenn man jetzt die letzte Europawahl sich anschaut und so was, die Ergebnisse, dann sieht man auch, dass das auch zu gewissen Effekten führen kann, wenn man Inhalte so baut, dass man quasi irgendwie so Echokammern aufbaut und Co., und ich glaube, deshalb ist das im Journalismus immer ein sehr heikles Thema, man muss gucken, wo setzt man das ein und zu welcher Art, ich glaube, dann gibt es auch immer unterschiedliche Arten, wie stark man personalisiert, also du kannst so eine Vollpersonalisierung haben auf einer individuellen Ebene, so wie du es gerade gesagt hast, und dann gibt es, glaube ich, so Abstufungen bis hin halt zu kompletten redaktionellen Kovertierungen und so meine Erfahrung ist eigentlich, wenn du, Und es gibt, glaube ich, bestimmte Bereiche, da ist es einfach sinnvoll, da erwarten die Leute jetzt keine hundertprozentige Personalisierung. Das ist so eine Startseite und Co., weil es einfach gelernt ist, dass es auch teilweise von Redaktionen mit kuratiert wird. Und dann hast du, wo es, glaube ich, Sinn ergibt, ist abgeschlossene Bereiche, wo du es wirklich kennzeichnest und wo du sagst, okay, hier gibt es für dich bestimmte Empfehlungen für deine Vorlieben.
Und das kann ein Newsletter sein, das kann ein bestimmter Bereich in der App sein oder im Angebot. Und damit haben wir uns damals auch auseinandergesetzt. Aber wie gesagt, das ist ein relativ komplexes Thema und dann musst du natürlich auch die technische Möglichkeit haben, überhaupt das anzubieten. Und ich glaube, dass man da gerade im journalistischen Verlagsbereich noch relativ am Anfang ist, wenn man jetzt in die Unterhaltungsbranche oder ins Videostreaming-Geschäft schaut, dann ist das so state of the art. Das musst du haben.
Das wird ja auch erwartet. Das ist keine Frage, dass man das kritisiert oder sowas, sondern Leute wollen personalisierte Ergebnisse haben und Empfehlungen, dass wenn ich abends irgendwie was schaue, dass ich eine gute Empfehlung bekomme. Da ist dann wieder ein anderes Thema. Ja, da sind dann zu viele gute Empfehlungen, dass man gar nicht mehr weiß, was man gucken soll nachher. Das ist das bekannte Netflix-Problem.
Aber ja, das ist auch ein richtig spannender Punkt. Tatsächlich, meine Partnerin hat scheinbar, hat Netflix rausgefunden, so ein bisschen die Tendenz, Dinge anzuschauen, wo das Thumbnail eine Frau beinhaltet statt ein Mann. Also jedes Mal, wenn wir irgendwie was sehen, dann suche ich irgendwelche Shows oder irgendwelche Videos, Serien oder Filme und hab halt das Thumbnail schon im Kopf, das ich suche, bis ich dann merke, ah, das ist bei meiner Partnerin quasi komplett anders, weil da halt eine Frau im Vordergrund steht und nicht einfach der Hauptcharakter zum Beispiel manchmal. Also ganz, ganz witzig, wie intensiv das betrieben wird bei zum Beispiel Netflix. Also wahrscheinlich auch bei euch dann in dem Fall in die Richtung.
Ja. Genau. Und vielleicht ja noch eine witzige Anekdote. Da hatte ich mal, ich weiß gar nicht mehr, mit wem gesprochen, aber die haben Tests gefahren darauf, mal zu gucken, wie ist denn der Effekt, wenn man vorgibt, dass etwas personalisiert ist, aber es eigentlich kuratiert ist in dem Sinne. Das heißt, man mimt so ein bisschen, dass das besondere Sachen sind, die jetzt nur für die Person ausgewählt wurden.
Aber es ist eigentlich daran orientiert, was macht die weiße Klicks oder was hat einen höheren Timespan oder sowas. Und die haben die Erfahrung gemacht, und das ist natürlich jetzt so ein Test, den sie gemacht haben, aber dass das so einen Placebo-Effekt hatte, dass die Leute tatsächlich dann höheres Engagement hatten, anscheinend, im Vergleich zum AB-Test. weil sie das Gefühl hatten, sie haben eine persönliche Empfehlung. Das heißt, manchmal kann man es auch einfach mal so versuchen, irgendwie wie man es gehabt hat, wie man die Empfehlung gehabt hat. Man darf natürlich jetzt nicht irgendwie lügen und was Falsches vormachen, aber quasi so mehr für den User da zu sein und mehr das Gefühl zu geben, ich beschäftige mich mit dem, was du brauchst, kann auch manchmal ein interessanter Test sein und sowas.
Ja, spannend. Also spannend. Placebo ist ja eh so ein interessantes Thema. Aber vielleicht probiert der eine oder andere jetzt einfach mal ein Newsletter rauszuschicken oder eine neue Zeitungsausgabe oder eine digitale Ausgabe. Dann okay, ab heute personalisiert und dann sind alle Leute richtig hyped direkt.
Finden das richtig cool. Wer weiß, vielleicht auch nicht. Man muss das halt immer gucken, wie die User drauf reagieren. Ja, genau. Eine Frage, die mir noch im Kopf rumschwebt, ist so ein bisschen, was Zeit Online jetzt, also natürlich seid ihr, also wir haben hauptsächlich mit Regionalverlagen zu tun, Regionaltiteln.
Wie sieht bei euch so der Top-Funnel aus? Also kommen die Leute auf die Landingpage, also auf eure Hauptseite und schauen sich dann da um oder ist der meiste Traffic bei euch dann direkt gewesen? Also über Links, über Social oder Werbung, wo kam die Person her, die dann nachher vielleicht auf die Paywalls dann auch drauf sind? Ich bin ja jetzt nicht mehr bei Zeit Online, deshalb will ich jetzt nicht irgendwie für Zeit Online sprechen, aber ich glaube, dass das so die Erfahrung ist, auch das, was ich von anderen Verlagen gehört habe, in so einem überregionalen Segment ist, dass du relativ viel Traffic hast auf der Seite allgemein. Und ich glaube, das ist auch ein Riesen-Benefit für Verlage, gerade auch, das ist aber auch, glaube ich, für Regionalverlage, also da bin ich jetzt nicht so tief drin in den Themen, aber zunächst, Ihr habt damals erkannt, dass es ein total großer Benefit ist, dass du so ein Upper Funnel hast, wo du allein dadurch, dass du News und solche Angebote auf der Plattform hast, dass du regelmäßigen Traffic hast.
Das ist mega. Und da müssen wir jetzt zum Beispiel bei RTL Plus relativ viel Geld für ausnehmen. Wir haben natürlich auch laufende Programme und Co. Aber du hast eine andere Logik dahinter. Bei News bist du viel mehr...
in der Regelmäßigkeit drauf zu schauen, so gibt es irgendwas Neues. So, das hast du bei Serien oder sowas natürlich nicht. Da hast du vielleicht deine Soaps oder sowas, für die du immer wieder kommst. Aber du hast nicht irgendwie so diese Garantie, so News als Routine quasi auf so einer Plattform. Ich glaube, da haben Verlage, so gerade in dem journalistischen News-Bereich und Co.
einen mega Benefit, weil sie dieses ganze Upper-Funnel-Problem gar nicht haben. Das heißt, Du bist eigentlich auf deiner Seite und kannst eigentlich so aus dem Bestand der Leute, die da unterwegs sind, einfach abgrasen. Und da hast du schon super, wenn du den Traffic überhaupt realisieren kannst mit einem gewissen Conversion Rate, hast du schon total viel gewonnen. Und ich glaube, das ist auch meine Erfahrung, dass das die wertvollsten Leute sind eigentlich, weil die haben schon eine Berührung mit deiner Marke gehabt. Die sind interessiert und wenn du dann zum Beispiel ein Abo vorschlägst oder irgendwelche Offers dann platzierst, haben die eine höhere Likelihood dann auch zu subscriben, als wenn du irgendwie Leute hast, die, das kommt ja häufig dann über Social Media oder sowas auf eine Paywall kommen und dann quasi subscriben.
Die haben eine schlechtere Conversion, die haben auch eine schlechtere, oder zweifelnd eine schlechtere Conversion, auch eine schlechtere Haltbarkeit. Genau, das, glaube ich, ist schon ein Riesenvorteil, den Verlage so haben, den andere Medienanbote oder sowas vielleicht nicht haben. Ja, super interessanter Punkt tatsächlich. Also da habe ich gerade noch gar nicht so richtig drüber nachgedacht gehabt, dass eigentlich, wie du sagst, die Verlage haben ja, also... Regionalverlag und so weiter haben ja eigentlich schon Traffic, einiges auch, der konstant da ist, wo gar nicht wirklich viel Geld investiert werden muss.
Da ist dann das Bottle Neck irgendwo anders. Also das Bottle Neck ist ja in dem Fall natürlich dann ein Upselling von irgendwelchen Abos oder von erweiterten Abos oder Ähnlichem. Weißt du das noch, ob ihr bei Zeit Online auch veröffentlichet, Versuche oder irgendwelche Tests gemacht hat mit anderen Formaten, medialen Formaten oder irgendwas, was jetzt nicht einfach nur, nenne ich das jetzt mal, ein Bild und ein Text ist und dann irgendwie eine Headline und dann hofft man, dass die Person draufklickt. Hattet ihr da irgendwelche anderen Tests am Laufen oder Versuche gemacht? Also ich glaube, das Großartige bei Zeit Online ist ja auch gerade in der Redaktion, dass man super aufgeweckte, innovationslustige Menschen da hat, die auch immer wieder neue Sachen ausprobieren wollen und die wirklich so eine tiefe Überzeugung und Leidenschaft haben für das, was sie tun.
Und man muss sagen, dass gerade die Redaktion ja auch, gerade wenn es um Produktentwicklung geht, das ist ja häufig in Verlagen so, Redaktion und Verlagen relativ stark getrennt und gerade wenn es ins redaktionelle Produkt geht, dann haben wir da gar nicht so oder habe ich jetzt auch gar nicht so viel da mitgearbeitet, sondern dann ja immer mehr mit Fokus auf Subscription selbst. und ich glaube, da wird regelmäßig ausprobiert, was gibt es für neue Formate und ich meine, Zeit Online ist super stark im ganzen Podcast-Bereich, was natürlich auch interessant ist für so ein Branding und überhaupt so Traffic zu generieren und Sichtbarkeit zu generieren, das ist, glaube ich, total spannend. Ich weiß noch, dass damals auch schon mehr angefangen wurde, in Video zu investieren und da mehr zu machen, weil, also sehe ich ja jetzt auch bei RTL Plus, es ist total spannend, dieser ganze Bewegtbildbereich, weil Aufmerksamkeitsspann und Co. und TikTok und so immer mehr dazu führen, dass gerade auch junge Zielgruppen vielleicht affiner für die ganzen Videothemen sind und Bewegtbildinhalte. Wir hatten, dann gibt es natürlich auch andere Möglichkeiten, irgendwie Spiele oder sowas.
Also ich würde sagen, generell muss man sagen, jetzt nicht nur auch Zeit online, so meine Erfahrung, wenn man das jetzt mit anderen Medienunternehmen oder sowas vergleicht, in anderen Bereichen, sind Verlage eigentlich immer relativ experimentierfreudig mit unterschiedlichen Geschäftsmodellen und Formaten irgendwie da zu experimentieren und ich glaube, seit online war oder ist da immer noch total weit vorne, immer wieder unterschiedliche Formate auszuprobieren. Ja, interessant. Da müssen wir uns mal auf den Zettel schreiben, auf jeden Fall. Das hört sich schon mal sehr, sehr gut an. Nee, aber genau das Ganze, deswegen habe ich gefragt, also dieses ganze Bewegtbild, das ist ja wirklich, merkst du jetzt bei RTL Plus, du hast ja auch gesagt, das ist für uns auch das Ding, was irgendwie im Fokus steht.
Man braucht irgendwas, was gerade diese, nicht nur die Jüngeren, also bei Älteren funktioniert das natürlich auch, aber gerade auch die Zwischengenerationen, die abholt und in diesen Funnel reinschickt, also in diesen tieferen Funnel, okay, die kommen auf die Website, vielleicht um irgendwas zu gucken, vielleicht schauen sie mal, ob irgendwas Interessantes da ist oder kommen von Social Media wegen irgendeinem Video, das da als Reel gepostet wurde, sind dann auf der Website und sind wahrscheinlich komplett verloren, weil alles wieder ein bisschen überspitzt, aber nur noch Bilder und Texte sind, wie man das halt einfach nicht kennt. Auch wenn das eine schöne News-App zum Beispiel ist, also im Endeffekt braucht man trotzdem irgendwie das Format, das einen dann weiter lockt und wir glauben natürlich daran, dass das Video ist, das Video teilt Bewegtbildformate wie Storys, aber Ja, da bin ich vollkommen bei dir auf jeden Fall. erfolgreich, weil es halt diese kurzen Videos hat und weil du auch relativ schnell darüber lernen kannst, so was gefällt eigentlich Leuten, so was, weil du so kurze Snippets hast. Und ich glaube, das ist gerade dafür total relevant, um in dem Sinne auch Timespan zu erhöhen auf der Plattform. Neben dem geschriebenen Wort, was ich lese oder vielleicht auch Audioinhalten, Audio auch ein spannendes Thema, dann quasi auch Bewegtbild anzubieten und da richtige Formate zu finden, die irgendwie kurz sind und einfach zu konsumieren sind, ist, glaube ich, ein total spannender Punkt, wo man dann gucken kann, okay, erhöht das irgendwie die Nutzung auf der Plattform?
Kann das sogar ein Treiber sein für Churn Reduction oder sowas? Ja. Ja. Ja, definitiv, definitiv bin ich 100% bei dir. Gut, genau, schade, dass es schon vorbei ist.
Hoffentlich schnacken wir mal wieder. Genau, wir haben am Schluss immer noch zwei Fragen, die wir stellen. Die sind ein bisschen umgewandelt jetzt bei dir, weil du ja leider, würde ich fast sagen, nicht mehr im Verlagswesen unterwegs bist. Das ist im Endeffekt, wonach ihr bei RTL Plus jetzt in dem Fall deinen aktuellen Arbeitgeber sucht, wie man euch vielleicht unterstützen kann oder wie man euch dann erreichen kann, sich bei dir melden kann, falls man dem entspricht oder Lust hat, was mit dir in dem Fall vielleicht auch zu machen. Ja, voll.
Also erstmal freue ich mich natürlich immer über Austausch. Also jetzt auch über die... Videostreaming-Welt hinaus, in die Verlagswelt und was auch immer. Also immer gerne kontaktieren. Auf LinkedIn bin ich immer am besten erreichbar.
Einfach Philipp Rapp suchen und dann gerne einfach eine Anfrage schicken oder connecten. Und ansonsten, was wir bei RTL Plus natürlich immer, worüber wir uns freuen, das Produkt zu nutzen. Ich habe jetzt noch gar nicht darüber gesprochen, dass wir ja ein All-Inclusive-Entertainment-Produkt anbieten, wo wir neben Video-Streaming, auch Musik-Streaming, Podcast, Hörbücher, Magazine, Radio haben. Und das ist total spannend und das kann man auf jeden Fall ausprobieren. Da freuen wir uns auch immer sehr drüber, wenn wir auch Feedback bekommen.
Und da auf jeden Fall die herzliche Einladung, sich da mal durchzuklicken und das mal auszuprobieren, wenn man nicht schon ein AdWord-Plus-Halbo hat. Und ansonsten suchen wir natürlich auch immer gute Leute, also gerade so im Data-Bereich und Co., falls man mal Lust hat, irgendwie in diese Riesenwelt, auch mit über 5,3 Millionen Abonnenten reinzukommen und auch zu merken oder zu erleben, wie das so ist, wenn man mit globalen Playern quasi in der Konkurrenz steht, dann kann ich alle nur herzlich einladen, sich mal auf unserer Recruiting-Seite umzuschauen und mal zu gucken, ob da irgendwelche Jobs sind oder an mir direkt zu schreiben. Und dann, genau, leite ich weiter im Zweifel. Hört sich sehr gut an. Also ich würde mich auf jeden Fall bewerben, wenn ich noch frei wäre.
Letzte Frage. Wie siehst du die deutsche Medien, beziehungsweise dadurch, dass du jetzt bei RTL Plus bist, auch Unterhaltungsbranche in Deutschland natürlich in den nächsten fünf bis zehn Jahren? Was für Entwicklungen, was für Themen kommen da groß vor? Ich glaube, das ist halt immer so eine Glaskugelfrage. Das würde ich auch eher den Strategieberatern überlassen, die damit ihr Geld verdienen, da die Vorhersage zu treffen.
Ich habe, glaube ich, eher so Hoffnung, wo sich das hinbewegen kann. Gerade jetzt vielleicht auch nochmal gesprochen für die Verlagsbranche und generell für den Journalismus. Ich glaube, das wurde glaube ich auch schon ein paar Mal in diesem Podcast gesagt, wie wichtig quasi Journalismus gesellschaftlich ist und ich glaube, das ist eine super wichtige Säule und da ist meine Hoffnung, dass wir irgendwie einen starken Journalismus und vielfältigen Journalismus in Deutschland uns beibehalten können. Dass wir nicht zu viel Konsolidierung sehen weiterhin im Markt und ich glaube auch, dass eigentlich das Potenzial der Verlagsbranche riesig ist. Also wenn man das jetzt auch mal vergleicht, wie groß der Videostreaming-Markt gerade ist und wie groß der ganze Verlagsmarkt ist, so dann ist da noch Riesenpotenzial, glaube ich, auch.
Und das ist noch lange nicht ausgeschöpft. Und das kann auch noch weiter wachsen. Ich glaube, der Total Addressable Market ist... deutlich größer, als er gerade da ist. Und da ist, glaube ich, auch noch Platz, auch noch für neue Player.
Wir sind ja auch mit Stern Plus, auch mit RTL unterwegs, da nochmal Sachen auf die Beine zu stellen und besser zu machen. Und ich glaube, da ist auf jeden Fall meine Hoffnung, dass da noch mehr Wachstum drin ist und dass die Verlage das auch erkennen und das Potenzial auch nutzen. Und ich glaube, dann ist so meine Hoffnung auch, dass... man schafft, Angebote zu schaffen, die für Nutzer und Nutzerinnen attraktiv sind und dass man gute Produkte baut. Also gerade auch, die sich auf dem internationalen Level halten können.
Weil wenn man sich jetzt das anschaut, die New York Times kommt irgendwie in den deutschen Markt und kann für relativ wenig Geld ein Abo anbieten mit einem sehr, sehr guten Produkt und auch gutem Journalismus als Produkt. internationaler als jetzt im nationalen Bereich. Aber dann muss man sich irgendwann auch daran messen. Und ich glaube, zum Beispiel bei Airtel Plus sehe ich das total. Da muss man dann zwangsweise auf einem anderen Level nachdenken.
Und ich glaube, das ist so meine Hoffnung, dass man da bessere Angebote schafft und ein bisschen auch über den Tellerrand hinausschaut. Und dann ist so meine Hoffnung, dass man einfach mehr Innovation noch zulässt, so in Verlagen. Weil ich glaube... Man muss sich jetzt schon auch bewegen und man muss sich auch selbst kannibalisieren und ich glaube, es wird auch eine harte Zeit. Man kommt irgendwie aus einer alten Welt mit einer relativ großen Postenstruktur, die man auch nicht mehr so beibehalten werden kann und da muss man dann irgendwie gucken, okay, wie finde ich neue Geschäftsmodelle, wie finde ich neue Revenue-Potenziale und da ist meine Hoffnung, dass Verlage da noch ein bisschen...
nicht zu sehr an alten Strukturen festhalten und mutiger werden, einfach Sachen auszuprobieren und dann auch vertikaler zu denken und Geschäftsmodelle aufzubauen und die einfach mal laufen zu lassen, weil auch ein Geschäftsmodell muss sich erstmal entwickeln über ein Jahr oder zwei, das ist halt nicht einfach von heute auf morgen vital im Zweifel und da mutigere Wetten einzugehen. Ja, sehr, sehr schöner Abschluss, Philipp. Mutig sein, Sachen probieren, dem Ganzen auch Zeit geben und versuchen, sich teils selber zu kannibalisieren. Auch, dass wir eben Marktkonsolidierung betrachten. Das werfe ich noch kurz rein von der letzten Folge, die die nicht gehört haben.
Gerne reinhören ist von Vaterland LI von Lichtenstein. Da hat der Geschäftsführer auch gesagt, also er ist tatsächlich sehr, sehr traurig, dass sein größter Wettbewerber jetzt leider nicht mehr am Markt ist, weil eigentlich würde man denken, okay, Wettbewerb ist weg, perfekt, aber es war tatsächlich... sichtlich traurig, dass der Wettbewerb einfach nicht da ist, weil diese Bandbreite an Journalismus einfach verloren geht, auch wenn man versucht, verschiedene Persönlichkeiten im Unternehmen dann zu haben, die auf verschiedene Art und Weise Journalismus raustragen, ist es im Endeffekt immer unter dem gleichen Hut sozusagen und unter der gleichen Titel und so kann man diese Diversität einfach nicht standhalten oder nicht darbieten fast schon. Also super spannend, was da im Markt passiert. Konsolidierung ohne Ende.
Hoffentlich nicht zu viel. Danke für die Zeit, Philipp. Ich will noch eine Sache, die ich da sagen will, ich glaube auch so, um einen Lichtblick zu haben, ich glaube, dass noch viel mehr Partnerschaften möglich sind und dass man gucken kann, dass man vielleicht eher auch auf der kommerziellen Ebene Partnerschaften eingeht und Bundles baut und Co. Und ich glaube, das ist immer so ein Markt, Effekt, den man sieht, sodass es irgendwie hin zum Bundling geht, dann geht es wieder auseinander und dann geht es wieder zum Bundling gehen und da Potenzial einfach zu sehen und da auch quasi Konkurrenz dann so zu betrachten, okay, wie können wir denn zusammen eigentlich gute Geschäftsmodelle bauen und Partnerschaften? Sorry, dass ich das noch sagen wollte.
Alles gut, alles gut. Das ist immer gerne. Hat mich super gefreut, Philipp. Also vielen, vielen Dank für die ganzen Insights, für die ganzen schönen Dinge, die du gesagt hast, natürlich auch für die coolen Themen, die wir gesprochen haben. Sorry, dass RTL Plus so ein bisschen zu kurz gekommen ist.
Vielleicht können wir jetzt keine zweite Folge machen. Ja, gerne. Aber genau, super spannend, was du erzählt hast. Ich hoffe, es bleibt nicht bei einmal, dass du hier im Podcast bist und dann sehen wir uns. Dir noch eine gute Woche.
Danke dir, Tim. Bis dann. Besten Dank, Philipp. Ciao, ciao. Ciao.