Neue Erlösquellen und die Zukunft des Bewegtbilds
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In dieser Folge spreche ich mit Partner bei SCHICKLER und einem der führenden Experten für Medien- und Unterhaltungsstrategien, Klaus Böhm, über die Zukunft des Bewegtbilds, neue Erlösquellen für Verlage und wie sich traditionelle Medienhäuser in einer digitalisierten Welt neu erfinden können.
Erwähnt in der Folge
- www.schickler.de
- www.schickler.de/2023/12/die-erloesquellen-der-zukunft-wie-medienunternehmen-zukuenftig-geld-verdienen
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Bewegtbild bewegt eben auch die Konkurrenten, die Nutzer und muss dadurch auch zwangsläufig für die Anbieter eine hohe Relevanz haben. Und da spielt Bewegtbild sicherlich eine große Rolle, denn Bewegtbild ist als Medium sehr emotional und trägt mit Sicherheit zur Kundenbindung oder vielleicht auch schon zur Kundengewinnung bei. Untertitelung des ZDF, 2020 Moin aus Kiel zur neuen Folge von Ressort21, dem Podcast über Innovation und Digitalisierung in der Verlags- und Medienwelt. Ich bin Tim Großmann und spreche heute mit Klaus Böhm, Partner bei Schickler und einem der führenden Experten für Medien- und Unterhaltungsstrategien. Wir sprechen über das Thema Bewegtbild, neue Erlösquellen für Verlage und wie sich traditionelle Medienhäuser in einer digitalisierten Welt neu erfinden können.
Genug erzählt, viel Spaß bei der Folge. Moin Klaus. Hallo Tim, Servus. Freue mich, dass du dir die Zeit nimmst und dass du heute deine hoffentlich coolen Insights teilst bei Ressort21. Welches Thema ist denn aktuell bei dir so das Interessanteste oder das, was dich am meisten beschäftigt?
Das Interessante ist, glaube ich, dass es so viele Themen sind, rund um die Digitalisierung, rund um die Transformation und auch ganz klassische andere Themen. Aber ein Thema, das mich schon... die gesamte Karriere als Berater beschäftigt, ist sicherlich das Thema Partnerschaften, Kooperationen und auch Merger Acquisition. Also die Zusammenarbeit einzelner Medienunternehmen über die gesamte Wirtschaftskette hinweg. Und das wird immer intensiver, das wird immer spannender.
Da gibt es immer mehr Berührungspunkte zwischen den einzelnen Marktteilnehmern und auch durchaus immer mehr Bereitschaft, auch in einem sehr umkämpften Teilmarkt, dann noch stärker zusammenzuarbeiten. Ja, spannendes Intro auf jeden Fall. Zum Thema Co-Petition hatten wir ja auch schon gesprochen. von einer anderen Beratung tatsächlich jemand zu Gast. Also das scheint ein großes Thema zu sein.
Du hast aber, eigentlich kann man ja fast schon sagen, du hast so eine richtig klassische Beraterkarriere hinter dir. Ich meine, eine Stelle war ja bei RTL, beziehungsweise eine Zeit lang warst du ja bei RTL, bei der RTL-Gruppe und bis dann zu Deloitte. Kannst du mal ein bisschen so einen kleinen Überriss geben, wo du herkommst, was dich so bewegt? Also so ganz klassisch war glaube ich meine Beraterkarriere dennoch nicht, denn ich bin relativ Senior erst zu die Leute, mittlerweile dem weltgrößten und auch dem größten Berater in Deutschland gekommen. Davor war ich schon relativ lange aktiv in der Medienbranche, erst ganz klassisch als Journalist.
als Producer im Fernsehen und dann auf der Management-Seite, unter anderem auch bei RTL, wo ich von Luxemburg aus tatsächlich für die technischen Dienstleister von RTL in Europa zuständig war. Aber dann tatsächlich der Einstieg als Strategieberater bei Deloitte, Und wir sind sehr, sehr groß geworden. Wir sind schnell gewachsen. Innerhalb von 18 Jahren sind wir tatsächlich dann während meiner Zeit dort zur größten Beratung in Deutschland geworden. Und sicherlich auch für uns im Medienbereich, für den ich zuständig war, ist das dann eben auch so passiert.
Und jetzt bin ich tatsächlich seit über einem Jahr bei Schickler, ganz speziell für die Medienbranche tätig, Schickler-Berater. und bin da eben verantwortlich für das Geschäft mit Videokunden im größeren oder im eigentlichen Sinne. Ja, ich freue mich, dass wir jemanden da haben, der tatsächlich sich auch auf Videos fokussiert hat, beziehungsweise spezialisiert hat, da auch viel Erfahrung hat. Bei Deloitte selbst, was für Firmen habt ihr da beraten oder was für Firmen hast du in deiner Zeit beraten? Weil du jetzt meintest, du bist jetzt mit Schickler speziell auf das Thema Video und scheinbar ja Kooperation, wie du ja gerade gesagt hast, auch spezialisiert.
Ja, also ich war in meiner gesamten Beratungskarriere immer für Medienunternehmen tätig und das war auch meine Zuständigkeit bei Deloitte für den sogenannten Media Entertainment Bereich. Bei Deloitte eine klassische Industrieausrichtung für mich, wo ich dann tatsächlich mit TV-Veranstaltern, mit Verlagen, mit Digital Platform Companies, mit Sportvereinen, mit Sponsoren, mit Wettveranstaltern zusammengearbeitet habe. Eine relativ große Bandbreite von Themen, aber immer zugeschnitten auf den Media-Entertainment-Bereich. Und jetzt fokussiere ich mich also weiterhin auf Medien und da speziell für Video, denn meine Kollegen bei Schickler sind ja schon seit Jahrzehnten führend im Verlagsgeschäft und da bin ich ja sozusagen, daneben für Video mit Ihnen zusammen zuständig. Denn die Themen eines Verlages und eines Videoanbieters werden immer ähnlicher.
Wir treffen uns alle online, wir treffen uns alle im Internet und haben die gleichen Fragestellungen rund um Werbung oder beispielsweise Paid Content. Ja, du bist jetzt mit Deloitte und Schickler schon 20 Jahre im Beratungsbusiness tätig. Was interessiert dich da meist, beziehungsweise was hält dich in der Beratungsbranche? Naja, also ich vor... 30 Jahren bei meinem Apple-Gerät in der Redaktion sah, hatte ich schon den Eindruck, dass ich ganz vorne bei der digitalen Transformation dabei bin.
Das hat sich über diese 30 Jahre nicht geändert. Die Entwicklung in der Medienbranche war ja jahrelang vorlaufend, was die digitale Transformation betrifft. Mittlerweile ist das natürlich in allen Industriebereichen gleichermaßen ein großes Thema. Aber bei der Medienbranche sind die Verwerfungen unbegründet. immer noch sehr groß.
Man denke nur beispielsweise an das Musikgeschäft. Der Musikverlag von vor zehn Jahren existiert nicht mehr. Der wurde tatsächlich total auf den Kopf gestellt. Und alle Musikverleger, die heute tätig sind, haben ein ganz anderes Geschäftsmodell als noch vor zehn Jahren. Und Ähnliches passiert natürlich momentan auch mit dem klassischen TV-Veranstalter oder eben auch mit einem Verlagshaus.
Ja, auf jeden Fall. Ich hatte ja vorab ein bisschen geschaut, was du so auch veröffentlicht hast bei Schickler, beziehungsweise, bevor wir da reingehen, Schickler-Highberg, da sieht man ja immer so ein bisschen so die Connection, wie hängt das genau zusammen? Und bist du jetzt bei Schickler oder bist du bei Highberg? Tatsächlich gibt es das Unternehmen Schickler immer noch. dass die Marke international und auch auf dem deutschen Markt ist jetzt aber Highberg.
Hintergrund ist, dass Schickler vor vier Jahrzehnten in Deutschland gegründet wurde, vor allem im Dachraum groß geworden ist. Es gibt keinen Verleger, würde ich mal behaupten, der nicht mit Schickler in der Vergangenheit schon zusammengearbeitet hat. Aber Schickler will weiter wachsen. Schickler will international wachsen, will nach Europa zurückkehren. auch in andere Bereiche außerhalb des Dachbereichs, möchte aber auch mit neuen Themen sich positionieren.
Und deswegen gab es diesen Zusammenschluss mit anderen Beratern in Europa unter dem Dach von Highberg, Was jetzt tatsächlich dazu führt, dass Highberg für sich genommen als Unternehmen, als Beratungsunternehmen auf dem europäischen Markt dann jetzt aktiv ist. Also die Expertise von Schickler wird weiterhin Medien auch sein, aber wir wachsen durchaus auch jedenfalls in andere Industriebereiche, aber ganz speziell eben auch in andere Themen, inhaltliche Themen und auch Wettbewerbe. Diese internationale Perspektive ist für uns als Berater sehr, sehr wichtig, denn auch unsere Unternehmen in Deutschland sind zunehmend international eingebunden und da bedarf es dann tatsächlich auch einer internationalen Brille, internationalen Kontakten aus der Beraterwelt dann. Ja, auf jeden Fall. Das ist ein sehr, sehr guter Punkt.
Du hast vor kurzem auf LinkedIn geteilt, dass Highberg jetzt zum siebten Mal die beste Beratung geworden ist. Also hast du jetzt von der größten Beratung mit Geloind zur besten Beratung gewechselt. Ja, das ist richtig. Aber es ist nicht die beste Beratung im Medienbereich, sondern eine der besten Beratungen und das tatsächlich schon bemerkenswert. seit langer Zeit und immer wiederholt.
Das ist tatsächlich ein toller Track Record, den Schickler sich da erarbeitet hat im deutschsprachigen Markt. Und da sind wir auch sicherlich sehr, sehr stolz drauf. Und ich hoffe auch, unsere Kunden, unsere Unternehmen, die wir beraten, fühlen sich da auch gut aufgehoben. Also, wenn man so eine Auszeichnung bekommt und auch so wachsen kann, auch sich mit Kooperationen mit Größeren dann einlassen kann, dann scheint das ja ganz gut zu laufen. Die Kunden sollten ja ganz happy sein.
Genau, aber vor allem soll es ja heute um das Thema einerseits Video gehen. Das finde ich sehr, sehr spannend, gerade auch, weil ich schon öfters gehört habe, dass gerade in der Verlags-, Regionalverlags-, Medienbranche Medienbranche ist zu breit gefasst, aber in der Verlagswelt die Videostrategie noch nicht so angekommen ist, beziehungsweise viele einzelne Häuser auch noch keine Videostrategie haben. Wie siehst du denn die Bedeutung oder die Relevanz von Video als mediales Element in so einem sei es jetzt Regionalverlag oder Fachverlag auch, haben ja bestimmt andere Ansätze, andere Nutzungsarten. Aber wie hoch oder wie relevant siehst du Videos für solche Unternehmen? Ja, also bewegt Bild bewegt, bewegt eben auch die Konkurrenten, die Nutzer und muss beachten, dadurch auch zwangsläufig für die Anbieter eine hohe Relevanz haben.
Und da wir, wie ich vorhin schon gesagt habe, alle Medienunternehmen sich mittlerweile im Online-Bereich treffen, bedarf es einer Differenzierung, sicherlich auf einzelne oder auf bestimmte Themen. Die Schärfung der Marke, aber auf der anderen Seite eben auch in vielen Fällen attraktiv zu sein für Nutzer, um sie beispielsweise zum Käufer, zum Konsumenten zu konvertieren. Und da spielt Bewegtbild sicherlich eine große Rolle, denn Bewegtbild ist als Medium sehr emotional und kreativ. trägt mit Sicherheit zur Kundenbindung oder vielleicht auch schon zur Kundengewinnung bei. Also Bewegtbild ist ein Thema, auch für Verlage.
Da muss man aber dann natürlich unterscheiden, bin ich ein Regionalverlag, dann brauche ich nicht Bewegtbild aus der großen, weiten Welt, sondern dann brauche ich vielleicht Bewegtbild-Angebot aus meiner Region. Bin ich ein Fachverlag, bedarf es wahrscheinlich anderer Inhalte logischerweise als Bewegtbild. Die müssen dann tatsächlich natürlich zu meinem restlichen Angebot auch passen, beziehungsweise der Nutzer muss danach auch suchen und sie bei mir dann entsprechend finden. Also von daher, Bewegtbild ist nicht das Allheilmittel. Es ist aber mit Sicherheit ein weiteres Medium, auch für den klassischen Verlag, das bereitgestellt werden soll, um eben Kunden zu attrahieren, aber auch Kunden zu binden.
Das ist sicherlich beides sehr wichtig. Tschüss. Dieser Podcast wird produziert von der Explo GmbH. Wenn auch du neue Zielgruppen über digitale Produkte binden und deine Content-Produktions-Workflows automatisieren willst, dann kontaktiere mich auf LinkedIn oder vereinbare eine unverbindliche Demo direkt auf unserer Website explo-gmbh.de Gerade in so einem Regionalverlag liegt ja bisher die Expertise eher noch im journalistischen und vielleicht fotografischen Bereich, also dass man halt zusätzlich Fotos bei Journalisten oder von Journalisten zusätzlich Fotos bekommt. Wie würdest du jetzt aus deiner Beraterbrille einem Regionalverlag aussehen?
ans Herz legen oder auch so ein bisschen so eine kleine Roadmap mitgeben? Wie können Sie ein bisschen aktiver werden, um sich mal ein bisschen hinter das Thema Bewegtbild klemmen? Ja, also da muss man sicherlich auf unterschiedlichen Ebenen dann auch aktiv sein. Also es muss tatsächlich erstmal der Inhalt entsprechend identifiziert werden, der zu meinem Verlag, zu meinem Verlagsangebot, zu meinen Nutzerinnen und Nutzern auch passt. Das kann beispielsweise Sport sein.
Sport ist sicherlich immer eine große Attraktion, gerade auch Fußball. Und jeder Regionalverlag hat in seiner Region eben Fußballvereine, die in beispielsweise niedrigen Ligen spielen und wo die Live-Übertragung oder überhaupt die Berichterstattung klassischerweise eben nicht international stattfindet, sondern eben dann gegebenenfalls vom Regionalverlag übernommen werden kann. Und da gibt es sicherlich auch auf der technischen Ebene, denn ich kann natürlich als Verlag beteiligen, Nicht wie ARD oder ZDF in riesige Übertragungswägen und ganze Infrastruktur investieren. Da gibt es sehr kostengünstige Möglichkeiten, die teilweise da auch schon automatisiert sind und vielleicht sogar auch mit künstlicher Intelligenz eine Kommentierung bewerkstelligen. Da kann man sicherlich investieren.
sich mit attraktivem Inhalt zu relativ günstigen Preisen auch positionieren und eben somit auch einen Mehrwert schaffen für die eigenen Abonnenten oder eben auch für die Werbevermarktung bei den Nutzerinnen und Nutzern. Also von daher, ja, da gibt es Möglichkeiten, auch jenseits der klassischen Blaulichtberichterstattung, die natürlich auch sicherlich im Punkt-und-bewegt-Bild ganz vorne stehen kann und vielleicht auch sogar muss. Ja, was hast du vielleicht jetzt in deiner Karriere schon an Erinnerungen erfolgreichen Bewegtbildstrategien gesehen. Ich meine, die ist ja faktisch einfach so, dass der Aufwand, ein Bewegtbild, also ein Video zu erstellen, deutlich höher ist als das von einem einzelnen Foto zum Beispiel. Heißt, die Kosten sind standardmäßig einfach auch höher.
Was hast du für Monetarisierungsstrategien von gerade Video, Bewegtbildinhalten, Videoinhalten gesehen, die funktioniert haben und was war das so dein Eindruck? Ja, ich will da jetzt nicht sozusagen ein deutsches Unternehmen, einen deutschen Verlag in den Vordergrund stellen, sonst sind alle anderen auf dem Fuß geblieben. Deswegen vielleicht mal einen Schritt ganz woanders hin. Nach Israel. Israel gibt es beispielsweise tatsächlich einen der führenden Anbieter auf Seiten der technischen Lösungen, was automatisierte, künstliche Intelligenz basierte Technologie.
Lösungen für die Live-Berichterstattung, für das Live-Streaming von Sportinhalten und Fußball in erster Linie darstellt. Und hier ist es tatsächlich auch den Verlagen wichtig. als größten Verlag, sehr gut gelungen, eben die nationalen Ligen entsprechend auch damit den Konsumenten dann nahe zu bringen und haben damit sicherlich auch eine führende Rolle neben den klassischen TV-Anbietern in der Sportberichterstattung bekommen. Das ist beispielsweise so ein Beispiel. Beispiel, wo in einem eng begrenzten Bereich, aber doch durchaus dann sogar auf nationaler Ebene, ein Verlag den anderen klassischen Anbietern von Fußball, von Sport, Berichterstattung Parole gebieten haben.
Okay, okay. Und die haben damit auch dann wirklich Umsatz gemacht? Also haben die so eine, war das ein Red-Eintrag dann? Ja, also das hat ganz klassisch zur Kundenbindung beigetragen, sicherlich auch schon, um Abonnenten überhaupt zu gewinnen, aber auch Abonnenten dann weiterzuhalten. Also das war sicherlich gerade aus diesem, monetären Gesichtspunkt ein sehr, sehr gutes und ein klassisches Beispiel.
Okay, Video ist jetzt ein großes Thema, das du auch sehr, sehr aktiv mit aufnimmst. Was für andere mediale Formate würdest du sagen, sind so im nächsten Schritt im Fokus? Also was ratet ihr euren KundInnen dann sich anzuschauen? Ja, also ich würde jetzt gar nicht mehr so sehr von speziellen Formaten reden wollen, sondern von der Monetarisierung. Ich glaube, das ist die große Herausforderung.
Wie kann ich entweder ein Kompromiss oder eine Spreizung zwischen Reichweitenerhöhung für die Werbevermarktung und auf der anderen Seite Kundengewinnung und Kundenbindung vermitteln? für Paid Content, für Subskriptionen. Wie kann ich das beides bewerkstelligen? Das ist sicherlich eine große Herausforderung. Ich glaube, die Zeit ist vorbei, wo man rein auf Werbevermarktung setzen kann.
Auf der anderen Seite sehen wir aber auch bei einem wahrscheinlich begrenzten Markt Entertainment-Budget in den Haushalten oder einem Entertainment-Budget, das vielleicht auch absehbar unter Druck gerät, dass tatsächlich eine reine Subskriptionsstrategie für Verlage eher schwierig ist. Also von daher geht es darum, eben einen Mittelweg zu finden oder eben ein einen Weg zu finden, wo beide Erlösströme aufeinander einzahlen können. Und das ist sicherlich, diese Spreizung ist die große Herausforderung, weil sie sich auf den ersten Blick einfach auch widersprechen. Aber das muss, glaube ich, nicht so sein, indem man beispielsweise unterschiedliche Bündel anbietet, unterschiedliche Angebote dann macht für Reichweitenstärkung oder eben tatsächlich für die Erlösströme. Paid Content Vermarktung oder eben tatsächlich bestimmte Inhalte einfach auch zurückhält, die besonders attraktiv sind oder die besonders diesen Must-Have-Impuls bei den Nutzerinnen und Nutzern hervorruft, um eben sie aus den klassischen Reichweiten und Werbevermarktung zu lösen, um in den Paid Content Bereich zu gehen.
Also ich denke, das ist das große Wichtigste. Thema momentan nicht nur für Verlage, das gilt genauso auch für die klassischen TV-Anbieter, die eben jetzt immer mehr natürlich, wie wir alle sehen, in Video- und Demand- und Streaming gehen und investieren und selbst da schon dann investieren. ausprobieren, Reichweitenmaximierung oder Paid-Content-Vermarktung oder ein Mix aus beiden. Das ist sicherlich momentan the name of the game, wenn man so will. Wenn wir ein bisschen vielleicht in die Zukunft, in die mittelfristige Zukunft schauen wollen, dann denken Sie, dass die Vermarktung einzelner Inhalte noch sehr viel stärker eine Rolle spielen werden.
Also Stichwort Micropayment, über das man schon lange nachdenkt, aber sicherlich auf technischer Ebene nicht. noch Schwierigkeiten hat und eben auch die Automatisierung da ein großes Thema noch ist, das noch nicht wirklich gelöst ist. Aber ich sehe absehbar da durchaus Chancen. Und das geht natürlich Hand in Hand mit dem Thema Automatisierung, der Individualisierung. Wir sprechen ja eben nicht mehr von einer Zielgruppe oder von bestimmten einzelnen Zielgruppen, sondern wir sprechen am Ende des Tages von Individuen, die wir als Medienunternehmer ansprechen wollen.
Und diese Individualisierung, das ist sicherlich wichtig. ein großer Trend, vor dem wir stehen. Und da spielt beispielsweise oder könnte Micropayment tatsächlich eine wichtige Rolle spielen. Ja, das ist ein super spannendes Keyword auch beziehungsweise ein Ansatz. Gerade, als du gerade auch das Thema Bundling nochmal reingebracht hast, Alles Plus ist ja jetzt so ein relativ neues Angebot, das jetzt langsam, glaube ich, ausgerollt wurde.
Ich bin mir nicht sicher, ob es schon da ist. Gerade wenn man diese individuellen Personen dann ja, regionalzeitungs- oder zeitungsspezifisch oder verlagsspezifisch übergreifend begleitet und die sich die einzelnen Dinge rauspicken können aus den einzelnen Angeboten, die sie im Endeffekt interessant finden, anstatt einfach alle zu kaufen von einem, aber von den anderen nicht. Das ist ja ein ganz, ganz spannender Ansatz, Was denkst du, sind da die größten Herausforderungen für jetzt zum Beispiel so etwas wie Alles Plus? Ja, ich würde das mal unter dem Aspekt, wie wir es mal genannt haben, des Superaggregators subsumieren, beziehungsweise unter dem beleuchten wollen. Ja.
Das sieht man so ein bisschen tatsächlich im TV-Videobereich, wo es diese Superaggregatoren gibt. Die versuchen sich immer durch Partnerschaften mehr zu stärken. Die Deutsche Telekom mit Magenta beispielsweise funktioniert. Aber durchaus auch, wenn man ein bisschen weiter schaut, was Amazon mit Prime anbietet, dass tatsächlich eben der Abonnent nicht nur das einzelne Angebot, beispielsweise RTL Plus, sieht, sondern dass er eben auch die Möglichkeiten hat, Sehr einfach dazu zu abonnieren oder vielleicht auch zu einem günstigeren Kostenpunkt dazu zu abonnieren, weitere Angebote. Das macht Magenta sicherlich für den deutschen Markt sehr intensiv.
Auch da ist Magenta nicht der einzige Anbieter, der sich versucht zu positionieren. SIP Sky macht das in gewisser Weise. Das ist sicherlich momentan das Thema. Auch da würde ich mich wundern, wenn zumindest nationale Verlage, vielleicht auch zunehmend dann im regionalen Bereich einzelne Marktteilnehmer, nicht in eine ähnliche Strategie gehen würden. Das ist aber sicherlich nur ein Zwischenschritt.
Denn noch attraktiver aus Kundensicht ist es ja wahrscheinlich, dass ich jetzt gehen wir wieder zum tv video bereich dass ich als ab und dass ich als nutzer eben jetzt ein sport inhalt mir bei bei amazon beim anschauen möchte oder bei sky anschauen möchte einen anderen inhalt an film beispielsweise bei netflix und ein ein Scripted Entertainment bei RTL Plus, das ich aber nicht für all diesen dann eben entsprechend das Abo abschließen möchte, sondern eben nur den einzelnen Inhalt konsumieren möchte. Und das ist sicherlich ein neues Rebundling, dass eben dieser Superaggregator, beispielsweise die Deutsche Telekom, zukünftig anbieten möchte. Also das Thema Partnerschaft geht dann nochmal in eine ganz neue Perspektive, die Kooperation. Also Spargel, Netflix, RTL Plus in meinem Beispiel, müssen sozusagen ihr eigenes Angebot, nicht mehr oder dürfen es nicht mehr als Ganzes verkaufen, sondern es aufbrechen und eben einem Dritten, in dem Beispiel jetzt Magenta, zur Verfügung stellen, um es dann dort dem Konsumenten gegenüber zu vermarkten. Das ist eine hohe Komplexität in diesem neuen Geschäftsmodell, das sicherlich noch sehr viel Zeit kostet.
Aber ich könnte mir vorstellen, dass langfristig der Markt nicht nur im TV-Bereich, sondern durchaus auch im Verlagsgeschäft in diese Richtung geht. Also dass Beispiele wie Readly, dass sie vielleicht doch zukünftig mal erfolgreich werden könnten. Und das sehe ich gut. In langer Frist, momentan sicherlich noch nicht. Ja, okay.
Spannender Punkt. Also habe ich so noch nicht gehört. Finde ich aber einen sehr, sehr interessanten Ansatz, dass man zwar bundelt, aber dieses Bundeln quasi auch wieder voll aufbrechen kann in verschiedene Richtungen, um das weiterhin weiter zu vertreiben. Genau, genau. Und auch hier, Stichwort Micropayment, bedarf es technischer Lösungen, die so heute sicherlich noch nicht marktfähig sind, aber die zumindest aus technischer Perspektive nur noch eine Frage der Zeit sind.
Ja, definitiv. Macht ihr bei Schickler auch Beratung im Bereich, was kommt hinter eine Paywall, was nicht? Also wir hatten jetzt wieder darüber gesprochen, natürlich will man die Person in das Plus-Abo reinziehen oder in die Subscription, da ist aber natürlich ein Riesenpunkt, okay, Was macht man, hoffentlich datengetriebenerweise, hinter eine Paywall? Was lässt man da vor? Wie geht ihr daran?
Also da ist sicherlich der Leuchtturm in unserem Hause zusammen mit der DPA das Projekt Drive. an dem mittlerweile über 30 Verlage im deutschsprachigen Raum auch mitmachen. Das kann man sich neudeutsch als Datenraum vorstellen, in dem diese Verlage ihre Online-Daten, die Nutzer- und Nutzungsdaten teilen. Und je nachdem, wie viel Sie da teilen, dann entsprechend auch entsprechende Informationen wieder zurückbekommen und eben ganz neue Formen von Auswertungen auch laufen können. Also bin ich beispielsweise mit meinem Paid Content oder mit meiner Paywall, bin ich da gut oder bin ich schlecht im Vergleich?
Zu den Wettbewerbern im Regionalverlag in anderen Regionen beispielsweise. Beziehungsweise, was muss ich besser machen, um noch besser zu werden? Das können die Teilnehmer aus Drive herauslesen, können sich verbessern. Und es können entsprechend auch ganz neue Geschäftsmodelle ausprobiert werden und zwar datenbasiert, nicht nur mit den eigenen Daten. Ein Regionalverlag hat Daten, aber die sind natürlich schon volumenmäßig begrenzt.
Aber wenn es dreistens Verlage sind, habe ich halt eben entsprechend mehr Daten, auf die ich dann entsprechend meine Analysen fahren kann. Und das ist sicherlich Datenraum, Stichwort Datenraum, eine große Chance für Medienunternehmen in Deutschland, die es da gilt, überhaupt erstmal nochmal weiter zu etablieren, auch jenseits von Drive, beispielsweise im Videobereich. Da gibt es sowas noch nicht in anderen Industrien, in der Mobilitätsbranche, in der Industrie. Im Automotive-Bereich, da gibt es auch Daten, die bereits in unterschiedlicher Ausprägung, und zwar sehr erfolgreich. Drive ist auch ein sehr erfolgreiches Beispiel.
Also diese Art von Kooperation, nicht sozusagen im Frontend-Bereich, dass ich also meine Inhalte, im weiteren Raum vermarkten möchte, sondern dass ich eher im Backoffice-Bereich versuche, mich mit Datenanalysen und entsprechenden Angebotsstrukturierungen zu verbessern, in meinem eigenen Markt. Das sind sicherlich die Chancen, die so eine Datenraumstrategie, eine Kooperation, mehrere Unternehmen dann auch bieten kann. Das ist super spannend auch. Ich meine, nach vorne raus, also wie du gesagt hast, im Frontend, dann da Kooperationen einzugehen, wo dann alle quasi aktiv davon profitieren, ist ja die eine Sache, aber wirklich dann seine Daten offen zu legen oder quasi zumindest sagen, selbst wenn nicht jeder bei jedem reingucken kann, sondern dass alles automatisiert läuft oder nur über Analysen dann Zahlen ausspuckt, dann andere Titel, andere Unternehmen da reinschauen zu lassen, um quasi Überschneidungen bei, was kommt hinter der Paywall zum Beispiel zu finden. Das ist ein sehr, sehr spannender Ansatz.
Also super interessant. Also Frontend ist einfach tatsächlich schwierig und wahrscheinlich auch gar nicht sinnvoll. Denn Videomarkt beispielsweise, TV-Markt, wir wollen ja in Deutschland nicht eine Mediathek für alle kommerziellen, für alle öffentlich-rechtlichen Anbieter haben. Ja. Aus manchen Perspektiven macht das vielleicht Sinn, aber da verschwimmen einfach die Marken.
Die eigene Marke möchte niemand der Anbieter aufgeben. Genauso auch im Verlagsgeschäft. Es macht keinen Sinn, sozusagen die Inhalte auf eine gemeinsame Marke zu geben. Mediathek reinzuschütten und dann zu schauen, was am Ende rauskommt, sondern man möchte sein eigenes Online-Angebot, sein eigenes mobiles Angebot haben und das versuchen zu optimieren. Also das Frontend muss sozusagen nicht zusammenwachsen.
Es sind unterschiedliche Frontends in der Vermarktung, in der Werbevermarktung, aber natürlich in erster Linie auch in der Content-Vermarktung, aber im Back-Office-Bereich. auch aus Datenanalytics-Perspektive im Backoffice-Bereich, da macht es sicherlich Sinn, viel, viel stärker zu kooperieren. Ja, interessant. Okay, das ist ein cooler Ansatz. Bin mal gespannt, ob ich da noch mehr dazu finde oder mehr auch dazu höre.
Es gibt noch einen zweiten Artikel, den ich mit hohem Interesse tatsächlich, also wirklich sehr, sehr interessant gefunden habe, auch wieder was ganz Neues, was ich davor so noch nicht gesehen hatte. Du hast dich damit aktiv und sehr intensiv mit der Frage beschäftigt, wie Unternehmen in Zukunft Geld verdienen können. Also es gibt ja, wie machen sie es jetzt? Wie denken sie, dass sie es in der von Schickler-Highbergs Sicht, gibt es in der Zukunft für Möglichkeiten? Da hast du vier Szenarien definiert.
Ich hoffe, du hast was davon im Kopf jetzt gerade. Das erste ist Glitter's Heaven, das zweite ist Guided Freedom, Global Hotel California und The Incubant Strikes Back. Kannst du da ein bisschen was erzählen dazu? Ja, natürlich. Genau.
Also vieles von sozusagen den Schlussfolgerungen, die da rauskommen aus dieser Szenarioanalyse, haben wir gerade eben schon mal angesprochen. Aber ich glaube, es macht immer Sinn, wenn man eine Strategie ableitet oder wenn man auch einzelne Maßnahmen entsprechend durchführt. verifizieren möchte, dass man in Szenarien denkt. Und also eine szenarobasierte Analyse voranstellt. Und wir haben das mal ganz generell für Medien, für einen nationalen, aber auch für einen internationalen Medienmarkt gemacht und haben eben vier, wie du gerade schon aufgezählt hast, vier Szenarien abgeleitet, die vor allem sich darunter unterscheiden, oder dadurch unterscheiden, wie interoperabel, wie offen die Zusammenarbeit in diesen Märkten ist.
Ist es tatsächlich eine offene Technologie, ein offener Markt, eine offene Kooperation möglich? Oder ist es eine Locked-in-Situation? Früher hätte man gesagt, ein Ward-Garden-Ansatz, in dem jeder einzelne Marktteilnehmer versucht sich abzuschotten und die Nutzer in seinem Garten zu behalten und sie nicht mehr raus dürfen. Das ist sicherlich ein großes Unterscheidungsdimensionen für Szenarien. Und das andere, auch ganz klassisch, auch so ein Hypertrend für mich im Medienmarkt, Das der Internationalisierung.
Bleiben wir lokale Märkte? Wahrscheinlich nicht mehr, aber früher war es so. Local Content war King sozusagen in meiner Anfangsphase im Medienbereich. Heute sehen wir eine immer stärkere Internationalisierung, beispielsweise durch die globalen digitalen Plattformen. Unternehmen, die wir kennen.
Und wenn man diese zwei Dimensionen sich vorstellt und dann eben sich die unterschiedlichen Treiber, das sich unter Medienmarkt ausgesetzt sieht, heute, aber gegebenenfalls auch in Zukunft, wenn man sich die entsprechend auch anschaut, dann kann man beispielsweise... diese von mir oder von dir gerade genannten vier Szenarien unterscheiden. Also fangen wir mal mit einem an. Wir werden das hier jetzt nicht alle durchsprechen, aber ich glaube mal als ein Extrembeispiel, Create is Heaven, das ist also ein sehr offener, markt ein offenes ökosystem wo ganz ganz viele marktteilnehmer sich tatsächlich als creator positionieren können weil sie eben die technischen möglichkeiten dazu haben weil wir in einer hyper digitalen welt leben wo alles miteinander verbunden ist Das ist sicherlich nicht ganz unrealistisch, aber ob es zu diesem Extrem ausprägen kommen wird, sei mal dahingestellt. Die Straightness-Welt sehen wir natürlich auf den sozialen Medien immer mehr, aber lässt sich das für die gesamte Medien ausdrücken?
Industrie der Zukunft so darstellen, wahrscheinlich eher nicht. Aber in so einer Welt, wo Technologie allverfügbar ist und alles technologisch möglich ist, da ist beispielsweise tatsächlich Blockchain-basiertes System Zahlen möglich, Micropayment möglich, Werbung spielt wahrscheinlich keine so große Rolle mehr, aber du kannst tatsächlich als Konsument genau das konsumieren, was du willst, nur das, was du willst und kannst dann eben in einem Pay-as-you-go dann eben die Transaktion ausbauen. Dann entsprechend auslösen. Also jeder Inhalt findet seinen Konsumenten, egal ob das jetzt ein großer Inhalteanbieter ist oder ein kleiner Inhalteanbieter, ein Individuum, das da aktiv wird. Das wäre so ein Creator's Heaven.
Vielleicht als Beispiel nochmal ein anderes Szenario, nämlich Global Hotel California. Also eine Welt, in der der Konsument gefangen ist, weil er sich eben nicht mehr nach außen bewegen kann, weil er eben halt eine Subscription, eine teure Subscription kreiert. gekauft hat und sozusagen alle Inhalte, aber dann auch auf dieser Plattform für dir tatsächlich das Abo hat, dann angeboten werden und vielleicht eben nicht nur Inhalte, vielleicht auch ganz andere Lebenssituationen sich auf dieser Plattform widerspiegeln lassen. Also das, was man klassischerweise als Metaverse ja sehen könnte für die Zukunft. Also wir befinden uns tatsächlich in einem Monopol oder zumindest ein Oligopol, in dem dann...
Ein Marktteilnehmer, eine digitale Plattform, die Welt dominiert und eben auch entsprechend in diesem World Garden, das sich da bietet, den Konsumenten gar nicht mehr auslässt, keine freien Partnerschaften mehr möglich sind, sondern tatsächlich eine Locked-In-Situation. Jetzt habe ich also zwei Beispiele genannt hier mit diesen Szenarien, die sich fundamental widersprechen. Ja. Aber somit möglich machen, mich selber als Medienunternehmen heute zu positionieren, welche Welt möchte ich denn? Wahrscheinlich weder noch.
Aber wie kann ich denn gegen die eine oder gegen die andere Welt mich positionieren, dass die eben vielleicht nicht eingrifft? Beziehungsweise wie kann ich mich positionieren, dass ich selbst in dieser Welt, wenn sie in diesem Extremum passieren würde, noch einigermaßen gut positionieren kann und ein auskömmliches Geschäftsmodell auch fahren kann. Also dieses Gedankenkonstrukt der Eckpfeiler von vier extremen, aber plausiblen Szenarien dient dazu, sich selber einzuordnen und mögliche Handlungsoptionen auch entsprechend zu definieren und zu schauen, welche Welt möchte ich denn haben. Ja, super spannend. Also wie gesagt, das habe ich wirklich sehr, sehr gerne gelesen.
Das packen wir auf jeden Fall auch in die Shownotes, weil das waren jetzt nur zwei von den vier Szenarien. In dem Artikel ist das ja auch nochmal ein bisschen visueller dargestellt dann in dem Fall. Lest das auf jeden Fall, das ist wirklich sehr, sehr cool, auch sehr spannend. Wir haben ja als quasi letzte Frage immer die Prognose für die nächsten fünf bis zehn Jahre. Du hattest jetzt ja eigentlich schon sehr viel gesagt, was du erwartest, beziehungsweise was vielleicht kommen könnte.
Was ist denn deine persönliche Meinung, in welche Richtung es von diesen vier Szenarien, die du aufgezählt hattest, gehen könnte? Also was schätzt du als am realistischsten? Wo würdest du es dir wünschen, wo es hingeht? Und... Ja, was sind also deine Knöpfe?
Es wird immer wieder neue Initiativen geben, gerade auch in technologischer Hinsicht, wo sich neue Geschäftsmodelle sozusagen erstmal klein beweisen müssen, um dann groß zu werden. Aber schlussendlich denke ich, dass die Konsolidierung immer intensiver wird. Also dass wir wahrscheinlich eben nicht mehr so viele Regionalverlage wie heute oder wie vor kurzem noch haben werden, sondern dass es hier eben eine Konsolidierung zumindest mal auf Gruppenebene geben wird, was nicht zu einer Einschränkung der publizistischen Vielfalt führen darf oder soll. Dazu gibt es einfach auch... zu großen regulativen Gemühungen in Deutschland.
Aber ich denke, aus kommerzieller Sicht wird es zu einer Konsolidierung führen. Ich sehe im TV-Bereich Ähnliches. Ich sehe im TV-Bereich vielleicht noch stärker, als im Verlagsgeschäft die Internationalisierung. Also sind unsere heutigen Marktteilnehmer, also die klassischen TV-Anbieter, wirklich diejenigen, die zukünftig im nationalen Markt noch die große Rolle spielen werden? Ich glaube eher nicht.
Ich denke, im Video-Bereich wird es eine Internationalisierung geben. Ich kann mir schon vorstellen, dass es zukünftig noch Marken wie RTL und 701 geben wird, aber die werden eben nicht die gesamte Wertschöpfungskette, die sie heute haben, auch noch zukünftig haben. Sie werden sicherlich wahrscheinlich Inhalte produzieren, aber werden sie tatsächlich sie auch distribuieren, werden sie tatsächlich auch der Verkäufer der Inhalte sein. Da habe ich meine Bedenken, zumindest auf längerfristige Sicht, da sehe ich dann eher andere Marktteilnehmer, international große Marktteilnehmer, die hier die führende Rolle übernehmen werden. Okay, mhm.
Spannende Insights auf jeden Fall. Du hattest vorher ja zum Beispiel dieses israelische Startup, oder nicht Startup, sondern Unternehmen, sorry, genannt, die mit KI schon dieses ganze Videostreaming-Thema fast schon revolutionieren oder zumindest vereinfachen. Wie essentiell siehst du die Integration oder die Relevanz von KI für den ganzen Prozess und was jetzt alles passiert in der Zukunft? Ja, also es wird immer mehr KI-Tools geben. Es wird immer mehr Unterstützung durch künstliche Intelligenz für den Journalisten, für den Distributor von Inhalten geben.
Auch natürlich der Konsument wird künstliche Intelligenz immer mehr unterstützen. auch nutzen, wahrscheinlich auch ohne, dass es merkt. Also das ist sicherlich gesetzt. Die Frage ist, inwieweit es dann vielleicht eine Dominanz von Anbietern geben wird. Wir haben die Suchmaschine von Google als Frenemy, der Medienbranche gesehen.
Das ist es sicherlich auch. Ohne Google kann ein Medienunternehmen nicht, aber zu ganz abhängig machen von Google möchte es sich auch nicht, denn man will sein eigenes Geschäftsmodell haben und nicht das von Google in irgendeiner Form unterstützen. Und Und da könnte nochmal auf dieser Plattform-Ebene eine ganz neue Dynamik durch künstliche Intelligenz kommen, die vielleicht tatsächlich zu einer Monopolisierung führen kann. Die Frage ist, wie der Regulator auf nationaler, auf europäische Ebene, oder vielleicht auch zukünftig auf einer internationalen Ebene, da sich rechtzeitig entsprechend positioniert, dass das eben nicht zu diesem Monopole kommt oder zu dieser Monopolisierung. Also dass eben diese Konsolidierung, die ich vorhin schon angesprochen habe, durch künstliche Intelligenz noch sehr viel stärker sein wird.
Das Zeug dazu hat künstliche Intelligenz, aber inwieweit wollen wir das tatsächlich als Gesellschaft? nicht nur als Medienökonomie. Das ist eine perfekte Abschlussfrage, die sehr offen ist, kann sich jeder so ein bisschen mit beschäftigen. Aber super, super schönes Schlusswort tatsächlich. Also bin ich sehr gespannt, was passieren wird.
Gerade auch, wie du sagst, dass die Konsolidierung beschleunigt wird tatsächlich durch KI, weil große Unternehmen einfach viel mehr Power haben, dann im Endeffekt auch nochmal. Aber ja, super. Bleibt abzuwarten, was sich in den nächsten ein, zwei Jahren tut. Die Abstände werden immer kürzer. Ja, absolut.
Nee, genau, perfekt. Vielen, vielen Dank, Klaus, für die ganzen Insights. Hat mich sehr gefreut, hat mir viel Spaß gemacht und war viel Neues dabei, auch für mich. Vielen Dank dafür. Tim, vielen herzlichen Dank dir.
Vielen herzlichen Dank für diesen Podcast. Und natürlich stehe ich gerne wieder parat für die Diskussion mit dir, aber natürlich auch gegebenenfalls für Nutzerinnen und Nutzer aus diesem Podcast. Vielen herzlichen Dank, Tim. Gerne, gerne. Wir sehen uns.
Bis dann. Ciao, ciao. Danke. Servus. Tschüss.
Dieser Podcast wird produziert von der Explo GmbH. Wenn auch du neue Zielgruppen über digitale Produkte binden und deine Content-Produktions-Workflows automatisieren willst, dann kontaktiere mich auf LinkedIn oder vereinbare eine unverbindliche Demo direkt auf unserer Website explo-gmbh.de Wir sehen uns in der nächsten Folge. Vielen Dank.