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Leserfinanzierung und digitale Transformation: Strategien für nachhaltige Abo-Modelle

Ressort21, Folge 35: Christoph Hauschild

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In dieser Folge spreche ich mit Christoph Hauschild, Director Media von Frisbii und Geschäftsführer der opensubs.group.

Christoph ist einer der führenden Experten für Leserfinanzierung. Mit seiner Arbeit unterstützt er Verlage unter anderem beim Aufbau nachhaltiger Abo-Modelle. Wir sprechen darüber, warum es für Verlage so wichtig ist, von reinen Medienanbietern zu wirklichen Lebensbegleitern der Nutzer:innen zu werden.

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Wir haben immer wieder das Thema Einzelverkauf, Subscription. Dazwischen liegen Welten, dazwischen liegen Zahlbereitschaften von Kunden. Es gibt Kunden, die würden gerne, weil sie halt nur an einem einzelnen Artikel interessiert sind, für einen einzelnen Artikel Geld bezahlen, sind nie bereit, werden nie bereit sein, für 20 Euro ein Abo abzuschließen, nur weil sie halt hier und da mal einen Artikel lesen wollen. Zu sagen, wir gehen jetzt auf den Einzelverkauf, ist genau das Gleiche, als wenn ein Fitnessstudio jetzt sagen würde, eine halbe Stunde auf dem Ergotrainer kostet 2,50 Euro. Wenn die das machen, sind sie pleite.

Wieder mal Moin aus Kiel zur neuen Folge von Ressort21, dem Podcast über Innovation und Digitalisierung in der Verlags- und Medienwelt. Ich bin Tim Großmann und spreche heute mit Christoph Hauschild. Head of Consulting bei aktuell noch Plenigo und Geschäftsführer der Open Subs Group. Christoph ist wohl einer der führenden Experten zum Thema Leserfinanzierung und er unterstützt verschieden große Verlage beim Aufbau und der Etablierung von nachhaltigen Abo-Modellen. Wir sprechen vor allem darüber, warum es für Verlage so wichtig ist, von reinen Medienanbietern zu wirklichen Lebensbegleitern der NutzerInnen zu werden und warum es Plenigo so in Zukunft nicht mehr geben wird.

Aber genug erzählt, viel Spaß bei der Folge. Moin Christoph! Moin Tim! Ja, freu mich, dass du dir die Zeit nimmst. Das sag ich zwar nur allen, aber es ist trotzdem tatsächlich auch wirklich so.

Ist ja nicht normal, ne? Ja, sehr gerne. Ich freu mich immer über die Gelegenheit zum Austausch. Zu reden ist ja auch mein Job, das mit Verlagen zu tun, aber das mal so gebündelt zu reflektieren, ist mir auch immer eine große Freude. Ja, das freu mich zu hören auf jeden Fall.

Genau. Ich glaube tatsächlich, dass Markus Wiegand vom Cress sich jetzt ein bisschen freuen würde. Ich bin ja großer Fan davon, von Cress Pro. Ist auch tatsächlich das Einzige, was ich in diesem Hochglanz-Cover in Print lese. Da habe ich gesehen, dass du letztens erst auf dem Frontcover drauf warst.

Wie kam es dazu? Ja. Ja, wie kam es dazu? Ich kenne Markus Wiegand schon länger. Ich habe ja lange Zeit auch auf der Verlagsseite gearbeitet und mich mit dem Thema Transformation beschäftigt und Markus Wiegand rief mich an, ich war gerade im Urlaub an der Ostsee und sagte, er plant einen Titel zum Thema Paid Content und wie sich die Dinge entwickeln und so weiter und Dann haben wir einfach ein bisschen gequatscht über die Dinge und dann sagt er auch, Mensch, lass uns doch mal ein Interview dazu machen, das ins Heft bringen.

Und das war am Ende dann so groß, dass er das sogar aufs Frontcover geschafft hat, was natürlich schön ist. War eigentlich nicht so geplant, aber so ist das entstanden. Ja, so viel erzählt, dass direkt eine komplette Frontcover-Story geworden ist. Auch nicht schlecht. Nee, cool.

Aber es hat mir sehr viel Spaß gemacht zu lesen. Da waren auch ein paar ganz spannende Aussagen von dir mit drin. Eins davon ist so ein bisschen, was ich auch selber auch im Podcast merke, dieses, okay, wir müssen weggehen von dieser reinen Mediennutzung hin zu dem Thema Lebensbegleitung von der Leserschaft in dem Fall. Ja. Wie genau meinst du das?

Also was genau kann man daran interpretieren? Ja, also ich finde, dass die Medien es schaffen müssen zwischen ihren Konsumenten und dem, was sie selber anbieten. mal losgelöst von den Geschäftsmodellen, die es in der Vergangenheit gab. Verlage haben bisher Zeitungen oder Zeitschriften gedruckt und nicht viel mehr gemacht, jetzt ein bisschen Paid Content getan. Aber eigentlich steckt ja viel mehr Potenzial in dieser Beziehung zum Leser und die digitalen Möglichkeiten eröffnen einfach viel, viel mehr.

Das heißt, diese Überlegung, was kann ich als Publisher machen, den Lesern bieten, wofür die wiederum bezahlen und somit eben zu einem Begleiter zu werden, zu einer Marke zu werden, die eben nicht nur morgens eine Zeitung an den Frühstückstisch liefert mit Neuigkeiten, sondern die Veranstaltung liefert oder die eben auch im Falle einer Regionalzeitung, ich glaube Regionalzeitungen sind in ihrem Geschäftsmodell am meisten bedroht, Aber die kennen sich total gut aus in der Region. Und dann zu sagen, wir bieten euch Kochkurse oder wir bieten euch hier einfach eine Community an für Leute, die neu in der Stadt sind. Ihr findet hier Anschluss, ihr findet hier Menschen, die sich bei uns versammelt haben mit ähnlichen Interessen. Wir wissen, wo kulturelle Dinge stattfinden etc. Also die haben ja eine riesen, riesen Kompetenz.

Und ähnlich ist es für Fachmedien, die sich einfach mit einem Thema besonders gut auskennen. Und warum sollen die nur Hefte drucken? Die können genauso gut Kurse machen, Veranstaltungen machen und so zum relevanten Lebensbegleiter für bestimmte Thematiken werden. Ja, das finde ich einen sehr schönen Ansatz. Also wenn man da hinkommt, das ändert ja auch nochmal die Präsenz von so einer Zeitung oder von so einem Verlag, auch Regionalverlag, wie präsent man ist in dem Leben von den jeweiligen Nutzern und im Endeffekt nachher auch.

Ja. Genau, deswegen versuchen wir an der Stelle, um das vielleicht noch kurz zu ergänzen, eben auch als Systemanbieter, sage ich mal, diese Dinge zu ermöglichen, dass man dann eben nicht als Verlag gezwungen ist, ein System für Podcast, Verkauf etc. pp. zu haben, sondern dass wir eben nicht nur in der Lage sind, Paid Content, so wie das jetzt funktioniert, verbreitet war in der Vergangenheit anzubieten und bezahlbar zu machen, sondern dass wir es eben auch ermöglichen, dass Veranstaltungen verkauft werden können etc. pp.

Also das versuchen wir dann auch auf der Anbieterseite zusammen mit den Verlagen so zu gestalten, dass man ein System hat, wo alle Kunden mit allem, was sie eben in diesem Bereich tun, bei uns liegen. Ja, das wäre natürlich jetzt auch die nächste Frage gewesen. Viele kennen dich wahrscheinlich, aber für die, die nicht wissen, wer Christoph Hauschild ist im Endeffekt, ist es wahrscheinlich ein bisschen interessant zu wissen, okay, auch wo kommst du her? Also du hast gesagt, du warst längere Zeit in der Medienbranche auch unterwegs, warst ja bei Springer, vielleicht kannst du da ein bisschen erzählen, wie so dein Werdegang ist und was er jetzt im Endeffekt ja auch mit Plenigo macht, was du gerade schon ein bisschen erzählt hast. Ja.

Ja. Ja, sehr gerne. Also ich bin jetzt gut 30 Jahre in der Medienbranche aktiv. Das heißt, ich habe begonnen, da war das Thema Internet und Digital überhaupt noch kein Thema. War ich bei Springer Trainee und habe mich dort ja auch immer mit innovativen Vertriebsprozessen beschäftigt.

Also damals vor gut 30 Jahren war das Thema Internet. Wie können wir Discounter erschließen oder auch Bäckereien für den Verkauf von Zeitungen und Zeitschriften, was damals noch nicht selbstverständlich war, wie es heute der Fall ist. Dann haben wir damals um die Jahrtausendwende eine Kooperation mit McDonald's beispielsweise gemacht zur Expo 2000, Build and Breakfast. Also die Erschließung neuer Absatzkanäle für die Kunden war schon immer mein Thema, dort an der Stelle innovativ zu sein. Ich habe dann irgendwann vor 20 Jahren oder gut 20 Jahren bin ich gewechselt zum Spiegel Verlag.

Dort habe ich am Anfang auch nach neuen Geschäftsmodellen im Bereich der Leserfinanzierung gesucht, habe dort einen Shop aufgebaut, das Thema Leserreisen. Dann gab es eine Zeit lang einen großen Hype rund um zusätzliche Medienprodukte, also Buchreihen, CD- und DVD-Reihen. Da hat die Süddeutsche sehr, sehr viel gemacht, ist dort auch einen deutlichen Schritt weitergegangen, was die Vermarktung angeht im Zusammenspiel mit Redaktionen, die Empfehlungen ausgesprochen haben und Produkten, die dann auf einer Seite daneben vermarktet wurden. Das haben wir in einem etwas zurückhaltenderen Stil mit dem Spiegel eben auch gemacht. und haben dort sehr gute Zusatzerlöse aufbauen können und auch immer im Rahmen einer Glaubwürdigkeit.

Und das ist was, was letztlich jetzt, glaube ich, auch in diesen Zeiten der Leserfinanzierung wieder das Thema ist. Wir hatten es gerade, Lebensbegleiter zu werden, heißt eben nicht nur, Content der Redaktion anzubieten, sondern einfach zu gucken, was ist die Markenerwartung und was kann ich im Zweifel mit Empfehlungen und so weiter tun. Deswegen habe ich vor drei Jahren quasi die Seiten gewechselt. Wir haben beim Spiegel schon seit über zehn Jahren mit Plenigo zusammengearbeitet, eben mit dieser Zielsetzung, ein modernes System gemeinsam aufzubauen, gemeinsam zu entwickeln. um halt breitere Geschäftsmodelle abbilden zu können.

Und vor drei Jahren, nach 20 Jahren beim Spiegel, so lange bleibt man heutzutage ja gar nicht mehr bei einem Arbeitgeber, ist es mir ein Stück weit schwergefallen, weil natürlich viele Beziehungen und so weiter. Aber dadurch, dass ich eben auf der anderen Seite auch schon zehn Jahre mit Plenigo zusammengearbeitet habe und ich einfach eine große Leidenschaft habe für dieses Thema und Transformation, Entwicklung neuer Geschäftsmodelle und das einfach dann auch mal mit anderen Häusern zu tun, das war so der Grund. Der Impuls und jetzt habe ich vor drei Jahren die Seiten gewechselt, bin jetzt auf der Plenigo-Seite und vor allen Dingen im Consulting- und im Sales-Bereich zuständig. Das heißt, ich versuche, die Verlage oder Medienanbieter zu begeistern für die Möglichkeiten, die wir halt hier mit Plenigo schaffen für Digitalprodukte und alles, was dazugehört. und kann halt mit der Erfahrung, die ich dort gesammelt habe, dem einen oder anderen Verlag ein Stück weit auch helfen, darüber nachzudenken, wie kann man ein Geschäft transformieren, was kann man für neue Ideen sammeln und wie kann man das letztlich strukturell so einbetten, dass eben CRM und BI und die Systeme, die wir halt damals beim Spiegel auch neu aufgebaut haben, wie kann man das so gestalten, dass man einen ganzheitlichen Blick auf die Leser hat, auf das, was man an Geld verdient und wie kann man das steigern, messen etc.

Dieser Podcast wird produziert von der Explo GmbH. Wenn auch du neue Zielgruppen über digitale Produkte binden und deine Content-Produktions-Workflows automatisieren willst, dann kontaktiere mich auf LinkedIn oder vereinbare eine unverbindliche Demo direkt auf unserer Website explo-gmbh.de. Wie kamst du dem Schritt raus aus dem Unternehmen? Du hast ja schon kurz gesagt, du warst die 20 Jahre dort. Ihr habt da ja schon damit gearbeitet.

War das beim Spiegel bzw. bei Springer und bei Spiegel dann intern schon so ein bisschen dein Hauptziel oder deine Hauptaufgabe, sich wirklich fokussiert auf Leserfinanzierung, Abo-Modelle, Subscription und sowas dann zu fokussieren? Oder wie kam es dazu? Ja. Ja, das war eigentlich immer mein Thema.

Also wie kann man mehr machen? Wie kann man eine Bindung zum Leser aufbauen? Wie kann man basierend auf Interessen ganzheitlich Geschäftsmodelle gestalten? Das war eigentlich mehr oder weniger immer mein Kernthema und daneben eben beim Spiegel. Ich war verantwortlich einige Jahre für den Bereich Vertriebsentwicklung, haben wir das genannt, ganz bewusst war ein Bereich, den es vorher gar nicht gab, der sich eben damit beschäftigt hat, Dinge zu ermöglichen, also Tools wie Plenigo.

Wir haben damals Palo eingeführt für die Visualisierung, inzwischen ist es Power BI etc. Dort einfach ein Best-of-Breed, sich sozusagen zusammen zu stöpseln aus Systemen, die die Dinge ermöglichen und da hatte ich einfach ein tolles Team von Leuten, mit denen wir das zusammen sowohl fachlich als auch technisch, prozessual mit unseren Freunden von der IT gestaltet haben. Das war so immer das Thema. Und wo dann so, ja, da jetzt Hobby zum Beruf gemacht... Und damit habe ich dann die Seiten gewechselt, nachdem ich noch eine Zeit lang verantwortlich für den gesamten Vertrieb und für die gesamten Erlöse war, weil ich eben auch den Hintergrund hatte für den Einzelverkauf und alles, was damit zusammenhängt.

Das hat auch großen Spaß gemacht, aber letztlich habe ich im Kern dieses Interesse, was jetzt Hauptbestandteil des Jobs ist. Ja, das sieht man ja auch. Du bist ja auch Geschäftsführer von der Open Subs Group. Hast das mitgegründet, genau. Und da merkt man ja den Fokus auf dieses ganze Subscription-Thema.

Ja, genau. Also die Open Subs haben wir gegründet mit zwei Partnern, mit denen ich eben auch schon in der vorherigen Rolle lange zusammengearbeitet habe. Mit den Kollegen von Badon haben wir seinerzeit das ganze Thema Data und Auswertung gegründet. neu aufgesetzt, um eben wegzukommen von der Reichweitenmessung hin zu einem Customer Lifetime Erlösmessung etc., was immer wieder Thema ist. Die Kollegen von Ohl als Logistikexperte fahren die Hefte durch die Gegend, haben auch eine Überlegung, wie sie im Digitalzeitalter wachsen können und haben dort einen Bereich von der OL Connect, heißt die Gruppe, aufgebaut, wo sie Kundenservice, Debitorenmanagement und solche Leistungen anbieten.

Und für ganz viele kleine, aber auch mittelständische, aber auch größere Verlage ist das Thema Skalierung, Kosten, ein Thema. Wir haben eine gewisse Dynamik in der Entwicklung von Systemen, von Geschäftsprozessen und so weiter. Das ist nicht so, dass wir jetzt so wie früher, da hat man SAP MSD gekauft und damit ist man 50 Jahre lang gut gefahren, um halt sein Printgeschäft abzuwickeln. Heute ist es so, dass wir eine große Dynamik in Geschäftsvorfällen etc. haben.

Das heißt, es ändern sich Systeme und das ist immer mit Kosten verbunden. Das heißt, wir versuchen mit der Open Sub so ein Best of Breed abzubilden, wo man eben mit Plenigo ein modernes ERP-System hat, wo man mit Power BI ein modernes Datasetting hat, was CRM und BI ermöglicht, wo man den Kundenservice nutzen kann, wo man Debitorenmanagement nutzen kann, wenn man als kleiner Verlag eben sagt, komm, wir fokussieren uns hier auf die Produktentwicklung, auf das, was wir inhaltlich gestalten können am Markt. werden agil und die Dinge, die für das Vertriebsgeschäft, für das operative Alltagsgeschäft quasi nötig sind, da gehen wir zu Open Subs, wo die Sachen gebündelt werden und dann eben kostenattraktiv angeboten werden können. Das ist diese Idee, die wir dort quasi umgesetzt haben und die wir jetzt eben für kleine und mittelständische Verlage umsetzen und auf sehr großes Interesse an der Stelle eben stoßen. Ja, was hast du da gesehen an Pitfalls beziehungsweise irgendwelchen Problemen, auch gerade in den kleineren Verlagen, wo ihr quasi helfen könnt, also wo ihr ganz groß seid, beziehungsweise wo die auch sagen, okay, das können wir selber gar nicht lösen?

Das ist vor allen Dingen der Umgang im Bereich von Daten. Also um erstmal mit Daten getrieben arbeiten zu können, muss ich meine Daten sammeln, ich muss irgendeinen Ort finden, wo ich einen Data Lake schaffe, dann brauche ich einen Engineer, der mir diese ganzen Daten aufbereitet, damit ich irgendwie zu einer KPI komme, bis ich dann irgendwann mal die erste Kampagne starten kann. So, das ist ein riesen Aufwand an Setup, den ich gestalten muss und das bieten wir jetzt quasi out of the box, weil letztlich ist das Verlagsgeschäft ja bei allen mehr oder weniger ähnlich. Ich habe Zugänge, ich habe Abgänge, ich habe einen Churn, ich habe Haltbarkeiten, ich habe bestimmte Kundengruppen, ich habe Kampagnen, die mit Kosten verbunden sind, die ich auswerten muss etc. pp.

Das ist nicht nur für Verlage gleich. sondern letztlich auch für andere Medienanbieter. Also wir können uns auch ein Stück weit lösen von der reinen Verlags- und Publishing-Branche, wollen wir auch, deswegen Open Subs, Subscriptions für jeden. Und das bieten wir out of the box an. Und Christiane Düz vom Freitag, einer unserer ersten Kunden, die hat das mal gesagt, Wir sind jetzt in der Lage zu arbeiten wie die großen Verlage, ohne uns eben so viel Manpower hinzusetzen für Data Engineering etc.

pp. Und einer meiner Lieblingskunden, wenn ich das so sagen darf, ist der Medieninsider. Warum? Weil sie einfach zeigen, dass man mit zwei Personen, das ist ein Portal für Informationen rund um die Medienindustrie, zwei Personen. Und die sind sowas von innovativ, wenn es um das Thema CRM, BI, das Nutzen von Daten oder das Ausprobieren von neuen Geschäftsmodellen geht.

Und das können sie, weil sie eben von uns den Unterbau an der Stelle kriegen. Und ich mag sie deswegen so gerne, weil sie einfach sehr viele Impulse auch in unsere Richtung setzen. Was kann man noch anbieten, um einfach wirklich den technischen Unterbau, den funktionalen Unterbau bereitzustellen? damit man eben auch als kleiner Anbieter Dinge ausprobieren kann, was total notwendig ist in diesem Umfeld, was wir da gerade haben. Ja, ja, absolut, absolut.

Hört sich super spannend an. Gerade das ganze Data-Thema, wenn man selber auch gar nicht groß eine ausgebildete IT oder ähnliches hat, wie will man diese Themen angehen? Man hat ja keinen Programmierer, keinen Data Analyst oder ähnliches im Team. Das wird ja nicht passieren. Da gibt es andere Probleme, die mehr im Fokus stehen, wahrscheinlich als Datenauswertung, obwohl das natürlich, ja, wahrscheinlich der größte Hebel aktuell ist, wenn man reinschaut und Insights rausziehen kann.

Genau, die Daten sind der Hebel und wir überspringen quasi diese ganzen Schritte vorher und enablen einen Marketer, der halt CRM macht, der Kampagnen machen will, den enablen wir sofort mit Daten, die er out of the box quasi kriegen kann. Wir haben auch das Thema BI und CRM zusammengeführt. In vielen klassischen Verlagen ist es heute so, dass du auf der einen Seite ein Analytics-Team hast und auf der anderen Seite dann ein Marketing-Team hast, was Kampagnen bildet. Das führen wir systemisch zusammen. Also unser Analytics ist in der Lage, die Dinge zu visualisieren.

Rechte Maustaste, die Leute will ich jetzt anschreiben. Dann werden die nochmal mit einem Frequency Cap oder so hinterlegt. Das muss man dann nochmal bauen oder besprechen. Aber viel mehr ist es eben nicht. Ich kann out of the box dann eben meine selektierten Kundengruppen mit Kampagnen befeuern und sehe die Dinge dann auch sofort im System, wie erfolgreich sie entsprechend gewesen sind.

Cooler Ansatz. Du hast ja jetzt gesagt, okay, Plenigo und dann OpenSubs ist so ein bisschen noch was nebendran, um die Bandbreite noch so ein bisschen zu erhöhen, beziehungsweise auch die Insights noch mehr zu teilen mit anderen außerhalb der Verlagsbranche. Jetzt habe ich gesehen, dass ihr eine Beteiligung von der Billwerk-Gruppe noch mit dabei habt. Was ist da der Hintergrund? Ja, was ist da der Hintergrund?

Wir sehen zum einen, dass sich das Thema Medienvertrieb, dass es da eine gewisse Konsolidierung, eine Konzentration etc. pp. gibt. Wir haben die Ambition oder den Anspruch als Anbieter, als Systemanbieter uns als ein Standard für die Publishing-Industrie zu entwickeln und das heißt, wir müssen wachsen, wir müssen größer werden und wir sehen auf der anderen Seite, dass dass das Thema Medienvertrieb kein rein deutsches Thema ist. Wir haben zwar in Deutschland bestimmte Besonderheiten, wie die IVW oder solche Dinge, die es speziell machen, aber am Ende des Tages werden in Skandinavien, in Frankreich, in UK etc.

sind auch Publisher unterwegs, die auch digitale Dinge tun und ausprobieren. Das heißt, der Schritt des Zusammenschlusses mit Billwerk zielt darauf ab, größer zu werden, zu wachsen, uns einen größeren Unterbau quasi gemeinsam zu liefern. Wir werden verschmelzen, das ist jetzt gerade der Prozess, der gerade im Gange ist, dass wir verschmelzen zu einer Company-Unternehmen. die jetzt Frisbii heißt. Also die Marke Plenigo wird verschwinden, aber die Plattform Plenigo wird nicht verschwinden, sondern wir sind innerhalb von Frisbii den neuen Brand für unsere neue gemeinsame internationale Firma.

Ist Frisbii und wir werden... Von Plenigo zu Frisbii Media, also der internationalen Anwendung, die für die Publishing, für die Media-Industrie die Enterprise-Lösung bietet und wo wir in Zukunft nicht nur im deutschen Markt, sondern auch im französischen, im skandinavischen Markt, und im UK-Markt aktiv werden, um dort eben das, was wir hier in Deutschland mit Spiegel, mit Springer etc. die letzten Jahre bewiesen und gezeigt und entwickelt haben, um das eben auch gemeinsam mit weiteren Partnern in den Ländern, also mir schwebt auch so eine Open-Subs-Idee für die anderen Länder vor, weil auch dort gibt es Print, auch dort gibt es das Bedürfnis zu skalieren auf der operationalen Seite. Also das werden wir in nächster Zeit auch in Angriff nehmen, dort mit den Verlagen zu reden, die Gegebenheiten kennenzulernen. Ich kenne mich dort in der Tiefe noch gar nicht so aus, aber durch den Zusammenschluss mit den Billwerk-Kollegen haben wir eben Leute vor Ort, Spezialisten vor Ort, mit denen wir jetzt eine Firma, Frisbii, werden, übergreifende Teams international haben, mit denen wir unsere Kunden dann eben betreuen können, mit den lokalen Ansprechpartnern, die sich lokal auskennen und den Kunden dann eben nicht nur in Deutschland, sondern auch in Dänemark, Frankreich und UK entsprechende Angebote bieten können und dadurch helfen, wachsen wir und das ist, glaube ich, am Ende des Tages auch ein Vorteil für die Kunden in Deutschland, weil wir merken natürlich in den letzten Jahren, dass wir bezogen auf unsere Roadmap viel mehr Wünsche haben, als wir es umsetzen konnten mit unserem kleinen Startup.

Jetzt haben wir dort deutlich größere Möglichkeiten, durch die Konsolidierung zu wachsen, Dinge umzusetzen, die relevant sind. Die Community wird sich vergrößern, die Impulse aus dem internationalen Geschäft sind für die deutschen Kunden auch interessant. Es gibt sowas wie die Inma, wo sich die Leute ja bisher auch schon abseits von Ländergrenzen über Trends und so weiter unterhalten. Und dem wollen wir eben auch als Anbieter gerecht werden und jetzt eben zu einem internationalen Anbieter werden und dann wird aus Plenigo Frisbii. Okay, auch spannender Prozess.

Gibt es die Firma Frisbii dann schon oder wird auch Billwerk dann wie eine neue Company? Wird alles verschwinden, genau. Wir werden eine Company, also die bisherigen Marken, die es noch gab, Billwerk, früher gab es noch so Factory Pay und so weiter, die ganzen Marken werden verschwinden. Es wird nur noch Frisbii und wir sind quasi mit Plenigo Frisbii Media, also unsere Plattform wird nicht verschwinden, sondern die Dinge konzentrieren sich dann auch auf unsere Enterprise-Lösung, die dann wirklich dort in den Mittelpunkt gestellt wird. für das ganze Thema Subscription, was wir dort aufbauen.

Und aus dem Bill-Ware-Kontext kommen natürlich auch weitere Branchen und so weiter dazu, sodass wir als Gruppe dann auch nicht nur für Media aktiv sind, sondern auch andere Impulse haben. Und das finde ich total bereichernd. Ich erlebe in vielen Gruppen, Gespräch, der Lennart Schneider mit seinem Subscribe Now, der denkt ja auch diese Dinge so branchenübergreifend, Subscription ist am Ende Subscription und nicht Verlagsbusiness und dort einfach ein bisschen über den Tellerrand zu gucken, sich von anderen Branchen befruchten zu lassen und das weiter zu denken und zu bearbeiten, das ist da auch ein Thema und finde ich auch total wichtig an der Stelle. Absolut, weißt du, wie der Name zustande kam? Oder wo die Namensgebung herkommt?

Da musst du unsere Marketing-Experten fragen. Ja, es hat ein bisschen was mit Revenue und Free und so weiter zu tun. Ja, mache ich. Mache ich dann den nächsten Schritt. Und etwas spielerischer.

Ja, genau. Mir sind persönlich Farben, habe ich früher schon immer gesagt, Farben und Namen sind für mich nicht so das Relevante. Relevant ist das Funktionale, was unter der Motorhaube funktioniert. Und da ist jetzt eben das Thema. Wir sind größer, wir sind stärker und können schneller wachsen.

Ja, auf jeden Fall spannende Bewegung, die da drin ist. Bin gespannt, wie sich das weiterentwickelt, was man auch so mitbekommt. Plenigo war ja schon selber auch eine Marke, eine Brand, die man öfters gehört hat, gesehen hat. Genau von dem her, dass jetzt noch auf einem größeren Tablett sozusagen serviert. Eigentlich ganz spannend, gerade auch mit diesen Ländern wie Skandinavien.

Genau, jetzt mit dem Plenigo-Brand, was freut uns natürlich, dass das auch für etwas steht und zu einem Standard auch schon geworden ist, zumindest hier in Deutschland. Das ist jetzt erstmal eine kleine Herausforderung, die Sandra dort zu buppen hat, das zu kommunizieren, dass Plenigo jetzt Frisbii ist, Ryder ist jetzt Twix. das müssen wir in den Köpfen verankern. Inhaltlich ist es genau wie bei Rider und Twix. Es ist dasselbe, was drin ist.

Es wird nur stärker, besser und schlagkräftiger. Ja, spannend. Also sehr, sehr spannend. Bin dann gespannt, was sich am Angebot, ob sich am Angebot was ändert, beziehungsweise sagst du, was sich verbessert. Aber wir springen einmal kurz rüber zu dem ganzen Laserfinanzierungsthema nochmal.

Haben jetzt einiges gesprochen, was ihr so macht, beziehungsweise was Ben Mieger auch macht. Vielleicht gerade auch für die ganzen Zuhörenden. Und was würdest du jetzt im Endeffekt sagen, gerade auch für die Kleineren, ihr seid ja viel im Austausch auch mit kleineren Verlagsunternehmen und Ähnlichem, was sind gerade bei der Leserfinanzierung so die größten Herausforderungen und vielleicht auch Fehler, die man aktuell im digitalen Bereich noch macht? Ja, die größte Herausforderung ist natürlich vor dem Hintergrund, von dem alle betroffen sind. Wir haben einen Rückgang der werbefinanzierten Geschäftsmodelle im Digitalen und auch Print.

Für viele Verlage waren das die relevantesten Erlöse. Das bricht weg. Zudem bricht die Print-Träger-Technologie weg. Das heißt, das Digitalgeschäft muss so schnell wachsen, dass es all das kompensiert. Nicht nur den Medienwechsel von Print zu Digital, sondern auch die Digitalisierung.

sondern eben auch die wegfallenden Geschäftsmodelle. Und das werden nicht alle schaffen. Das ist so. Wir haben vorhin das Thema Lebensbegleiter gehabt. Alle ringen um die Aufmerksamkeit des Kunden.

Ein Kunde... wird nicht mehrere Abos nebeneinander für Medien in der Form haben. Die Produkte müssen teurer werden, etc., um die Erlöse zu bringen. Sie müssen breiter und tiefer werden, um die höheren Kosten zu rechtfertigen. Das ist die Herausforderung, vor der alle stehen.

Die Gefahr, gerade im Vertriebsgeschäft, ist es, in alte Verhaltensmuster zu fallen, um Auflagen zu steigern, die halt immer noch das Messkriterium sind. Also wir reden viel über, wir müssen Kundenwerte steigern, wir müssen Erlöse steigern. Einmal im Quartal kommt die IVW-Meldung und die Diskussion fokussiert sich dann wieder auf die Zahlen der IVW und was wird dort gezählt? Verbreitete Auflage. Ich habe hier werthaftige Leser, sondern es ist verbreitete Auflage.

die halt in den vergangenen Jahren zustande kam mit einem teilweise Marketing-Invest, der über den dahinterliegenden Erlösen steht. Wir haben höhere Kosten als Erlöse, um Reichweiten hinzustellen, die letztlich auch notwendig waren, weil man mit dem Anzeigengeschäft Geld verdient hat. Und das ist die größte Gefahr, dass man immer wieder, weil diese Zahl und damit teilweise auch noch Verlagsleiter, Geschäftsführer, die eine gewisse Eitelkeit im Rücken haben und sagen, wir wollen natürlich keine schlechtere Zahl haben als diese, damit sind alle im Vertrieb konfrontiert, zu sagen, ja, wir wollen Laserfinanzierung, aber irgendwie werden wir an dem Ding gemessen. Das heißt, die Disruption an der Stelle hin zu mehr Erlösen und im Zweifel auch geringeren Auflagen, Das ist eine Herausforderung, der man sich stellen muss und die natürlich auch einen gewissen Mut erfordert, weil auf Auflagen zu verzichten, das fällt nicht so leicht. Ich kenne das aus meiner Historie auch, was einen da an der Stelle eben umtreibt.

weil man kann es dann auch nicht wieder zurückholen. Aber diese Disruption und diese Transformation und das Überlegen nach neuen Geschäftsfeldern ist notwendig und nicht zuletzt deswegen entstehen in allen Verlagen ja auch die Bereiche des Produktmanagements, die es in meinen früheren Verlagszeiten nicht gab und das Zusammenspiel zwischen Produkt und Sales ist an der Stelle einfach ganz elementar, Produkte zu entwickeln und um damit im Sales viel Geld zu verdienen. Das muss das Zusammenspiel an der Stelle hergeben. Ja, okay. Ich frage mich bei sowas generell auch immer, ich meine, ihr macht jetzt vor allem Leserfinanzierung, Open Subs Group spricht ja auch so ein bisschen für Subscription.

Wie ist es damit mit neuen Ansätzen, nicht nur für die Produkte, sondern auch für Zahlungsweisen wie Click & Read, also diese Prepaid-Modelle oder dass man für einzelne Artikel zahlt? Was ist da so euer Take? Ja, also Click & Read, schön, dass du es ansprichst. Kölner Stadt-Anzeiger probiert das mit uns aus, war auch der Impulsgeber für die Funktion, die wir hier in Plenigo realisiert haben. Das ist die sogenannte Wallet-Funktion, also so eine virtuelle Brieftasche, weil wir haben immer wieder das Thema...

Einzelverkauf, Subscription. Dazwischen liegen Welten, dazwischen liegen Zahlbereitschaften von Kunden. Es gibt Kunden, die würden gerne, weil sie halt nur an einem einzelnen Artikel interessiert sind, für einen einzelnen Artikel Geld bezahlen, sind nie bereit, werden nie bereit sein, für 20 Euro ein Abo abzuschließen, nur weil sie halt hier und da mal einen Artikel lesen wollen. Zu sagen, wir gehen jetzt auf den Einzelverkauf, ist genau das Gleiche, als wenn ein Fitnessstudio jetzt sagen würde, eine halbe Stunde auf dem Ergotrainer kostet 2,50 Euro. Wenn die das machen, sind sie pleite.

Also deswegen musst du natürlich schon rein kaufmännisch die Zielsetzung haben, auch Subscription abzuzielen, die Leute zu vollzahlenden Kunden zu machen. Aber das passiert eben nicht von heute auf morgen. Das heißt, wir brauchen in den Einstiegen oder auch für bestimmte Kundengruppen etwas, was unterhalb der Subscription liegt und was eben nicht einzeln Kauf ist. Und deswegen haben wir diese Wallet erfunden, die eben sowas wie Click and Read, also Prepaid ermöglicht. Das heißt, ich bin in der Lage, mir für 10 Euro, sage ich mal, 10 Artikel, 10 Coins in dem Falle zu kaufen und die dann einzulösen, wann immer ich lustig bin.

weil man bei diesen Gelegenheitsnutzern, der hat jetzt einen Artikel, aber der wird schon in ein paar Wochen vielleicht den zweiten, den dritten, den vierten lesen. Das heißt, es ist für diese Gelegenheitsnutzer attraktiv und es ist für den Verlag besser als der Einzelkauf zu sagen, wir machen das mit Coins. Und dann kann man, und das macht der Kölner Stadt-Anzeiger auch sehr erfolgreich, eben dafür sorgen, dass diese Leute, die hin und wieder einen Artikel lesen, ihre Coins immer schneller einlösen und dass man irgendwann vielleicht an diesen Zeitpunkt kommt, wo man sagt, sag mal, du hast jetzt die letzten Wochen schon wieder fünf Coins eingelesen, weißt du eigentlich, dass das teurer ist, als wenn du bei uns ein Abo hättest? Und dann ist der Zeitpunkt gekommen, wo man die Leute in den Vollpreis. bringt.

Das ist der Versuch, quasi in diesem Zwischenraum zwischen Trial und Vollpreis einfach mal ein paar Dinge anders auszuprobieren, eben mit Leuten, die bisher Gelegenheitsnutzer sind oder eben auch Zielgruppen einzufangen, die temporär Nutzer sind. Also gerade für lokale Medien. Wie viele Leute gibt es, die in Köln jetzt vielleicht ein paar Wochen Urlaub machen oder... zur Kur sind oder dort geschäftlich für eine Weile sind, was auch immer. Das sind Leute, die jemanden brauchen, der sich lokal auskennt.

Wir haben vorhin das Thema Lebensbegleiter gehabt. Wenn die es schaffen zu sagen, ich sage dir, was die relevanten Clubs sind, was heute stattfindet und so weiter, ist das auch attraktiv für jemanden, der nur ein paar Wochen vor Ort ist. So, und dann schließe ich natürlich kein Abo ab, weil ich Angst habe, das wieder kündigen zu müssen oder so, aber dann sage ich mir, ach, hier 15 Artikel, dann kann ich mir so die relevantesten Sachen zusammenpicken, während ich da bin. Super Angebot für Leute, die temporär in der Region sind, wenn das Angebot eben auch so ausgerichtet ist, dass es sich an solche Leute eben richtet. Ja, und dafür ist es gedacht und wir haben dafür eben diese Wallet-Funktion realisiert in Plenigo und das ist genau das, Was unser Ansatz ist, Geschäftsmodelle ermöglichen und solche Dinge funktional zu entwickeln und aufzubauen.

Ja, finde ich auch psychologisch einen sehr spannenden Ansatz eigentlich, wenn man darüber nachdenkt, dass ja eigentlich schon bewiesen ist, dass die Menge der Touchpoints die Bereitschaft für ein Abo aufbaut. im Endeffekt dann auch deutlich erhöht. Und wenn man dann sagt, okay, eigentlich ziehen wir euch schon das Abo rein, ohne dass ihr schon überhaupt ein Abo habt aktuell. Also ihr habt ja irgendwie eine Verbindlichkeit sozusagen mit der Zeitung, weil ihr habt da noch Coins liegen, die ihr ja sicher nicht kaputt gehen lassen wollt oder vergessen wollt. Genau.

Und dann nachher irgendwann zu sagen, hey, by the way, du hast jetzt 10, 20 Sachen gelesen, wenn du dir jetzt ein Abo geholt hättest, hättest du schon mal einen Euro gespart und dann da reinzugehen und zu sagen, okay, diese Loss Aversion, zu sagen, du verlierst einen Euro im Endeffekt, statt du zahlst nur so und so viel, ist glaube ich ein ganz, ganz schöner Ansatz, zu sagen, okay, die kriege ich die Leute dann wirklich in so ein Vollpreis-Abo dann nachher auch rein. Das ist ein sehr schöner Ansatz, ja. ist auch wahrscheinlich dann nochmal ganz deutlich interessanter, und dann vielleicht noch ein erstes, du hast schon ein paar Coins eingelöst, im zweiten Schritt, du kriegst dann irgendwie einen Spezialpreis für die nächsten x Monate noch, weil du ja schon vorab eigentlich sozusagen Kunde bei uns warst, und hast du, es ist zwar auch ein Log-Angebot, aber hast du schon mal so diesen schönen, langsamen Flow in das Abo rein, und dann ist die Chance wahrscheinlich auch ganz gut da, dass die Person nicht mehr churnt, ne? Ja, genau. Ja.

Das ist ja sehr cool. Habt ihr bei euch dann auch so Joint Prediction und ähnliches mit drin? Ist nicht Bestandteil des Subscription Managements. Also dort haben wir wirklich den klar abgegrenzten Scope, Abrechnung, Angebotsgestaltung, Payment. Aber ist Bestandteil bei Open Subs.

Also wer sich dann für diese Verlängerung interessiert und selber jetzt keine Architektur hat im Bereich CRM oder BI, also dort Kampagnen aufzusetzen, das ist genau das, was wir dann mit Open Subs in der Verlängerung anbieten, also zu sagen, wenn du mit Plenigo arbeiten willst und Onboarding, kündige Rückgewinnung, etc., was die Großen wie FAZ oder Spiegel natürlich selber machen mit ihren Systemen, aber die Kleinen können es eben nicht aufsetzen und genau das ist dann das Angebot von OpenSubs, zu sagen, wir haben hier basierend auf den Daten out of the box die Möglichkeit in einem Onboarding, in einer Rückgewinnung oder dann eben auch in einer Weiterentwicklung so einer Kundengruppe, die auf Prepaid unterwegs ist, entsprechend Dinge aufzusetzen, zu triggern, zu automatisieren. Genau. Ja, okay, okay. Macht ihr auch, also ist bei euch dann auch Paywall für E-Paper, einfach mit den Begriffen dann direkt? Ja, genau.

E-Paper ist nach wie vor ein sehr interessantes Produkt. Man hat das eine Zeit lang als Übergangstechnologie gesehen und wir haben das auch seinerzeit beim Spiegel, bevor es das Plus-Angebot gab, was ja dann den Durchbruch letztlich erreicht hat, weil es einfach Bestandteil von Spiegel.de gewesen ist. E-Paper ist ja immer... das Gedruckte in digital und plus erreicht die Leute, die bisher auf dem freien spiegel.de unterwegs waren, also da ist ein gewisser Bruch. Trotzdem sehen wir bei ganz vielen Verlagen, dass das E-Paper als abgeschlossenes Produkt, wo ich eben auch nur eine begrenzte Anzahl von Artikeln drin habe, die auch entsprechend kuratiert sind, dass das ein Werteempfinden hat.

Und ich glaube, die Notz hat sehr früh damit angefangen, differenzierte Angebote zu machen, reines Plus und mit E-Paper und das E-Paper eben höherpreisig und hat damit sehr, sehr gute Erfolge gehabt. Trauen sich viele nicht ran. Hier haben wir wieder das Thema IVW, was uns hier im Wege steht, weil die Leute wollen natürlich versuchen, in jedem Digitalangebot den Leuten das E-Paper mitzunehmen. mitzugeben, um es zählen zu können. Aber wenn man es rein mal aus einer Pricing- oder Erlösperspektive betrachtet, ist so eine Differenzierung, Basisangebot, wo kein E-Paper drin ist, Premium-Angebot, wo ein E-Paper drin ist, eben schon relevant, weil die Nutzer oder viele Nutzer bereit sind, für sowas wie ein E-Paper tatsächlich mehr Geld zu bezahlen.

Also interessante Mechanik und E-Paper tatsächlich ein bisschen unterschätzt. Ja, okay. Es gibt tatsächlich aber verschiedene Stimmen ja in der Branche. Heinz meinte ja, dass das E-Paper eigentlich nicht das Produkt ist, aber ich finde das auch super spannend. Du hast jetzt die NOZ angesprochen.

Da ist tatsächlich ja so, dass ich letztens jetzt gelesen habe, dass sie einfach sagen, wenn du das Print-Abo hast, kriegst du Plus, also digital Plus mit dazu. und dass das wirklich sehr, sehr gut auch funktioniert hat, die Leute in das Digitale zu konvertieren. Das ist so spannend, was sie da für Experimente auch machen. Also wirklich schön zu sehen, was gerade so an Experimenten auch in der Branche passieren, wirklich mit Offenheit für, ja, um zu testen und zu schauen, auch wenn man vielleicht dann ein paar Leute verliert oder da irgendwie ein paar Leute komisch gucken, sozusagen, aber es funktioniert tatsächlich, ne? Ja.

Es funktioniert, was aber auch wichtig ist an der Stelle oder jetzt auch für mich eine sehr interessante Erfahrung nach dem Seitenwechsel. Es gibt kein Allgemeinrezept. Also das, wo jetzt die Notz sagt, das funktioniert, das muss jetzt nicht zwangsläufig bei einem anderen genau in der gleichen Form funktionieren, sondern mein Rat an der Stelle nutzt, wenn ihr sowas seht, natürlich die... Um es auszuprobieren, aber zu sagen, Copy and Paste und dann werden wir alle glücklich, das ist es eben nicht, weil die Zielgruppen sind anders, die setzen sich anders zusammen, wir haben eine andere Markenerwartung und so weiter und nur weil die New York Times jetzt Kreuzworträtsel und Kochrezepte anbietet, heißt das nicht, dass das das selig machende für das Dithmarscher Tageblatt ist oder so. das muss jeder muss einfach gucken und und einfach nur verinnerlichen nutzwert akzeptanz relevanz zur marke die die bedürfnisse müssen auch zusammenpassen und daran zu gehen und auszuprobieren und zu testen was es für mich persönlich der richtige weg das ist das ist wichtig es gibt keinen kein allgemein rezept für das für das thema so wie du sagst beim ip das ist für für manchen total konträr und unterschiedlich.

Und einige sind ja auch dabei, die sagen, Plus ist für mich nicht mehr die Angebotsform. Die gehen weg und gehen wieder auf ein freies Modell und gehen auf die Werbefinanzierung. Auch das beobachten wir gerade. Und da muss jeder seinen eigenen Weg finden. Ja, das ist...

Das ist ja auch schon ein sehr, sehr schönes Schlusswort in dem Fall. Noch eine letzte Frage dazu tatsächlich. Also wenn du jetzt auf die generelle Leserfinanzierung im Markt schaust, in verschiedene Richtungen wie Standard-Abo oder so Click-and-Read-Themen mit einzelnen Käufen sozusagen von Artikeln. Was denkst du, was jetzt so in den nächsten zwei, drei Jahren, wo der Trend hingeht und was vielleicht aus deiner Sicht auch komplett wegfallen wird? Also wo der Trend hingehen wird, ist, wir werden sicherlich sowas wie Rackwalls sehen, vermehrt sehen oder eben auch das Thema limitierte Einstiegsangebote.

Also ich bekomme was Niedrigpreisiges, was in seinem Leistungsumfang limitiert ist. oder eben prepaid ist, um halt in diese Richtung Vollzahler zu gehen, halte ich auch für eine ganz wichtige Geschichte, dort an der Stelle auszuprobieren und diese Zielgruppen abzugreifen, weil eben eine gewisse Sättigung im Markt erreicht ist. Das erleben, glaube ich, alle. Wir hatten eine Goldgräberstimmung beim Thema Digitalgeschäft, auch während Corona, wo die Leute viel Zeit hatten, Wir haben da eine gewisse Sättigung und das heißt, es geht um Relevanz, es geht um Wettbewerb. Das wird sich in diesen Einstiegsangeboten zeigen und es wird sich darin zeigen, dass sich die Portfolios verändern.

Also, dass wir neben Paid Content und E-Paper eben sowas wie Events, Veranstaltungen, Community-Themen und so weiter in der Entwicklung von Geschäftsmodellen entwickeln. sich entwickeln werden. Und Thema Lebensbegleiter: Medienmarken werden natürlich versuchen, abseits von ihrem Markenkern, Dinge ihren Lesern anzubieten. Und das wird entweder durch Zukäufe passieren. Wir haben es gesehen beim Spiegel mit elf Freunden beispielsweise.

dass dort Themen reingeholt werden, unterm Verlagsdach gewündelt werden, um mit Blick auf die Zielgruppen da entsprechende Dinge konsolidieren zu können und den größeren Teil des Lebens abdecken zu können. Und solche Dinge werden sich aber auch in Kooperationen finden. Wir haben das Thema Alles Plus beispielsweise, dass man diesem User-Interesse, was ja nicht von der Hand zu weisen ist, Netflix, Spotify, Musik und Streaming-Industrie, haben ja gezeigt, dass einzelne Labels und die Verlage sind nichts anderes als Warner, Universal und wie sie alle heißen, dass die nur bedingt in der Lage sind, wenn sie nicht gerade jemand wie Disney sind, die einfach ein akzeptables Portfolio bilden können, es einfach schwer haben, ein eigenes Abo dauerhaft am Markt durchzusetzen. So, dieses Kundenbedürfnis ist da und natürlich auf der anderen Seite, es würde sich nicht finanzieren, wenn du für 20 Euro den Kicker, den Spiegel, die FAZ und so weiter bekommst. Das ist klar, dahinter steht aufwendige Recherche etc.

Aber letztlich ist es dieses Spannungsfeld des Kundenbedürfnisses, der für 20 Euro einfach breites... einen breiten Nutzen haben will und Verlage, die gucken müssen, wie sie diesen breiten Nutzen am Ende des Tages anbieten und rechtfertigen gegen Zahlung. Und da kommen wir wieder zu diesem, was sollte man nicht tun? Früher hat man halt eine Auflage steigern können, indem man sagt, Hey, guck mal, diese Wagenfeldleuchte kostet im Laden 100 Euro. Bei mir zahlst du auch nur 100 Euro und kriegst noch einen Spiegel dazu.

Ein ganzes Jahr. Und gesagt haben, oh super, die Lampe kaufe ich mir. Spiegel legen wir auf den Küchentisch, wird bestimmt einer lesen. Schwierig. Ist heutzutage schwierig, sollte man nicht tun, weil man verdient eben über die Anzeigen nicht mehr Geld.

Man verdient nur über Nutzwert und Anzeigen. Und das ist die Herausforderung. Und wenn wir am Ende sind, vielleicht noch auf so eine Gefahr, die mir ein bisschen durch den Kopf geht, zu schauen. Wir haben ja jetzt gerade vor einiger Zeit die Bundestagswahl. gehabt, begleitet von sehr viel Aufgeregtheit, sage ich mal.

Und das ist was, was wir halt im Medienumfeld ja schon eine ganze Weile erleben. Und ich glaube, die Medien und das Thema Leserfinanzierung, wir brauchen Aufmerksamkeit bei den Lesern, weil damit wird Geld verdient. Die führt natürlich zu einer Entwicklung. Mir geht's immer einen Spruch durch den Kopf, den mir Wolf Schneider, alter Journalist, vor über 30 Jahren hatte ich noch überlegt, werde ich Kaufmann oder werde ich Journalist? Und Wolf Schneider hat damals gesagt, die pure Wirklichkeit ist halt ziemlich langweilig.

Die Aufgabe des Journalisten ist es, die Dinge interessant zu machen. Und wenn du zu einer Versammlung des Hühnerzuchtvereins, ich war hier letztes Wochenende beim Fischereiverein zur Vollversammlung, das ist halt langweilig. Die Kunst des Journalisten ist es, daraus Dinge rauszupicken, um sie interessanter zu machen. Und in diesem Wettbewerb um Aufmerksamkeit ist natürlich die Gefahr, aus jeder Mücke einen Elefanten zu machen. Und ich glaube, da haben die Medien, wenn wir jetzt mal auf dieses Thema Wahl und was dort an Populismus und so weiter entsteht, auch...

Medienanbieter, die eben keine klassischen Medien sind. Wir haben Fake News und so weiter, die alle nichts machen, als zu skandalisieren in einem Maße und die Aufmerksamkeit von Menschen auf sich zu lenken, wo die Ruhigen, die über Dinge sachlich berichten, Hintergründe machen, es schwer haben, diese Menschen zu erreichen und es schwer haben, dann eben Geld zu verdienen. Das ist ein Spannungsfeld. Und ich bin immer wieder sehr beeindruckt, wie die Zeit beispielsweise, die sich ja dafür rühmt, die Transformation nicht am schnellsten, aber am vernünftigsten zu machen, es tatsächlich schafft, ausgeruht, leise zu bleiben und dafür auch honoriert zu werden von einer großen Zahl von Menschen, die sagen, ich will wirklich mal jetzt hier fundierte Berichterstattung lesen. Das ist die Herausforderung, diesem Aufmerksamkeitshype zu widerstehen und zu gucken, wie kann ich was Solides anbieten, weil ich glaube, das Bedürfnis bei den Lesern ist da, etwas Solides und Verifiziertes zu bekommen vor dem Hintergrund der ganzen Fake News.

Also das ist so ein... Spannungsfeld, was ich sehe, wo jeder seinen Weg finden muss und wo ich denke und hoffe, wenn ich sehe, wie sich die Qualitätsmedien da positionieren, dass sie das auch schaffen werden. Ja, aber das ist das Spannungsfeld, was ich an der Stelle erlebe. Ja, sehr spannender Ausblick auf jeden Fall. Also ein paar coole Themen dabei, mit denen man sich auf jeden Fall auch befassen kann.

Letzteres natürlich auch ein wichtiges gesellschaftliches Thema. Von dem her. Ja, vielen Dank für die Zeit, Christoph. Das war es auch schon wieder. Hat mir sehr viel Spaß gemacht.

Danke für die Insights. Viel Erfolg bei dem Merger sozusagen, dem Zusammenschluss zu Frisbii. Und genau, dann hört man sich ja wahrscheinlich noch mal Nach dem Zusammenschluss. Genau, auf jeden Fall. Und jeder, der mag, auf LinkedIn und so weiter, kann sich natürlich auch gerne melden.

Ich freue mich immer über jeden Austausch. Perfekt. Dann dir noch eine gute Woche und wir hören uns. Bis dann. Ciao, ciao.

Machen wir. Danke, Tim. Untertitelung des ZDF für funk, 2017 Dieser Podcast wird produziert von der Explo GmbH. Wenn auch du neue Zielgruppen über digitale Produkte binden und deine Content-Produktions-Workflows automatisieren willst, dann kontaktiere mich auf LinkedIn oder vereinbare eine unverbindliche Demo direkt auf unserer Website explo-gmbh.de. Wir sehen uns in der nächsten Folge.

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