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Zukunft des Regionaljournalismus

Ressort21, Folge 17: Moritz Kircher

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In dieser Folge spreche ich mit dem Digitalredakteur für KI & Contentmanagement bei der Mediengruppe Oberfranken, Moritz Kircher, über die Zukunft des Regionaljournalismus, welche redaktionellen Herausforderungen und Chancen durch Künstliche Intelligenz entstehen und wie Verlage ihre lokale Berichterstattung stärken können.

Erwähnt in der Folge

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Ich habe da keine Angst, dass da irgendwann eine KI kommt. Weil die Aufgabe von Journalisten ist es ja, Informationen zu beschaffen, die noch nicht da sind, also die zumindestens mal jemand für sich behält. Und woher soll KI diese Informationen denn nehmen? Und deswegen sind wir Journalisten halt eben, glaube ich, was das angeht, in der schönen Position, dass wir nicht ersetzbar sind. Moin aus Kiel zur neuen Folge von Ressort21, dem Podcast über Innovation und Digitalisierung in der Verlags-Medienwelt.

Ich bin Tim Großmann und spreche heute mit Moritz Kircher, Digitalredakteur für KI und Content Management bei der Mediengruppe Oberfranken. Wir sprechen über die Zukunft des Regionaljournalismus, welche redaktionellen Herausforderungen und Chancen durch KI entstehen und wie Verlage ihre lokale Berichterstattung stärken können. Genug erzählt, viel Spaß bei der Folge. Moin Moritz, danke, dass du heute da bist. Ich freue mich sehr auf unser Gespräch.

Ja, hallo, ich freue mich auch. Warst du denn vorab schon mal in dem Podcast zu Gast? Nein, das ist tatsächlich mein erstes Mal. Und ich bin auch, muss ich zugeben, ein bisschen aufgeregt, mal auf der anderen Seite als Interviewpartner zu sitzen. Das hatte ich ein einziges Mal in meinem Leben, das war in der Volo-Ausbildung.

Ja. Das ist nie veröffentlicht worden. Oh, spannend. Okay, dann wird das auf jeden Fall sehr, sehr interessant. Vor allem, da du ja eigentlich, das kann man fast schon sagen, der erste Redakteur oder der erste, der direkt im Journalismus arbeitet, bist.

Von dem her, welches Thema beschäftigt dich denn aktuell persönlich am meisten? Jetzt beruflich, privat natürlich, dass wir bei der Europameisterschaft draußen sind. Ich habe unseren Jungs wirklich einen Daumen gedrückt und habe mich wahnsinnig geärgert über diese katastrophalen Schielentscheidungen bei dieser Europameisterschaft. Ja, mal schauen. Ja, das habe ich jetzt schon öfters gesehen und gelesen.

Eigentlich selber bin ich so der Fußball-Affine, aber da gibt es auf jeden Fall Aufschreie. Die letzte Weltmeisterschaft habe ich aus Überzeugung boykottiert, die erste WM, die ich mir überhaupt nicht angeschaut habe. Aber dieses Mal Europameisterschaft in Deutschland konnte ich nicht anders, da musste ich wieder einschalten. Du bist ja im Redaktionellen bzw. Journalistischen vor allem tätig, das ist ja da auch dein Fokus.

Wie hat sich... Das Ganze entwickelt, hat das auch was mit Fußball bzw. Sportjournalismus zu tun? Also wird sich das Interesse daran entwickelt, wie bist du in die Position reingeraten bzw. reingestartet?

Naja, tatsächlich hat das bei mir was mit Fußball zu tun, weil wie so viele Lokaljournalisten, Lokalredakteure, die haben irgendwann mal ihre Karriere gestartet, indem sie Sonntag für Sonntag in der Redaktion saßen und Dorffußballplätze abtelefoniert haben, wie das Spiel ausgegangen ist. Dann kriegt man so Geschichten erzählt wie: "Ja, wir haben unglücklich 8:0 verloren und waren eigentlich die viel bessere Mannschaft." Und das schreibt man dann in so Minischnipseln in die Zeitung rein. Und so hat eigentlich meine journalistische Laufbahn angefangen. Ich habe mich da im Lokalen immer mehr und mehr reingearbeitet. hat dann ein paar Jahre gedauert, parallel zum Studium, bis dann das mal mit dem Volo geklappt hat.

Und so hat das alles ganz klassische Anfänge genommen, wie bei vielen anderen, glaube ich, auch. Ja, aber hast du aktiv für dich entschieden, dass du weiterhin im regionalen, im lokalen Bereich wohnst? bleibst und dich auch darauf fokussierst, einfach weil es relevant ist? Ja, ja, schon. Also ich glaube, ich weiß nicht, wie es ist, also wie durchlässig so dieser Bereich ist, ob man jetzt sagt, man geht in diesen großen, weiten Journalismus zu Magazinen oder Sendern oder so.

Ich glaube, wenn man einmal in den Lokal- Journalismus rein startet und da auch Gefallen daran findet, dann ist die Wahrscheinlichkeit doch bei vielen relativ groß, dass man da auch bleibt. Ja, spannend. Kannst du ein bisschen darüber erzählen, wo das so angefangen hat? Also auf LinkedIn findet man ja nicht so eine lange Zeitschiene von dir, wie bei vielleicht ein paar anderen, die ein bisschen aktiver sind. Aber wo hast du angefangen?

Welche Stationen gab es? Was hast du da für Jobs gemacht? Und wie bist du bei der Mediengruppe Oberfranken gelandet? Also ich habe von 2011 bis 2013 volontiert bei der Lampertheimer Zeitung. Das ist eine ganz kleine Lokalzeitung in Südhessen, die organisatorisch zur Verlagsgruppe Rhein-Main gehört, in Mainz.

Direkt nach dem Volontariat bin ich weitergezogen. Ich bin dann zum Nordbayerischen Kurier gegangen, da war ich Verlag. von 2013 bis 2019. Damals 2013 in dem Zeitraum, da hatte ein gewisser Joachim Braun ziemlich für Furore im Lokaljournalismus gesorgt als Chefredakteur beim Nordrheinischen Kurier. Das hat, den habe ich mal bei einer Podiumsdiskussion erlebt und fand ihn beeindruckend und habe einfach gesagt: "Hey, ich versuche es mal." Habe eine Initiativbewerbung dorthin geschickt und das hat dann geklappt.

Der Enthusiasmus, den ich da für den Job mitbringe, hat da wahrscheinlich die Leute überzeugt, hoffe ich. Oder hat er offensichtlich. Und dann bin ich 2019 vom Nordbayerischen Kurier weg. Ich war dort die meiste Zeit als ganz normaler Reporter, als Lokalreporter unterwegs. Damals aber auch schon in der ganzen Redaktion mit einem sehr starken Schwerpunkt auf dem Digitalen.

Und dann im Zuge von der Verlagsübernahme hat sich da halt auch einfach viel getan. Dann bin ich eine Zeit lang in der Online-Redaktion dort gewesen. Und schließlich 2019 dann vom Nordbayerischen Kurierhaus Bayreuth weg zum Oberbayerischen Volksblatt in Rosenheim da, kurz als Reporter. relativ bald als Chef vom Dienst online eben in der Redaktion für den ganzen digitalen Bereich zuständig gewesen bis 2022. Und dann hat es mich aus familiären Gründen, meine Frau und ich, wir haben uns in Bayreuth damals kennengelernt, Und uns hat es einfach wieder zurückgezogen und dann sind wir eben nicht ganz nach Bayreuth zurück, aber doch nach Oberfranken.

Und da hat das einfach in Bamberg bei der Mediengruppe Oberfranken, hat das von den Gesprächen her alles einfach gut gepasst und wir sind wieder zurückgegangen. Okay, spannender Ablauf. Du hast ja gerade gesagt, du warst dann Chef vom Dienst. Das ist ja schon ein bisschen, also wenn ich das richtig verstanden habe, ist das eher so ein bisschen das Management von der Redaktionsabteilung und nicht selber aktiv als Redakteur oder Redakteurin zu arbeiten. Und jetzt bist du ja vor allem Digitalredakteur für neuere Themen.

Wie siehst du, also wie kann man das verstehen? Ist das... gleichgestellt oder ist das eher jetzt wieder so ein bisschen so in Richtung, okay, ich mache mehr redaktionell selber und bin weniger im Management oder im Beauftragen von einzelnen Leuten oder wie sieht man das? Ja, das ist also definitiv, also Chef vom Dienst, du bist da halt eben zuständig, also Chef vom Dienst online halt für das komplette Digitale in der Redaktion. Es gab damals dort einen Chef vom Dienst Print und einen Chef vom Dienst online, das war eben so ein So ein Duo, was halt eben die Geschicke von der Redaktion so im, sag ich mal, operativen Tagesgeschäft in der Hand hatte.

Und hier ist es mehr so, ja, es ist eine andere Position, sag ich mal, eigentlich organisatorisch eine normale Redakteursposition. Aber ich würde es mal, ja, ich bezeichne mich selbst immer so ein Ich habe das neulich mal in einem Gespräch mit meinem Chef gemacht, das ist das Schweizer Taschenmesser der Redaktion. Wenn irgendwo eine Aufgabe zu erledigen ist und dann hüpfe ich da rein. Das ist, naja, ich sage mal so eine... wie so eine Stabsstelle, kann man vielleicht sagen, jetzt ohne eigenes Team, was ich jetzt leite, aber halt eben doch auch mit einer gewissen Verantwortung für das Portal, was es beim Fränkischen Tag, Mediengruppe Oberfranken, noch nicht so lange gibt.

Und ja, halt eben für solche Sonderprojekte, wie jetzt auch das Thema KI in der Redaktion oder es gibt ein Wirtschaftsmagazin, was einmal im Quartal erscheint. das ich verantworte, das stückelt sich so zusammen aus verschiedenen Bereichen. Bin ich super gespannt, was du gleich erzählst zum Thema, gerade auch KI, beziehungsweise wie KI in der Redaktion im redaktionellen Bereich und auch journalistisch verwendet werden kann und wie man da auch die Leute mitnimmt. Das ist nämlich so ein großes Thema, was ich so auf dem Schirm habe. was ich dich gerne fragen würde.

Aber bevor wir da reinspringen, noch ein bisschen vielleicht zu den, also die Titel, die du genannt hast, auch von den Städten, von der Region her, waren ja wahrscheinlich schon sehr stark lokal, regional geprägt, sind jetzt keine großen Namen wie München oder Frankfurt oder was auch immer. Was waren da so die Digitalthemen? Wie kann man sich das vorstellen? Also was war da so auf dem Schirm? Wie stark wollte man innovieren?

Und in welche Richtung ging das da? Ja, das stimmt auf jeden Fall. Es sind immer so kleinere Städte gewesen. Also es ging bei Kaiserslautern ursprünglich los, da komme ich her. Über eben Lampertheim ganz klein, dann Bayreuth, Rosenheim, Bamberg, das sind alles so kleine Städte.

größere Mittelstädte. Das sind auch die Verlage. Das sind, glaube ich, ganz so typische Lokal- und Regionalzeitungsverlage mit meistens mehreren Ausgaben, die sich über ein, zwei, drei Landkreise dann erstrecken. Hier bei der Mediengruppe Oberfranken ist es dann auch ein bisschen größer. Das sind, ich müsste jetzt aus dem Kopf raus, kann ich es gar nicht sagen, sieben oder acht Landkreise und Städte, die wir da abdecken mit unseren Ausgaben.

Da ich jetzt das, sag ich mal, das Geschäft in der ganz großen Welt, Spiegel, Zeit, Springer, wie sie alle heißen, gar nicht kenne und die Ressourcen, die dort vorhanden sind, auch nur so vom Höhen sagen, sag ich mal, ist es schon so, dass man so in den Regionalverlagen schon auch gucken muss, wo man seine Ressourcen reinsteckt, weil die halt eben begrenzt sind. Aber es ist natürlich... Alle stehen irgendwo vor denselben Herausforderungen, was die Digitalisierung angeht. Das Geschäftsmodell von den Tageszeitungen, das war wahrscheinlich auch ein bisschen vor meiner Zeit, aber was man so hört von früher, war einfach jahrzehntelang hat das gut funktioniert und man hatte gar nicht so diesen Innovationsdruck. Und dann so 90er Jahre, aber eher dann auch Anfang 2000er Jahre, da kam das dann eben mit Macht, dass die Zeitungen eben auch unter Druck geraten sind und mehr und mehr halt eben digital machen mussten.

Und ich glaube, wichtig ist es, dass man nicht immer nur auf die Entwicklung reagiert, die da kommen, sondern dass man einfach sieht, was kommt da auf uns zu und dass man sich aktiv mit den Sachen auseinandersetzt, anstatt eben mal hinterher zu laufen. Ja, ich kann mich, also wie gesagt, ich kann mich nicht 100% reinversetzen. Ich weiß nur, dass auch schon die größeren Titel nicht unbedingt Innovationsabteilungen oder auch Digitalabteilungen haben, die sich wirklich mit Themen spezifisch beschäftigen können oder entwickeln können. Wie ist das bei der Größe, in der du so unterwegs warst? Also wie werden dort neue Themen reingebracht?

Selbstentwicklung ist wahrscheinlich schwierig. Wo kommen die Themen her? Ist das eher so, also wir sind ja ein Startup, kommt das eher so von Startups oder kommt das eher so von, okay, ich habe was bei einem Großen gesehen, das kaufen wir auch mit ein? Wie ist da so der Fluss? Schwierige Frage.

Das kommt jetzt auch so ein bisschen darauf an, um was genau es denn geht. Also das ist... Vielleicht so ein Digitalsystem, irgendwas Digitales, das man als Tool, als Funktionalität mit aufnimmt? Es ist ja meistens so, also du hast halt als Redaktion, du hast halt ein Redaktionssystem und früher standen die Redaktionen alle so da, die hatten ein Print-Redaktionssystem, in dem wurden halt eben Print-Artikel gebaut. Und diese Redaktionssysteme wurden halt immer mehr aufgebohrt in Richtung digital.

Also dass man aus den Print-Redaktionen heraus oder aus dem Print-Redaktionssystem heraus eben Artikel auch für ein Online-Portal produziert hat. Aber genauso kompliziert, wie das jetzt klingt, war es auch immer oder ist es auch immer noch mit vielen Print-Redaktionssystemen. Und deswegen sind eben die Redaktionen mehr und mehr dazu übergegangen, zu sagen: Digital first, online first. Wir produzieren jetzt in einem klassischen Content-Management-System Inhalte für ein Online-Portal und aus diesem heraus exportieren wir dann die journalistischen Inhalte ins Print-System. Also man dreht den Weg einfach um oder das haben alle Verlage mehr oder weniger durchgemacht oder sind gerade noch dabei zu machen.

Wir haben es jetzt bei der Mediengruppe Oberfranken zum Jahr. Und wenn ich sage Mediengruppe Oberfranken, meine ich immer eigentlich Fränkischer Tag und die Zeitungstitel, weil es gibt ja ein Reichweitenportal in franken.de. Die sind von Anfang an immer digital aufgestellt worden. Die gibt es nur digital und dann gibt es halt eben noch den Premium-Bereich, der die Zeitung macht. Die Premium deswegen, weil man halt nicht mit Reichweite und Werbung Geld verdient, sondern mit Abos verdient.

Und wir haben jetzt quasi in dem Premium-Bereich zum Jahreswechsel eben diesen Schritt vollzogen, dass wir jetzt halt komplett sagen, online first werden Inhalte geplant und umgesetzt. Und alles, was man eben nicht drucken kann, wird dann abgeschraubt und das wird dann der Zeitungstitel. Ja, genau. Ja, okay. Wie ist das in deiner Zeit als Chef vom Dienst, gerade im digitalen Bereich, wie hast du das so wahrgenommen, die Offenheit für Neues, gerade in der Redaktion, also kurz im Kontext und also irgendwas schlecht zu reden, unserer Erfahrung nach sind… auch teilweise Vertrieb schon auch deutlich offener nochmal für so neuere Themen.

Die Redaktion ist oftmals so, okay, nee, wir haben die Hoheit über die Website, wir wollen das nicht abgeben, wir wollen auch nicht, dass da Fremdinhalte reinkommen zum Beispiel. Diesen Gefühl ein bisschen vorsichtiger, wenn man das so sagen kann. Was war so deine Erfahrung, dein Gefühl und wie hast du da gestaltet, Nicht gegengearbeitet, aber irgendwie schon. Wie man damit umgeht. Genau.

Also, dass die Zeitungen, die Redaktionen sind schon eben, so wie ich es vorhin gesagt habe, die haben halt eben jahrzehntelang ein Geschäftsmodell gehabt, was funktioniert. Und dann gewöhnt man sich vielleicht auch dran, dass man da gar nicht so viel verändern muss, weil es funktioniert, wie es funktioniert. Warum soll man dann was tun? Und das ist jetzt auch gar nicht böse gemeint gegen die Leute, die dann in diesen Redaktionen arbeiten, dass man denen dann irgendwas Schlechtes nachsagt, dass die nicht wollen oder dass die nicht können oder so. Aber es ist schon durchaus in allen Redaktionen immer eine Herausforderung.

quasi solche digitalen Abläufe zu etablieren, umzusetzen. Und das ist aber auch ganz unterschiedlich bei den Leuten. Also ich habe irgendwie Volontäre und Jungredakteure erlebt, die da sich mehr gegen gewährt haben als Kollegen. Ich hatte mal einen Chef von der Sportredaktion, der ist bestimmt schon seit 30 Jahren im Dienst gewesen zu dem Zeitpunkt. Da hat sich aber immer als erstes auf solche Dinge gestürzt.

Also das ist irgendwie immer Einstellungssache auch in der Reaktion, wie wir damit umgehen. Und ich denke, dass man eben vor allem, wenn man da jetzt eine verantwortliche Position hat in dem Bereich, eben diese Ängste, die da sind, erspüren muss, aufnehmen muss und überlebt. die den Leuten auch nehmen. Weil es gibt auch gerne, dass man irgendwelche Horrorvisionen an die Wand gemalt bekommt von Auflagenrückgängen und wenn wir jetzt so weitermachen wie bisher und dann sind wir in 15, 20 Jahren nicht mehr da und so. Das funktioniert ja nicht.

Also wer ist dann motiviert, wenn er sowas gesagt bekommt, sondern man muss einfach viel mehr die Chancen aufzeigen, die das alles bietet. Was würdest du jetzt mir als externen, in Anführungszeichen, sagen, auch mit einem kleinen Unternehmen, frühen Unternehmen in dem Bereich, wie wir da drauf reagieren sollten? Also was wäre jetzt dein Tipp, wie wir mit, im besten Fall mit Personen aus der Redaktion, aus dem Journalismus in Kontakt treten, beziehungsweise was wir besser machen können, kennst du den Prozess nicht, aber was wir quasi aufnehmen sollten, um der Redaktion auch ein bisschen die Fähigkeiten, die Vorsicht, die Ängste zu nehmen? Was hat so dir geholfen? Du bist ja auch vor allem im digitalen Bereich unterwegs.

Ja, ob mir was geholfen hat, in dem Sinne weiß ich jetzt nicht, weil ich mache mir um vieles einfach nicht so einen Kopf. Ich mache einfach die Sachen und freue mich auch, wenn sich was bewegt, wenn sich was tut, wenn man neue Sachen ausprobieren kann. Aber ganz generell in Redaktionen, man muss den Leuten eben ganz, ganz viel erklären, ihnen Zeit schenken und nicht irgendwie denken, wenn man sagt, ja, ich habe es Ihnen doch jetzt einmal gesagt und Sie kapieren das immer noch nicht. Das sind alles Prozesse. Also so...

Denkprozesse oder wie man Dinge adaptiert, das dauert ja, das geht nicht von heute auf morgen. Und das muss man sich, glaube ich, immer im Hinterkopf haben, dass es diesen einen Moment, wo sich irgendwas verändert, den gibt es nicht, sondern das passiert immer alles mit der Zeit. Ja. Ja, super interessant. Also bin ich mal gespannt.

Also versuche ich mal ein bisschen einzuarbeiten. Ist tatsächlich auch genau das, was man so merkt, was funktioniert. Aber wie gesagt, ich habe immer das Gefühl, dass die Redaktion so ein bisschen, alle anderen sind so, okay, ja, let's go. Und die Redaktion so, wir passen mal ein bisschen noch auf, ein bisschen besser auf und stürmen da nicht direkt so drauf vielleicht. ist ja noch dies oder das oder wir lassen noch ein bisschen Zandzeit ins Land laufen dann, damit das dann vielleicht doch noch irgendwie ein bisschen passenderes Thema wird.

Aber ja, es kommt ja auch immer darauf an, um was es geht. Und du hattest ja auch gerade im Bereich Digitalisierung, Transformation von der Bi-Beta-Serie, dieses Jahr einige Sachen geteilt. Da habe ich dich ja auch drüber gefunden, besonders das Interesse aufgekommen, mit dir zu sprechen. Was hast du da so gesehen, was für dich persönlich jetzt, für dein eigenes Team oder dein, in dem Team, in dem du tätig bist natürlich auch, also die spannenden Neuerungen sind oder die spannenden neuen Dinge, die du auch verfolgen willst? Also erstmal habe ich da so ein bisschen mitgenommen und durchaus selbstbewusst dann auch registriert.

Also es geht ja bei der BeBeta, war der Schwerpunkt dieses Jahr, ich weiß nicht, ob es jedes Jahr so ist, ich war jetzt zum ersten Mal auch da, ging es dieses Jahr schwerpunktmäßig um das Thema künstliche Intelligenz auch. Und es ist ein Thema, was halt jetzt... also spätestens seit diesem großen Aufschlag mit ChatGPT, alle Verlage umtreibt. Das schwankt so ein bisschen zwischen Aufbruchstimmung und zwischen, ah, wir müssen jetzt da mal was machen, ohne genau eine Idee zu haben, was eigentlich. Und ich habe bei der Bibetta, also ich habe...

Und bin da hingefahren, um mir das anzuschauen, einfach weil ich sehen wollte, was ist eigentlich gerade Stand der Dinge in der Branche und dann, wo, wenn nicht dort, kann man es denn sehen, wenn halt auch die großen, mittleren und kleineren Verlage einfach zusammenkommen und darüber sprechen, was sie gerade in dem Bereich KI tun. Ja. Ich habe mir eigentlich, bevor ich da hingefahren bin, erhofft und erwartet, dass ich da eben Impulse mitnehme und dann bin ich zurückgekommen, eher mit dem Gefühl, naja, so verkehrt machen wir es eigentlich gar nicht und wir sind eigentlich so unvergesslich. ganz gut aufgestellt, was den Bereich KI angeht. Hier bei uns bei der Mediengruppe Oberfranken, die ja viel mehr ist als nur die Redaktion, da gibt es ja, also die ganze Mediengruppe Oberfranken hat über 2000 Angestellte mit Fachverlagen, die da vor allem im medizinischen Bereich Publikationen haben, mit einem Agenturgeschäft und das alles und jeder Bereich macht da was.

Wir haben da jetzt auch relativ intensiv angefangen, uns intern auszutauschen mit Veranstaltungen, Ja, und da bin ich einfach, nachdem ich jetzt gesehen und gehört habe, was wir machen bei der MGO und was die anderen so tun, denke ich so, ja, so schlecht sind wir gar nicht aufgestellt. Das ist doch eine schöne Insight von so einer Konferenz. Was genau, also ich weiß nicht, ob das... ja noch geheim ist oder ob das intern nur besprochen wird, aber was genau macht, also kannst du ein paar Sachen sagen, die du jetzt als Digitalredakteur für KI und Content Management aktiv verfolgst, also selber verfolgst, was ihr gerade umsetzt im KI-Bereich? Also ein Projekt in der Redaktion war, das war bei, da war ich jetzt aber selbst sogar gar nicht drin, das haben andere Kolleginnen und Kollegen umgesetzt, die haben einfach eine, sage ich mal so grundsätzliche KI-Funktionen einfach mal mit unserem Hersteller zusammen ins Content Management integriert, also dass man sich Überschriftenvorschläge machen lassen kann, dass man sich Vorschläge machen lassen kann für Zwischentitel, für ein Lead von einem Artikel oder wir arbeiten jetzt auch nach User Needs in der Redaktion.

Ich weiß nicht, ob dir das was sagt. Erzähl gerne das. Ja. Also es gibt verschiedene Modelle, wie man herangehen kann an die Frage, was erwarten eigentlich unsere Leser von uns. Und dieses User-Needs-Modell ist eins, was in der Zeitungsverlagswelt jetzt eben ganz stark im Kommen ist, was ein ehemaliger BBC-Journalist entwickelt hat in seiner ursprünglichen Version.

Er hat es dann auch nochmal ein bisschen weiterentwickelt so über die Jahre mit einem Unternehmen zusammen. Und da geht es halt einfach um verschiedene Kategorien, mit welchen Informationsbedürfnissen Leser an ein Nachrichtenportal herantreten. Und die Grundaussage von diesem User-Needs-Modell ist, dass die Verlage alle zu viel Update-Me-Sachen machen. Also Update-Me bedeutet, dass klassische Nachrichtensachen. So 60 bis 80 Prozent der Inhalte, die man so findet, sind halt einfach nur eine Nachricht.

Mal ein bisschen länger, mal ein bisschen kürzer. Und dann gibt es aber auch noch eben so dieses Informationsbedürfnis, dass man was dazu lernen will, dass man einfach mal unterhalten werden will, dass man verschiedene Perspektiven sehen will. Und das haben Messungen und Forschung hat das ergeben, dass das eigentlich das ist, was die Leser viel mehr erwarten. Und dass man viel zu viel von den Nachrichteninhalten macht. Ja.

Und das ist halt jetzt, da sind wir jetzt auch dabei und da kommen wir wieder zurück zu diesem KI-Thema, dass wir jetzt halt auch eine Funktion in unserem Content Management System haben, das dann analysiert, eben KI-gestützt, welches User-Need ein Artikel zum Beispiel erfüllt und dass man dann auch besser steuern kann, dass wir halt davon wegkommen, wir machen auch zu viel Update.me und zu wenig von den anderen, wie alle Verlage auch. eben auch, die sich diesem Modell anschließen und diese Erkenntnis eben gewinnen, dass es so ist. Und diese Update-Inhalte haben durchaus ihre Berechtigung und man will die nicht ganz abstellen oder abschaffen, aber man muss halt einfach das Verhältnis verschieben zugunsten von den anderen. Und da ist es halt natürlich gut, wenn man eben KI-gestützt einfach Artikel analysieren lassen kann, Weil wenn am Ende ein Mensch die Entscheidung trifft, welches User-Need erfüllt denn dieser Artikel, dann liegt man halt eben tendenziell auch gerne mal falsch oder jeder macht die Einschätzung ein bisschen anders und dann wird es wieder schwer messbar. Und mit algorithmischer Unterstützung hat man dann eben die Möglichkeit, objektiv eben das messen zu lassen und sich anschauen.

Definitiv. Das ist ein cooles Konzept auf jeden Fall. User-Needs heißt das, ne? User-Needs, genau. Was man anspricht.

Der Mensch, der das erfunden hat, heißt Dimitri Schichkin. Also wenn man den Namen googelt, stößt man eigentlich sofort darauf. Er bezeichnet sich selbst im Interview ab und zu gerne mal als that user needs guy, wenn die Leute seinen Namen vergessen. Ist ja gut. Also wenn das so bekannt geworden ist, kann man das auch gerne als Person machen, sich damit zu assoziieren.

finde ich eine coole Sache, auf jeden Fall. Muss mir mal genauer anschauen. Ist tatsächlich auch unser Ansatz, genau. Also, dass wir weggehen, nur von Berichterstattung, sondern wirklich auch ein bisschen mediale Inhalte reinbringen und sagen, hey, es gibt nicht nur Titel, irgendwelche Clickbait-Titel im schlimmsten Fall und Textartikel dahinter und vielleicht noch ein Bild dazu, sondern es gibt auch andere Formate, die einfach zusätzlich einfach unterhalten, ne? Trotzdem irgendwo Informationen sind, irgendwo Neuigkeiten vielleicht sogar sind, aber über andere Formate dann in dem Fall.

Aber es ist super spannend. Cool, dass ihr das mit einem, ja. auf die Gestalt von dem Inhalt, der dadurch entsteht. Natürlich, Nachrichteninhalte sind Text und Bild, aber unterhaltsame Inhalte dürfen auch alles andere sein. Also da kommt Video zum Beispiel stärker mit rein oder das Nutzerbedürfnis, hat auch ganz starken oder soll ganz starken Einfluss darauf haben, wie der Inhalt am Ende strukturell aussieht.

Was hältst du als selber aktiver Journalist von, also wir hatten letztens eine Folge mit einem Norweger von Bergens Tidende, die machen viel mit Robot Journalism, nennen die das, also es ist nicht komplett LLMs, also es ist nicht KI im Sinne von generativer KI, sondern eher so ein regelbasiertes System, hatte er gemeint, um halt Content, gerade sehr, sehr lokalen Content zu erstellen, zu Sportnachrichten von lokalen Teams, zu Immobiliensituationen in der eigenen Stadt oder im eigenen Ort, Dinge, die einfach nicht handelbar sind für ein kleineres Team, da halt zu berichten. Was, also ich meine, das ist regelbasiert, aber was siehst du so für Vorteile oder für so generative KI-Themen für dich selber, wo du denkst, okay, das kann auf jeden Fall was werden, wo denkst du, okay, das hat einfach nicht die Qualität oder ich bin eher Team journalistische Relevanz beziehungsweise qualitativer Journalismus und nicht Hauptsache Content rausgeschoben ohne Ende. Ja, ich glaube nicht, dass das ein Gegensatz ist. Und zwar, also meine feste Überzeugung ist einfach, dass KI und wenn wir da in dem Bereich über Large Language Models und generative KI sprechen, dass der Einsatz davon uns helfen kann, uns von dieser Fließbandarbeit in den Redaktionen zu befreien. Und das ist jetzt auch nicht negativ gemeint, aber die Aufgabe von Redaktionen ist ja wirklich auch ganz, ganz stark.

Also wir werden geflutet. Ich gehe mal davon aus, dass es in allen Redaktionen der MGO zusammengenommen jeden Tag locker eine vierstellige Anzahl an E-Mails und Pressemitteilungen ist, die uns erreicht. Und das muss jemand sichten, das muss jemand sortieren, da muss man sagen, an wen geht das überhaupt? Also ist es jetzt was für unsere Assistenzen, die daraus Meldungen machen oder Veranstaltungsübersichten? Oder ist es jetzt was, woraus wir eine Pressemitteilung generieren?

Oder ist es eher was für die Redaktion, wo sie dann sagt: "Okay, das ist ein Thema, dem geben wir nach, das recherchieren wir." Und also abseits von dieser klassischen journalistischen Reporterarbeit, dass wir und Themen recherchieren, haben wir halt eben in den Redaktionen noch ganz, ganz viele andere Sachen zu tun, die eben mit dieser Flut an Informationen zu tun hat, die uns jeden Tag erreicht. Und ich glaube, dass wir da in dem Bereich einfach ganz starke Möglichkeiten haben, KI einzusetzen, um uns eben von dieser Flut, Fließbandarbeit zu befreien, um eben Ressourcen frei zu bekommen für ganz, ganz originäre Reporterarbeit. Und das ist halt eben meine Hoffnung, dass wir die Ressourcen, die halt überall im Lokaljournalismus knapp sind, eben effizienter nutzen können, um mehr Journalismus wieder zu machen und zu sagen, ja, diese Pressemitteilung, die uns jetzt per Mail erreicht, die geht einfach idealerweise irgendwann mal komplett durchautomatisiert ihren Gang, bis sie dann auf irgendeine Seite landet oder auf ein Portal. Und dort nimmt sie nochmal jemand ab, der normalerweise nur eine Sichtkontrolle machen muss, aber dieses ganze Redigieren, Kürzen, das an den richtigen Ort bringen, die Relevanz einschätzen oder so, das können alles, da können wir uns alle, da können wir uns glaube ich von der Technik helfen lassen sehr, sehr viel und haben dann eben den Rücken frei für, ich sage mal, den richtigen Journalismus. Also Recherchen, gute Geschichten, das tun, was unsere Leser eben von uns erwarten.

Finde ich sehr eckwickend, dass du da auch in dem Bereich so aufgehst tatsächlich. Also wie gesagt, wir haben auch schon ein bisschen was anderes gehört. Nicht in dem Podcast tatsächlich, aber auch in anderen Gesprächen, dass man dem Ganzen so ein bisschen noch kritischer gegenübersteht. Aber auch wir sehen das so, also im Fokus von allem muss im Endeffekt die journalistische Arbeit stehen. Das wirkliche journalistische, wertvolle Aufarbeiten von Informationen, sei es jetzt politisch oder wirtschaftlich oder...

ökologisch ist eigentlich egal. Es geht wirklich darum, okay, wir haben diese Arbeit, die noch vom Menschen gemacht werden kann, auch wenn es dann nachher erweitert ist durch KI oder vereinfacht wird durch KI, aber irgendwo brauchen wir diesen Anfang halt. Und wenn man dann reingeht und sagt, auch gerade im lokalen, im regionalen Bereich, wir haben... einfach zu viele Plattformen, die man auch bespielen eigentlich muss, um weiter relevant zu bleiben. Instagram, TikTok, YouTube Shorts, was auch immer.

Wenn man dann sagen kann, wie du gerade auch gemeint hast, okay, wir automatisieren den ganzen manuellen Aufwand irgendwie weg und bespielen diese Inhalte basierend auf diesem Artikel, der dann halt natürlich... wertvoll und mit Kopf auch erstellt wurde und auch Story-technisch dann schön geschrieben wurde, das ist ja die Utopie eigentlich, wo wir hinwollen und das kann KI und Automatisierung uns ermöglichen. Das ist halt das Coole. Ja und ich Ich glaube auch, dass... Also ich verstehe schon auch die Ängste, die da mit einhergehen.

Wenn dann jemand sagt, ja jetzt kommt KI, die nimmt uns Arbeit ab und dann wird halt das, was bisher der Mensch gemacht hat, das wird wegrationalisiert und dann brauchen wir weniger Leute und dann schrumpfen wir wieder. Aber ich glaube, das muss einfach... Da gehört auch natürlich ein klares Bekenntnis von Verlagen dazu, die dann sagen: Hey, wir setzen das ein, um den Journalismus zu stärken und nicht, um da wieder die nächste Sparrunde draufzusetzen. Das ist natürlich nicht mein Hebel, an dem ich sitze. Ich bin eher an der Basis.

Ich kann dann quasi von unten nach oben sagen: Hey Leute, so stelle ich mir das vor. Und bitte macht das so. Und ich bin bei uns auch guten Mutes, dass das in die Richtung sich entwickelt. Und ja, für den eigentlichen journalistischen Beruf, da ist es mir gar nicht so... Also ich habe da keine Angst, dass da irgendwann eine KI kommt, weil eine KI kann keine Informationen Also die Aufgabe von Journalisten ist es ja, Informationen zu beschaffen, die noch nicht da sind, also die zumindestens mal jemand für sich behält.

Und woher soll KI diese Informationen denn nehmen? Und deswegen sind wir Journalisten halt eben, glaube ich, was das angeht, in der schönen Position, dass wir... also zumindest mal in meiner Vorstellungswelt, nicht ersetzbar sind durch KI. Ja, ich finde das ja auch so erstrebenswert, dass du vor allem im Lokalbereich unterwegs bist, also so Regionaljournalismus, Lokaldemokratie, sind ja so Themen, die immer mit zusammenhängen und die auch von großen Unternehmen, Score Media und ähnlichem, sehr, sehr stark gepusht werden, auch gezeigt werden. Vielleicht eine sehr, sehr...

Eine dramatische Frage, aber glaubst du, in Zukunft können diese kleinen lokalen Titel überleben, wenn sie sich nicht mit KI und dem ganzen digitalen Thema beschäftigen? Das ja im Endeffekt dazu führt, dass man hoffentlich über die Zeit hinweg weniger Kapazitäten braucht, um relevant zu bleiben, also um Inhalte zu produzieren, um Inhalte zu kuratieren, veröffentlichen und ähnliches. Ja, also ich glaube, dass es überlebensnotwendig ist, sich mit den technischen Entwicklungen auseinanderzusetzen und sie auch quasi an sich ranzulassen. Also wenn ich jetzt sagen würde, wir arbeiten oder irgendeine Redaktion arbeitet jetzt oder in 20 Jahren noch so, wie sie heute arbeitet, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr, sehr groß, dass sie in 20 Jahren nicht mehr da ist. Wenn sie sich nicht verändert und die neuen technischen Möglichkeiten annimmt, die alles, was die Digitalisierung an Möglichkeiten bietet, annimmt, dann wird es wirklich bloß der Aufdauer.

Aber das soll keine Horror-Vision sein. Nee, genau. Das soll eigentlich was Motivieren, ne? So ist halt die Welt. Also die verändert sich und wer die Veränderung annimmt, der hat eine Chance.

Und derjenige, der, also weiß ich nicht, wenn jetzt heute jemand sagt, er fängt jetzt an, irgendwie in großem Stil Kutschen zu bauen und dann hat er mit seinem Geschäftsmodell ein Problem. Und so ist das im Journalismus auch. wahrscheinlich schon aus welchen kutschen für influenza die diese dann bewerben und speziell für hochzeiten vermieten oder wenn man eine extremische findet genau wenn du deine nische findest und das sind ja auch das was viele was viele leute prophezeien die sich wahrscheinlich besser auskennen als ich die dann sagen das print produkt zeitung wird in irgendeiner form noch weiter existieren in den nächsten zehn 20 30 jahren oder doch noch weiter darüber hinaus aber es wird mehr und mehr eben zum liefschutz Produkt, was vielleicht nicht mehr, wenn wir jetzt über lokale Tageszeitungen reden, was vielleicht nicht mehr einmal pro Tag erscheint, sondern dass diese Erscheinungsweise, der Rhythmus, der wird zurückgehen, dann sind es dreimal pro Woche, viermal pro Woche und vielleicht dann irgendwann nur noch einmal pro Woche mit einem Best-of oder so. Also das ist die Entwicklung, die halt die meisten Leute prognostizieren. Ja, gerade in Bezug auf Geschäftsmodelle, hast du in deinen...

... vergangenen Jahren irgendwelche digitale Produkte...... oder digitale Endprodukte gesehen,...... die dich persönlich auch irgendwie total begeistert haben. Also mal abgesehen jetzt von einem Subscription Model......

oder ähnlichem gibt es ja ganz viele verschiedene Sachen auch,...... die einen in diesen Funnel reinziehen können. Ich hatte ja das Beispiel auch mit dem Lokalsport zum Beispiel gesagt... das jetzt automatisiert wird in Norwegen, zumindest in Bergen. Ja, die Norweger, die Skandinavier sind Riesenvorbilder, egal in welches deutsche Verlagshaus du gehst, was die Skandinavier machen, ist immer sehr hoch angesehen.

Richtig cool. Hast du irgendwelche Dinge in den letzten Jahren gesehen, die für dich persönlich und die du vielleicht auch umgesetzt hast in deinem Unternehmen, die dich herausstechen, also von denen du ein bisschen mehr erzählen kannst? Puh, das ist jetzt eine schwierige Frage. Also, weil es beginnt, glaube ich, immer, egal, welches journalistische Produkt du verkaufen willst, es beginnt immer mit Qualität. mit journalistischer Qualität.

Und da verändert sich ja eigentlich gar nicht so viel, was journalistische Qualität ist, was die Leser von uns erwarten. Das können wir ja sogar immer besser messen, erfassen, sehen, dadurch, dass halt die Leute immer mehr digitale Produkte benutzen und die Portale, die produzieren halt eine Unmengen an Daten und da lässt sich halt... eigentlich auch immer leichter herauslesen was was eigentlich die leserinnen und leser von uns erwarten was was journalistische qualität angeht und jetzt die frage nach nach dem einen produkt was was rausgekommen ist Und was wahnsinnig eingeschlagen hat, da muss ich sagen, da habe ich wahrscheinlich nichts zu bieten und habe auch noch nichts gesehen, wo ich sagen kann, das ist das eine Ding, was eingeschlagen hat wie eine Bombe. Das ist vielmehr so ganz, ganz viel Fleißarbeit von ganz vielen kleinen Stellrädchen, die man bewegen muss, um eben ein stimmiges Gesamtpaket zu haben, was die Leute überzeugt. Ja, und wie du sagst, also das fand ich einen sehr, sehr guten Punkt, die Daten, also man muss auch reinschauen, was dann auch wirklich gebraucht oder gewollt wird, auch wenn die Leute das vielleicht gar nicht sagen.

Also gerade nochmal die Referenz zu Bergen, in dem Fall, die haben ja, also als ich mit Jan da gesprochen habe, das war furchtbar. Also ich habe es erst gar nicht richtig wahrgenommen, warum denn das so interessant ist. Also Sie haben Immobilien, also gerade aktuelle, die neuesten verkauften Immobilien oder gelisteten Immobilien in den einzelnen Straßenzügen automatisiert zusammengefasst. Und da habe ich auch so, okay, also warum gehe ich auf eine Tageszeitung, um zu sehen, welche, oder zu lesen, welche Immobilien in welchen Straßen verkauft wurden? Und das sind scheinbar alles öffentliche Daten, aber für die ist das ein riesen Abo-Treiber, weil die Leute nicht das Haus gegenüber, da haben sie wahrscheinlich Kontakt dazu, aber was in ihrer Straße verkauft wird oder zum Verkauf angeboten wird, dann wollen die Leute irgendwie wissen, sind die neugierig, wer zieht ein oder wann wurde es verkauft, was kostet das Ding.

Genau das gleiche mit Lokalsport. Also ein Riesenthema war auch, okay, natürlich gibt es EM, es gibt WM und vielleicht irgendwie noch DFB-Pokal, ähnliche Dinge, die halt sehr groß sind, aber eigentlich wollen gerade die jüngeren Leute im lokaleren Bereich super gerne wissen, okay, welche Teams spielen gegeneinander, auch wenn das unbekannte Teams sind und wie lief das so ab, wer hat gegen wen gewonnen und was waren so die Insights in dem Spiel. Fand ich super interessant zu hören, weil ich das nie auf dem Schirm hatte bisher, dass man Dass diese Themen so intensiv Abonnenten treiben, gerade wiederum Nischenthemen, also es sind dann keine Hunderttausende, aber wenn man viele Nischenthemen finden würde, die man alle dann bedient, kann man natürlich auch große Zuläufe dann erzeugen. Ja, und das ist ja gerade das, was dir jede Zahl, die du messen kannst, von Reichweite über Abos über Klicks hinter der Paywall, Verweildauer, alles, was die Palette so hergibt, die sagt uns immer eins, und zwar sind es für die lokalen Zeitungsverlagen, für die regionalen Zeitungsverlage sind es lokale Sachen. Also, äh.

Du kannst bei uns auch das Ergebnis von Deutschland-Dänemark oder Deutschland-Spanien finden und so. Oder irgendein DPA-Interview mit Julian Nagelsmann oder so. Aber das sucht bei uns niemand und das will von uns niemand. Und das verkauft, also das kauft uns auch niemand ab. Also insofern sind immer die ganz lokalen Inhalte, die eben die Leute bei uns suchen, die sie von uns erwarten und wo sie von uns auch zu Recht die Qualität erwarten.

dass alles passt und da kriegen wir schon auch genug Kritik, wenn es mal schief geht. Aber der Ansatzpunkt ist immer das lokale und regionale Lebensumfeld von den Leuten. Was da relevant ist, das ist unsere Aufgabe. Ja. Und daran hat sich ja auch jetzt wahrscheinlich auch über die Jahrzehnte vielleicht wenig geändert.

Nur früher war es vielleicht mal so, wenn du so einen gewissen Monopolstatus hast als gedruckte Zeitung und dann müssen die Leute quasi zu dir kommen. Heute haben sie halt viele Alternativen. Und das ist auch eine Herausforderung, also das quasi so dieses nachrichtliche Grundrauschen, wann wo welche Veranstaltung ist und wer was im Gemeinderat gesagt hat, das kriegst du überall. Und die Zeitung, wir müssen eben darüber hinausgehen und den Leuten halt eben mehr bieten und mehr in die Tiefe kommen. Ja.

Was habt ihr denn aktuell bei der Mediengruppe Oberfranken für Projekte, irgendwas, was vielleicht neu jetzt geplant ist oder jetzt in der nächsten Zeit aufkommt und in dem Fall auch, wie wenn irgendjemand im Publikum, also Zuschauer, Zuschauerin oder Zuhörer in dem Fall und Zuhörerin dabei sind, die kann man euch erreichen, wenn man das unterstützen möchte, wenn man quasi mitarbeiten möchte oder Kooperationen, Partnerschaften sucht? Meinst du jetzt als Leser, Leserin oder generell? Nee, als Hörer und Hörerin von diesem Podcast eher. Also die Zielgruppe von uns in dem Fall. Ja, also Ich fange mal damit an, was gerade momentan so in Bewegung ist.

Vielleicht kommen wir dann auf das andere dann irgendwie noch drauf automatisch. Also wir haben jetzt gerade jetzt, jetzt muss ich gerade überlegen, wir haben jetzt Anfang Juli, wir haben Mitte Juni angefangen, ein neues Tool bei uns auf ein Portal zu integrieren. Da sind wir auch wieder beim Thema User Needs, dass eben die ganzen Daten, die unser Portal produziert, analysiert und auf die Redaktion zugeschnitten, halt immer nicht nur Zahlen ausspuckt, so wie das Google Analytics zum Beispiel tut oder wie das Piano tut, Zahlen, die man dann eben hat und die man für sich selbst interpretieren muss, sondern dass eben das System der Redaktion immer auch so Handlungsempfehlungen gibt, also erstmal eine gute Visualisierung der Zahlen, was ist wichtig und das Wichtige von dem Unwichtigen trennen und dann eben auch basierend darauf abzulegen, teilweise auch wieder mit machine learning modellen unterfüttert die dann quasi oder anspruch ist es wird das lernt anhand der zahlen vom portal und die die algorithmen werden immer besser und dass das wir eben handlungsempfehlungen bekommen was wir mit den zahlen eigentlich anfangen sollen also dass es sehr beispiel ausrechnet und sagt hey das hier bei der ideale tag und der ideale zeitpunkt um irgendeinen inhalt auf facebook zu teilen facebook ist immer noch für das wichtigste soziale Medium, auch wenn es bei den jungen Leuten schon teilweise wieder in Vergessenheit gerät. Oder auch wie man Inhalte auf einem Portal zu einem bestimmten Gesamtpaket orchestriert. Was gehört wann wohin?

Oder welche Themen gehören denn in unsere Newletter rein? Und das wird halt eben durch dieses System, und ich glaube, ich bin... wenn jetzt auch, kann auch den Namen sagen, SmartOcto nennt sich das. Das ist ein holländisch-serbisches Unternehmen. Die haben weltweit das schon seit Jahren erprobt und arbeiten also wirklich mit vielen Verlagshäusern weltweit zusammen.

Und ja, das wollen wir jetzt eben bei uns. Wir testen das jetzt über einen gewissen Zeitraum intensiv und treffen dann eben die Entscheidung, ob wir das dauerhaft bei uns in die Redaktion einführen wollen. Hat eben auch da wieder mit dem Thema Akzeptanz zu tun. Das schönste System funktioniert nur, wenn die Redaktion das für sich annimmt und damit arbeiten will. Wenn sie es flächendeckend links liegen lassen würden und dann erst ausgeschmissenes Geld.

Das stimmt. Das ist so ein Projekt, was momentan läuft. Dann haben wir zuletzt einen Austausch angestoßen mit dem Bamberger Zentrum für Künstliche Intelligenz. Das ist ein Zusammenschluss von mehreren Lehrstühlen an der Uni Bamberg, die in der Kern-KI forschen, wo dann auch wieder andere Lehrstühle aus der Informatik so mit angeschlossen sind. Da haben wir so einen Austausch begonnen.

Das sind eben einmal zu so einem Initialtreffen halt, wo wir dann auch wieder ein paar Dinge machen. die Professoren und die Führungsebene bei uns im Haus, also von der ganzen Mediengruppe Oberfranken zusammengekommen und haben sich einfach mal kennengelernt, um mal zu sehen, was machen die anderen eigentlich und wo sind denn Möglichkeiten, dass wir zusammenarbeiten, weil auch dieses Bamberger Zentrum für Künstliche Intelligenz ganz stark das Bedürfnis und den Auftrag hat, auch in die regionale Wirtschaft reinzuwirken und zusammen eben mit regionalen Unternehmen zusammenzuarbeiten. Forschung und Entwicklung zu machen. Und daraus haben sich jetzt auch schon wieder Folgetreffen ergeben. Also ich war jetzt gerade Freitag, jetzt letzten Freitag, war ich zusammen mit Kollegen dann bei einem von den Professoren und dessen Spezialität ist eben Datenvisualisierung und so datengetriebenes Storytelling.

Und da geht halt auch ganz viel mit KI. Wollen wir jetzt einfach mal den Austausch intensivieren und gucken, was wir dann zusammen machen können. Über verschiedene Projekte mit Masterarbeiten, möglicherweise auch mal ein Doktorand, der bei uns was macht. Ja, vielfältige Möglichkeiten. Also auf jeden Fall beeindruckend, was die machen und was wir quasi für uns nutzbar machen könnten.

Ja, wirklich. Hört sich auf jeden Fall auch an, als ob ihr da gut vorne mit dabei spielen wollt. Also super cool, dass ihr da so aktiv auch in dem Bereich seid. Also falls jemand zuhört, der gerade einen Einstieg oder vielleicht auch einen Switch sucht, kann mir vorstellen, dass das ganz spannend und ganz interessant ist, da auch mal ein bisschen neue Themen abzudecken. Das soll jetzt auch keine Lobhudelei auf den Chef sein, aber das ist bei uns auch eben ganz stark getrieben von unserer neuen CEO.

Eva-Maria Bauch, die ist jetzt seit ein paar Monaten eben an der Spitze der Mediengruppe Oberfranken. Die kommt eben aus dem Bereich Informatik und setzt auch einen ganz starken Fokus auf das Thema KI. Also die lässt da niemanden mehr quasi außen weg gehen. Sie setzt ganz stark den Fokus darauf und ich denke, das ist ein sehr, sehr positives Hinweis. da.

Muss ich mich wohl mal melden bei ihr für den Podcast. Das hört sich spannend an. Ich glaube, sie hat viel zu sagen. Hört sich gut an. Können wir im Nachgang nochmal darüber sprechen.

Wir machen zum Schluss unsere letzte Frage, wir machen nochmal ein großes Fass auf. Kannst vielleicht auch einfach kurz was dazu sagen. Wie sieht für dich denn die Zukunft der Medien- und Verlagsbranche mit Fokus natürlich auf Regionaljournalismus in den nächsten fünf bis zehn Jahren aus? fünf bis zehn jahre sagst du ja das ist das ist eine schwierige auch wieder eine schwierige frage die zukunft Oder was für ein einziges Thema, das können wir auch gerne nehmen, was für ein Thema würdest du sagen, fällt weg und was für ein Thema ist voll im Fokus? Also voll im Fokus würde ich jetzt sagen, und das ist aber auch...

Ja, so ein Bauchgefühl ist natürlich das Thema Digitalisierung, KI, was durch diesen KI-Hype, der gerade durch ChatGPT entstanden ist, wo das jetzt natürlich wirklich in aller Munde ist, da entstehen viele neue Möglichkeiten. Man kann sich da natürlich auch total verhaspeln, weil irgendwie gefühlt kommen jeden Tag zehn neue Tools auf den Markt und jedes Bauchgefühl von sich selbst, das revolutioniert alles. Und man muss da auch ganz genau auswählen, wo will man jetzt eigentlich seine Ressourcen reinlenken. Aber die ganz große Herausforderung, die ist und bleibt eigentlich, dass wir... den Leuten, die wir quasi mit unseren Angeboten, mit unseren journalistischen Angeboten bedienen wollen, dass wir denen ihre Bedürfnisse erfüllen müssen.

Und wir bekommen eigentlich immer mehr und mehr und mehr Instrumente an die Hand, um zu verstehen, was die von uns erwarten. Weil früher war das ja so, du hast irgendwie so eine Marktforschungsumfrage gemacht, da können die dir alles Mögliche erzählen. Sie sind vielleicht manchmal sogar davon überzeugt, dass das, was sie uns in der Umfrage sagen, das ist, was sie denken. Aber ihr Handeln, Wie sie Nachrichten konsumieren, ist eigentlich ein ganz anderes. Und die Zahlen, die digitale Portale, die Nachrichtenportale produzieren, die lügen nicht.

Die sind einfach die Zahlen, die sie sind. Das sind unsere Leserinnen und Leser, das ist deren Verhalten, das sind deren Erwartungen, die sie an uns haben. Und die Herausforderung für den Journalismus, gerade auch unter dem Druck, unter dem er von allen Seiten steht, ist und bleibt einfach wirklich den Fokus auf das zu legen, was die Leute da draußen von uns erwarten. Ja. So spannend, also man merkt auf jeden Fall, dass du jetzt und auch schon ein bisschen in der Vergangenheit viel Kontakt mit Daten hattest.

Das ist nämlich jetzt genau die Antwort, die jemand, der mit Daten arbeitet, geben würde. Aber tatsächlich genau das, also finde ich ein schönes Schlusswort in dem Fall, wieder dieses User Needs. Ich glaube, das war eines der Themen, die jetzt auch im Fokus oder bei mir jetzt auch im Fokus stehen werden, da mal reinzuschauen, was da so geschrieben oder erzählt auch wird. Das finde ich ein super spannendes Thema und genau das, also nicht immer das, was die Leute sagen, ist halt das, was sie auch nachher brauchen oder wollen. Aber genau, da könnten wir jetzt wieder ein ganz neues Fass aufmachen.

Blick auf die Zeit. würde ich sagen vielen vielen dank moritz für die ganzen insights für die auch vielleicht manchmal ein bisschen kritischeren themen und für die offenheit ich hoffe wir hören uns mal wieder und sehr gerne mit freund dankeschön dann sehen wir uns noch bis dann moritz tschau Danke. Ciao. Dieser Podcast wird produziert von der Explo GmbH. Wenn auch du neue Zielgruppen über digitale Produkte binden und deine Content-Produktions-Workflows automatisieren willst, dann kontaktiere mich auf LinkedIn oder vereinbare eine unverbindliche Demo direkt auf unserer Website explo-gmbh.de.

Wir sehen uns in der nächsten Folge. Vielen Dank.

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