Wie DRIVE regionale Medien fit für Digital macht
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In dieser Folge spreche ich mit Katja Fleischmann, Head of DRIVE bei der dpa.
Katja unterstützt regionalen Medienhäusern bei Themen wie datengetriebenem Wachstum, nachhaltiger Abonnementsteigerung und digitale Transformation.
Wir sprechen darüber, warum lokale Medienhäuser keine Konkurrenz, sondern vor allem gemeinsame Herausforderungen haben, welche Rolle Künstliche Intelligenz in der Effizienzsteigerung von Redaktionen spielt und wie es gelingt, jüngere Zielgruppen für Lokaljournalismus zu begeistern.
Erwähnt in der Folge
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50 Prozent der Bevölkerung sind Frauen. Wir lassen einfach eine Menge Geld liegen, wenn wir Frauen nicht ansprechen. Und wir haben die jüngeren Generationen gar nicht im Blick. Und mit "Jungen", da spreche ich bei unter 50. Das heißt, wenn wir die Jungen nicht binden, dann haben wir in Zukunft keine Leserinnen und Leser mehr.
Ja. Moin aus Kiel zur neuen Folge von Ressort21, dem Podcast über Innovation und Digitalisierung in der Verlags- und Medienwelt. Ich bin Tim Großmann und spreche heute mit Katja Fleischmann, Head of Drive bei der dpa. Katja arbeitet mit regionalen Medienunternehmen an Themen wie datengetriebenem Wachstum, nachhaltige Abonnementsteigerung und der digitalen Transformation. Wir sprechen vor allem darüber, wie das Projekt DRIVE regionalen Medienhäusern bei der digitalen Transformation hilft.
Und zum besseren Verständnis hat Katja dafür eine Analogie mit Nachtclubs mitgebracht. Aber genug erzählt, viel Spaß bei der Folge. Moin Katja. Hallo Tim. Ich freue mich, dass du dir die Zeit nimmst.
Ich habe schon ganz viel gelesen, ganz viel gehört von DRIVE. Ich bin also sehr gespannt, dass wir da heute mal ein bisschen reinsteigen können. Ja, das freut mich auch. Schön, dass ich hier sein darf, Tim. Gerne, gerne.
Drive kennt ja inzwischen jeder, also eigentlich jeder in der Verlagsbranche, würde ich fast sagen. Kannst mich ja eines Besseren belehren jetzt gleich vielleicht sogar. Wie habt ihr das geschafft? Also wie habt ihr das aufgezogen? Also Drive ist ja vor fünf Jahren entstanden und die Digital Revenue Initiative, haben die Unternehmensberatung Highberg, eine auf Medien spezialisierte Unternehmensberatung in Hamburg und die Deutsche Presseagentur, die PA, ins Leben gerufen.
Und vor fünf Jahren muss man sich das so vorstellen, da war Page Content, also das Geschäft mit den digitalen Abonnements, das hat sich schon so langsam etabliert bei den Verlagen. Die Printerlöse gingen runter, die digitalen Erlöse stiegen langsam, aber einfach nicht ausreichend und in dem Maße, in dem es die Verlage brauchten. Und schon damals haben wir gesehen, dass Daten in diesem Paid-Content-Geschäft unverzichtbar sein werden. Nur... Viele Verlage hatten nicht die Voraussetzungen, um so umfangreich mit Daten zu arbeiten, wie sie es eigentlich brauchen.
Und dafür haben wir dann Drive ins Leben gerufen als Dateninitiative. Wir haben regionalen Verlagen mit Abo-Modell Data Science Services zur Verfügung gestellt, also Damals sind wir ja gestartet mit drei regionalen Verlagen, die waren ganz mutig und haben gesagt, wir legen alles offen, wir teilen unsere Daten mit allen anderen, damit wir einen großen Datentopf bilden können, um auch wirklich aussagekräftige Datenanalysen und Algorithmen entwickeln zu können. Und jetzt nach fünf Jahren, also im Lauf der Zeit, hat sich der Fokus von Drive ein bisschen verschoben. Was wir jetzt machen, ist, dass wir weiterhin mit Daten arbeiten. Die sind der Kern unseres Geschäfts und unsere Grundlage.
Aber wir... Wir analysieren nicht nur Daten, sondern wir sorgen auch dafür, dass die Redaktion, dass die Verlage diese Datenerkenntnisse auch umsetzen. Denn nur so können wir in der digitalen Transformation zusammen vorankommen. Und damit sind wir eigentlich heute eine Kollaborationsplattform. Wir haben die Daten, wir haben eine ganz, ganz starke Community.
Drive geht ganz stark vom Austausch zwischen den Verlagen. Und wir haben jetzt diesen Change Factor mit bei uns bei Drive. Und damit sind wir, wie gesagt, eine Kollaborationsplattform, die die digitale Transformation bei regionalen Verlagen vorantreibt. Und wir sind nicht nur mehr drei, wir sind jetzt zehnmal mehr, wir sind ungefähr 30 regionale Verlage aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Ach was.
Ja, okay, schon gut gewachsen auf jeden Fall. Du hast jetzt einige spannende Sachen gesagt. Eins davon war, dass die Daten ausgetauscht werden, zwischeneinander beobachtet. Bedeutet das im Endeffekt, die einzelnen Verlage legen ihre Daten offen? Also wie funktioniert das?
Wie kommt das bei den einzelnen Verlagen an? Also wir waren erstaunt. Als dpa haben wir schon viel früher mit diesem, angefangen, mit diesem Datenthema zu arbeiten. Ich kann mich erinnern, das ist bestimmt schon acht, neun Jahre zurück. Da waren eine Gruppe von dpa-Managern im, in Skandinavien und dort haben sie damals schon die Dashboards gesehen, haben gesehen, dass Paid Content eine große Rolle spielen wird.
Und schon damals hat DPA erkannt, hier müssen wir was tun. Wir müssen wissen, was passiert auf dem Markt und welche Lösungen können wir unseren Kunden und damit unseren Gesellschaften, also den Verlagen, eben nutzen. an die Hand geben. Und damals fingen wir schon an zu fragen, wer ist denn eigentlich bereit, mit uns als dpa auch die Daten zu teilen? Und wir waren uns da nicht sicher.
Wir wussten nicht, welches Feedback wir da bekommen und waren wirklich überrascht, als wir gemerkt haben, dass Verlage sehr offen waren, weil sie sofort einen Mehrwert erkannt haben, weil sie wissen, Mensch, Wir brauchen diese Data Science Services, wir brauchen diese Zusammenarbeit und eigentlich ist nicht sozusagen unser Nachbar unser größter Konkurrent, sondern unsere große Konkurrenz ist im Internet, sind die großen Player, sind Google, sind Facebook und so weiter, Meta und so weiter und so fort. Und deshalb haben wir es geschafft, einmal als dpa, wir sind ja sozusagen so ein neutraler Partner, wir sind so ein Vertrauensanker, gemeinsam mit Highberg, mit der großen Expertise von Highberg im Datenbereich, eben diese Initiative aufzubauen. Und heute ist es so, dass jeder Verlag, der dazu kommt, der kriegt eine Schnittstelle oder wir legen eine Schnittstelle, eine technische, und dann fließen in das Data Warehouse verschiedene Daten ein. Das sind einmal Performance-Daten, also man klickt auf den Artikel, man liest ihn lang, was so alles so dazugehört. Dann fließen alle Artikeldaten mit in das Data Warehouse ein und zum Schluss die ganzen Abo-Daten, also hat jemand ein Abo abgeschlossen oder gekündigt, wie lange hat er das?
Genau. Und das Data Team, das auf Seiten von Highberg ist, das pflegt diese Daten, sortiert und passt auf das Data Warehouse gut auf. Okay, da können wir gleich noch tiefer reinspringen. Da habe ich zwei, drei Fragen zu, wie das dann auch in der Praxis umgesetzt wird, wenn zum Beispiel ein regionaler Verlag diese Daten noch gar nicht so selber richtig sortiert hat. Aber das machen wir gleich.
Du hast ganz oft DPA jetzt angesprochen und Highberg. Ich habe auch schon mit Klaus Böhm von Schickler slash Highberg gesprochen. Genau. Aber DPA, du bist hauptsächlich bei DPA mit... verantwortlich oder verantwortlich für das Thema Drive.
Wie bist du da hingekommen? Also wie kam das zustande? Du hast ja als klassische Redakteurin angefangen. Vielleicht kannst du uns noch ganz kurz einmal ein bisschen was zu deiner Person erzählen, ein bisschen durchführen. Wie bist du jetzt zu Drive gekommen?
Und was hat dich vielleicht auch inspiriert oder vielleicht auch motiviert, das Thema anzugehen? Ja, tatsächlich. Ich habe wirklich ein ganz klassisches Volo bei einer regionalen Tageszeitung gemacht, bei der Lausitzer Rundschau im schönen Südbrandenburg. Das ist auch meine Heimat und ich habe dort auch noch ein paar Jahre als Redakteurin gearbeitet. Ich kenne daher so redaktionelle Abläufe, die redaktionelle Sprache und wie das so vorgeht.
Das hilft mir heute noch. Und dann bin ich von Cottbus nach Berlin gezogen und war dann in verschiedenen Medienhäusern tätig, unter anderem zum Beispiel bei N24, dem Nachrichtensender, in der Online-Redaktion und wir haben schon damals dort mit Daten gearbeitet. Und ich habe schon damals gemerkt, welchen Effekt das auf mich als Redakteurin hat, aber auch auf die Qualität meiner Inhalte. Und dieses Feedback zu sehen, was eigentlich die Leserinnen und Leser da draußen interessiert, war unheimlich wertvoll für mich als Redakteurin. Redakteurin.
Als ich dann 2010 zur dpa gewechselt bin, damals ist ja der Newsroom von dpa von Hamburg nach Berlin gewechselt und ich bin dann hier in Berlin eingestiegen, haben wir ohne Daten gearbeitet und irgendwie fühlte sich das Also so an, als ob man so im luftleeren Raum schwebt. Und ich hatte gar keine Orientierung mehr. Und als dann, wie gesagt, Meinolf Ellers, der ja heute für das Strategic Business Development zuständig ist und Peter Kropsch als CEO auf mich zukam und haben gesagt, Mensch, Möchtest du nicht was mit Daten machen? Dann habe ich natürlich sofort Ja gesagt, weil ich genau wusste, wie wichtig das ist. Und dann war ich in der Datengeschichte und in der Paid-Content-Geschichte mit drin.
Und seit neun Jahren mache ich das jetzt. Ich bin hauptverantwortlich jetzt für Drive bei dpa. Und in Drive kümmere ich mich vor allen Dingen um den Newsroom-Bereich. Die als dpa bringen ja die journalistische Kompetenz mit. Bei Drive und da gucken wir halt, welche Inhalte brauchen wir eigentlich, welche neuen Formate braucht man.
Daraus leiten sich dann ganz schnell ab, welche neuen Workflows entstehen daraus und auch welche neuen Rollen bis hin dazu, dass wir jetzt sagen, eigentlich muss die ganze Redaktion neu organisiert sein. Das ist die Aufgabe von mir. Oha, okay. Das macht das Fass ja noch ein bisschen weiter jetzt auf. Einerseits, okay, wie gehen diese regionalen Verlage dann daran?
Also was sind die Voraussetzungen von euch, vielleicht auch damit mal zu starten, die diese Regionalverlage schon mal haben müssen oder bringen müssen, dass sie überhaupt qualifiziert sind, das Drive-System oder euch als Drive mit dazuzunehmen? Eigentlich braucht man gar nicht so viel. Das Allerwichtigste, was man mitbringen muss, ist das Mindset zu sagen: Wir steigen hier ein und wir wollen die digitale Transformation voranbringen. Dafür leben wir Datentransparenz, dafür leben wir Offenheit. Wir legen unsere Erkenntnisse, unsere Erfolge, aber auch Misserfolge offen.
Das ist genauso wichtig. Und dann, den Rest, der organisiert sich. Wir kümmern uns ganz viel darum, dass die Verlage gut on-geboardet werden, auf technischer Seite und auf inhaltlicher Seite und wir nehmen sie auch wirklich mit Schritt für Schritt in unsere einzelnen Videocalls, in den Austausch mit den anderen. Wir haben einen Slack-Channel für die Community. Wer später einsteigt, kann bei uns in einem Wiki nachlesen, welche Erkenntnisse wir schon alles gewonnen haben.
Und jeder Verlag bekommt auch seinen ganz persönlichen Berater, sage ich mal. Wir sagen dazu den persönlichen Success Manager, mit dem er ganz individuell arbeiten kann und der ihn dabei unterstützt, seine Stärken herauszufinden, aber auch seine Schwächen zu erkennen und die dann im Grunde genommen zu verbessern. genau das Spannender Ansatz auf jeden Fall trotzdem frage ich mich so ein bisschen, wenn ich jetzt ich habe ja schon mit verschiedenen großen Verlagen gesprochen jetzt im Podcast, aber auch auf privater quasi Off-Cam-Seite sozusagen, wo ja viele auch teilweise oder einige auch dabei waren, die jetzt selber noch nicht so richtig wissen, was für Daten sie erheben sollen, noch ganz früh dabei sind, gerade jetzt so vielleicht das Paid, das von Abo-Modell eingeführt haben, aber jetzt nicht so tief im Data-Thema drin sind, die fangen jetzt an zu allokieren, haben da aber auch keine große Expertise, also da begleitet ihr sozusagen, wenn der Verlag möchte, auch den Prozess so ein bisschen von wegen, hey, so machen das andere, so könnte das aussehen, so kann man das umsetzen, damit wir im Endeffekt zusammen dann reinschauen können, sagen können, hey, das ist einerseits richtig umgesetzt, aber andererseits auch so aufgesetzt, dass wir die Daten für euch aufbereiten und verarbeiten können und euch sagen können, hey, ihr schneidet schlecht ab oder gut ab, wenn es um das Digital-Abo-Thema geht. Genau, also wer ganz am, im Grunde, wenn man sich die Drive-Mitglieder einmal anguckt, das sind 30 Verlage und das sind große Verlage und kleine Verlage. Wir haben ganz, wir haben Verlage, die sind, wie du sagst, stehen noch ganz am Anfang der digitalen Transformation und manche, die sind schon sehr, sehr weit und Jeder profitiert aber untereinander voneinander.
Also die Großen, die können manchmal beim AB-Testing oder bei Experimenten mehr Ressourcen reingeben. Die Kleinen wiederum, die sind halt ganz schnell in der Umsetzung. Also, Wer gehört denn zum Beispiel zu den großen Verlagen bei uns? Die Freie Presse oder die RheinPfalz. Wir haben Zeitungsgruppen wie die Stuttgarter Zeitung.
Wir haben aber auch ganz kleine Verlage, wie zum Beispiel die Grafschafter Nachrichten. Und da haben wir zum Beispiel einen Chefredakteur, der in einem unserer Videocalls hört: "Wir brauchen diesen und jenen Button." Und der baut dann auch mal ganz schnell die Startseite um. Oder das Team, das setzt mal ganz schnell ein neues Inhalteformat um und testet das. Also manchmal haben die Kleinen auch einen großen Vorteil, dass sie so klein sind, weil da eben auch die Wege sehr kurz sind und das Team eben sehr flexibel und agil ist. Und bei den Großen dauert es dann manchmal ein bisschen länger.
Dafür bringen die eben auch andere Vorteile mit rein. So ist das. Letztlich ist es natürlich so, dass wir, wenn wir jetzt mal auf die Verlage gucken, dass der Paid Content weiterhin eine ganz große Monetarisierungssäule ist. Content ist einer der Wachstumsfaktoren bei den Verlagen und bleibt es auch. Also wir müssen mehr digitale Abonnenten und Abonnentinnen gewinnen und Drive unterstützt dabei, indem wir, wie gesagt, dieses ganze Daten-Setup zur Verfügung stellen.
Das heißt, Einerseits bieten wir Datenanalysen an, wir übersetzen auch schon Datenerkenntnisse, so dass die Kolleginnen und Kollegen in den Verlagen, in der Redaktion, im Lesermarkt oder in den Datenteams sie auch verstehen und interpretieren dann gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen die Daten und suchen Handlungsempfehlungen. Wir, die Verlage haben den großen Vorteil, sich zu benchmarken, also sich untereinander zu vergleichen. Wir haben ja ungefähr 80 oder mehr Dashboards bei Drive und da kann, also man kann gucken, was machen Nutzer, welche Sessions, was macht man mit Referren, einzelne Experimente. Wir haben Leuchtturmmetriken, wo dann vom Geschäftsführer bis zum Redakteur jeder gucken kann, wo der andere Verlag steht eigentlich in seinem Paid-Content-Business. Und innerhalb dieser Dashboards kann man eben auch sehen, wo stehe ich als einzelner Verlag?
Bei der Loyalisierung, in der Media Time, bei den Conversions, in welchen User Needs bin ich gut? Und wenn ich dann sehe, ich stehe vielleicht so im Mittelfeld, dann gucke ich, wer macht denn das besonders gut? Und dann gucken wir uns immer den Verlag an und sagen, was können wir denn von ihm lernen? Und das machen dann im besten Falle alle anderen nach, beziehungsweise passen dann meist die Strategie an das eigene Haus an, weil jeder hat ja so seine eigene Strategie. Und dann gibt es Fortschritt im besten Falle.
Sehr cool. Ist quasi auch so ein bisschen, haben wir ja mit Ressort21 jetzt auch das Ziel, dass wir so ein bisschen diesen Austausch entfachen. Wenn man bei euch dann noch die Datenlage sieht und sagen kann, hey, okay, dieser eine Verlag oder dieses Medienhaus ist besonders gut im Thema Verlag, Conversion oder was auch immer. Du hattest ja gerade Leuchtturm-Metriken angesprochen. Und da dann sagen können, hey, mit denen sprechen wir mal, weil es ja eben keine Konkurrenz gibt, oftmals zumindest im regionalen Bereich.
Das ist sehr, sehr spannend. Und vom Ablauf her, kurzer Insight für die HörerInnen. Wir haben mit Nicolas Roscheng gesprochen von den Grafschafter-Nachrichten. Das ist ja, glaube ich, dort euer Partner. Genau.
Die Folge werden wir wahrscheinlich nachlesen. dir, Katja, veröffentlichen. Also dann haben wir schön Drive und dann quasi ein Case von Drive. Da hat Nicolas auch sehr, sehr gut drüber gesprochen. Über das Thema Leuchtturmetriken und Ähnlichem.
Von dem her sehr, sehr spannend, was er macht. Untertitelung des ZDF für funk, 2017 Dieser Podcast wird produziert von der Explo GmbH. Wenn auch du neue Zielgruppen über digitale Produkte binden und deine Content-Produktions-Workflows automatisieren willst, dann kontaktiere mich auf LinkedIn oder vereinbare eine unverbindliche Demo direkt auf unserer Website explo-gmbh.de. Euer Auftrag ist ja nicht nur wirklich dann die Umsetzung, sondern ihr seid ja auch sehr aktiv und umtriebig, wenn es um die fast schon Bildung in dem Bereich geht. Ich habe ein sehr schönes White Paper von euch gelesen, The Day After, das ihr auch zusammen mit Highberg quasi geschrieben und veröffentlicht habt, wo es ja auch darum geht, dass man so ein bisschen aufzeigt, hey, regionale Medien sind nicht tot oder sterben nicht aus, sondern sie wandeln sich einfach.
Nur was war da? Was war da der Hintergrund? Also wie habt ihr euch gerade für dieses Format entschieden? Also wenn es um regionale Medien geht, dann sage ich immer so Wenn man vor Ort lebt und nicht weiß, was los ist, dann ist man auch da irgendwie nicht angekommen. Deswegen brauchen wir ja die regionalen und lokalen Medien und die Verlage.
Und wir haben "The Day After" als White Paper rausgebracht, weil wir darüber nachdenken müssen, was es bedeutet, wenn sich Verlage in einer immer digitaler werdenden Welt bewegen. Wir müssen einmal den Versuch unternehmen, lokal Medien rein digital zu denken, ohne Print. Und das war unser Angang dort. Und was wir natürlich brauchen, ist weiterhin ganz stark die digitale Transformation voranzutreiben. Und sie muss eigentlich immer, immer weitergehen.
Und das... Als ich letztens darüber nachgedacht habe, und das passt auch so gut zu The Day After, da fiel mir ein Lied ein von Rihanna, und zwar Please Don't Stop the Music. Das kennst du bestimmt. Please don't stop the music. Genau.
Und was ich damit sagen will, ist, wir dürfen nicht aufhören, sondern wir müssen jetzt, auch wenn wir schon ganz viele Erfahrungen im Digitalen gesammelt haben und wir schon digitalisieren, wir müssen jetzt... weiter die Geschwindigkeit hochhalten und weitermachen. Und ich fand das Lied so schön und deswegen hatte ich da nochmal drüber nachgedacht, einfach die digitale Transformation in einen Nachtclub zu verlegen. Und ich mache das jetzt einfach mal mit dir. Also wir gehen jetzt auf Party, Tim.
Sehr gut. Und dann, wenn wir drin sind im Nachtclub, dann sind für mich die Verlage die DJs. Ein Verlag muss ein richtig guter DJ sein, der muss den richtigen Sound, die richtige Musik auflegen und dann, ja, dass sein Publikum auf die Tanzfläche kommt und am besten dort bleibt. Wenn wir so im Drive-Kontext denken und ich jetzt mal an unsere drei Fokusthemen für dieses Jahr denke, dann... Ist der Beat für mich ganz wichtig für die Retention und Retention ist für uns gerade ein ganz, ganz wichtiges Thema, denn wenn der Beat gut ist und packend ist, dann kommen die Leute auf die Tanzfläche und dann bleiben sie auch dort.
Und das ist ja auch das, was wir bei den Verlagen wollen. Wir wollen Abonnenten, wir wollen Nutzerinnen und Nutzer stark an unsere Portale binden. So, und wenn ich schon bei den Tänzern und bei den Lesern bin, dann bin ich auch sozusagen auf der Tanzfläche. Und wenn diese Tanzfläche, also wenn die Musik gut ist und die Leute alle ausgelassen tanzen, im besten Falle interagieren sie dann mit dem DJ, in dem Sinne dann natürlich mit dem Verlag. Und es bildet sich eine gute Community.
Und Community ist das zweite ganz große Schwerpunktthema dieses Jahr bei uns. Wir haben viele Erfahrungen mit Leserbedürfnissen, also mit User Needs gesammelt und sind durch diese Inhalte nach User Needs wirklich ein ganzes Stück an unsere Leser herangerückt. Und wir sehen aber jetzt, dass es nicht mehr länger nur reicht, dass wir sozusagen produzieren und anbieten als Verlage. Und die Leserinnen und Leser, die konsumieren, sondern wir müssen stärker in Kontakt miteinander kommen. Wir müssen miteinander interagieren.
Wir brauchen in einer digitalen Welt eine neue Verbundenheit zwischen den Verlagen, zwischen Redaktion und ihrer Leserschaft und ihrem Publikum. Das ist ein ganz spannendes Thema dieses Jahr bei uns. Und das dritte große Thema bei uns ist natürlich künstliche Intelligenz. Und wenn wir jetzt so im Nachtclub bleiben, dann ist das für mich das Mischpult des DJs, weil das Mischpult, das optimiert den Sound, so wie viele Verlage KI nutzen, um ihre Inhalte zu optimieren. Wir bei Drive, wir setzen eher an und wollen neue Möglichkeiten erschaffen, indem wir Massenverarbeitung anbieten.
Also wir gehen stärker auf Automatisierung von Inhalten. Wir wollen dieses Jahr aber auch durch KI kreativ werden und neue Inhalteformate schaffen. Da können wir vielleicht später nochmal eingehen. Um den Kreis jetzt zu schließen mit dem Nachtclub, wir sind mittendrin in der Party. Welche Rolle spielt jetzt eigentlich Drive, wirst du dich fragen?
Und live ist für mich sozusagen das DJ-Setup, das Retention, Community und KI perfekt abstimmt. Und eigentlich stellen wir sicher, dass der Beat nicht abreißt und dass die Verlage die allerbesten Tracks auflegen und die Tanzfläche für immer voll ist. So stelle ich mir das ungefähr vor. Das finde ich ein sehr, sehr schönes Bild. Also nochmal, um das zusammenzufassen.
Ihr bietet, oder Drive ist quasi das DJ-Set. Einerseits bietet es die richtigen Beats für das Engagement und die Retention, dass die Leute kommen. auf die Tanzfläche in deinem Bild und dort bleiben. Dann das zweite im Endeffekt, die Community, also dass der Austausch bidirektional im Endeffekt stattfindet. Nicht nur ich liefere Inhalte an die LeserInnen oder an die Leute im Club, sondern die Leute im Club, meine LeserInnen, können quasi auch auf mich zurückkommen und verschiedene Themen quasi...
sozusagen fragen oder quasi zurückmelden, was sie gut finden, was sie nicht gut finden, zum Beispiel datenbasiert. Und das dritte ist im Endeffekt ein hochtechnisches DJ-Pult, das mit KI und anderen Technologien ausgestattet ist, sodass die einzelnen DJ-slash-Verlage dann in dem Fall die richtigen, also nicht richtig, sondern so effizient wie möglich die richtigen Tracks dann quasi ausspielen können. Finde ich ein sehr, sehr schönes Bild auf jeden Fall. Ja, ich habe auch gedacht, irgendwie passt das doch gut. Und das ist ja auch einfach mal schön, irgendwie in der Transformation eine Party zu feiern.
Also wenn du willst, können wir auch noch mal in diese drei Themen ein bisschen tiefer einsteigen, was wir eigentlich tun, weil das zeigt auch noch mal ganz schön das Bild, also wie wie ganzheitlich Drive arbeitet und wie wichtig uns auch journalistische Qualität ist in diesem Paid-Content-Business. Also wenn wir halt mal jetzt beim Beat bleiben, also bei der Retention. Retention ist ja eigentlich für alle ganz einfach. Nutzer und Abonnenten müssen einfach morgen wiederkommen. So, die müssen immer wiederkommen.
Und das machen sie ja nur, wenn wir ihnen ein kontinuierlich gutes und relevantes Angebot bieten. Ja. mittels Drive kann man nach Themen personalisieren, man kann nach Orten lokalisieren, also Geolokalisierung machen und wir sehen ja bei beiden, ob Payboards oder Algorithmen, dass das unheimlich wichtig ist. Das messen wir natürlich, gerade diese Algorithmen, die führen zu höheren Blickraten und zu einer viel stärkeren Lesetiefe. Das ist ja toll für uns als Redaktion auch.
So, jetzt haben wir Retention aber nur ganz technisch gesehen. Wenn ich jetzt aus dem Newsroom-Bereich komme, sehe ich auch dort Anwendung. Und da ist es so, dass wir nach wie vor ein neues Denken und Handeln in Redaktionen brauchen. Also wir verharren noch zu oft in alten Strukturen. Die entscheidende Frage für Redakteure muss doch sein, wenn man ein gutes Thema hat, fragt man, was habt ihr im Kopf?
Und da darf dann nicht kommen, Da darf dann nicht die Vision vom Aufmacher auf Seite 3 oder auf einer anderen Zeitungsseite kommen, sondern es muss doch die Idee von einer richtig guten Geschichte aus Leserperspektive sein. Und das macht den Unterschied. Und daran müssen wir... weiterhin arbeiten. Das ist natürlich nicht so einfach, diese Veränderungen in der Redaktion zu schaffen.
Also das Ziel ist für mich, dass wir nicht mehr sagen, wir schreiben einen Artikel, sondern wir wollen richtig gute Geschichten erzählen und das sozusagen nicht nur als Text, auch als Audio, als Video, was wir eben haben als Format. Und da sind wir eigentlich schon bei den User Needs. für mich und wir haben ja gesehen wir arbeiten ja jetzt schon seit glaube ich drei jahren bei drive mit user needs haben das in mehr als 20 redaktionen eingeführt also wir haben dafür sind auch so ein change programm gebrauchen user needs und dann haben wir den redaktionen geholfen schritt für schritt einzuführen und dann haben wir den effekt gemessen und haben gesehen dass user needs die die Nutzungszeit von Inhalten verlängern. Also Leserwissen ist zu schätzen, wenn wir die Bedürfnisse adressieren. Und es erhöht natürlich auch die Zahlungsbereitschaft für Inhalte und das ist natürlich gut.
Wir als Journalisten, wenn der Verlag finanziell gut dasteht, dann können wir auch besser arbeiten. Also ist es auch gut. Und ich habe letztens mal geguckt, wie sich eigentlich die Arbeit mit Usernets langfristig auswirkt. Ich fand das ganz spannend und habe mir mal die letzten zwölf Monate angeguckt bei einzelnen Verlagen, die stark und sehr konzentriert und fokussiert mit Usernets arbeiten und da kann man wirklich sehen, dass sich die Media Time bei manchen Verlagen mehr als verdreifacht hat. Und das ist so ein schönes Ergebnis für die Redaktionen, dass sich das wirklich langfristig, der kontinuierlich ganz stark fokussiert, sich mit Usernets arbeitet, dann zahlt sich das aus.
Die Leser wissen das zu schätzen und das finde ich ein so schönes Ergebnis. Ja, diese Erfolge, die müssten wir eigentlich viel mehr feiern. Ja, da kann man wahrscheinlich auch wieder so eine schöne Analogie zu finden, im Endeffekt zu dem ganzen, zu dem Club-Thema. Dort ist ja auch im Endeffekt so, man kann nicht, also außer man ist jetzt in einem Hardcore-Techno-Club oder ähnlichem, kann man ja nicht die ganze Zeit den Beat gleich halten, die ganze Zeit die gleiche, genau gleiche Art von Musik spielen, sondern wenn man ein größeres Publikum, ein breiteres Publikum ansprechen möchte, dann muss man halt im Endeffekt auch mal durchmischen, mal auch ein bisschen was wagen. Und dann quasi wieder zurückkommen zu dem initialen Beat zum Beispiel, wenn man wenn man das möchte.
Einfach, dass die Leute da bleiben und nicht irgendwann in diesen Abschaltmodus kommen, dass da eh immer die ganze Zeit das Gleiche kommt. Also finde ich es sehr, sehr spannend. Was mich da sehr, sehr die Frage, die bei mir da sehr hochkommt, ist, wie kommt dieser Wandel, dieser mentale Wandel im Endeffekt bei den Partnern von euch an? Also wenn ich jetzt hingehe als Drive und sage, hey, Ich weiß, dass ihr einen guten Job macht. Ich weiß, dass ihr gute RedakteurInnen seid.
Sonst wärt ihr nicht hier. Aber ihr müsst quasi anfangen, umzudenken. Was ist das? Fühlt sich ein bisschen an wie so ein Angriff erstmal wahrscheinlich. Wie kriegt ihr das umgesetzt, dass die RedakteurInnen dann hingehen und sagen, hey, ihr habt recht, wir sollten mal gucken, dass wir vielleicht reinspringen in die User Needs und nicht einfach sagen, hey, wie du gesagt hast, das ist auf jeden Fall ein Angriff.
eine Nachrichtenerstattung für Seite 3, unteres rechtes Quartal mit 200 Zeichen oder so ähnliches. Ja, tatsächlich ist es so, dass wir alles gemeinsam mit den Verlagen erarbeiten. Letztlich, die letzte Entscheidung treffen die Verlage. Und sie treffen sie auch für sich. Jeder für sich.
Also wir bieten ganz viele Datenerkenntnisse an, aber jeder für sich muss entscheiden, was nimmt er davon mit in sein Haus, was passt zu seiner Strategie. Bei den User-Needs hatten wir einen breiten Konsens. Wir kommen ja daher, dass wir in den Daten gesehen haben, wir haben 80% Geisterartikel auf den Seiten. Das heißt, 80% der Inhalte werden entweder gar nicht wahrgenommen, die werden nicht gelesen oder die generieren kein Abonnement oder einfach viel zu wenige. Und das hat die Kolleginnen und Kollegen in den Verlagen so sehr beschäftigt, dass sie gesagt haben, wir müssen hier was tun.
Also eigentlich ist diese 80 Prozent Geisterquote ein Antrieb für sie, etwas zu verändern. Und sie haben gesagt, was können wir denn machen? Und dann haben wir uns... Haben wir mit User-Needs-Experten wie Dimitri Schischkin gesprochen. Wir haben Frederik Karin von Chipstat eingeladen, der so ein ähnliches Bedürfnismodell macht und haben mit denen gesprochen und haben Workshops mit denen veranstaltet und dann haben die Verlage gesagt, okay, wir möchten jetzt unsere Content-Strategien aufbauen.
verändern. Wir möchten stärker mit Usernets arbeiten und dann ist sozusagen die erste Umsetzungsrunde entstanden mit, ich glaube, 12 oder 13 Verlagen. Da haben wir aber von Anfang an gesagt, wir messen wirklich jeden Schritt, ob sich das auch wirklich auszahlt. Denn wir haben wirklich begrenzte Ressourcen und die müssen wir gut einsetzen. Und dann sind wir da reingegangen, jeder hat sein eigenes Modell entwickelt, dann haben wir eine achtwöchige Testphase gemacht.
Wir haben immer gemessen, was bringen diese Inhalte, die nach Usernetz geschrieben wurden und wir haben immer eine sehr gute Quote gesehen. Wir haben immer gesehen, Inhalte, die nach Usernetz geschrieben wurden, funktionieren besser, kommen besser bei Leserinnen und Lesern an, als die, die nicht nach Usernetz geschrieben wurden. Also zu adressieren, nicht nur zu sagen, wir brauchen jetzt permanent neue Nachrichten, also permanent passiert was Neues. Das ist und bleibt natürlich unser Hauptgeschäft. Das ist wichtig.
Aber wir sehen eben auch, dass andere Bedürfnisse sehr, sehr relevant sind für Leserinnen und Leser. Wir müssen ihnen Dinge viel besser erklären. Wir müssen ihnen Themen viel besser einordnen. Wir sehen, dass Leserinnen und Leser viel mehr verschiedene Perspektiven auf ein Thema brauchen. Und bei all den harten News, die wir haben, also wir haben Krieg in der Ukraine, wir haben Krieg in Israel, wir haben in den Kommunen große Probleme, muss man auch mal durchatmen.
Und das heißt, also mal so ein unterhaltsames Stück, so eine schöne Bildergalerie zwischendurch. Lässt uns mal durchatmen und im besten Fall lesen dann die Leute weiter und bleiben auf der Seite. Das ist ja das, was wir wollen. Also diese verschiedenen Bedürfnisse in einen guten Mix zu bringen, das ist im Grunde unsere Aufgabe im Redaktionellen. Und da sind wir jetzt bei dem Punkt, bei den User Needs, dass wir sagen, wie halten wir denn die Leute auf der Tanzfläche zum Beispiel?
Und da sehen wir in den Daten auch, dass wir nicht immer neue News anbieten sollten, sondern wir sollten tiefer in ein Thema einsteigen. Gerade Abonnentinnen und Abonnenten wissen es zu schätzen, wenn man ein Thema großflächiger bearbeitet. Wir nennen das Teamkarrieren, also kleine Serien eines relevanten Themas. Das heißt, wenn man zum Beispiel... mit Update.me startet, es gibt einen Bericht über ein Seniorenheim und das wurde schlecht bewertet.
Seniorenheim, Exo-Kirche hat katastrophale Zustände. Dann startet man vielleicht mit Update.me, muss man aber auch nicht. Man könnte auch die Geschichte an einer Person ganz emotional erzählen und sie dann fortführen. Und dann kommen aber ganz viele Fragen auf. Was ist denn das für ein Bericht?
Erklärt mir mal, wie der funktioniert. Dann brauchen wir so Follow-up-Geschichten oder Weiterdrehen, nennt man das auch im Redaktionellen. Oder man gibt dann den Lesern oder den Menschen in der Region an die Hand, wie findest du eigentlich ein gutes Seniorenheim? Aber das ist, sorry für den Einschub, aber das ist quasi dann... eine Thematik, die man aufnimmt, sobald man merkt, dass der Artikel gut läuft.
Also man macht das nicht direkt von Anfang an und veröffentlicht quasi fünf verschiedene Sachen zum gleichen Thema, sondern man geht rein und sieht, okay, in den Daten, hey, das kommt ganz gut an, lass mal noch ein Divert Me machen, lass mal noch irgendwie ein Interview vielleicht mit einem Menschen aus dem Altersheim führen oder Ähnliches. Also das macht man dann, wenn man merkt, dass dieser Artikel oder diese Nachrichten... diese Nachricht oder das Update in die Thema gut ankommt, ne? Tatsächlich macht man das anhand von Daten. Also wir haben Verlage, die haben sozusagen sogenannte Weiterdreh- oder Nachdreh-Dashboards.
Wir können uns als Redakteurinnen und Redakteure aber auch vermitteln, teilweise auf unsere eigene Kompetenz oder unsere eigenen Erfahrungen verlassen. Es gibt einfach Themen, die funktionieren immer. Und das wissen wir. Und da kann man schon von vornherein planen, das wird jetzt eine größere Geschichte, weil wir wissen, das interessiert einfach die Menschen da draußen. Und was wir eben sehen in den Daten ist, wenn Wir können das anhand eines Ähnlichkeitsscores messen, wenn eben Themen nacheinander sehr ähnlich sind und aufeinander aufbauen.
Und dann halten wir Abonnenten und Abonnenten länger auf der Seite. Dann kehren sie zurück, weil sie möchten wirklich tiefer ein Thema verstehen. und da weiter abgeholt werden. Das fand ich total interessant. Und wir haben dann eben auch in den Daten geguckt, weil wir werden dann immer gefragt, ja, und so welches User-Need muss denn jetzt auf welchen folgen und so.
Man will dann immer so ein Rezeptbuch haben. Das kann ich auch total verstehen. Und dann haben wir zum Beispiel gesehen, dass wenn man tatsächlich mit einer Update-Me-Geschichte startet, dann am besten danach etwas aus dem Bereich Verstehen kommen muss, also Educate Me oder Give Me Perspective. Und auch HelpMe, diese User-Needs funktionieren sehr, sehr gut miteinander. Und so geben wir den Redakteuren auch immer einen Leitfaden an die Hand, also was sie im Alltag dann umsetzen können.
Das ist uns ganz, ganz wichtig. Ja, okay. Und das ist quasi jetzt schon der Bogen zum Thema DJ-Pult, quasi was für Tooling, effizienzsteigernde Dinge, vielleicht auch effektivitätssteigernde Themen, die zum Beispiel funktionieren. so ein, ja, nicht ganz Rezeptbuch, aber so ein bisschen so ein Fahrplan, wie sie herangehen können, gebt ihr dann quasi mit, wenn ich das so richtig verstanden habe. Genau, also, wie gesagt, wir machen diese Leitfäden für die Redakteure, Und wenn wir jetzt an die Tools denken, Tim, bevor wir an die Tools denken, muss ich noch was in Richtung der Tanzfläche loswerden.
Wir müssen noch mal einen Blick auf die Tanzfläche ganz kurz werfen. Weil was mich so... Also, jetzt mal neben, dass wir sagen, wir brauchen die relevanten Inhalte, müssen wir als Redaktion uns auch immer wieder bewusst machen, dass die Nutzer dort eben Inhalte erwarten, wo sie sind und da sind sie meistens auf dem Smartphone. Also, wir müssen immer mobile first denken auf unsere Inhalte und wenn wir jetzt ehrlich sein sollen, nach den Drive-Daten müsste man auch App first denken. Also, weil Retention findet vor allem in der App statt.
Wir sehen eben auch in den Daten, dass gerade die News-App dort sehr, sehr wichtig ist. Wir haben dort bis zu 30 Prozent höhere Retention-Quote als auf den Webseiten. Das ist auch nochmal wichtig für uns als Redakteure zu wissen. Und der nächste Schritt ist aber, wir haben jetzt so einen einzelnen Abonnenten und der ist sozusagen ein Konsument und da kann man natürlich leicht abspringen. Aber wenn man sich als Teil einer Community fühlt, dann bleibt man wahrscheinlich.
Und wenn man dann wiederum auf die Tanzfläche guckt und sagt, was haben wir denn eigentlich für eine Community bei regionalen Verlagen und ich möchte jetzt gerade loswerden, weil die Daten ganz, ganz frisch sind. haben wir nämlich geguckt, wie setzt sich denn eigentlich die Leserschaft von regionalen Verlagen zusammen? Und da sehen wir, dass wir relativ, also dass wir die älteren Generationen eher ansprechen, sage ich mal so, über 50. Und dass wir sehr, sehr stark männlich geprägt sind. Und das heißt, wir sind gar nicht so divers auf unserer Tanzfläche, wie wir es eigentlich brauchen.
Denn wenn wir, wir haben zu wenig Frauen auf den Seiten, das heißt, Also 50 Prozent der Bevölkerung sind Frauen. Wir lassen einfach eine Menge Geld liegen, wenn wir Frauen nicht ansprechen. Und wir haben die jüngeren Generationen gar nicht im Blick. Und mit jungen, da spreche ich bei unter 50. Das heißt, wenn wir die Jungen nicht binden, dann haben wir in Zukunft keine Leserinnen und Leser mehr.
Also wir müssen überlegen, wie schaffen wir es, diese Generation anzusprechen. Und wenn ich mir das überlege, gerade, jetzt sagen wir mal unter 40, dann sind das Menschen, die es gewohnt sind, auf Facebook, auf Instagram und auf TikTok zu sein. Also die interagieren sozusagen mit der Plattform. Und mit den Menschen dort. Und da bin ich dann bei den Verlagen.
Die müssen sich das abgucken und deswegen ist Community so wichtig. Wie schaffen wir es, mit unseren Lesern zu interagieren? Und da sehen wir eben erste wirklich tolle Ansätze bei Drive. Zum Beispiel die Freie Presse in Chemnitz, die hatten jetzt eine Aktion auf der Website zur Bundestagswahlberichterstattung. Das nannte sich Deine Wahl 2025.
Das fand ich sehr schön. Und die haben sie an den Interessen der Leser ausgerichtet. Also sie haben die Leser gefragt: Welche Themen sind denn für euch interessant? Und daraufhin haben sie Geschichten geschrieben über Bürokratie, über Migration, über Energiewende und Klimawandel. Also genau die Dinge, die die Leser interessieren.
Also eine total schöne Geschichte. Wir müssen aber auch offline, also nicht nur online, sondern auch offline mit den Menschen in Berührung kommen. Ein trierischer Volksfreund, auch eine total schöne Geschichte, die haben mit einem Verein vor Ort kooperiert und haben einen Wandertag und einen Mountainbiketag oder so ähnlich ins Leben gerufen. Und da sind mehr als 1000 Teilnehmer gekommen. Die sind mit Menschen dort in Berührung gekommen, die natürlich ihre Leserschaft sind und ihre Abonnenten, aber auch mit vielen Menschen, mit denen sie bisher noch gar nicht in Berührung gekommen sind.
Und das ist wichtig. Also wir müssen mit Menschen zusammen sein. Wir müssen uns zeigen, gerade wenn wir eben immer stärker ins Digitale gehen. Also für mich ist sozusagen Community ist für mich kein Trend, sondern für mich ist Community die Zukunft der Verlage. Ja, ich glaube, da muss man nur aufpassen, auch wieder kleiner Einschub, ich glaube, da muss man nur aufpassen, gerade auch als Verlag, dass man, oder als Verlag mit einem eigenen Club, dass man vorne nicht zufällig noch das Schild Ü50 Party hängen hat und man sich fragt innen drin, warum nur Ü50 Leute kommen.
Also da muss man auch wirklich stark auf die Formate ähnliches gucken. genau aber ist ein guter ansatz also das schöne ansatz und wenn man auch die ergebnisse dann merkt ist das ja schon auch der richtige weg kann ja auch nicht jeden ansprechen muss dann schauen wie kriegt man die leute die es auch wirklich interessiert dann dazu zu kommen und quasi auch zu bleiben tatsächlich fragen wir uns jedes mal wenn wir also wir machen kratzen aus verschwärmte welche offline format und welche events und dann stellen wir uns immer die frage wie Wer kommt denn dahin? Sind das die Print-Abonnenten? Ist das die ältere Generation, die natürlich auch wichtig sind? Aber wie schaffen wir es, die jüngeren Leute anzulocken und für uns zu interessieren?
Wir stellen diese Frage immer und immer wieder. Ja. ihre Überschriften zu optimieren, um Leserbedürfnisse gezielt dazu adressieren, um sich Themenvorschläge geben zu lassen, um vielleicht sogar für Social Media Beiträge erstellen zu lassen. Was wir bei Drive machen, ist, wir setzen an bei Massenverarbeitung. Wir haben dafür zwei Tools gerade im Einsatz.
Eins nennt sich Drive Local. Das ist ein Tool... das den ganzen E-Mail-Posteingang von Verlagen verarbeitet. Also das sind so Vereinsmeldungen, Pressemitteilungen, Polizeimeldungen, Terminankündigungen, alles was reinkommt. Das schickt jetzt noch jemand persönlich, das könnte man auch automatisieren, aber uns ist es wichtig nochmal persönlich drauf zu gucken, aus dem Verlag.
An eine E-Mail-Adresse. Dahinter sozusagen passiert die Magie, die KI. Die KI verwandelt das in einen journalistischen Beitrag, entweder eine Meldung, einen Bericht, was man halt gerne möchte und speist sofort diesen Inhalt ins CMS, also ins Content Management System, sodass der Redakteur, die Nachricht oder die Meldung nochmal überprüft, ob auch alles stimmt. Und danach kann er sofort publizieren. Und die Verlage nutzen dann diese Inhalte stark für die Printproduktion, aber auch für die digitale Produktion.
Und damit sind wir halt sehr effizient und schneller unterwegs und schaffen Freiräume zum Beispiel, um Communities aufzubauen. Und das zweite Tool, was wir nutzen, ist, Das ist Drive Mixer. Das heißt, wir möchten aus bestehenden Inhalten, aus Archivinhalten neue Inhalte machen. Also das sind zum Beispiel Zusammenfassungen, das Beste am Morgen, am Mittag, am Abend, der Rückblick auf die Woche. Zum Beispiel denken KI aber auch immer mit Personalisierung.
Also Tim, wo wohnst du? In Kiel. In Kiel. Also wir geben dir dann zum Beispiel den Newsletter mit den wichtigsten Dingen aus Kiel. Das wird dann automatisiert erstellt.
Oder für mich wäre das halt ein Newsletter aus Berlin. Bestenfalls vielleicht sogar noch aus meinem Kiez. Oder wir möchten gerne die Startseite einer Website personalisieren mit KI, indem wir eine Zusammenfassung aus deiner Region ganz oben ran stellen. Also solche Dinge wollen wir machen. Ich kann mir aber auch zum Beispiel sehr gut vorstellen, dass wir Inhalte, Formate kreieren, die sich an Communities richten, also die Maßgeschneidert für die sind.
Ja. Was wir jetzt erstmal machen ist, wir haben im letzten Jahr diese KI-Tools aufgebaut und getestet. Sie funktionieren gut und sie sind bei Verlagen schon im Einsatz. Und jetzt haben wir ein Umsetzungsprogramm, also wieder so ein Change-Programm aufgesetzt für Redaktionen und wollen diese Tools, diese Workflows nachhaltig in den Redaktionen etablieren und messen parallel wieder den Einfluss dieser KI-generierten Inhalte auf die Performance. So dass wir auch immer sehen, bringt uns das jetzt wirklich was?
Ist es etwas, was uns im Paid-Content-Geschäft voranbringt? Und da machen zurzeit, ich habe heute noch einmal gedacht, jetzt gerade Stand jetzt sind es elf Verlage, die mitmachen bei dem KI-Sprint und ich hoffe, dass es noch mehr werden. Ja, denke ich mir. Also das ist ja auch ein Riesenthema. Ich meine, das höre ich auch immer wieder.
Die ganzen größeren Verlage stellen alle Leute ein nur für KI-Thematiken. Finde ich ganz spannend. Okay, also wir haben die drei, eigentlich sind es jetzt ja sogar vier, wenn man die Tanzfläche als eigenes Thema quasi mitdenkt. Wo sind die Leute, wie verhandelt? wie sieht die Tanzfläche aus?
Vielleicht sogar noch ein fünftes Thema, was man auch noch überlegen könnte mit der Zeit, ist so ein bisschen dieses Sharing-Feeling. Also wenn man im Club ist, ist es ja oft so, dass entweder jemand vom Club selbst rumläuft, Fotos macht, die dann veröffentlicht oder dass man selber Selfies macht mit seinen Freunden oder mit der Community, wie man eigentlich den Club erlebt, wie viel Spaß das macht oder was man so für Leute kennenlernt und ähnliches, also dass man quasi als Community noch zusätzlich über Content sozusagen aktiv partizipiert in dem Fall. Könnte auch eine schöne Analogie sein, dass man da irgendwie mal reinschaut, aber ja, das Finde ich einen sehr, sehr schönen Ansatz und nochmal deutlich veranschaulicht mit diesem Experiment, das du jetzt ja angestoßen hast mit dem Club. Finde ich sehr cool. Was würdest du jetzt sagen, sind für euch und auch für die regionalen Verlage so die größten Herausforderungen, gerade mit Blick auf das, was ihr mit Drive eigentlich versucht zu lösen?
Also im Grunde genommen sind es tatsächlich diese drei Schwerpunkte, die wir haben. Wir bleiben jetzt nochmal in dem Bild. Wir brauchen halt einen starken Beat. Wir brauchen Retention. Die Churn-Raten sind einfach noch zu hoch.
Wir brauchen eine volle Tanzfläche. Das heißt, wir müssen uns öffnen für andere Gruppen. Wir brauchen mehr Frauen auf den Webseiten. Wir brauchen jüngere Zielgruppen auf den Webseiten. In der Hinsicht müssen sich Redaktionen noch viel stärker verändern, als sie es bisher schon getan haben.
Sie müssen viel stärker nutzerzentriert denken. Also da müssen wir tiefer reingehen. Und natürlich ja, die KI, wir brauchen ein richtig smartes Mischpult, das uns unterstützt in den Redaktionen, Inhalte für uns automatisiert erstellt, damit wir uns wirklich auf die tiefgehenden Geschichten, auf die wirklich aufwendig recherchierten Inhalte, auf die Gespräche mit den Menschen da draußen konzentrieren können. Ja. Wenn wir dabei sind, dann sehen wir eben noch einen weiteren großen Trend.
Und das ist alles, was live anbetrifft. Live kann man so ein bisschen mit Community auch mischen. Wir sehen halt, dass Live-Formate wirklich einen Nerv bei den Leserinnen und Lesern im regionalen Treffen. Also Livestreams von Amateur-Fußballspielen bringen bis zu 25 Prozent Convergence. Das ist wirklich immens viel.
Und wir möchten da tiefer reingehen. Und auch bei anderen Live-Veranstaltungen sehen wir wirklich, dass das sehr gut ankommt. Und wir möchten gerne mehr Live-Formate etablieren. Live vielleicht, was ich auch sehr schön finde, das macht der Athletic, das Sportmagazin von der New York Times, die machen Live-Q&As. Also ein Redakteur diskutiert über die Kommentarfunktionen.
mit den Leserinnen und Lesern über das letzte Spiel. Oder wir haben, bei den Grafschafter Nachrichten fällt mir ein, da hat ein Sportredakteur ein Kicktipp-Spiel mit der Leserschaft gemacht. Er gegen den Rest der Welt. Und dann haben sie eine Saison getippt und ich weiß jetzt gar nicht mehr, kannst du ja Nicolas fragen, wo der dann aufgekommen ist. Das finde ich auch sehr schön.
Das ist auch so ein Live-Thema. Wir brauchen mehr Live-Straßenumfragen, die wir vielleicht auf Social Media spielen. Wir haben einen Verlag, der hat jetzt neue Rollen geschaffen, Live-Reporter zum Beispiel, die rausgehen, die von Demos Livestreams machen und Live-Berichterstattungen von Unfällen machen. Und alles, was so im Ort los ist, da müssen die Leute jeden Tag draußen sein und sozusagen dort draußen das Geschehen einfangen. Und das wollen wir eben auch stärker etablieren.
Und das ist wichtig, wenn wir sehen, dass uns was nach vorne bringt im Digitalen, dann verstärken wir es. geben. In der Hinsicht muss ich ja sagen, can't stop the music, machen wir auch nicht, bei uns geht es immer weiter. Das ist ein sehr, sehr schöner Impuls als Abschluss. Finde ich ein cooles Thema, finde ich eine spannende Initiative, die ihr da auch habt.
Scheint da gut zu funktionieren. Genau, ich beobachte das weiterhin gespannt, was da so passiert. Genau, wenn jemand Interesse daran hat, natürlich, und bis jetzt zugehört hat, offensichtlich ist Katja die Hauptverantwortliche von der DPA-Seite. Also ich denke mal, dich kann man auch einfach kontaktieren. Genau, und in dem Sinne, vielen, vielen Dank für die Zeit, Katja.
Fand ich sehr cool. Wie gesagt, ein bisschen auch Abwechslung mit dieser Analogie mit dem Club. Danke dafür. Und genau, vielleicht hört man sich ja dann in einem halben Jahr oder so nochmal. Ja, danke Tim.
Es hat mir viel Spaß gemacht mit dir. Und ja, wer Fragen hat, kann sich gerne an dich wenden. Sehr cool. Beste Grüße dann wir und uns. Bis dann.
Ciao, ciao. Mach's gut. Tschüss. Dieser Podcast wird produziert von der Explo GmbH. Wenn auch du neue Zielgruppen über digitale Produkte binden und deine Content-Produktions-Workflows automatisieren willst, dann kontaktiere mich auf LinkedIn oder vereinbare eine unverbindliche Demo direkt auf unserer Website explo-gmbh.de.
Wir sehen uns in der nächsten Folge. Vielen Dank.