Digitale Innovation und Coopetition bei der NWZ
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In dieser Folge spreche ich mit dem Digitalchef und Mitglied der Chefredaktion bei der Nordwest-Zeitung, Max Holscher, über den Wandel von Ressorts zu Thementeams, wie wichtig Partnerschaften für kosteneffizienz sind und über digitale Produkte für neue Zielgruppen.
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Das wird ein paar Jahre, das sagt jeder wahrscheinlich eh nicht, gibt es auch noch Print, aber es darf nicht unser Denken und Handeln und den Fokus bestimmen. Moin aus Kiel zur neuen Folge von Ressort21, dem Podcast über Innovation und Digitalisierung in der Verlags- und Medienwelt. Ich bin Tim Großmann und spreche heute mit Max Holscher, Digitalchef und Mitglied der Chefredaktion bei der Nordwest-Zeitung. Wir sprechen über den Wandel von Ressorts zu Themen-Teams, wie wichtig Partnerschaften für Kosteneffizienz sind und über digitale Produkte für neue Zykrom. genug erzählt viel spaß bei der folge man max wie geht's dir ja moin danke dass ich hier sein darf mir jetzt gut das ist wirklich gefreut als du zugesagt hat ist mit deinem hintergrund könnte ich ja schon eigentlich denken wir sind fast schon sicher dass du das Wahrscheinlich davor schon beim Podcast zu Gast warst.
Stimmt die Annahme? Ja, jetzt nicht irgendwie ein Branchen-Podcast, aber ich hatte vergangene Woche Premiere. Wir haben ja einen EM-Podcast, der täglich erscheint und war dann beim Kollegen in der Podcast-Show sozusagen und habe Einschätzung zur Europameisterschaft eines Spieltags gegeben. Das hat richtig Bock gemacht. Ist es?
Und ehrlicherweise, als Kind träumt man ja immer so ein bisschen davon, Radiomoderator, gerade im Sportbereich zu werden. Das war immer so mein Traum, hat sich irgendwann ein bisschen zerlegt und zerschlagen. Aber so konnte man das ein bisschen ausleben. Okay, da musst du gleich noch ein bisschen mehr dazu erzählen. Tatsächlich, weil man ja in deinem Lebenslauf so ein bisschen mehr Richtung Politik und nicht Richtung Sport sieht.
Aber gehen wir gleich darauf ein tatsächlich. Generell. Willst du uns einmal kurz ein bisschen durch deine Karriere, gerade journalistisch, redaktionell gesehen, durchführen, dass wir ein bisschen wissen, mit wem wir sprechen? Ja, das kann ich gerne machen. Ja, ganz klassisch angefangen, im Grunde mal Praktikum gemacht bei meiner Lokalzeitung Hessisch-Niedersächsische Allgemeine in Witzenhausen und dann so ein bisschen in der Jugendpresse geblieben.
dann in die Richtung auch studiert am Ende Geschichte, Politik, Journalismus in Gießen, Leipzig und den USA und dann versucht über Praktika eben überall so ein bisschen reinzuschnuppern. Eine Zeit lang habe ich gedacht, es sollte eher Richtung Fernsehen gehen, war bei RTL Nord und NTV, NTV in Washington auch und bin dann am Ende wieder bei der HNA gelandet, Regionalzeitung in Kassel, Volontariat, Lokalredakteur, dann war ich irgendwann Landespolitische Reporter über Politik, also Landespolitik in Wiesbaden. Hab in der Zeit ein Stipendium gemacht, Arthur F. Burns Stipendium, womit ich dann meine USA-Affinität in Miami zwei Monate gearbeitet habe bei Miami Herald. Das war wirklich eine spannende Zeit, viel Breaking News, Shootings, Crime und so weiter.
Und genau, bin dann 2016 im Herbst zu Spiegel Online gegangen in die Politikredaktion, hab da sowohl News-Schichten gemacht als auch Reporter-Schichten. Da war so der Schwerpunkt Rechtsextremismus, Landespolitik, aber auch Bundespolitik. Und im Ausland, USA, da war auch ein Highlight. Ich durfte die Midterms, wird jetzt auch gerade wieder akut, nicht die Midterms, aber die Präsidentschaftswahl begleiten, 2018 aus Washington. Und bin dann jetzt vor viereinhalb Jahren bei der NWZ gelandet, konnte da einen Schritt machen.
Also mein Herz hat immer so für Regionalzeitungen auch geschlagen. Und dann habe ich mich dann auch wieder auf die NWZ-Präsidentin gelegt. und hatte dann die Möglichkeit, hier in die Chefredaktion zu gehen und genau, mache das jetzt, betreue da Digitalbereich, also das Online-Team, unsere neuen Themen-Teams seit dem vergangenen Juni. In die Online-Redaktion fällt einfach auch Podcast, Video und so weiter, also Produktentwicklung, da kann man sich auf vielen Spielwiesen tummeln und es macht sehr viel Spaß. Sehr cool.
Okay, das macht dann in dem Fall auch ein bisschen Sinn. Ich hatte ja gesehen, du warst auch Auslandsreporter bei HNA, hattest da so ein kleines Format, Holsters Amerika. Mit dem Kontext von Washington und Miami hat man jetzt auch ein bisschen mehr die Idee oder den Zusammenhang, warum du dann für Amerika dann auch eine gute Person warst, das zu übernehmen, ne? Genau, das war nochmal ein anderes Stipendium, auf das ich mich 2016 beworben habe. Und damit konnte ich sozusagen ein Recherchestipendium machen und habe gesagt, okay, ich will vor den US-Präsidentschaftswahlen 2016 einmal durchs Land reisen.
Man sagt immer so ein bisschen, USA muss man sich erfahren mit dem Auto. Das ist halt ein Autoland. Und ich habe gesagt, ich wähle einen anderen Weg. Ich fahre mit dem Zug nach. Public Transportation in den USA, bisschen schwierig.
Ich bin von San Francisco dann nach Chicago gefahren, so einmal quer rüber sozusagen und habe mir unterwegs Punkte gelegt, um über gewisse Themen zu sprechen. Obdachlosigkeit, Armut, Waffengesetze, Wachstum. Ja, also Immigration, ganz viele Themen behandelt, das hat sehr viel Spaß gemacht und so ist der Name Holschweiß Amerika sozusagen damals entstanden. Der ist nicht mehr von mir entstanden, sondern der hat sich, glaube ich, mein damaliger Online-Chef ausgedacht und den habe ich dann übernommen, 2016 auch mit eigenem Newsletter und so weiter. Ja, genau.
... vieles damals schon ausprobiert, was heute...... weiterhin noch irgendwie Thema ist, das war...... eine gute Erfahrung. Aber hast du recht, also ich tatsächlich......
war auch ein halbes Jahr in Kalifornien zum...... arbeiten, tatsächlich das mit dem Local Transport,...... mit den Züge, S-Bahnen, ist ja alles so ganz, ganz...... übel, habe ich mir gar nie Gedanken darüber...... gemacht, dass man da ja auch irgendwie......
unterwegs sein muss, ohne Auto wahrscheinlich,... Und haben uns damals auch einfach so ein gebrauchtes Auto gekauft und so rumgefahren. Der Klassiker dann, ne? Der Klassiker, genau. Ja, es ist wirklich so, viele da kaufen sich ein Auto und nutzen das ein paar Monate und verkaufen es dann auch wieder, weil das einfach, ja, man kommt, also wenn man da rumläuft und spazieren geht, wird man ja im Grunde schon schief angeguckt, weil...
nur Europäer gehen spazieren, die Amerikaner tendenziell eher weniger, würde ich sagen. Das Witzigste war der Uber-Fahrer dort, der mir dann quasi während ich mitgefahren bin, seinen Startup gepitcht hat und meinte, dass er mit Uber fahren das Geld verdient, damit er dann ausländische Arbeit sozusagen zur Entwicklung von seiner App bezahlen kann. Das ist ganz spannend, was da so der Spirit ist auf jeden Fall. Cool. Du hast ja auch erzählt, dass du quasi in die Politik dann, also Politikberatung oder Politik, nicht Beratung, sondern Redaktion dann auch gegangen bist in dem Fall.
Das kam dann schon vom Studium her, oder? Also du hattest dann schon Interesse, beziehungsweise bist dann so ein bisschen da reingerutscht in dieses ganze Politikthema. Also das war immer, also ich habe Geschichte im Hauptfach studiert und Politik im Nebenfach und dann im weiteren Journalismus. Das war schon irgendwie so... die Ausrichtung, auf die ich Lust hatte und ja, habe hier auch Landespolitik vorher schon gecovert und dann war das so ein bisschen eigentlich ein nächster logischer Schritt, da auch weiterzugehen.
Also und zum Glück hat sich das ergeben bei damals Spiegel Online, jetzt Spiegel.de. wo man einfach auch ein sehr breites Spektrum hatte von Inland und Ausland. Genau, das habe ich jetzt so ein bisschen hinter mir gelassen. Ich habe da natürlich weiterhin ein Interesse total dran, aber so ein bisschen hat sich der Fokus natürlich verändert, mehr in Richtung Transformation, so neue Geschäftsfelder und so weiter. Ja.
Ja, ist auch dann ein schöner Bogen eigentlich. Politik ist ja eigentlich auch ein Teil von jetzt regionalen Verlagen oder Lokalredaktionen. Ist eigentlich unverkennbar, dass da ein großer Einfluss auch auf die ganze Lokaldemokratie und das ganze Thema hat. Also das finde ich Gehört schon noch dazu, also hängt schon noch zusammen. Superspannende Entwicklung tatsächlich daraus dann Richtung Digitalbereich, vor allem dann halt chefredaktionelle Digitalbereiche.
Du meintest ja dann, du hast ja gesagt, du bist jetzt viereinhalb Jahre bei NBZ, ne? Genau, genau. Warst du da direkt von Anfang an Teil von dem digitalen Bereich oder hat sich da so ein bisschen das Ganze entwickelt hin zum digitalen Bereich? Also die Chefredaktion wurde damals umgebaut und neben mir ist ja der Kollege Lasse Deppe, hat auch sozusagen damals einen Monat vor mir angefangen, auch als Mitglied der Chefredaktion. Und wir haben dann sozusagen so ein bisschen die Geschäftsbereiche aufgeteilt oder einen Fokus gesetzt.
Und das war dann bei mir einfach aufgrund der Geschichte von Spiegel Online und der sehr starken Affinität so. an den Newsroom Breaking News lagen, einfach das News-Reichweitengeschäft, was ja bei Spiegel Online damals einfach auch sehr stark noch ausgeprägt war, da ging es ja erst in diese Paid-Phase, am Anfang Later Pay sozusagen, wo man so diese Bierdeckelzahlen war die Idee damals, dass du sozusagen erst sammelst und wenn du genügend Artikel gelesen hast im Wert von, ich weiß es gar nicht mehr, 5 Euro oder 10 Euro, dann hast du bezahlt. Und dann, das hat nicht funktioniert, zumindest nicht zu diesem Zeitpunkt. Und dann gab es auch bei Spiegel Online eine Veränderung hin zu dieser richtigen Paywall, sage ich mal, und Plusartikeln. Und das konnte ich dann so ein bisschen auch Newsletter-Themen und so weiter, die ich auch bei Spiegel Online gemacht habe, haben wir dann sozusagen, diese Kenntnisse konnte ich mitbringen und habe dann auch erstmal den Fokus auf unsere Online-Redaktion gelegt.
Dann kam aber ziemlich schnell einfach das Thema Spiegel. weil es ja auch eine Taskforce aus unterschiedlichen Bereichen zum Thema Paid Content schon gab, bin ich da eben mit reingegangen und dann kam dieser ganze Bereich dazu. Und fängt man irgendwo an mit der Veränderung, das fängt dann an, wie arbeitet die Online-Redaktion, wie ist das Redaktionssystem, damals sehr kompliziert, dann nimmt das irgendwann auch natürlich einen kompletten Einfluss auf den gesamten Laden, weil dann alle irgendwie anders arbeiten müssen. Ich sage mal online first, wie auch immer man das nennen mag, weil das das Redaktionssystem so ausgerichtet ist. Und so sind wir eigentlich alle in diesen, das ganze Team in diesen Transformationsprozess immer mehr reingegangen.
Kommt einfach eins zum anderen, wenn man irgendwo... ein bisschen anfängt zu bohren und umzustellen. Ja, definitiv. Das ist auch was, was sich einfach entwickeln muss. Aber wie kann man sich das vorstellen?
Also ihr habt dann eure Leserinnen in dem Fall Dinge lesen lassen, dann wurden quasi Credits angehäuft und dann war die Erwartung, okay, du kannst jetzt nicht weiterlesen, bis du deinen Bierdeckel sozusagen abgezahlt hattest, oder? Genau, so war die bei Spiegel Online die grobe Idee, das hat damals Florian Harms gemacht, der war damals Chefredakteur von Spiegel Online, jetzt T-Online. Das muss auch so 2016, 2017, 2018, glaube ich, gewesen sein. Und dann wurde aber umgestellt, weil ich glaube, das zu der Zeit nicht so richtig funktioniert hat oder man natürlich das auch einfach umgehen konnte. Aber im Grunde, der beginn einer ersten soften paywall was ja auch total sinn macht ich finde es auch super entspannter ansatz also habe ich bisher noch nicht gehört dass es das gab bzw dass das im raum stand auch tatsächlich weil value first ist ja oftmals gerade bei den ganzen bei den ganzen app geschäften eigentlich das ding du hast eine freemium version gibt es den erstwert mehrwert Und dann sagst du irgendwann, hey, okay, jetzt hast du gesehen, was alles kriegen kannst.
Jetzt zahlst du und kriegst quasi dann viel mehr oder noch genau das, was du jetzt gesehen hattest die ganze Zeit, dass das nicht funktioniert. Vielleicht waren die Leute auch noch nicht so weit. Ich glaube, es gibt ja ähnliche Versuche, beziehungsweise Kölner Stadt-Anzeiger hat ja jetzt ein ähnliches Modell, wo man einfach sich ein Guthaben auflädt in Form von Coins und das dann sozusagen... abarbeitet, abliest. Da gibt es einfach verschiedene Ansätze auch immer wieder.
Man gibt ja genügend Leserinnen und Leser, die sagen, ich will nicht so viele Zeitungen, Online-Medien abonnieren. Und die meisten Verlage sagen, wir sind halt ein Abo-Geschäft. Das machen wir jetzt einfach so. Und es funktioniert ja auch zunehmend besser, wenn natürlich auch noch... zumindest bei den Regionalzeitungen, nicht so viel Geld abwirft wie natürlich zu Printzeiten.
Aber der Weg ist ja schon eindeutig. Nichtsdestotrotz kann man ja überlegen, ob man, und das machen wir auch, nicht links und rechts Leute, die wirklich vielleicht nicht in unserem Verbreitungsgebiet wohnen und so als Flyby vorbeikommen und nur einen Artikel wollen, den ich trotzdem mal... ... einen Tagespass anbieten...... für einen gewissen Kurs,......
dass wir die auch glücklich machen können und...... eventuell danach noch in unser Produkt auch ziehen. Die Ideen kommen immer wieder. Total verständlich auch. Macht ja auch......
würde ja eigentlich theoretisch auch voll Sinn machen,...... wenn man reinschaut in den Markt,...... was da so gerade der Status Quo ist...... oder was da passiert. Aber das, finde ich, ist auch ein gutes Stichwort.
Ich habe nämlich gesehen, dass die NWZ auch gerade in dem Bezug Flybyes und Ähnlichem tatsächlich mit anderen regionalen Zeitungen auch zusammenarbeitet und fast schon Partnerschaften oder Ähnliches eingeht. Kannst du da ein bisschen was zu sagen? Zum Beispiel Weselkurier, habe ich gelesen, ist einer von den Titeln, mit denen ihr quasi sehr eng zusammenarbeitet, wo ihr, so wie ich weiß, auch die Backoffice oder Infrastruktur zusammengelegt habt. Genau, also mit dem Weser-Kurier arbeiten wir zusammen im Medien-Hub. Das ist sozusagen ein Technik-Bereich, der gewisse Themen bündelt.
Wir sind zum Beispiel auf derselben App-Plattform unterwegs. die dann gemeinsam gehostet und auch zunehmend weiterentwickelt wird, dass wir gucken, welche Tools finden wir gut, finden wir da einen gemeinsamen Weg, können wir hier kosten und teilen und irgendwie, wie man so schön sagt, Synergien heben, weil die Strategie ist natürlich am Ende auch, bei eigentlich allen oder vielen Regionalzeitungshäusern ähnlich. Und ich glaube, man muss sich da ein bisschen zusammentun und nicht jeder muss immer alles neu erfinden, sondern man kann da zusammenarbeiten. Das passiert in dem Bereich, in dem technischen Bereich, weil das auch erstmal so der einfachste ist, denke ich. Braucht es auch eine Annäherung und es hat auch ein bisschen gedauert.
Und wir gucken einfach hier und da, ob wir auch in anderen Bereichen kooperieren können. Das machen wir beispielsweise, versuchen wir das auch gerade mit der Notz, ob wir nicht mal einen gemeinsamen Podcast machen. Im Weser Kurier ist das genauso denkbar. Das sind dann zum Teil unterschiedliche Geschwindigkeiten. Wir haben für uns Podcast beispielsweise als Thema schon erkannt und wollen das auch ausprobieren, weil wir sehen Leserinnen und Leser auch neue, nicht mal Leserinnen und Leser, aber da sind ganz neue Gruppen, die sich dafür interessieren.
Ja, genau. Wir hatten hier kurz exkurs eine kleine Liveaufnahme zum True Crime Podcast, wo wir Menschen eingeladen haben. Das waren überwiegend Frauen, nicht unser klassisches Print-Publikum, sage ich mal, das ja eher 60 plus ist, sondern wirklich so Frauen zwischen 20, 45, die dann ihre Freunde und Ehemänner mitgebracht haben. Und normalerweise gar keine große Beziehung zur NBZ gehabt hätten. Ganz andere Zielgruppe, auch bei Volontärsbewerbungen.
Die haben häufig unseren Podcast gehört, aber das Online-Produkt ist gar nicht so ein Fokus für die. Und das finde ich extrem spannend. Und das sind so Punkte, wo wir uns eben auch mit anderen Verlagen stärker austauschen können und auch zusammenarbeiten können das wird denke ich noch zunehmen insgesamt in der branche ja das kann ich kann ich auch direkt bestätigen tatsächlich meine partnerin ist auch ich wisse nicht ob die jemals in der regionalzeitung oder ähnliches gelesen hat aber vor kurzem nicht vor kurzem ist ein bisschen länger her aber von mir oder so war gab es auch mal so eine exklusive true crime story auf ich ich glaube, es war auch Spiegel Online oder ähnliches. Und dann hat sie zwei oder drei Folgen, durfte sie umsonst anhören und der Rest war dann hinter der Paywall. Und hat sie unbedingt, also wirklich, es musste sein.
Das war wahrscheinlich der Fall mit Kasia, Lena, Jerome, oder Tang. Ja, genau, genau, genau. Und irgendwie hat das damals 5,99 gekostet. Ich meine, für ein Abo okay, so wenn du das alles andere noch nutzt, aber nur für den Podcast. Und es war dann auch wirklich so, dass ich zwei Monate dieses Abo hatte, nur für den Podcast.
Und dann wirklich wieder... Thema Churn, wie hält man die Leute dann, aber dann wieder gekündigt hat. Aber nur dieses True-Crime-Thema dann in Podcast-Form hat dann wirklich, wie du sagst, auch neue Leute angezogen. Sie passt genau in dein Bild rein. Also weiblich, eigentlich keine normale Zeitungsleserin oder Newsleserin.
Und das sind ja auch Bereiche, wo wir einfach gucken müssen, wenn der Kuchen kleiner wird, denn die Printumsätze wird man... nicht mit digital, glaube ich, auf dem Maß oder in dem Maß ausgleichen können. Deswegen brauchen wir andere Erlösbereiche. Und da ist sowas eben eine Möglichkeit, wenn auch noch sehr klein, dass man sagt, Podcast insgesamt, Vermarktungsmöglichkeit, was können wir da machen? Werbung reinverkaufen, können wir Live-Lesungen anbieten, Live-Aufnahmen, so wie es die Zeit auch macht mit True Crime.
Haben wir jetzt auch einmal gemacht, werden wir jetzt auch mal mit Ticketing machen. Wir haben ein eigenes Crime-Magazin entwickelt, Tatort Nordwesten, was auch aus unserem Polizei-Justiz-Team produziert wurde. Und wo wir so eine kleine Audience entwickeln, True Crime, Podcast, Live-Lesung, Ticketing, so ein Magazin. Das ist was, was wir ausprobieren und wo wir einfach hoffen, dass man da irgendwie so eine kleine Audience aufbaut, die man auch monetarisieren kann. Weil darum geht es natürlich am Ende auch, dass wir irgendwo schon Geld verdienen.
Ja, ich finde diesen Wandel total spannend. Also du hast gerade gesagt, Polizei, Justiz, da habe ich auch was gelesen von dir, dass ihr jetzt ja Teamteams gebaut habt und ein bisschen weggegangen seid von diesen einzelnen Ressorts. Du kannst gleich vielleicht ein bisschen was dazu erzählen. Da nur die Analogie zum Software-Bereich. Vor, ich weiß nicht wie viele Jahren das war, war es eigentlich auch klassisch, dass Front-Entwickler zusammengearbeitet haben, Backend-Entwickler, alle so in ihren Ressorts sozusagen.
Und dann kam irgendwann Netflix um die Ecke und hat gesagt, das sind Tribes, die haben das dann ganz innovativ benannt. Aber faktisch war es einfach so, dass sie, einzelne Themen-Teams gebildet haben für einzelne Funktionalitäten und da haben sie Produktmanager, Backend-Entwickler, Frontend-Entwickler, Designer zusammengesetzt und die haben sich dann trotzdem natürlich noch mit den anderen Teams unterhalten. So was nicht, also mit anderen Themen-Teams, aber faktisch war es eine Ja, vollständige Abteilung, eine Mini-Abteilung, die ein Thema komplett allein bearbeiten konnte und das hat in der Software-Welt hat das damals auch einen riesen Wandel verursacht, dass man jetzt nicht sagt, okay, alle Frontend-Entwickler sitzen zusammen, alle Backend-Entwickler sitzen zusammen, sondern thematisch. quasi gruppiert, die kümmern sich um das Thema insgesamt und reden dann mit den anderen. Also es ist super spannend, dass man das jetzt auch bei dem Thema sieht.
Genau, also dazu muss ich sagen, also das Thementeam ist jetzt nicht sozusagen so aufgebaut, dass wir ein Techniker, ein Vermarkter und so weiter. Also wir haben diese bereichsübergreifende Arbeit und das machen wir auch extrem. Also dieses Themen-Team ist eher erstmal dazu gedacht, sozusagen eine Audience zu bedienen. Wir haben vor einiger Zeit eine Datenanalyse einfach gemacht und geguckt, welche Inhalte konvertieren gut, werden von Abonnenten gelesen, haben eine gute Reichweite. Und da kam eben, Blaulicht sage ich jetzt mal platt raus, regionale Wirtschaft und Sozialthemen, Familienthemen.
Das ist ja auch eine Zielgruppe für uns, die junge Familie, die sich hier niederlässt und irgendwann hoffentlich ein Digital-Abo abschließt. Und aus diesen Thementeams versuchen wir aber oder möchten wir gerne auch eine Produktentwicklung anstoßen, was auch passiert. Und wenn wir eine Idee haben, treffen uns mit der Vermarktung, treffen uns mit dem Medienhub, mit dem Privatkundenbereich und sagen, okay, das ist die Idee, das können wir liefern, wir sehen deine Audience, wohin wollen wir es monetarisieren? Ist es eher eine Reichweite, ist es eher ein Abo-Produkt, ist es ein was weiß ich, vielleicht auch einfach ein Engagement oder ein Image-Thema, worauf zahlt es ein? Weil wir dieses Silo-Denken schon aufgelöst haben und einfach sehr stark mit den anderen Bereichen zusammenarbeiten, wie du eben sagst, damit du ein Produkt am Ende auch in der Zukunft auch relativ schnell zu einem Produkt entwickeln kannst, was du testen kannst, um es am Markt sozusagen zu testen.
Und da sind wir, glaube ich, gerade immer noch am Anfang, aber auf einem ganz guten Prozess oder einem guten Weg, uns da auszuprobieren und sehr stark einfach mit anderen Bereichen zusammenzuarbeiten. Das geht gar nicht mehr ohne. Ja, absolut. Ist ja auch so, kann man fast schon die Brücke wieder spannen zu dem Thema Konsolidierung. Also wir müssen das zusammenfügen.
Ich habe letztens gesehen und gelesen, dass gerade beim Madsack-Universum ist es jetzt aktuell ja so, dass sie... Sächsische Zeitung war es, glaube ich, mit übernommen haben. Genau, und das jetzt auch anfangen, versuchen, alle RedakteurInnen in dem Fall dann zusammenzuwerfen, sind, glaube ich, 175 Stück oder so, und dann zu gucken, ob das funktioniert in irgendeiner Weise, wenn man das so zusammensetzt. Und dann halt hoffentlich so, habe ich... von dir auch in dem Interview gehört, dieses wir machen die Räume auf, es gibt keine Büros mehr, wo die einzelnen Leute sitzen, sondern wir schaffen so ein bisschen so eine Spielwiese, sagt man sehr oftmals, die sich dann unterhalten können, auch ein bisschen auf dem Gang eher treffen, mal einen Kaffee zusammen trinken, vielleicht auch Ideen dann dabei rauskommen.
Also da sind wir ja so ein bisschen... Ich glaube, das ist natürlich so ein Ziel wahrscheinlich vieler Unternehmen, dass man so ein bisschen diesen Start-up-Charakter da reinbekommt. Wir laufen, jetzt bediene ich mal ein paar Stereotype, nicht mit Matete und wie auch immer hier rum, aber einfach diese Idee, natürlich macht das viel mehr Spaß, mit Leuten zusammenzuarbeiten, die man mag, die ähnliches Mindset auch haben und die Bock haben und die Spaß haben an der Arbeit und wo man gerne hingeht, das ist ja im Grunde auch so eine Basis und ich finde, das gelingt uns immer besser und solche Ideen entstehen dann tatsächlich auch, wenn wir hier Mittagessen gehen, war es ja auch schon bei uns, wir haben hier eine ganz nette Kantine und einen schönen Außenbereich und Da reden wir natürlich auch beim Mittagessen über die Arbeit und dann ist, glaube ich, auch unser EM-Podcast aus so einer Idee entstanden und ganz viele andere Dinge auch. Und das macht eben Bock. Das ist, finde ich, was, was wir uns abgucken können, was aber auch nicht überall funktionieren wird oder auch nicht jeder mitmacht.
Das ist auch normal. Die Thementeams vielleicht noch einmal genau zu dem Punkt, sind eben auch ein Wandlungsprozess, weil die natürlich originär wir von Print zu Online gearbeitet haben und wir haben hier ein eigenes Producing, Kanalmanagement aufgebaut, Reporter schreiben nur noch, geben hier einen Text ab und der wird dann sozusagen von der Online-Redaktion veredelt und vom Kanalmanagement für Print und E-Paper Und diese Themen-Teams sind aber nochmal ein bisschen freier und losgelöster sozusagen, weil da auch eigentlich keine festen Seiten dahinter stehen und eben auch ausdrücklich der Wunsch ist, dass da eine Produktentwicklung stattfindet und man eben Zeit hat, sich auch um Instagram-Kanal oder WhatsApp-Kanal und so weiter zu beschäftigen. zu kümmern, das ist da mit eingepreist und das finde ich auch extrem wichtig. Also unser Sozialteam schreibt eben den wöchentlichen Familienwelt-Newsletter, betreut einen eigenen Instagram-Account. Würdest du jetzt in einige Lokalredaktionen außerhalb der MBZ gehen und würdest sagen, hier, macht bitte das nochmal, macht das nochmal, Dann kommt ziemlich schnell die Antwort, was sollen wir denn noch alles machen und das vielleicht auch zurecht, weil man sich, wenn man die Printseiten selbst baut und schreibt und das alles machen muss, ist das eine Menge Arbeit.
Da muss erstmal so eine gedankliche Freiheit reinkommen, dass man sich auch bereit fühlt, sowas zu übernehmen und das... War eben Anspruch und Ziel auch dahinter und ist ja auch gut aufgegangen. Kurzer Exkurs, weil ich gestern in einem anderen Termin war mit Stuttgarter Zeitung, Svanche Dake, hat auch diese Themen-Teams aufgebaut, genau in demselben Zeitraum. Und hat diesen Transformationsprozess auch begleitet. Auch sehr spannend, weil ähnliche Erfahrungen, dass diese Themen, die dort entstehen, gut konvertieren, viel von Abonnenten gelesen werden.
Und ich glaube, da sind viele Regionalverlage, die da ein Interesse dran haben und das auch wahrscheinlich irgendwann mal umsetzen werden. Ja, ist das dann auch so eine von den größten Ja, fast schon Innovationen oder Änderungen, die du jetzt in den letzten viereinhalb Jahren so mitgekriegt hast bei der NBZ oder was waren da so deine Highlights? Das war bestimmt mit der größte Transformationsprozess, weil wir im Zuge dessen auch unsere Lokalredaktionen zu regionalen Teams zusammengefügt haben. Also wir haben jetzt... Statt sieben, acht Lokalredaktionen, vier Regionalteams, die eben größere Einheiten sich angucken.
Und das ist ja auch die Herausforderung. Wir wollen Themen im Lokal noch immer so aufbereiten, dass sie mehr Menschen interessieren als die 50, die daran beteiligt waren. Weil dann produzieren wir in unserer Welt einen Geist. Das ist ein Artikel, der wirklich sehr, sehr geringe Zugriffe hat. und wir wollen mehr Menschen damit mehr erreichen, mehr Relevanz erzeugen.
Und das ist was, was wir in den Regionalteams jetzt auch sehr stark trainieren. Und ja, also ich glaube, erster Schritt, neues Redaktionssystem war extrem wichtig. Loslösung von den Printseiten ist wahrscheinlich mit der schmerzhafteste Prozess in so einer Redaktion. Den machen viele Regionalverlage immer noch nicht. Das heißt, eine Person layoutet eine Seite, schreibt die voll.
Ja. das haben wir aufgelöst. Arbeit mit Daten, also tägliches Reporting per Mail an die einzelnen Teams, Ziele, Abo-Ziele, Reichweitenziele für die einzelnen Teams und die Arbeit damit. Wir arbeiten dateninformiert, nicht datengetrieben. Das ist immer wichtig dazu zu sagen, wir lassen uns da nicht verrückt machen, aber wir gucken natürlich, was läuft und was läuft nicht.
Themen-Teams, Regional-Teams, das sind glaube ich so mit die größten Transformationen. Was jetzt im Print-Bereich noch passiert ist, dass wir mit Sofi, eigentlich einem Paywall-Anbieter, unsere Print-Seiten automatisiert erstellen lassen. Da sind wir glaube ich, sind die ersten in Deutschland, die mit unserem Anbieter Eidos und Sofi zusammen dieses Projekt gestartet haben und was jetzt auch läuft. Das heißt, da gewinnt man dann Effizienz und kann sich stärker noch auf Inhalte konzentrieren. Und das werden andere Verlage auch machen, mit welchem Anbieter auch immer.
Also das ist schon ein ... starker Wandlungsprozess, der da stattfindet. Ja, und ich glaube tatsächlich auch, dass...... da muss es hingehen. Also viel, viel Automatisierung,......
gerade du hattest die kleineren Titel angesprochen...... oder noch regionalere Verlage,...... die können einfach irgendwann nicht mehr mithalten. Und da braucht man dann nämlich...... automatisierten Prozesse, vielleicht sogar mit KI,......
wie du gesagt hast, auch... wo man dann Arbeit abnehmen kann, zum Beispiel, dass man halt auch vielleicht sogar wirklich einen Social-Media-Kanal automatisiert spielt und nur ein bisschen Management machen muss oder ähnliches. Das ist so, das sehen wir ja auch komplett bei uns so, dass das ist so das nächste Ding, was wir brauchen, gerade um die regionalen Titel halt auch zu stützen und ein bisschen zu unterstützen, einfach die haben ja die, also journalistische Fähigkeit ist ja da, Themen sind auch da, es ist wirklich nur die Kapazität, die so ein bisschen fehlt, um halt dann auch wirklich alle Kanäle abzudecken und gerade, wie du gesagt hast, also ihr habt viele Leute, es gibt dann diese Geister, viel Aufmerksamkeit, wenn man es halt irgendwie schafft, die Leute von Social Media noch ein bisschen mehr abzuziehen, gerade Thema neue Zielgruppe, ist halt einfach, Wenn man das nicht macht, verliert man den Anschluss an die jüngeren Leute, obwohl die sich vielleicht sogar wirklich auch für lokale redaktionelle Themen interessieren, weil wenn hier jetzt was passiert in irgendeinem Stadtteil, dann hätte ich schon Interesse, das auch mitzukriegen, was da passiert ist und solche Themen. Also das ist voll valide. Ja.
Das sehen wir auch. Also wir haben, wenn man auf unsere Zu- und Abgänge guckt, sehen wir auch, dass wir hohe Conversion-Rates, Abschlussraten bei den 30-40- und 40-50-Jährigen haben. Das ist eigentlich genau eine Gruppe, die wir mit Print und E-Paper nicht abholen. Die wollen wir haben, die verlassen uns aber auch schneller wieder als die anderen Gruppen. Das heißt, irgendwie haben die schon Interesse an unseren Inhalten und wir haben was, aber wir müssen noch besser werden, die da abzuholen und auch Studenten, um die ja viele kämpfen, haben wir auch über ein Abo-Angebot gesprochen.
StudiPlus haben wir 6000 Studenten, die uns lesen. 6000 von ungefähr 20.000 aus der Region. Also ich glaube, wir haben Inhalte, die spannend sind für die Menschen, aber ob sie bereit sind, dafür immer zu zahlen, das ist so ein bisschen die Herausforderung. Das Thema... Engagement ist da ja einfach ein großes, es gibt irgendwie pro Jahr immer irgendwie ein Thema, habe ich das Gefühl, so in der Medienbranche.
Vielleicht letztes Jahr Engagement, dieses Jahr Bundling, nächstes Jahr, gucken wir mal. Das ist... KI, in diesem Jahr ist es auch KI. Also es ist im Moment so Engagement, KI, Bundling, also alles, was hilft irgendwie, die Leute mit unserem Produkt in Verbindung zu halten. Ja, aber gerade Bundling ist, ich glaube, ein großer Kritikpunkt, würde ich fast sagen, bei so Themen wie einem Abo ist halt wirklich immer okay, ist der Mehrwert, den ich bekomme und die Menge an Mehrwert, die ich bekomme im Verhältnis zum Preis.
Und Bundling ist ja so ein Thema, das gehen ja auch große Titel oder beziehungsweise auch in anderen Branchen für Videostreaming oder ähnliches gehen das ja genauso an, dass sie Dinge zusammen bundeln. Wie habt ihr das gemacht? Du hattest vorher kurz so das Thema, dieses Keyword Abo-Alliance angesprochen. Was ist das und was macht ihr da? Also.
Genau, also das ist, ich sage mal, relativ frisch. Das nennt sich alles Plus. Ich will jetzt auch nicht zu tief da reingehen, weil das alles noch so ein bisschen im Entstehen ist und da andere Experten noch ein bisschen besser was zu sagen haben. Wir sind da sozusagen mit Gründungsmitglied. Es ist ein Verein, der es vereinfacht über vor allem die technische Infrastruktur bereitstellt, über eine Art Gutscheinlösungsportal, dass die Titel, die sich untereinander bilateral absprechen, beispielsweise sagen können, okay, die NWZ und FAZ, SZ, Spiegel oder wer auch immer bieten gegenseitig ein Abo vergünstigt an, sodass der Leser, die Leserin die NWZ zum niedrigeren Preis lesen kann und gleichzeitig auch den Spiegel.
Und wir, das sehen wir Oder es gibt viele Beispiele, gerade aus Skandinavien, wo das sehr groß ist, dass diese Bundle-Geschäfte eben die Abo-Haltbarkeit erhöhen. Ich meine, das System ist ja klar. Also wenn ich jetzt als Fußballfan muss ich Sky und DAZN abonnieren, die bieten dann vielleicht auch mal zusammen einen günstigeren Preis an. Die Gefahr ist da, kündigst du das eine, verlierst du auch den Vorteil des anderen. ich sag mal, Das ist eine Art Spielart von dem Bundling und es ist nicht das Spotify der Zeitungslandschaft jetzt, aber es ist ein Versuch einfach für die Leserinnen und Leser da noch ein attraktiveres Angebot zu schaffen und weil wir natürlich gerade sehen, Viele wollen lokales und überregionales Angebot, aber sich nicht beides leisten.
Entweder du hast ein lokales Abo oder ein Abo von einem großen Verlag. Und so gibt es da jetzt demnächst wahrscheinlich mal die Möglichkeit, dass wir da... ein bisschen anbandeln. Ja. Also man hört ja echt raus, wie viele verschiedene neue Themen das auch sind, wo man auch, also würde ich jetzt definitiv annehmen, auch im Unternehmen dann schon eine Bereitschaft haben muss, auch Veränderungen entgegenzusehen.
Wie macht ihr das? Also ich habe auch schon mitbekommen, dass es in gerade größeren Medienhäusern dann auch sehr alte Mitarbeiter gibt, die dann sich komplett weigern, oder Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen natürlich, in beide Richtungen, Leute gibt, die sich total dagegen weigern. Also wie macht ihr das bei der NWZ? Also gibt es ja unter diesem Change-Management-Keyword so ein bisschen, wie geht ihr das an? Also wie nehmt ihr da die Leute mit?
Wie motiviert ihr das? Und also wie kriegt ihr Sinn, dass die mitziehen? Ja. Ja, ich glaube, also um da ehrlich zu sein, du wirst nicht immer alle davon überzeugen können, dass das der Weg ist, den jeder mit oder dass das der richtige ist. Es gibt ja immer irgendwie so eine Theorie, 20 Prozent sind immer sofort begeistert oder 30 Prozent, der Rest ist so in der Mitte der Unentschlossenen, die kannst du überzeugen.
Da gibt es immer noch einen Prozentsatz, der den Weg nicht mitgehen will. Und je mehr du diese mittlere Masse erreichst und in die progressive Ecke bringst, desto besser läuft das. Und ich glaube, bei uns ist das ähnlich, aber ich würde jetzt nicht sagen, also am Ende haben wir viel diskutiert und auch hitzig diskutiert, weil natürlich ist man sich da nicht einig, gerade wenn man gewisse Routinen verlässt und auch eine Orientierung verliert. Wenn du immer eine Printseite gestaltet hast. wusstest, ich muss heute zwei Texte schreiben und muss eine Spitzenmeldung machen und noch ein paar kurze drauf redigieren und du plötzlich nicht mehr deine Seite hast, dann verlierst du, glaube ich, Orientierung und Sicherheit und das schafft Verunsicherheit und dann auch Unmut.
Und viele haben aber inzwischen erkannt, und das wollten wir auch schaffen, dass du mehr Freiheit hast, deinem eigentlichen journalistischen Ziel nachzugehen, das heißt Geschichten schreiben. Und ob du die dann sieben, acht Stunden am Tag in der Redaktion schreibst oder vielleicht morgens einfach zu Hause schon mal zwischen sechs und neun zwei Geschichten schreibst und dann den Rest des Tages recherchierst und weitere Sachen anleiherst, dann ist das aus meiner Sicht eine Freiheit und das haben viele erkannt. Und ich glaube, das macht es dann am Ende aus, dass dann die meisten den Weg eben auch mitgehen. Gerade wenn, ich sag auch mal, die Zahlen dann stimmen. Wir haben ein gutes Wachstum hingelegt, das jetzt stagniert, wie bei so vielen Verlagen im Digitalbereich.
Aber die Richtung ist klar und eigentlich stellt das auch keiner in Frage, würde ich mal sagen. Rind stirbt und stirbt auch relativ schnell. Das heißt, wir müssen die Zeit nutzen, wo das Geld noch reinkommt, dass wir die anderen Bereiche fit machen. Ja. Cool, dass du das auch so direkt sagst.
Ich meine, es gibt immer wieder auch hier Teilnehmer, beziehungsweise auch Gäste, die das ein bisschen verschönern, Aber das war ja ganz eindeutig. Ich habe noch ein kleines Zitat, das lese ich nicht vor, weil das zu lange ist, aber das bezieht sich tatsächlich genau darauf, dass man eigentlich ja nicht so ein bisschen aufhören soll, diesem, okay, Print stirbt, dem nachzuweinen und sich mehr darauf fokussieren sollen, okay, was können wir im digitalen Bereich denn überhaupt tun? bieten oder was können wir da im Endeffekt für Mehrwert auch liefern, weil Themen sind da, wir haben die Plattform, wir haben die Menschen, die sich dafür interessieren, also da ist ein riesen Potenzial da, dass man eigentlich nur abgreifen muss, wenn man sich halt damit beschäftigt und da kann man halt immer dieses, okay, ... where focus goes, energy flows, ne? Also wenn man sich vor allem......
oder sehr, sehr stark...... und nur noch auf den...... oder nicht nur noch, das geht nicht, aber...... vor allem auf den Digitalbereich fokussiert,...... dann findet man auch Wege,......
die lokalen Menschen dann zu begeistern...... und auch wiederum...... in so ein Abo reinzuziehen. Und wenn man dann gerade versucht,...... ein bisschen über Kooperationen,......
über Zusammenschlüsse, über so ein Bundling,...... dann sogar nachher... zu gucken, dass man noch mehr Menschen erreicht, die vielleicht nicht direkt mit einem zusammenhängen, sondern vielleicht woanders wohnen, ist eigentlich ein sehr, sehr schöner Ansatz und hat auch die Möglichkeit dann wirklich groß zu werden. Ja, und also um einmal dieses Print-Thema zu Das wird ein paar Jahre, das sagt jeder wahrscheinlich ähnlich, gibt es auch noch Print, aber es darf nicht unser Denken und Handeln und den Fokus bestimmen, so wie du es gerade gesagt hast. Also es steht nicht am Anfang unserer Produktionskette, sondern ganz am Ende.
Zuerst steht der Inhalt drin. Und wo der sich verteilt, ist mir eigentlich Schnurz. Er muss halt schnell und gut aufbereitet online sein und dann tröpfelt der in alle anderen Kanäle. Das muss der Weg sein. Und dann gibt es vielleicht in ein paar Jahren einmal die Woche noch eine Printzeitung oder es gibt nur noch in bestimmten Gebieten eine Printzeitung oder...
Das kann man auch alles machen. Der Preis, also muss eine Bezahlbereitschaft dafür geben, weil das Produkt wird teurer durch Zustellung und Produktionskosten, aber viele sind bereit, das zu bezahlen. Das ist ja auch in Ordnung und dann freuen wir uns auch, wenn die am Start bleiben. Aber es sollte nicht der hauptsächliche Fokus hier in unserem Denken sein. Und da sind Da sind wir bestimmt auch noch nicht überall, aber wenn ich mal so in die Verlagslandschaft gucke, sind viele noch überhaupt nicht so weit und da frage ich mich manchmal, worauf warten die noch?
Also ja, das überrascht mich manchmal. Vielleicht ist das aber auch leicht gesagt, aber ja. Ja, ich meine, das Ding ist ja auch, man muss ja auch, wie wir vorher schon gesprochen haben, bereit sein, diesen Wandel mitzugehen. Also, wenn man versucht, krafthaft trans festzuhalten, kann man ja vielleicht auch denken, okay, das ist so etwas, was ein bisschen vorbeigeht wiederum. Printzeitung ist einfach das erhabene Format oder das bessere Format.
Wenn man das denkt und dann 100% dahinter steht, ist man halt… sozusagen im Untergang geweiht, aber ja, geht halt mit erhobenen Hauptes. Ja, das kann man ja machen, aber wenn wir irgendwie alle noch, es gibt genügend Leute, die den Job eigentlich gern noch ein paar Jahre machen wollen und da Spaß dran haben und wir sehen ja auch, was passiert, wenn es keine Lokalzeitung gibt, siehe USA, wo dann eben auch sehr extreme Meinungen zum Vorschein kommen und ich... Und das möchte ich eigentlich nicht so gern, dass das hier passiert. Ich bin ja auch mit der Zeitung aufgewachsen, habe auch Zeitungsseiten gelayoutet und so, aber ich hatte immer irgendwie ein bisschen Spaß daran, auch zu gucken, wie performt denn mein Artikel. Und wenn man das irgendwie einmal so ein bisschen angenommen hat und auch ein direktes Feedback hat und Spaß daran hat, dann...
ja, also einige, es ist schön, eine Printzeitung in der Hand zu haben. Ich lese den Spiegel auch immer noch als Printzeitung, das ist das Einzige, was ich da habe. Oder noch Print lese, so intensiv. Aber es ist nicht eine andere Wertigkeit. Online ist jetzt nicht schlechter, weil es online steht.
Das finde ich in vielen Köpfen noch drin, dass das nichts wert ist. Definitiv. So, mit dem Blick auf die Zeit, super spannende Firma tatsächlich. Also NBZ finde ich super spannend. Gerade deshalb, fragen wir zwar immer natürlich, als kleiner Disclaimer, aber gerade deshalb wäre es für mich interessant, beziehungsweise vielleicht auch für einen Teil der Hörer, Hörerinnen interessant, was es für aktuelle Projekte bei der NBZ gibt oder Initiativen, irgendwelche Innovationen.
bei der ihr vielleicht noch nach was sucht, jemandem sucht, nach irgendwelchen Insights sucht, Austausch sucht. Wie kann man euch erreichen, was sucht ihr und nach wem sucht ihr? Also wenn du über Stellen sprichst, wir suchen aktuell noch einen Data Manager, Data Managerin und Ingenieur. Nein, also den Bereich wollen wir wirklich noch ein bisschen stärken, weil wir sehen einfach, wie wichtig das Thema ist. Wir brauchen ständig...
neue Dashboards, Auswertungen, weil wir viele Projekte haben. Also ein aktuelles Projekt, was mein Kollege Lasse Deppe beaufsichtigt und verantwortlich ist, die unsere Wesermarsch-Offensive. Wir wollen in der Wesermarsch, haben wir ein neues redaktionelles Team gegründet, von vier Personen, die zusätzliche Inhalte aus der Wesermarsch und Bremerhaven produzieren und haben beispielsweise im E-Paper jetzt zwei Extra-Seiten, die nur im E-Paper erscheinen, nicht im Print, um noch mehr Menschen vom Print ins E-Paper zu holen und sich sozusagen freizuschalten. Du hast ja als Print-Abonnent freien Zugang zum E-Paper und zu online. Das ist kein Upsell an der Stelle.
Wir wollen die Leute da einfach motivieren, dieses andere Produkt auszuprobieren. was auch zu vielen hat zu freischaltung auf jeden fall geführt zu extra content den wir natürlich auch monetarisieren können das ist so ein thema also leute von print in online zu holen und Wir gucken natürlich, wie wir unsere App immer spannender gestalten können. Thema Engagement. Kennst du ja auch sehr gut das Thema mit kleinen Videos, Nippels und Story-Formaten zu arbeiten, um auch eine jüngere Zielgruppe dort zu erreichen. Wir überarbeiten gerade unser Onboarding.
Also ich glaube, das Thema App ist einfach nochmal spannend. Also Audio muss noch verstärkt rein in die App. Und genau, also da suchen wir eigentlich immer auch, wir tummeln uns viel, suchen nach Inspiration, nach guten Beispielen, wie wir da einfach noch besser werden können und auch so ein bisschen diese Abo-Stagnation zu überwinden, um noch mehr Leute für das Produkt zu begeistern. Und da... freuen wir uns sehr, wenn wir Inspiration bekommen und da sind wir einfach zu erreichen.
Also genau, ich bin über LinkedIn, da bin ich viel, kann man mich gut kontaktieren. Sonst natürlich auch über die Seite findet man auch eine E-Mail-Adresse von mir. Also das sind so die großen Themen. Und genau eine Sache noch, wir wollen vielleicht auch mal so ein bisschen Fußball-Streaming austesten im Lokalsport. Das wird mal so ein Test sein.
Haben die Ruhr Nachrichten einen sehr spannenden Case, auch mit einem Abo-Modell, wo die zum Teil Kreisklassenfußball streamen und darüber wirklich viele Abos abschließen. Das wollen wir zumindest mal ausprobieren, ob es da ein Feedback gibt, ob es da eine Resonanz gibt und ob man da was anbieten kann. Das werden wir uns dann mal genauer anschauen. Auf jeden Fall folgen dem Max hier. Da bin ich selber auch echt aktiv dabei, tatsächlich zu lesen, was du so postest, weil das super Insights dann auch sind.
Also macht auf jeden Fall Spaß. Genau, letzte Frage, riesen Fass nochmal zum Schluss. Machen wir aber auch jedes Mal. Wie sieht deiner Meinung nach die deutsche Verlags- und Medienwelt in fünf bis zehn Jahren aus? Einen Teil hast du ja schon gesagt, aber hast du da noch was zu ergänzen?
Ja. Ja, also wir sehen ja, dass beispielsweise Madsack mit R&D eine Riesenplattform wird für viele Regionalzeitungen, vor allem kleinere Regionalzeitungen. Ich glaube, da wird der Trend auch weiter hingehen, dass bestimmt R&D einige weitere Titel für den Digitalbereich einsammelt und auch dann Produktion für Mantelseiten anbietet. Ich glaube, es wird noch mehr Zusammenschlüsse geben, ob das jetzt nur R&D ist oder ob andere Regionalzeitungen zusammen was gründen und aufbauen. Ich glaube, das wird immer mehr die Herausforderung.
Nicht jeder Verlag kann sich eine große technische Infrastruktur leisten. Da wird man sich zusammenschließen und gemeinsam was entwickeln und einfach den Inhalt in den Fokus stellen und im Hintergrund gemeinsam etwas anbieten. Und deswegen wird es weiter Regionalzeitungsjournalismus geben, aber auf andere Weise und noch mit stärkerem Fokus auf Inhalte. Und der Rest wird so ein bisschen die eigenen Druckhäuser, die eigene IT-Infrastruktur, das wird immer weiter zurückgehen. und ja.
So wird mal der Blick in die Glaskugel, da kommt doch alles ganz anders. Es gibt ja viele Überschneidungen zwischen dem, was zumindest die Leute im digitalen Bereich gerade in Verlagsbranche sagen und erzählen. Es sieht aber danach aus auf jeden Fall. Hoffentlich kommt es auch so in vielen Bereichen, weil ich meine Konsolidierung ist nicht immer gut, aber gerade wenn man deutlich mehr ins Digitale schaut, finde ich auch einen schönen Ansatz. Ich bin selber...
Wahrscheinlich ein bisschen zu technokratisch unterwegs, aber ja, genau. Digital finde ich auf jeden Fall besser. Perfekt. Soviel dazu. Vielen Dank für die Zeit, Max.
Super coole Insights. Ich hoffe, dass nicht nur ich daran Spaß habe, sondern auch die, die das nachher dann hören in dem Fall. Genau. Danke für die Zeit und wahrscheinlich hört man sich oder sieht man sich ja zumindest mal bei einem von euren Events wieder. bestimmt.
Vielen Dank für die Einladung, hat richtig Bock gemacht, danke. Sehr cool. Wir hören uns, ciao, ciao. Ciao. Dieser Podcast wird produziert von der Explo GmbH.
Wenn auch du neue Zielgruppen über digitale Produkte binden und deine Content-Produktions-Workflows automatisieren willst, dann kontaktiere mich auf LinkedIn oder vereinbare eine unverbindliche Demo direkt auf unserer Website explo-gmbh.de Wir sehen uns in der nächsten Folge. Vielen Dank. Vielen Dank.