Wachstum in der Provinz: Was regionale Verlage von den Grafschafter Nachrichten lernen können
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In dieser Folge spreche ich mit Nicolas Roscheng, dem Teamleiter für Audience Development bei den Grafschafter Nachrichten. Wir sprechen darüber, wie auch kleinere Medienhäuser in der Provinz Erfolg beim Thema Digitalvertrieb haben können und warum Innovation keine Frage der Größe ist.
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Wie immer, moin aus Kiel zur neuen Folge von Ressort21, dem Podcast über Innovation und Digitalisierung in der Verlags- und Medienwelt. Ich bin Tim Großmann und spreche heute mit Nicolas Roscheng, dem Teamleiter für Audience Development bei den Grafschafter Nachrichten. Wir sprechen vor allem darüber, warum die Größe eines Unternehmens keinen Einfluss auf die Innovationskraft haben sollte und wie auch kleinere Verlagshäuser, zum Beispiel in der Provinz, Erfolg beim Digitalvertrieb haben können. Aber genug erzählt, viel Spaß bei der Folge. Moin Nicolas.
Moin Tim, grüße dich. Freut mich, bei dir zu sein. Danke, freut mich, dass du dir die Zeit nimmst. Wir hatten ja im Vorgespräch schon ein bisschen über deine Person geredet und du hattest so eine ganz witzige Gemeinsamkeit mit dem Jonas von der Lüneburger Zeitung aufgebracht. Vielleicht willst du da kurz einmal reinspringen.
Ja, das fand ich ganz lustig, als ich mir ein paar Episoden von deinem Podcast angehört habe. Der Jonas und ich, wir kennen uns nicht, aber wir haben im Prinzip die gleiche Biografie. Insofern, die Hörer, die schon die Episode mit ihm gehört haben, können jetzt die nächsten fünf Minuten skippen. Das wird ihnen sehr bekannt vorkommen. Ja, es ist Folge 12, nur ein bisschen Eigenwerbung, so ich das gesehen habe.
Genau, aber es ist ein spannendes Thema. Ich glaube tatsächlich, dass man das nicht skippen sollte, weil gerade Menschen wie du meiner Ansicht nach ja wertvolles Gut sozusagen sind, die so lange schon im Unternehmen sind, Ausbildung da gemacht haben und alles. Genau, vielleicht kannst du uns einmal trotzdem kurz durchführen, wie du zu den Grafschafter Nachrichten gekommen bist, was so deine Stationen waren und wo du jetzt quasi auch stehst. Ja, sehr gerne. Also die Grafschafter Nachrichten sind meine Heimatzeitung.
Ich komme aus Nordhorn, dort sitzen die Grafschafter Nachrichten. Das ist im Landkreis Grafschaft Bentheim in Niedersachsen. Und in die Branche, in das Unternehmen bin ich gekommen als Auszubildender. Ganz klassisch, Ausbildung zum Medienkaufmann Digital und Print. Drei Jahre praktische Ausbildung eigentlich in allen Teilen eines Verlags oder eines Verlags, wie er damals so war.
Das war 2014 bis 2017. Dann nach der Ausbildung hatte ich das Glück, dass eine sehr reizvolle Stelle bei uns frei wurde als Produktmanager, die ich von 2017 bis 2021 bekleidet habe, bevor ich dann Leiter unseres Marketingteams geworden bin. Das war, ja, ich glaube auch eine relativ typische Geschichte. Die Leitungsposition dort war länger vakant und alte Management-Weisheit, wenn sowas länger gut geht, dann muss man nicht headhunden, sondern befördern. So bin ich dann zu meiner ersten Leitungsaufgabe gekommen.
Ja. Bis wir 2024 die Organisationsstruktur bei uns insgesamt auf den Prüfstand gestellt haben, uns noch stärker an unseren Zielmärkten, Lesermarkt, Werbemarkt ausrichten wollten und ich in diesem Prozess dann die neue Aufgabe bekommen habe als Leiter unseres Audience Development Teams. Ja, super spannend. Audience Development hört sich jetzt fast an, als ob man mit jemandem spricht von der Zeit oder von einem größeren Verlag. Nordhorn ist ja, also ich würde jetzt nicht sagen, ein kleiner Kreis, aber ihr seid ja kein Riesenverlag, also ihr seid kein Riesenmedienhaus mit Hunderttausenden von Abonnenten und LeseInnen.
Genau. Was denkst du oder was ist deine Meinung dazu, dass man als regionales und kleines Medienhaus trotzdem so einen Fokus auf das Thema Audience hat? Ja, letztlich ist dieses Konzept Audience Development wichtig. Teil unserer Interpretation von Lisa Markt als Teil der Redaktion. Da können wir vielleicht gleich noch drüber sprechen.
Aber ein wesentlicher Unterschied zwischen dem, wie wir Audience Development interpretieren, dem, was man bei großen Verlagen wie der Zeit vorfindet, ist, bei uns geht es darum, um eine Audience, dem Grafschafter an sich, die ist schon sehr scharf abgegrenzt. Ja, okay. Wir haben viel weniger Bedarf, da noch weiter in Subaudiences zu segmentieren, als das ein großer Verlag wie die Zeit hat. Ja, okay, okay. Okay, okay.
Und trotzdem füllst du quasi eine ganze, eine vollständige Rolle mit deinem Thema. Was reiht sich besonders an dem Audience-Development-Thema? Also was sind so deine Kernaufgaben? Ja, also wie gesagt, letztlich ist es unsere Interpretation dieses Konzepts Lesermarkt als Teil der Redaktion. Wir als Audience-Development-Team haben viele Aufgaben, die man klassischerweise dem Lesermarkt, zuordnen würde.
Die Aufgabenteilung ist etwa so: Gemeinsam mit den Journalisten, mit der Redaktion im engeren Sinne, sind wir zuständig für den Markterfolg im Lesermarkt, die Journalisten klar für Inhalteerstellung, wir als Audience Developer oder Marketer letzten Endes eher für den Bereich Inhalteverwertung, Inhaltevermarktung und ganz eng abgeschnitten sind wir, wenn es um die Entwicklung neuer Inhalte, neuer Formate geht. Das machen wir gemeinsam. Ja, das ist auch ein richtig spannender Punkt im Endeffekt, den, warum ich dich ja auch eigentlich kontaktiert hatte in dem Fall. Obwohl ihr so ein kleiner Verlag seid, also Regionalverlag, auch ein bisschen in der Provinz, ein bisschen außerhalb von größeren Regionen. Seid ihr trotzdem sehr präsent im Bezug auf die Themen Digitalisierung und wie innovativ ihr eigentlich seid und was ihr für Produkte macht?
Da habe ich gesehen, dass du jetzt in dem Fall dieses Jahr auch für die Shortlist von den Cresce Awards nominiert wurdest. Dein Kollege Steffen Burkert ja letztes Jahr sogar auch. Also ihr seid ja schon sehr präsent. Was denkst du, was euch... so unterscheidet, also so rausstechen lässt?
Boah, das ist schwierig. Ich habe das Gefühl, dass insgesamt unsere Rolle als Oder unser Standing als kleiner, aber innovativer Verlag, gerade bei Digitalteam, dass das eine besondere Dynamik angenommen hat, seit wir Ende 2022 beim Drive-Programm eingestiegen sind. war eine recht interessante Situation. Wir haben da das normale Onboarding durchlaufen, was vor allem von den Leuten von dpa und Highberg sehr gut gemacht wird. Und als wir dann erstmals unsere digitalen Auflagenzahlen dorthin gemeldet haben für die sogenannte Leuchtturmmetrik, da können wir vielleicht gleich auch noch drüber sprechen, Da sagte Lennart Johannknecht, damals so der Koordinator bei Highberg, sagte: "Oh, das werdet ihr den anderen gut erklären müssen.
Da seid ihr sehr weit vorne." Oha, okay. Ja, und seitdem ist es für mich spürbar, dass dass wir ein bisschen dafür bekannt geworden sind, bei Digitalthemen gut mit dabei zu sein, in Relation zu unserer Größe. Ich glaube, Unterschiede unseres Unternehmens, gerade im Vergleich zu dem typischen Regionalverlag, da findet man einige, die haben nicht nur mit Digitalisierung zu tun, Wir sind stolz darauf, dass wir unabhängig sind, immer noch im Prinzip familiengeführtes Unternehmen. Wir haben auch eine besondere Unabhängigkeit nochmal dadurch, dass wir noch ein eigenes Druckhaus haben. Jetzt ruhen wir uns aber nicht darauf aus, dass wir wahrscheinlich noch relativ lange eine gedruckte Zeitung anbieten können, sondern wir haben eigentlich schon relativ früh so den wesentlichen Shift in Richtung Digitalisierung als Zukunftsfeld.
Erkannt. Aber ging das von den EigentümerInnen aus oder war das was, was aus der Redaktion oder Chefredaktion oder aus dem Team herauskam, Geschäftsführung? Wie hat das angefangen bei euch? Oder wo kommt der Spirit her auch? Ja.
Ich glaube, das hat schon vor meiner Zeit hier angefangen. In der Draufsicht würde ich das verschiedenen Akteuren zuordnen. Das sind sicher welche aus den Teams. Es hat aber bestimmt auch viel mit dem Geschäftsführer zu tun, der, ich meine, seit 2013 hier in Amt und Würden ist und schon von Beginn an da ist. gesehen hat, dass Digitalisierung die Zukunft ist.
Okay, das ist spannend. Müssen wir mit ihm auch mal reden. Dieser Podcast wird produziert von der Explo GmbH. Wenn auch du neue Zielgruppen über digitale Produkte binden und deine Content-Produktions-Workflows automatisieren willst, dann kontaktiere mich auf LinkedIn oder vereinbare eine unverbindliche Demo direkt auf unserer Website explo-gmbh.de. Du hast ja gerade die Leuchtturm-Metrik angesprochen, die bei euch jetzt herausgestochen ist.
Willst du da vielleicht nochmal ein bisschen kurz drauf eingehen in diesem Drive-Projekt, was ihr da für Ergebnisse erzielt habt, warum das so relevant ist auch? Ja, gerne. Die Leuchtturmmetrik ist ein gemeinsames Ziel. Manchmal nennt man sowas auch Nordstern, auf das die Verlage im Drive-Kosmos sich geeinigt haben. Und zwar ist die Zielsetzung...
Ein Verlag benötigt 16 Prozent der deutschsprachigen Haushalte in seinem Marktgebiet als Digital-Only-Abonnenten und bei dieser Zahl kann man dann davon ausgehen, dass aus den Digitalerlösen allein der digitale Journalismus und das, was für digitale Produktbetreuung gewissermaßen an Struktur notwendig ist, dass das eben aus diesen Digitalerlösen finanziert werden kann. Die Zielerreichung dieses Leuchtturmziels, nennen wir eben Leuchtturmmetrik, das heißt, man misst dann nochmal prozentual, wie viel von diesen 16 Prozent der Haushalte hat jemand erreicht, ist also ein bisschen verkopft. Wir stehen da jetzt gerade so im Bereich von 68% Leuchtturmmetrik, was übersetzt bedeutet, gute 11% der deutschsprachigen Haushalte in unserem Marktgebiet sind bereits Digital-Only-Abonnenten. Oh wow, okay. Hast du da eine Durchschnittszahl von anderen oder warum ihr da drüber steht?
die Werte gehen sehr weit auseinander. Das denke ich mir. Ein ist unser Nachbar sogar, der steht ähnlich gut da wie wir. Es gibt aber auch welche, die sind mit dem Digitalprogramm noch am Anfang. Der Durchschnitt über den dicken Daumen müsste so im Bereich von 25% Leuchtturmetrik liegen.
Okay, das seid ihr ja wirklich dann... schon sehr, sehr weit fortgeschritten. Vielleicht ist das auch eure Region, wenn euer Nachbar da auch so gut aufgestellt ist. Vielleicht habt ihr da irgendwie Innovation im Wasser oder ähnlichem. Hat ja auch...
Es gibt hier im Nordwesten einige, die ganz gut dabei sind. Aha. Ja, ich meine, Ollenburg, NWZ und so, die stechen ja auch immer mehr raus als Innovationstreiber. Viele, die draufschauen, was machen die denn, wie machen sie das und warum läuft bei denen auch im Endeffekt so gut. Also finde ich auch super spannend, habe da auch schon mit.
mit der Stefanie auch schon öfters gesprochen. Max Holscher gibt es ja auch eine Folge. Das ist auch ein sehr, sehr interessantes Medienunternehmen, wie sie Dinge angehen, auch wie sie Innovationen platzieren. Finde ich sehr, sehr spannend. Markus Schöberl, der war ja auch bei uns im Podcast vor nicht allzu langer Zeit und hat ja über euch in PV Digest in seiner einer Publikation geschrieben, dass euer Erfolg auf Strategie, den Durchhaltewillen über die Jahre, die du ja auch schon aufgezählt hattest und natürlich auch die Innovation, die ihr mitbetrieben habt, basiert.
Kannst du da ein Beispiel für geben, wie das bei euch umgesetzt wird? Letzten Endes sind es ja so Einstellungen, wenn man so will. Vielleicht auch Prinzipien, mit denen wir arbeiten, die er da anspricht. Von daher ist es immer schwierig, das so auf die eine Einzelmaßnahme runterzubrechen. Im Gegenteil, ich bin auch überzeugt davon, letzten Endes gibt es keine Wunderwaffen.
Vielmehr geht es um das kontinuierliche Bemühen, immer besser zu werden im Sinne des Lesers, was letzten Endes zum Erfolg führen wird. Wenn man sich so die Entwicklung unserer Paid-Content-Abos ansieht, dann sieht man natürlich, es gibt da bestimmte Phasen, entsprechend auch so bestimmte Einzelmaßnahmen, von denen man sagen kann, okay, das hat zu besonders viel Wachstum geführt. Wie da besonders ins Wachstum gekommen sind wir vor allem, seit wir bei Drive sehr engagiert dabei sind. Zuvor die stärkste Wachstumsphase, die wir gehabt haben, das war die, Die Phase, in der wir viele Einzelmaßnahmen rund um Conversion durchgeführt haben. Einführung von recht harter Paywall, Frictionless Checkout mit zum Beispiel Paypal als zusätzlicher Zahlart, dem ganz niedrigschwelligen Einstiegsangebot.
Ja, okay. Das ist spannend. Du hattest jetzt gesagt, sehr harte Paywall. Was genau meinst du damit? Das bedeutet, wir hatten eigentlich so eine Art Freemium-Modell.
Also es war vorgesehen, dass durchaus einzelne Inhalte als freilesbar von den Redakteuren am Desk einsortiert werden. Die Entscheidungsregel, mit der wir gearbeitet haben, war: Sobald in einem Stück journalistische Leistungen von einem Gn-Redakteur drinsteckt, ist das allerdings Paid Content, gehört hinter der Paywall. Das hat dann in der Praxis dazu geführt, dass wir Paid-Quoten von jenseits der 80% gehabt haben. Also sehr wenig freiliesbarer Inhalt, sehr viel hinter der Paywall. Okay, aber habe ich schon ein paar Mal auch in anderen Podcasts gehört, dass tatsächlich das ein guter Weg sein kann, um nochmal ein bisschen Druck auszuüben auf die Die Menge der Personen, die dann sich wirklich nach einem Paid-Abo holen, ob sie es dann mit einem Spezialangebot machen erstmal und dann später in das Vollpreis-Abo reinrutschen, ist dann ein anderer Punkt natürlich auch wieder bezüglich Pricing.
Aber es ist ein sehr interessanter Ansatz zu sagen, okay, Journalismus hat ja einen Wert, den müsst ihr auch bezahlen. Es ist einfach nicht alles frei verfügbar, vor allem, weil da ja auch eine Qualität und ein Aufwand dahinter steckt. Genau. Das ist sehr cool. Springen wir vielleicht noch ein bisschen rein, in was ihr eigentlich so, wir haben jetzt über Innovation und Digitalisierung gesprochen.
Was habt ihr denn für digitale Produkte? Wie sieht euer digitales Angebot aus? Was für Themen bedient ihr da, beziehungsweise was für Produkte bietet ihr da auch an? Eigentlich ist unser Digitalportfolio relativ konventionell. Wir haben unser Use-Portal mit dem Paid-Content-Abo, das heißt bei uns GNI Online-Abo.
Wir haben zusätzlich die E-Paper-Ausgabe. Das Abo dazu heißt GNI Paper-Abo. Da ist dann wie bei den meisten der Paid-Content-Zugriff immer inkludiert. Das ist eigentlich sehr basic. Wir haben eine App, die ist im Großen und Ganzen ein rudimentärer Browser, der unser Newsportal anzeigt.
Das heißt, jede Produktänderung, die wir im Newsportal selbst durchführen, ist direkt auch für die App-User wirksam. Und darüber hinaus sind wir aktiv auf den meisten Social-Media-Plattformen. Ich glaube, das ist auch relativ erfolgreich. Und wir unternehmen jetzt gerade die ersten Gehversuche mit unserem Podcast Chefsachen, was eben Audio angeht. Aha, okay.
Wie groß ist euer Team? Welches Team meinst du genau? Also, beziehungsweise wie groß ist das Unternehmen, also wie groß ist das Medienhaus? Wir haben ca. 160 Mitarbeitende, davon, ich sage jetzt über einen dicken Daumen, etwa 30 im Bereich Redaktion, Audience Development.
Und wir arbeiten dort dann mit einem dreiköpfigen Audience Team. Okay, ist aber trotzdem noch relativ schmal gehalten. Wie schafft ihr es da so eine Bandbreite an Produkten dann auch abzudecken, also Podcast, natürlich die redaktionelle journalistische Produkterstellung oder die Informationserstellung? Wie geht ihr daran? Oder bezüglich auch, also wie hoch automatisiert vielleicht auch habt ihr einzelne Prozesse, damit ihr mit so einem relativ schmalen Team diese Bandbreite bedienen könnt und neue Produkte vielleicht auch testen könnt oder neue Ansätze?
Ja, das ist genau der Punkt. Also viele Dinge, die wir machen, die ich gerade aufgezählt habe, da versetzt uns Automatisierung überhaupt erst in die Lage, sie so zu machen. Wir haben innerhalb der Redaktion oder innerhalb des Audience Teams haben wir keine Spezialisten für jetzt zum Beispiel Portalsteuerung oder für Social Media. Das sind stets Dinge, die... die Leute nebenbei machen müssen, bei dem wir von Beginn an, wenn wir so etwas an die Rampe stellen, auch schauen, wie können wir das im Alltag für die Kollegen leistbar machen.
Und in der Regel gelingt das nur mit Automatisierung. Ja, okay. Kann ich mir gut vorstellen, dass man da, wenn man da hochautomatisiert dran geht, dass man dort dann auch deutlich mehr machen kann und sich auch Freiräume schafft im Endeffekt, um neue Produkte zu testen oder quasi wie gesagt auch zu schauen, wo kann man innovative Ansätze noch finden oder ähnliches. Du meinst, es bedient viele oder verschiedenste Social Media Kanäle. Das machen ja...
die wenigsten Medienhäuser, selbst ein bisschen größere, sind dann irgendwie auf TikTok und Ähnlichem unterwegs. Da ist wahrscheinlich das Automatisierungsthema auch wieder ein großer Punkt. Absolut, ja. Also schon die konventionellen Mittelchen, die es da gibt, das heißt zum Beispiel Crossposting von Facebook auf Twitter oder Instagram, Facebook, haben wir von Beginn an versucht, bestmöglich zu nutzen. Wir haben da...
schon sehr lange ganz gut funktionierende Workflows, was unsere Webartikel, was im Prinzip Text angeht, da wird aus dem Redaktionssystem heraus direkt auf die Socials veröffentlicht. Das heißt, eigentlich kein Journalist, wenn er gerade einen Text veröffentlicht, den eben auch auf diese Kanäle bekommen will, muss irgendwie mit der Meta-Business-Suite oder der Instagram-App rumeiern. Was? Jetzt gerade ganz aktuell versuchen wir diesen Ansatz auch auszuweiten auf das Thema redaktionelles Video. Das heißt, wir unternehmen jetzt gerade unsere ersten Gehversuche, zum Beispiel bei TikTok seit vergangenem Herbst.
Und das haben wir von Beginn an eben mit einem Social-Media-Tool, davon gibt es ja zahllose, vielleicht kannst du noch ein paar andere nennen, sodass es keine Schleichwerbung wird. Das, was wir nutzen, ist Buffer. Haben wir von Beginn an mit so einem Social-Media-Tool umgesetzt, indem wir dort alles, was wir an redaktionellem Video veröffentlichen, zentral uploaden, dann von dort auf Instagram, YouTube Shorts und eben TikTok verbreiten. Ja, okay. Das ist ja auch ein schöner Ansatz.
Ich meine, dieses Cross-Posting, wie du sagst, das gibt es ja nicht nur als separates Social-Media-Tooling, es gibt ja auch viele Redaktionssysteme oder CMS-Systeme, die das inzwischen mit drin haben in ihrem Tooling. wer unser Unternehmen kennt, Explo, ist es auch so, da funktioniert das Ganze auch, da kann man auch cross-posten, ist so eine Standardfunktion, wenn man gerade mit Videos oder mit Content im Endeffekt arbeitet, damit man halt wirklich, wie du gesagt hast, dieses händische Durchklicken oder auf einzelnen Plattformen veröffentlichen eben nicht machen muss. Aber es ist wirklich super spannend, dass ihr da in dem Bereich so auch aktiv seid und euch da so auch darum kümmert, dass man Dinge vereinfacht. Wie ist das mit offensichtlich dem KI-Hype? Ihr seid jetzt nicht riesig, dass ihr wahrscheinlich eigene KI-Entwickler haben könnt oder Engineers haben könnt.
Wie geht ihr daran? Also wie versucht ihr KI mit reinzunehmen, sodass für euch die Arbeit im Endeffekt einfacher wird? Ja, ich glaube, was ja jeder macht, ist irgendwie Chat-GPT für sich zu nutzen. Selbst wenn man das als Unternehmen jetzt noch nicht institutionalisiert, jeder kann das im Browser öffnen und das hilft ihm dann bei seinen alltäglichen Aufgaben. Ja, genau.
Was Sprachmodelle angeht, haben wir da auch recht rasch, nachdem wir gemerkt haben, okay, das ist gekommen, um zu bleiben, die Integration in unser Redaktionssystem gesucht. Das heißt, wenn ein Redakteur dort einen Webartikel erstellt, hat er bestimmte Funktionen direkt an der Hand mit vorgefertigten Prompts. Das heißt klassisch zum Beispiel zu einem gegebenen Artikel eine Headline oder mehrere Headline-Vorschläge zu erzeugen oder eben Korrektur lesen, die Textpfeile, solche Sachen. Ja, genau. Und darüber hinaus, wenn wir jetzt an sowas denken wie Produktentwicklung mit KI, vertrauen wir, und du hast das Problem angesprochen, wir sind halt klein, wir haben keine eigenen AI-Engineers, vertrauen wir auf die Expertise von Drive.
Das bedeutet, auf unserem Portal findet durchaus mit Machine Learning Modellen Personalisierung und eine kontinuierliche Optimierung statt. Die Algorithmen dafür entwickeln wir allerdings nicht selbst. Das machen Drive und Highwork. Ja, das muss ja auch nicht, vor allem wenn es da so einen Zusammenschluss eigentlich auch gibt und so eine übergeordnete Institution, fast schon, haben die ja viel mehr Kapazitäten und auch viel mehr Learnings. Was waren für euch so ein bisschen die Learnings aus dem ganzen KI-Bereich?
Was sind Tests vielleicht, die ihr mit KI gemacht habt? Also seht ihr da eher Risiken, dass das die journalistische Qualität reduziert oder eher verbessert? Also ich glaube, das ist jetzt eher eine persönliche Meinung von mir. Egal, ob es um journalistische Arbeit geht oder auch kreative Arbeiten im Bereich Marketing, ja. Ein Risiko ist natürlich, dass man viel seelenlose Massenware abliefert.
Und ich bin auch überzeugt davon, die Sprachmodelle sind noch nicht so gut, dass man selbst, dass der normale Konsument da draußen das nicht erkennt, wenn irgendwas von einer KI geschrieben ist. Also mir passiert das als privaten Medien oder Social Media User andauernd, dass ich denke, ach ja, schau mal, da haben sie wieder einen Chat-GPT-Text direkt veröffentlicht. Also das ist natürlich ein Risiko. Ich glaube... Eine ganz große Chance besteht aber darin, dass KI einem die Aufgaben abnehmen kann, die eher repetitive arbeitend sind.
Wenn man an Journalismus denkt, dann ist das jetzt zum Beispiel eingesandte Pressemitteilungen in eine druckfähige Form zu bringen. Dadurch gewinnt man dann natürlich Zeit für die Arbeiten, die wirklich wertschöpfend sind. Das heißt, Redakteure haben viel mehr Zeit für Recherche und das wird dann natürlich zu einem besseren Produkt, einer besseren Leistung für die Kunden beitragen. Absolut, auf jeden Fall. Wie habt ihr das bei euch gemerkt oder wie hast du das auch bei dir im Team gemerkt, wie offen die einzelnen Parteien oder die einzelnen Personen auch sind für Recherche, Enrichment, würde ich es jetzt mal nennen, also quasi eine Erweiterung durch KI von den Prozessen, von Korrekturen oder Ähnlichem.
War das eher, ist es eine Offenheit bei euch im Unternehmen, im Team oder ist es auch tatsächlich so ein bisschen so ein Respekt, so eine Angst vielleicht sogar? Ich habe da eigentlich von Beginn an eine große Offenheit gespürt. Natürlich gab es so... auf der Höhe des Chat-GPT-Hypes erstmal eine Phase, wo alle ein bisschen unsicher gewesen sind. Da haben wir dann aber auch die Webinar-Angebote, die es so gab, die Möglichkeiten, sich zu informieren, gemeinsam angenommen.
Also ich erinnere mich daran, dass wir da einmal einen Nachmittag im Prinzip alle im gleichen KI-Webinar gesessen haben. Nicht nur bei mir im Büro, sondern große Teile des Hauses, weil es eben alle irgendwie betroffen interessiert hat. Ja. Ich finde das so interessant. Also gerade im Podcast spreche ich ja auch teilweise mit anderen, gerade Regionalverlagen, beziehungsweise auch außerhalb, haben wir mit vielen kleineren Verlagen zu tun.
Und von dem, was du erzählst, ich habe jetzt dein Team nicht kennengelernt, finde ich, merkt man so richtig eigentlich so diese... dieser Blick darauf, was was Gutes kommen kann oder was das bringt, innovativ zu sein, was es bringt, digital unterwegs zu sein und KI zu nutzen. Und oftmals kommt kriege ich so ein bisschen den Vibe Okay, eigentlich würden wir schon lieber bei Print bleiben. Das ist so unser unser Flaggschiff. So warum muss man da jetzt was machen?
Warum muss man jetzt KI mit einbauen? Und das ist das Feeling. Den Vibe habe ich bei dir, bei euch nicht so richtig. Und wie seid ihr so im Management, also in der Management-Ebene vielleicht sogar auch aufgestellt? Also seid ihr alles Menschen wie du, die die komplette Karriere im Medienhaus verbracht haben?
Oder was habt ihr für Menschen im Management? Absolut. Wir haben viele Eigengewächse, gerade auch auf, ich sage mal, Schlüsselpositionen für die Digitalisierung. Das bedeutet, der Chefredakteur digital, der Deskchef, der IT-Leiter, der Leiter unserer eigenen kleinen Entwicklungsabteilung sind alle noch länger als ich hier im Unternehmen in der Regel ihre gesamte berufliche Laufbahn. Und natürlich die und auch der Rest des Managements, die wissen alle, dass die Zukunft digital ist.
Dennoch aus dieser Vita heraus haben die ja schon eine Erfahrung in dem klassischen Geschäft. Ich glaube, dass es sehr, sehr hilfreich ist bei der Gestaltung dieser Transformation, dass sie vorangetrieben wird, auch verantwortlich vorangetrieben wird. von Leuten, die kennen die alte Welt und die können dann vielleicht, ja, können natürlich die Kultur des Unternehmens, aber möglicherweise auch die Sorgen und Nöte der Mitarbeitenden, die eben vom Change betroffen sind, ein bisschen besser nachfühlen als, ich sage jetzt mal, alternatives Szenario, wenn das Unternehmen die Digitalexperten einfach von extern hinzugeholt hätte. Ja. Auf jeden Fall, da ist ja auch die Lokalverbundenheit dann viel, viel größer, die Verbundenheit mit dem Unternehmen.
Wie gesagt, da kommt halt die andere Schwierigkeit auf, diese Person dann auch quasi so on top zu halten, dass diese Menschen sich weiterhin mit neuen Dingen beschäftigen, dass sie nicht sich ausruhen. Was ist für dich so, was treibt dich so persönlich am meisten an, sich mit neuen Themen zu beschäftigen? Würdest du sagen? Ja. Die Leute hassen meine Antwort auf diese Frage.
So war das gar nicht gemeint. Was mich antreibt, meiner täglichen Arbeit nachzugehen, ist, ich bin wirklich überzeugt davon, dass wir für unsere Gesellschaft, für unsere Demokratie, hochaktuelles Thema wieder, dass wir eine freie Presse brauchen. das reicht mir eigentlich schon als Antrieb. Nichtsdestotrotz, du fragst ja gezielt danach, Dinge immer wieder ausprobieren, was Neues testen. Ich glaube, das ist einfach, wie ich ticke.
Das heißt, auch im privaten, ich bin so einer, der hat gerne Hobbys, wo man immer noch so ein kleines bisschen was mehr rausholen kann, ein bisschen weiter optimieren kann. Das heißt, als Ruheständler, wenn es gut läuft, habe ich einen Oldtimer oder eine sehr toll gepflegte Modelleisenbahn. Wenn es nicht so gut läuft, dann vielleicht mit der Nagelschere geschnittenen Rasen. Ah ja, okay. Auch eine spannende Aufteilung, wenn es gut läuft, wenn es nicht so gut läuft.
Sehr, sehr cool auf jeden Fall. Hast du so einen Insight dazu, wie für dich sich der Blick auf jetzt Regionaljournalismus durch diese Wandlung von Print und ja sehr... noch regionalerem physischen Thema auf digital geändert hat? Also hat das in deinem Kopf, wahrscheinlich ist das auch so, hat das für dich mehr Impact, eine größere Reichweite, mehr Möglichkeiten, um Leute zu erreichen? Was würdest du sagen, wie sich das über die Jahre gewandelt hat bei dir?
Das ist eine gute Frage. Ich habe das Gefühl, egal ob es in der, ich nenne es mal alten Welt, in der Printwelt gewissermaßen gewesen ist oder jetzt im Digitalen, wo wir natürlich mehr Leute erreichen, sogar regional als jemals zuvor, dass da unser regionaler Journalismus, unsere Marke immer einen riesen Impact gehabt hat. Ich glaube, das ist auch so ein Stück weit unfairer Vorteil, den wir hier haben, dass die eher kleine Bevölkerung hier in unserem Marktgebiet, die sich sowieso mit ihrer Region stark identifiziert und das ist da auch eine große Identifikation mit der Region, uns als lokalem oder regionalem medium gibt wenn ich jetzt überlege wie hat sich mein eigener blick auf regionaljournalismus geändert es ist ja meistens so wenn man etwas zu seinem beruf macht das einen persönlich interessiert dann ist man da im privaten gar nicht mehr so hinterher also ich war früher sichern m siegerer nachrichtenleser als ich das heute bin heute im feierabend da dann möchte ich mich dann auch vielleicht häufiger mal mit etwas anderem beschäftigen. Was ich aber schon immer öfter merke, gerade seit wir eben auch die engere Zusammenarbeit zwischen einem klassischen Verlagsbereich, zwischen Lesermarkt und Redaktion suchen, ist, dass es schon ein ziemliches Privileg ist, hinsichtlich vieler Informationen und dort, wo Nachrichten gemacht werden, direkt an der Quelle zu sitzen. Auf jeden Fall.
Auf jeden Fall. Wenn jetzt, komische Frage, aber in der hypothetischen Welt, in der du in ein anderes Medienhaus wechselst, was wäre so deine Strategie, um dort, eigentlich ist schon Erfolg, der Grafschafter Nachrichten zu replizieren? Vielleicht als kleine Hilfe für andere Verlagshäuser, die gerade zuhören? Ich glaube, das hängt ganz, ganz stark ab von der individuellen Situation, in der sich dieses Unternehmen befindet und sicher auch von der Größe. Wir hatten ja schon hier und dort mal ein bisschen touchiert.
Viele Dinge funktionieren bei uns auch in der Weise, wie sie funktionieren, weil es einfach ein kleines Haus ist und die Wege kurz. Weiß nicht, möchtest du da vielleicht ein bisschen weiter eingrenzen? Ja, vielleicht so deine persönlichen größten Learnings für die letzten Jahre. Also vor allem im Blick darauf, was ihr versucht habt, also was ihr probiert habt und was vielleicht auch fehlgeschlagen ist. Also Erfolgsgeschichten hört man ja viele.
Vielleicht kannst du da, vielleicht hast du was im Kopf, was ihr probiert habt und was auch tatsächlich nicht funktioniert hat, was man vielleicht anderen mitgeben kann im Sinne von, okay, hey, das war eine witzige Idee, aber probiere das lieber nicht. Okay, ja. Ich glaube, eine Sache, die ich mit dem Wissen von heute anders machen würde, kommt aus dem Bereich Preisstrategie. Wir sind seit, ich glaube, 2020 bis Herbst letzten Jahres mit dem gleichen Preis unterwegs gewesen für unser Paid-Content-Abo. Und in derselben Zeit hatte sich auch der Preis für unser höherpreisiges Digital-Abo, unser E-Paper-Abo, nicht verändert.
Das haben wir gedacht als Penetrationsstrategie. Ich glaube, die Zahlen belegen auch, dass sie gut funktioniert hat. Was wir dabei vernachlässigt haben und wo ich das Gefühl habe, das hängt uns jetzt heute ein bisschen nach, ist: Wir haben nicht den Preismuskel gestärkt, unserer Käufer. Das heißt, ich glaube, wir hätten gut daran getan, wenn wir, sei es nur mal 50 Cent nach Wenn wir die Preise einfach systematisch weiterentwickelt hätten, noch gar nicht, um eben auf einen neuen höheren Umsatz zu kommen, das wäre quasi positiver Nebeneffekt gewesen, sondern einfach nur, um die Leser nicht zu lange an so einen Preis zu gehören. Ja, das ist ein sehr guter Punkt.
habe ich auch mit Sebastian Voigt über Pricing gesprochen und er meinte auch, dass man da auch schauen muss, dass man, wie du auch gesagt hast, diesen Preismuskel quasi auch irgendwie aktiviert oder auch mit der Zeit stärkt, um zu sagen, okay, da tut sich auch was, vielleicht sogar mit der Zeit dann irgendwie Preisparität dann zu erreichen, ist eigentlich schon das Ziel zwischen Digital und Print, in den meisten Fällen oder in vielen Fällen zumindest. Ja. Das ist ein sehr, sehr guter Punkt. Was steht jetzt für euch dieses Jahr? Also was ist die große Strategie für 2025 für die Grafschafter Nachrichten?
Ja, also es geht natürlich darum, im Lesermarkt weiter zu wachsen. Und der Unterschied zu den Vorjahren, den hatte ich jetzt gerade schon so ein bisschen touchiert, ist, es geht nicht nur darum, bei den Mengen weiter zu wachsen. Sondern wir müssen schauen, dass wir einen höheren Umsatz je Digital-Abo erzielen. Da spielt dann zum einen Pricing eine Rolle, zum anderen sieht man auch, dass da die Vermarktung von dem E-Paper-Abo eben als höherpreisiges Digitalprodukt eine Rolle spielen wird. Das ist so.
Großes Thema. Ja, das ist gewissermaßen Leitmotiv. Was dazu gehört ist, wir wollen weiter bei Drive eine gute Rolle spielen. Und da arbeiten wir zum Beispiel an der weiteren Personalisierung von unserer Portalstartseite mit Drive-Daten. Wir arbeiten an der weiteren Dynamisierung unserer Paywall.
Wir haben gute Erfolge mit Drive gefeiert. Bei der dynamischen Ausspielung der Paywall, wir wollen jetzt hin zu dynamischen Angeboten an der Paywall kommen. Und ich glaube, ein Riesenthema, was in diesem Jahr sehr viele auch im Drive-Kontext beschäftigt, ist das Erreichen der jüngeren Zielgruppen. Das heißt, Leser und User unter 40. Finde ich immer spannend und auch ein bisschen unterhaltsam, wenn dann die jüngeren Zielgruppen unter 40 sind.
Okay, das sind immer noch jüngere Personen, das stimmt. Aber wenn man das immer so hört, ist es immer ganz witzig. Habt ihr da spezielle, also jetzt schon spezielle Dinge für euch definiert, was ihr versuchen wollt, um die zu erreichen? Da sind wir recht offen. Also ich glaube, wir fangen nicht bei null an.
Wir haben natürlich so das typische Repertoire, was man bereits als Zeitungsverlag kultiviert hat. Da geht es um diese Förderung, Zeitung in der Schule. was Kontakte schafft mit sehr jungen Lesern, aber eben auch mit deren Eltern. Wir haben, glaube ich, bereits mit unseren Social-Media-Kanälen ganz gute Kanäle, gute Tools in der Hand, um Jüngere zu erreichen. Was wir noch finden müssen, ist, welcher Inhalt ist es, der die wirklich anzieht und der sie auch zu Abonnenten macht.
Ich glaube, dass da die Verlage in der Vergangenheit öfter Themen und diese spezielle Audience ein bisschen verwechselt haben. Sie wollten was für Junge machen und dann ging es eigentlich nur um Bildung und Karriere oder nur um junge Familien und Erziehung. Ich glaube, das war ein bisschen kurz gedacht. Ich weigere mich auch zu glauben, dass Junge nicht auch einfach normalen Nachrichten-Content mögen. Nee, das kann ich mir auch vorstellen, ja.
Ja, ich weiß aber schlicht noch nicht. Und da baue ich auch darauf, dass wir im Verbund irgendwie Erkenntnisse erzielen können. Ich weiß noch nicht, was der Content ist, den wir für diese Zielgruppen brauchen. Ja, das habe ich auch. schon öfter gehört, dass da noch ein großes Fragezeichen im Raum auch steht.
Wo geht es hin? Was interessiert die jungen Leute? Vielleicht auch, gerade wie du gesagt hast, im Bereich von Nachrichten oder Nachrichtenerstattung im Endeffekt, weil das ist ja faktisch das Kernbusiness auch. Ob man da jetzt neue Themen mit dazu nimmt, neue Produkte auch mit dazu nimmt oder Projekte mit dazu nimmt, wie irgendeinen Jugend-Podcast, ich weiß nicht, keine Ahnung, alle möglichen Dinge, die man testen kann. Aber da muss man natürlich auch wieder die Kapazitäten haben, um das Ganze anzugehen.
Ist auch immer ein Riesenthema, gerade wenn man jetzt nicht eine Zeit oder Fokus oder ein Bild oder was auch immer ist. Vielleicht, wenn es jetzt gerade eh um die jüngeren Leute geht, unter 40, was würdest du jetzt mit deiner Karriere und auch schon jetzt deiner Management-Erfahrung so jüngeren Leuten in einem Medienhaus, in einem Medienunternehmen betrachten? Mitgeben, also was waren so deine, wenn du zurückgehen könntest, also als du gestartet bist im Verlagsbereich und in der Verlagsbranche, was sind so deine Top-Themen, was sind deine Tipps? Ich fange ja selbst gerade erst an. Insofern für den richtigen Career Advice vielleicht diejenigen Fragen, die noch ein oder zwei Jahrzehnte länger dabei sind.
Was habe ich denn Leuten jetzt ganz am Anfang stehen trotzdem zu sagen? Ich glaube, erstmal würde ich sagen: Respekt, wenn man schon weiß, dass man in so eine Branche will oder überhaupt, was man machen will. Ich habe immer ganz große Achtung davor, wenn ganz Junge, so Schulabgänger zum Beispiel, schon sehr genau wissen, was sie beruflich machen wollen. Das war bei mir nämlich ganz anders. Das heißt, da hätte ich vielleicht was besser machen können, indem ich mich einfach früher entschieden hätte.
Ja, und sonst, glaube ganz grundsätzlich, kann man sagen, dranbleiben, vielleicht auch ein dickes Fell zulegen. Die Herausforderungen bei uns in der Medienbranche sind groß, das kann man nicht wegdiskutieren, aber wir brauchen gute Leute. Wir brauchen die für unsere Branche und eben auch, weil wir als Gesellschaft gute Leute in den Medien brauchen. Finde ich ein sehr eindeutiges und sehr gutes Statement dazu auf jeden Fall. Vor allem, wie du gesagt hast, die Herausforderungen sind da.
Die sind auch riesig, wenn man das vergleicht mit manchen anderen Branchen. Also wenn man Lust hat auf schwierige Aufgaben, auf schwierige Wachstums... Ansätze oder ähnliches. Also ist auf jeden Fall eine spannende Branche, um sich die Zähne auszupressen. So ein bisschen, wie du gesagt hast, ein nötiges Fell zu kriegen, weil da ist schon viel los.
Es gibt viele Ansätze, es gibt viel Wachstum, es gibt viel Change, aber es ist hart auf jeden Fall. Das kann ich bestätigen. Aber es ist eine schöne Branche auf jeden Fall. Das finde ich finde ich einen sehr, sehr coolen Bereich und ja, also macht auf jeden Fall auch Spaß und gerade das, was du jetzt ja auch gesagt hast, was dich persönlich antreibt, hatte ich schon ein paar Mal gesagt im Podcast, auch das finde ich immer wieder schön zu hören, dass eigentlich die unterschiedlichsten Menschen mit den unterschiedlichsten Karrieren und den unterschiedlichsten Ansätzen und Persönlichkeiten haben alle immer das gleiche oder ein ähnliches Ziel oder einen ähnlichen Drive, nämlich den gesellschaftlichen Wert, der durch Journalismus im Endeffekt entsteht und durch die freie Presse entsteht und ja, das finde ich wirklich respektabel und sehr, sehr schön, das zu sehen, auch wie zusammen im Endeffekt da alle stehen, egal welches Unternehmen das jetzt im Endeffekt ist. Also sehr, sehr cool.
Absolut. Und wenn es dann nicht irgendein Medium ist, sondern sogar noch die eigene Heimatzeitung, quasi das Herzensmedium der eigenen Region, umso schöner. Absolut. Absolut. Mit Blick auf die Zeit, Nicolas, würde ich sagen, vielen Dank für die Zeit, also für deine Zeit in dem Fall.
Und die Insights werde ich auf jeden Fall weiterhin aktiv verfolgen, was ihr mit den Grafschafter Nachrichten macht, weil das einfach raussticht, dass Das sieht man nicht nur an den Award-Nominierungen, sondern auch wirklich, was du erzählst und wie man so, wie gesagt, der Vibe, den man bekommt, wenn man mit dir spricht, über wo ihr steht, was ihr macht und wie erfolgreich ihr auch damals seid. Genau. Vielen Dank dir und vielleicht hören wir uns dann in einem Jahr nochmal an. Danke dir, Tim. Hat wirklich Spaß gemacht und vielen Dank an alle, die reingehört haben.
Ebenso. Dankeschön. Wir hören uns. Ciao, ciao. Ciao.
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